Montag, 19. Dezember 2011

El Hierro Vulkan - der Eldiscreto lebt noch

NEWS:

Unser Eldiscreto im Süden ist weiter aktiv. Wie die Guardia Civil Helikopteraufnahmen der Involcan vom gestrigen Sonntag zeigen, kommt an mehreren Stellen magmatisches Material an die Meeresoberfläche und verfärbt das Wasser weiter in ein kräftiges Eldiscreto-Grün. Auch die Tremoraufzeichnungen lassen erkennen, daß weiter Magma zu den Eruptionsstellen aufsteigt. Insgesamt aber legt unser Vulkan seit einigen Tagen eine gemählichere Gangart ein die auch noch einige Zeit andauern kann. Das Magma hat seinen Weg Richtung Süden gefunden und stößt beim Vordringen kaum noch auf Barrieren. Wenn wir die Geschichte der letzten Vulkanausbrüche der vergangenen 100 Jahren auf den Kanaren bemühen, dann hat kein Ausbruch länger als 3 - 4 Monate angedauert. Der Ausbruch des San Juan 1949 auf La Palma dauerte 3 Monate und der des Teneguia 1971 gar nur etwas über 3 Wochen.

Etwas überraschend erfolgte heute Nacht um 4.09 Uhr ein neues Beben der Stärke 2,0 RSk. im Golfo. Das Zentrum lag bei 19 km Tiefe und war für die Anwohner nicht spürbar. Für heute wurde von den Meteorologen  der staatlichen AEMET (Agencia Estatal de Meteorologia) Starkwinde mit Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/Std. aus Nordosten für die Westinseln vorhergesagt. Die Wetteralarmstufe "Gelb" wurde ausgerufen und wird auch für El Hierro bis heute Nacht 24.00 Uhr gelten.

Die gestern gestartete Urlaubskampagne 2012 für El Hierro hat bereits einige Ferienhausangebote gebracht. In den nächsten Tagen und Wochen wird das Angebot ständig erweitert. Ein Blick in diese Seiten lohnt sich und liefert vielleicht Anregungen für ihr nächstes Urlaubsdomizil.

  

Sonntag, 18. Dezember 2011

El Hierro Vulkan - Urlaubskampagne 2012

NEWS:
Nach den neuesten Messungen der Involcan sind die Kohlendioxid (CO²) Werte weiter rückläufig. Am 16.12. wurde noch eine tägliche Emission von 770 Tonnen, nach dem Höchststand im November von 2398 t/Tag, festgestellt. Der Tremor bekommt inzwischen Atemaussetzer, wie auf der Grafik von gestern Abend an den weißen Stellen gut zu erkennen. Auch gab es in den letzten 24 Stunden keine neuen Erdbeben. Alles deutet auf ein Ende der Vulkanaktivität hin. 

Jetzt wo die Vulkanaktivitäten am Abklingen und vielleicht bald erloschen sind, ist es Zeit über die Schönheit, Ruhe und Ursprünglichkeit dieser kleinen Insel El Hierro nachzudenken. Der ideale Ort für Naturliebhaber, Wanderer und Ruhesuchende.
Ich habe mir deshalb Gedanken gemacht, wie den leidgeprüften Herrenos am besten und nachhaltig geholfen werden kann. Jetzt, wo ohne Gefahr El Hierro wieder besucht und bereist werden kann, rufe ich Sie auf: "Verbringen Sie ihren nächsten Urlaub auf El Hierro".

Ich habe dazu eine extra Seite: http:// Kanaren1.blogspot.com erstellt.


Auf diese Weise können Sie am wirkungsvollsten Ihre Solidarität mit den Menschen dieser kleinen Insel zeigen und ihnen aus ihrer Notlage helfen. Ich bin überzeugt, daß Sie herzlich als "Freund" aufgenommen und nicht nur als Gast sondern als wirklicher Freund und Helfer empfangen werden.

Auf der neuen Urlaubs - Kampagne Seite werde ich kostenlos von Anbietern, Ferienunterkünfte und Tipps zur Anreise nach El Hierro veröffentlichen. Diese Seiten sind noch neu und werden sich erst füllen.
Machen Sie davon Gebrauch und empfehlen Sie die Möglichkeit bitte auch an Ihre Freunde und Bekannte weiter.

Hier die zur Zeit am häufigst gestellten Fragen - beantwortet von Karin Kamm vor Ort :
1. Spürt man die Beben, fallen Bilder von den Wänden, klirren die Gläser im Schrank oder liegen Steine auf den Strassen ?
Nein, in den letzten Tagen hat es kaum noch gebebt und gespürt hat man absolut nichts von den ein oder zwei Beben pro Tag.

2. Sind Strassen gesperrt oder kann man sich frei auf der Insel bewegen ? Ist der Tunnel stundenweise oder ganztägig geöffnet ?
Bis auf die Piste nach Tacoron sind alle Strassen/ Wege/ begeh und befahrbar und in gutem Zustand, der Tunnel ist durchgängig geöffnet.

3. Kann man Baden gehen
Ja, bis auf die Gegend um Tacoron und in La Restinga ist schwimmen in den Naturbecken im Golftal und an der Ostküste möglich.

4. Bekommt man problemlos Lebensmittel in den Geschäften ?
Ja, es gibt keinerlei Engpässe, die Supermärkte sind gut bestückt, sie bekommen alles, was es sonst auch immer auf der Insel gegeben hat.

5. Landen die Flugzeuge planmäßig, haben die Fähren Verspätung ?
Es hat in den letzten Monate weder Einschränkungen noch Verspätungen im Flug oder Schiffsverkehr gegeben.

6. Sind die Quartiere Steinschlag und Erdrutsch gefährdet ?
Da es nicht bebt, rutscht oder rollt nichts und die Häuser sind nicht gefährdet.

7. Wie ist die Stimmung tatsächlich vor Ort ? Wollen die Inselbewohner am liebsten weg (wenn sie könnten)?
Die Stimmung vor Ort ist durch die wirtschaftliche Krise etwas gedämpft und unaufdringlich vorweihnachtlich. Keiner möchte evakuiert werden oder fliehen, sondern weiterhin einen ruhigen Alltag, kaum jemand ist panisch, da sich die Situation bzgl. der Beben beruhigt hat.

8.Stinkt es den ganzen Tag nach Schwefel ?
Nein, ich hatte diesen Geruch auch in den letzten Monaten noch nicht in der Nase, die Einwohner von La Restinga und im Golftal zeitweise schon. Weder in den Bergen noch im Inselnorden oder Osten stinkt es zur Zeit.

9. Würden Sie selbst jetzt auf El Hierro Urlaub machen ?
Ja, überall, bis auf in La Restinga. Im November wäre ich nicht ins Golftal gegangen, bin gern auf der sicheren Seite, jetzt hätte ich dort auch kein Problem mehr. Fast alle Gäste, die "trotzdem" gekommen sind, haben es nicht bereut und verbrachten einen unvergesslichen Urlaub.

Die Temperaturen sind erheblich angenehmer als in Nordeuropa, es grünt bereits und Wanderungen durch die vielseitigen Landschaftszonen steht nichts im Wege. Außerdem ist das Naturschauspiel vor La Restinga im Meer durchaus sehenswert und inklusive. Sie bekommen auch kurzfristig Häuser und Appartements in den Bergen und am Meer. Auf El Hierro werden Sie sich nicht nur gut erholen, entschleunigen und abschalten können, sondern helfen durch ihren Besuch der Insel, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen.
Hasta pronto Karin Kamm

Samstag, 17. Dezember 2011

El Hierro Vulkan - neues Beben im Golfo

NEWS:
Eine neue Luftaufnahme der Involcan aus dem Guardia Civil Helikopter zeigt die karge von alten Vulkanen gezeichnete Südspitze El Hierros. An der Küste einsam liegend, das Fischerdorf La Restinga mit seinem Hafen. Vor der Hafeneinfahrt die Spuren unseres Eldiscreto Vulkan. Die grün/braune Meeresverfärbung erstreckt sich über eine weite Meeresfläche und wird durch die Strömung wie ein breites Band Richtung Westen getrieben. Die schönsten Aufnahmen erhalten Sie auch als Jahreskalender 2012 der ab nächster Woche für 10.- € + Porto offiziell vom Cabildo vertrieben wird. Sobald die genauen Bestell- und Kontodaten bekannt sind, werde ich sie hier veröffentlichen.
Auch wenn man glaubt, daß Erdbeben der Vergangenheit angehören, so wurden wir heute Nacht um 2.40 Uhr eines Besseren belehrt. Ein Erdstoß im Golfo von 2,3 RSk. in 22 km Tiefe zeigt, das unser Vulkan noch nicht daran denkt, sich zu verabschieden. Auch an den drei Vulkanschloten des Eldiscreto tritt weiter Lava aus.

Die jüngsten Tremoraufzeichnungen zeigen einen regen und aktiven Magmaverlauf an. Für alle die mit dem "Tremor" nicht all zu viel anfangen können, habe ich eine verständliche Beschreibung von unserem Kommentator und Hobbyvulkanologen Jürgen (Danke) angefügt:

"Als Tremor bezeichnet man die Schallwellen der Erdkruste, wenn aus dem Erdmantel flüssiges Gestein aus dem Erdmantel aufsteigt. Durch den Temperaturunterschied entstehen "Knackser" in verschiedenen Frequenzen. Je höher diese Frequenzen sind desto höher wandert das flüssige Gestein durch die harte Erdkruste. Die hohen Ausschläge sind eine Art knistern da sie nur die Frequenz wiedergeben und nicht die Stärke des Flusses der Magma.
Also flüssiges heißes Gestein trifft auf hartes kaltes Gestein und bildet Risse, das ist der Tremor den man als sehr tieffrequentes Geräusch aufzeichnen kann.
Je höher diese Frequenzen sind desto höher wandert das flüssige Gestein durch die harte Erdkruste."
Auch die Gesteinsdichte spielt da eine Rolle, so knistert Basalt etwas anders als Sandstein."

So langsam wird es Zeit darüber nachzudenken, wie den leidgeprüften Herrenos nach der Vulkankrise am Besten geholfen werden kann. Alles braucht seine Vorlaufzeit. Ich hatte versprochen nachhaltig zu helfen und das werde ich auch mit Ihrer Hilfe umsetzen. In den nächsten Tagen stelle ich Ihnen meine Ideen und Vorschläge für die Zeit danach einmal näher vor. 

Freitag, 16. Dezember 2011

El Hierro - Vulkan auf dem Wege der Besserung

NEWS:
Die Beben haben nun völlig aufgehört. Es gab nun schon seit Tagen keine neuen Erdstöße über 1,5 RSk. Die Grafiken der IGN bzw. Involcan zeigen das Abflauen der Bebenhäufigkeit im Monat Dezember.
Der Tremor läuft nach einer kurzen Schwächephase gestern Abend wieder im gewohnten Gang und fördert weiter Magma. Die Bodendeformation hat dagegen nicht nachgelassen (rote Linie). Vor allem im Golfo bleibt die Bodenwölbung auf gleich bleibend hohem Niveau. Das lässt darauf schließen, daß die darunter liegenden Magmakammern weiter prall gefüllt sind.
Die Emission, also das Ausdünstung von Kohlendioxid (CO²) auf der Inseloberfläche hat nachgelassen, liegt aber nach jüngste Messungen (978 t/Tag) noch mehr als doppelt so hoch wie der übliche Normalwert. Auch die gemessenen Temperaturwerte (rote Balken) sind leicht erhöht.

Das sind die auf El Hierro installierten Messtellen (Punkte) die jede Veränderung registrieren. Als Schlussfolgerung kann festgestellt werden, daß sich der Patient auf dem Wege der Besserung befindet. Von einem Normalzustand kann allerdings noch nicht gesprochen werden. Zu groß sind die unter Druck stehenden Magmavorräte und es wird weiter mit einem Lavaaustritt im Süden zu rechnen sein.

Das Rätsel um die mysteriösen Licht- oder Feuererscheinungen am Mittwochabend scheint gelöst zu sein. Die 339 m lange C-Whale, ein unter liberianischer Flagge laufender Ölabsauger, kreuzte stundenlang ohne eingeschalteten Transponder vor der Südküste. Dieses Schiff wurde 2010 bei der Ölkatastrophe Deepwater Horizont im Golf von Mexiko eingesetzt. Was es an diesem Abend ca. 17 Meilen vor El Hierros Küsten verloren hatte und ob vielleicht Gas- oder Ölrückstände abgefackelt wurden, wird ihr Geheimnis bleiben.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

El Hierro Vulkan - glühende Lava oder eine Fata Morgana?

NEWS: - 12.21 Uhr - Der Eldiscreto ist heute sehr aktiv und gut per Webcam zu beobachten. Drei Austrittsstellen sind zu erkennen.
Woher allerdings die östliche (linke) Verfärbung kommt, bleibt ein Rätsel.

Was war das nun gestern Abend zwischen 20.°° und 22.°° Uhr. Auf der Webcam waren deutlich flackernder Lichter oder Feuerschein in Richtung Eruptionsstelle des Eldiscreto zu sehen. Für den Betrachter war glühende Lava und aufsteigender Rauch über fast 2 Stunden an gleicher Stelle auszumachen. Eine Eruption mit Auswurf von brennender Lava oder eine Fata Morgana. Bereits in der Nacht zuvor wurden ähnliche Beobachtungen gemeldet. In einer Kurzmitteilung des Krisenstab (Pevolca) von heute Morgen, wird glühende Lava ausgeschlossen. Es soll sich angeblich um ein Schiff das weit draußen vorbeisegelte, gehandelt haben. Ein Forschungsschiff war allerdings während dieser Zeit nicht im Einsatz. Haben wir uns alle täuschen lassen? ... oder warum sollte der Krisenstab die Existenz von glühendem Material verneinen? Merkwürdig und zu Hinterfragen ist allerdings, warum bis heute noch keine genauen Messergebnisse oder Unterwassergrafiken der drei Vulkanschlote veröffentlicht wurden. Daten und Bilder liegen vor - gibt es etwas zu verbergen oder sieht einfach der Krisenstab keine Notwendigkeit oder öffentliches Interesse an einer Veröffentlichung. Für Spekulationen ist damit Tür und Tor geöffnet.

Keine Fata Morgana ist dagegen die aktuelle Tremor Grafik. Mit wilden Ausschlägen werden die nach oben strebenden Magmamassen erfasst. Immer noch pulsiert der Tremor in fast regelmässigen Abständen. Ein Blick auf die Eruptionsstelle heute Morgen zeigt einen aktiven Eldiscreto.
Seit dem 4.02 Uhr Beben am Mittwochmorgen, dessen Tiefe inzwischen von der IGN auf 21 km korrigiert wurde, blieb El Hierro von neuen Erdstößen verschont.

Ein Jahreskalender 2012 mit schönen Farbaufnahmen von den Aktivitäten im südlichen Meer wurde vom Cabildo El Hierro in einer Gesamtauflage von 10.000 Exemplaren heraus gegeben. Für 10.- Euro +Porto kann er unter

calendarioelhierro2012@gmail.com bestellt werden. Der Erlös fließt in humanitäre Aufgaben und Bildungsmassnahmen von El Hierro.

Das gestern uraufgeführte Lied für El Hierro "Una cancion para El Hierro" kann hier gehört werden.