Sonntag, 13. Januar 2013

El Hierro Vulkan - Information und Aufklärung

NEWS:
Gestern Nachmittag und in der vergangenen Nacht gab es wieder weitere Beben. Ein eindeutiger Schwerpunkt ist nicht auszumachen. Der Ausgangspunkt der Erdstöße lag in der vermuteten Magmahauptkammer bei 20 km Tiefe, die sich von Süd nach Nord bis weit ins Golfobecken erstreckt. Nur um den Tanganasoga lagen die Beben flacher bei 11 und 12 km Tiefe. Ein Beben lag in nur 2 km Tiefe. Hier dürfte es sich allerdings um ein so genanntes "Spannungsbeben" gehandelt haben. Seit dem letzten Bebenschwarm um die Jahreswende hat sich das Golfotal erstmalig um bis zu 4 cm angehoben. Ich hatte darüber schon berichtet und werde in der kommenden Woche nach Vorlage der aktuellen Zahlen nochmals darauf eingehen.

Auch die Jugend beschäftigt sich mit den vulkanischen Aktivitäten unter unserem El Hierro. Ob es nun fantasievolle Kinderzeichnungen sind oder Examens - und Klausurarbeiten in Schulen oder Universitäten. Das Interesse ist nicht nur auf die Kanaren oder Festlandspanien beschränkt, sondern auch ein Thema an deutschen Gymnasien. Geoökologische und Geopolitische Probleme des 21. Jahrhundert "Ein vulkanischer Exkurs im Hinblick auf die Geburt einer neuen Insel im Schatten El Hierro"s"  war z.B. so ein Thema des Nymphenburger Gymnasium in München. Ich helfe natürlich gerne mit so wie es meine Zeit erlaubt - und freue mich über Rückläufe.
Ich finde es gut, daß sich die Jugend und die Pädagogen mit diesem Naturereignis beschäftigen. Es fördert bereits in jungen Jahren das Verständnis und Kennenlernen geologischer Zusammenhänge.

Besonders möchte ich hier die Kanarische INVOLCAN aus Puerto de Cruz auf Teneriffa mit ihrem Direktor dem Vulkanologen Nemesio Perez hervor heben. Mit 5 Mitarbeitern betreibt die Involcan seit Jahren Informations- und Aufklärungsarbeit  um die Kanarische Bevölkerung über die natürlichen Vorgänge unter ihren Füßen, aber auch die davon ausgehende Gefahr aufzuklären. Nur das Wissen um die vulkanischen Abläufe fördert das Verständnis und schafft Vertrauen.

Samstag, 12. Januar 2013

El Hierro Vulkan - ein neues Zucken

NEWS: 14.47 Uhr Beben von ML1,8 in 2 km Tiefe am Tanganasoga

Gestern Abend um 22.35 Uhr wieder ein Lebenszeichen. Ein ML2,1 Beben aus 24 km Tiefe. Einige Kilometer südlich im Meer vor dem Leuchtturm Orchilla an der Westspitze (IGN Karte). Ein Sektor den wir noch aus dem vergangenen Juni/Juli 2012 mit seiner Bebenserie kennen. Die Ausgangszentren lagen hier immer sehr tief bei 18 bis 25 km Tiefe.





Fähre Fred Olsen fährt weiter

Die Ungewissheit ist beendet. Seit heute sind wieder Fährtickets bei der Reederei Fred Olsen buchbar. Dreimal in der Woche -wie gehabt - wird die Fähre von Teneriffa über La Gomera auch El Hierro ansteuern. Die kanarische Regierung hat vor wenigen Tagen die neuen Subventionsregeln für 2013 verabschiedet. Damit scheint auch die Gesellschaft Fred Olsen zufrieden zu sein. Bleibt nur zu hoffen, daß bei leeren öffentlichen Kassen auch die Überweisungstermine pünktlich eingehalten werden und wir nicht wieder die altbekannten Pokerspielchen wie im letzten Jahr mit der Reederei Naviera Armas erleben dürfen.

Freitag, 11. Januar 2013

El Hierro Vulkan - Reiseveranstalter gesucht

NEWS:
Wie in den vergangenen Tagen gab es auch gestern keine weiteren Vulkanaktivitäten. Es bleibt ruhig unter der Insel.

Unsere kleine Umfrage zu Ihrem Interesse 2013 El Hierro zu besuchen ist beendet. Es ging mir grundsätzlich darum zunächst in Erfahrung zu bringen wie groß der Interessentenkreis ist. Das Ergebnis ist ermutigend. 110 Leser und viele davon würden sicher mit ihrem Partner anreisen, haben ihr Interesse bekundet. Eine Aufenthaltsdauer von einer oder zwei Wochen hält sich fast die Waage. 42% bevorzugen das Spätjahr und 32% die erste Jahreshälfte.

Ich könnte mir vorstellen, daß wir eine Tour im Monat Mai und eine Zweite im September/Oktober 2013 ins Auge fassen. Das sind aus meiner Erfahrung die klimatisch günstigsten und ruhigsten Monate für einen angenehmen Aufenthalt
.
Es gilt jetzt zunächst einen zuverlässigen Reiseveranstalter zu finden, der im Pauschalpaket den Flug, den Transfer (Fähre/Flug von Teneriffa) und die Unterkunft anbietet.
Da der Aufenthalt etwas Besonderes werden soll, werde ich mich extra ins Zeug legen um Ihnen ein interessantes und einmaliges Rahmenprogramm bieten zu können.

Soweit heute meine Idee. Sobald sich etwas genauer konkretisiert - halte ich Sie natürlich auf dem Laufenden.  

Donnerstag, 10. Januar 2013

El Hierro Vulkan - 329 Millionen Kubikmeter Lava

NEWS:
Nach den jetzt veröffentlichten Berechnungen wurden bei der Eldiscreto Eruption Ende 2011 ungefähr 329 Millionen Kubikmeter Lava und Schlacke ausgeworfen. Dies teilte die IEO (Instituto Espanol de Oceanografia) aus Barcelona in der amerikanischen Fachzeitschrift "Geology" mit. Die Berechnungen basieren auf Untersuchungen durch das Forschungsschiff Roman Margalef im Dezember und März 2011/12. Wie wir wissen hat der Eldiscreto eine Basisbreite von rund 600 m bei einer Höhe von 280 m. Nur 84 m fehlten noch bis zur Meeresoberfläche. Auch wenn sich die angehäufte Lavamenge von 329 Mill. m³ viel anhört, war es doch nur ein kleines "Häufchen". Wie eine Wissenschaftlerin der IEO betonte wären mindestens 9000 derartiger Eruptionen erforderlich um eine Insel wie El Hierro zu formen. Dazu wären rund 125 Jahre Zeit notwendig.Vulkane haben einfach ein anderes Zeitgefühl und denken in geologischen Zeitschienen.

Fred Olsen bietet keine Fährverbindung mehr an


Jetzt droht ein neues Ungemach. Die norwegische Reederei Fred Olsen bietet ab nächster Woche keinen Fährtransfer von Teneriffa nach El Hierro mehr an. Die Fähre verkehrte bisher 3x in der Woche. Am Mittwoch, Freitag und am Sonntag (Shot links). Ab dem 14. Januar 2013 ist über die Olsen-Internet Seite keine Buchung mehr möglich. Nachdem schon die Fluggesellschaft Islas Airways durch ihre "Pleite" ausgefallen ist, entschwindet El Hierro immer mehr in die Ferne. Noch fährt am Samstag die Fähre Navierra Armas. Auch sie wollten die Verbindung Mitte 2012 einstellen. Erst mit spektakulären Blockade und Kaperungsaktionen (ich hatte berichtet) konnte die Gesellschaft überredet werden weiter die Insel anzusteuern. Ausschlaggebend waren aber sicher die neuerlichen Subventionszahlungen.

Ähnlich dürfte nun auch Fred Olsen pokern. Man legt der kanarischen Regierung jetzt einfach den Strick um den Hals um weitere Millionensubventionen zu ergattern.
Alle Fähren und Flugzeuge nach El Hierro waren selbst in Hochkonjunkturzeiten nie ausgelastet.  Wenn ein Schiff mit 700 Plätzen wie ich es selbst erlebt habe mit nur 25 Gästen besetzt ist, muß kein Taschenrechner hervor geholt werden um die Rentabilität auszurechnen. Auch die wenigen Kleinlastwagen oder Container im Warentransport konnten das Defizit nicht wett machen. Die Verbindung nach El Hierro war schon immer ein Zuschussbetrieb und wurde kräftig subventioniert.

Nun sind die öffentlichen Kassen leer und  kein Geld für das Transportwesen verfügbar.
Die spanische Wirtschaftskrise hat das Waren-Transportaufkommen und die Anzahl der Passagiere mehr als halbiert. Waren es vor allem die Canarios die die Fähren benutzten. Deren Etat ist geschrumpft und man spart sich den Trip. Ausländische Touristen spielten hier sowieso nur eine Randerscheinung.

Erstaunt bin ich nun aber über das Gezänke der "politischen Elite" von El Hierro. Die Inselregierung von PSOE/PP unter Führung des Inselpräsidenten Alpidio Armas streitet mit der Opposition, der Inselpartei AHI, wer den nun die Verhandlungen mit Olsen führen dürfe.
Statt gemeinsam an einem Strang zu ziehen geht Energie und Zeit für internes Parteien Machtgehabe verloren. So ist das einfach auf El Hierro.

Die Reederei Fred Olsen ist ein privater Konzern der Gewinn machen möchte oder muß. Alle Solidaritäts- und Liebesbekundungen der Vergangenheit zu El Hierro hören beim Geld auf. Ohne Subvention keine Fährverbindung.

Einzig kann sich im Moment die Fluggesellschaft Binter Canarias freuen. Als nun fast konkurrenzloses Transportunternehmen wird sie und hat sie schon an der Preisschraube gedreht. Auch die Flüge werden ausgedünnt und damit teurer.
Kein gutes Omen für den zukünftigen Tourismus.

Aber ich bin hoffnungsvoll, daß nach einer kurzen Unterbrechung auch Fred Olsen mit einer Subventionszusage in der Tasche, den Fährbetrieb wieder aufnimmt.

Mittwoch, 9. Januar 2013

El Hierro Vulkan - wie war das nun in der Vorzeit?

NEWS:
Die Ruhe hält an. Gestern nur zwei unbedeutende Erdstöße um den Tanganasoga.

Zeit sich über die geologische Vergangenheit der Kanaren Gedanken zu machen. Heute zunächst die geografische Einordung - in den nächsten Tagen die Entstehung und in Folge auch die These von Dr.Simon Day vom "La Palma-Tsunami" - dem Abrutschen der Insel.

1. Die geografische Lage und das Alter der Kanarischen Inseln

Die Kanarischen Inseln sind Teil des afrikanischen Kontinent. Gerade knapp 100 Kilometer trennen die östliche Insel Fuerteventura von Süd- Marokko. Von La Palma im Westen aus sind es rund 480 km (Google/NASA Karte).
Die Kanaren liegen also auf keiner eigenen Platte, wie früher vermutet wurde. Es ist eine Absenkung der afrikanischen Platte die bis 3500 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und sich weit über die Kanaren hinaus in den Atlantik erstreckt. Hier spricht man auch von dem "Kanaren Becken".

Die Inseln selbst entstanden erst in jüngerer geologischer Vergangenheit. Die älteste Insel ist Fuerteventura ganz im Osten. Ihr Alter wird auf 22 Millionen Jahre datiert. Einige Wissenschaftler sprechen gar von 28 Millionen Jahren. Gefolgt von Lanzarote mit 15,5 Millionen Jahren. Beide Inseln waren früher verbunden und haben auch heute nur einen 10 km breiten und 40 Meter tiefen Meeresstreifen zwischen sich ( Karte unten rote Pfeile).
Es folgten Gran Canaria (14,5 Mio.), die Insel Teneriffa ( 12 Mio.) und La Gomera vor ca. 11 Millionen Jahren. Erst mit großem Abstand kamen dann die beiden Westinseln La Palma und El Hierro. La Palma schätzt man auf ein Alter von 1,8 bis 2 Millionen Jahre und El Hierro als kleinste und jüngste Insel des Archipel auf rund 1,2 Millionen Jahre.

Neben den 7 Hauptinseln gibt es noch 6 Kleininseln. Wie La Graciosa, Alegranza, Montana Clara, Roque del Este oder Roque del Oeste im Norden von Lanzarote und Los Lobos zwischen Fuerteventura und Lanzarote.
Alle Kleininseln bis auf La Graciosa sind unbewohnt und Naturschutzgebiet. Sie dürfen ohne Erlaubnis nicht betreten werden. Nur auf La Graciosa hat sich ein bescheidener Tourismus gebildet. Hier ein paar Bilder und Eindrücke von La Graciosa.

Aber auch Inseln - so genannte Seamount -  die noch nicht bis zur Meeresoberfläche gewachsen sind gibt es um die Kanaren. Besonders viele finden wir südlich von El Hierro. Hier auf der Karte von Prof.H.-U. Schmincke eingezeichnet. Vulkankegel bis zu mehr als 1000 Meter Höhe, die allerdings noch nicht groß erforscht sind. Ob es Seamounts jüngeren Datums sind, also Vorboten oder das Fundament von noch an der Meeresoberfläche auftauchender Inseln, ist ungewiss. Mit Sicherheit und davon bin ich überzeugt gibt es im Augenblick mehrere aktive Vulkane am Meeresboden. Aufgrund der großen Tiefe von 3500 m sind durch die inselferne Lage und Meeresverwirblungen nur keine oberflächlichen Spuren zu erkennen.

Erdbeben gab es in der Vergangenheit zwischen den Kanarischen Inseln genug. Erst gestern Abend um 18.21 Uhr ein ML1,8 Beben in 30 km Tiefe westlich von Fuerteventura. Erst wenn es technisch und finanziell möglich ist mit U-Booten oder unbemannten ROV`s flächendeckend den Meeresboden zu erforschen, wird man sicher auf so manche Überraschung stoßen. Von den bekannten aufgetauchten 13 Inseln, ist auch heute nur ca. 5 % der Masse zu sehen. Der größte Teil davon liegt unsichtbar unter dem Meeresspiegel.