Freitag, 6. Juni 2014

Vulkan Forschung aus dem Weltraum

NEWS:

Dass die Satellitentechnik nicht erst seit heute eine wichtige Rolle in der Erdbeobachtung spielt, wurde oft bewiesen. Das Institut für Meereskunde der Universität Las Palmas (ULPGC) erforscht und beobachtet die Eldiscreto Eruptionsstelle nicht nur mit ihren Oceanographie-Schiffen sondern wertet auch Satellitenfotos aus. So können mit einem neuen Verfahren Meerestrübungen durch vermehrte Chlorophyll- Bildung in korrigierten Bildern mit sehr hoher Auflösung erfasst werden.

Das Foto wurde am 2. Oktober 2011 durch den Satellit WorldView 2 während seines Überfluges aus 770 km Höhe aufgenommen.
Das hell- grüne Wasser (Foto oben links) zeigt eine hohe Konzentration von vulkanischem Material, das aus dem braunen Eruptionsherd verteilt wird. Durch einen Absorptions- Koeffizienten oder eine Dämpfung, besteht die Möglichkeit zur Messung der Trübung des Wassers.
Wenn ein Lichtstrahl durch eine Substanz geht, verliert er an Strahlungsintensität. Das Licht wird durch das Material absorbiert und unterschiedlich gestreut. Diesen Effekt haben nun erstmals die Wissenschaftler der ULPGC angewendet.
Die Wolken werden schwarz maskiert (rechte Aufnahme). Was hier jetzt wie ein Wärmebild aussieht zeigt die Konzentration und Verbreitung der Einzeller.

Der Erdbeobachtungssatellit WorldView 2 ist ein 2009 gestarteter kommerzieller Satellit von Ball Aerospace USA (Foto: Digital Globe). Mit einer Auflösung von 0,5 m kann er Aufnahmen und Stereobilder einer bestimmten Region machen. Beim nächsten Überflug vergleicht er mit seiner besonderen Datenauswertung Veränderungen in der Perspektive und sendet diese Informationen an die Bodenstation.
Das DLR Earth Observatorium Center in Oberpfaffenhofen, kann mit seinem 6 Meter DSL Parabolspiegel diese Signale empfangen. Die Daten werden mit 800 Megabit pro Sekunde – mehr als hundertmal schneller als eine gängige DSL Verbindung - übertragen.


Während die vulkanische Aktivität unter El Hierro weiter im "Schlaf" liegt, beginnt jetzt die Zeit mit einem ganz anderen Problem.
Die Inseln sind ausgetrocknet und die Waldbrandgefahr steigt. Gestern hatten wir auf La Palma ein Feuer in bewohntem Gebiet bei Santa Cruz de La Palma. Nur durch den schnellen und energischen Einsatz - auch mit Löschhubschraubern - konnte Schlimmeres verhindert werden (siehe La Palma7 Info). Auch der Rettungshelikopter von El Hierro wurde hier eingesetzt.

Wollen wir jetzt hoffen, dass auch in den nächsten Tagen die Hubschrauber der BRIF Brigade des Madrider Innenministerium nach La Palma verlegt werden. Eine sehr effektive paramilitärische Löschtruppe mit Profis, die schon in den vergangenen Jahren ihre Einsatzfähigkeit bewiesen haben.
Diese Brigade kommt bei Bedarf auch in El Hierro und den anderen Nachbarinseln zum Einsatz.

Arbeiter mit Gorilla verwechselt

... und noch was möchte ich erzählen. Eine Geschichte die sich vor einigen Tagen im Loro- Park auf Teneriffa zugetragen hat.
Bei einer routinemäßigen Notfallübung sollte der Ausbruch eines Gorilla aus seinem Gehege simuliert werden.
Nach der Auslösung des Alarms wurden die Evakuierungspläne für die Parkbesucher durch gespielt. Auch die Suche nach dem ausgerissenen Tier war Bestandteil des Planes.
Ein Arbeiter des Loro Park wurde dazu in ein täuschend echt aussehendes Affenkostüm gesteckt.

Dumm war jetzt nur, dass der erst vor drei Monaten neu eingestellte Tierarzt das Manöver nicht so recht durchschaute. Vom Jagdinstinkt gepackt versetzte er mit seinem Betäubungsgewehr dem vermeintlichen Gorilla eine passende Ladung. Die Betäubungsdosis war für einen 200 kg schweren Menschenaffen ausgelegt.
Das Opfer ging wie erwartet sofort zu Boden. Erst im Hospital konnte das entsprechende Gegenmittel den Tiefschlaf des "Gorilla" beenden.
Der Hauptdarsteller wird sich in Zukunft sicher genau überlegen, ob er nochmals in ein täuschend echt wirkendes Tierkostüm steigt.

Dienstag, 3. Juni 2014

Erbeben, Ölbohrung und der König

Drei Dinge - die im ersten Augenblick wenig Gemeinsamkeit bieten:


 

Während es unter El Hierro zur Zeit ruhig bleibt, bebt die Erde in Deutschland. Genau im Dreieck Plauen-Hof-Eger wurde am 31. Mai 2014 um 12.37 Uhr ein ML4,4 Beben verzeichnet (siehe Geo- Observatorium. Collm). Das Epizentrum lag im tschechischen Novy Kostel unweit der Grenze und kam aus 8 km Tiefe. Es dürften tektonische Verschiebungen sein, die bereits in der Vergangenheit hier Erdstöße ausgelöst hatten. Ob der Mensch seine Finger im Spiel hat, vermag ich wegen fehlender Ortskenntnisse nicht zu sagen.
 
 
Auch in Indonesien ist der Vulkan Sangeang Api mit einer riesigen Aschewolke ausgebrochen. Hier ist der Flugverkehr durch Lavapartikel die bis zu 3000 m in die Atmosphäre gepustet wurden, gefährdet. Zahlreiche Flüge mussten im australischen Raum bereits gestrichen werden.





„Ein König tritt nicht zurück, ein König stirbt im Bett.“

 
Das ist seit gestern das Thema in Spanien. Der spanische König Juan Carlos - seit fast 40 Jahren auf dem Thron - dankt vorzeitig ab. Überraschend und doch nicht überraschend. Der einst geliebte König war doch die letzten Jahre vermehrt in die Kritik geraten.
 
Elefantenjagd in Afrika und amouröse Beziehungen
"Die Monarchie liegt in Spanien genauso am Boden wie die Regierung, die Wirtschaft und der soziale Frieden. Gestern demonstrierten Tausende in Madrid für die vollständige Abschaffung der Monarchie. Die Polizei musste den Königspalast schützen" - so die Presse heute.
 
Jetzt muss extra noch die spanische Verfassung geändert werden, um mit der Nachfolge klar zu kommen. Kronprinz Felipe soll seinem Vater auf den Thron folgen. Ein Rücktritt des König ist in der Verfassung bisher nicht vorgesehen.
 
Auf den Kanaren sieht es etwas anders aus - hier sieht man alles etwas lockerer. Das Königshaus ist nach wie vor beliebt. Ob Juan Carlos oder Kronprinz Felipe mit seiner Letizia.
Vergessen hat man nicht, dass der junge Juan Carlos - ein Ziehsohn von General Franco - 1983 die gerade erstandene Demokratie vor einem Militärputsch durch den Guardia Civil General del Bosch schützte.
Er verurteilte den Putschversuch öffentlich im Fernsehen und entzog den Putschisten die notwendige Sympathie.
Das Königshaus ist eigentlich neben den Millionen-Subventionen das Bindeglied zwischen Madrid und den Kanarischen Inseln.
Mit der Madrider Regierung ob unter José María Aznar, José Luis Rodríguez Zapatero oder jetzt unter Mariano Rajoy hant man nicht viel am Hut.
Madrid und Festlandspanien bleibt für viele Canarios "Ausland".

Ölbohrung vor Fuerteventura durch Madrider Regierung genehmigt

 
Jetzt ist es offiziell. Die spanische Regierung erlaubt Probe-Ölbohrungen vor den Küsten der Kanarischen Inseln. Der Vorschlag eines internationalen Konsortiums unter Führung des spanischen Konzerns Repsol sei befürwortet worden.
 
Trotz aller Bedenken und Ablehnung durch die Kanarische Regierung hat sich Madrid darüber hinweg gesetzt und den Startschuss erteilt.
Eine Probebohrung ist zwar noch keine gewerbsmäßige Erdölförderung. Wenn Repsol jetzt allerdings für eine Probebohrung bereits Millionen Euro investiert, wird es zum 2. Schritt, der Ausbeutung des Lagerfeldes, auch nicht mehr weit sein. 
Pikanterweise kommt hinzu, dass der entscheidende Minister für Industrie, Tourismus und Handel José Manuel Soria, früher beruflich eng mit dem Ölgiganten Repsol verknüpft war.
Seinem Geburtsort Gran Canaria macht er damit nach Meinung vieler Kanaren- Einwohner keine große Ehre. Auch wird erwogen, ihn zur unerwünschten Person zu erklären.
 
Wie man auch zu einer Erdölförderung in einem Urlaubsgebiet eingestellt ist, sollten - und das ist meine Meinung - keine schlafenden Hunde (Vulkane) geweckt werden. Eine Bohrung und Ölförderung in einem Hotspotgebiet wie unter den Kanaren, kann noch ganz andere negativen Folgen herauf beschwören.