Dienstag, 17. Januar 2012

El Hierro Vulkan - Eldiscreto Geschichte ?

NEWS:
Das sind jüngste Involcan Aufnahmen vom 12.1.12. Zur Zeit ist nur einer der drei Vulkanschlote aktiv. Er spuckt unaufhörlich sein magmatisches Material aus. Magma Nachschub scheint genügend vorhanden zu sein, was auch der heutige Tremorverlauf anzeigt.
Gestern Abend gab es um 23.17 Uhr unter dem Eldiscreto wieder ein neues Beben von 2,0 RSk. in 13 km Tiefe. Diese Beben dauern nun bereits seit 5 Monaten an. Es ist verständlich, daß die Bewohner gerne wieder zu einem normalen und ruhigen Leben zurück finden wollen. Die ständige latente Angst und Gefahr im Nacken was vielleicht als nächstes um den Eldiscreto passieren könnte, zehrt und zerrt an den Nerven der Einwohner. Nichtsdestotrotz versucht man die unterschwellige Angst zu verdrängen und hat am Wochenende ein erstes Vulkanmuseum oder besser gesagt eine kleine vulkanische Ausstellung in La Restinga eröffnet. Mit Fotos, seismischen Aufzeichnungen und Lavafundstücken, den sogenannten "Restingolitas" möchte man gerne die Eldiscreto Episode als längst überstandenes Ereignis in die Vergangenheit verschieben. Noch ist aber der Vulkan aktiv und lässt sich nicht so leicht in der "Schublade der Geschichte" ablegen. Ich kann mir gut vorstellen, daß er noch so manche Überraschung im Gepäck hat.
Auch diese um den 10.1.12 entstandene "TeideAstro" Aufnahme aus dem NASA Satelliten von den unter Wolkenschleier liegenden Westkanaren, lassen die Eldiscreto Spuren (links unten) gut erkennen.


Kommentare:

  1. Guten Tag allerseits
    Wenn man den Tremor anschaut, hat dieser nun wieder stärkere Ausschläge.
    Bezüglich der Kalender: Mir wurde von Susie bestätigt, das meine Bestellung unterwegs in die Schweiz ist. Nun lasse ich mich überraschen, welchen Weg die Kalender nehmen.
    Hoffentlich nicht über den die Schlote.
    Sonniger eiskalter Gruss aus der Schweiz
    Carlos

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  2. Guten Morgen zusammen,

    Laut der Tremorseite gibt es wieder einige stärkere Ausschläge. Die kann auf Explosionen im Bereich des Schlotes hindeuten.

    Totgesagte leben eindeutig länger. Man sieht auch wenn man heute schon sehr viel über Vulkane weiß, sind sie nach wie vor unberechenbar.

    Lieben Gruß aus dem kalten Deutschland

    PS: Auf Santorin tut sich auch einiges. Was zunächst als "technische Störung" gesehen wurde ist in der Tat ein erhöhter Tremor des "Colombo"

    http://vulkane.net/blogmobil/?p=3721

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  3. die Insel El Hierro kann durch eine phreatische Exploxion auseinander brechen. Es ist in der Vergangenheit 2 x und im großen Umfang passiert, und die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass es wieder passiert. Wenn man sich die Geologie der Kanarischen Inseln genau anschaut (siehe bitte Google Earth), stellt man fest, dass die Insel El Hierro sich auf einer kritischen Stelle auf der ozeanischen Erdkrüste befindet. Darüber hinaus sind einige der Kanarischen Inseln durch Kanäle miteinander verbunden. So beeinflussen sie sich gegenseitig. Es gibt sogar eine Beeinflussung vonund zu den Azoren, und es gab stärkere Erdbeben in diesen Letztgenannten, als die vulkanische Aktivität in El Hierro höher stand. Man darf solche vulkanische Systeme nicht allein betrachten/untersuchen, sondern andere vulkanischen Systemen der afrikanischen Erdplatte für die Untersuchung einbeziehen, und sogar selbst die gesamte afrikanische Erdplatte.

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  4. @freidenker2012
    Woher stammt die INFO das es vom Columbos stammt?
    Die Häufigkeit und Lage der Bebenzentren deuten aber aber eher auf die Santorini Caldera hin!

    Gruß
    *Marco*

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  5. @ El Hierro
    Wenn das stimmt werden die Einwohner noch allerhand erleben
    Was meinen denn Juergen und Lars zu dem Thema?
    LG
    josch

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  6. @ josch
    Nichts. Ich halte davon nichts.
    Phreatische Explosionen, die in der Vergangenheit zum Auseianderbrechen der Insel geführt haben, sind mir, ehrlich gesagt, nicht bekannt.
    Die zwei vermutlich gemeinten Berg- oder Hangrutsche sind eher auf die statische Instabilität der Vulkaninsel zurückzuführen.

    Und wenn man sich auf der Achse geologischer Zeiträume mit hohen oder geringen Wahrscheinlichkeiten beschäftigt, dann bedeuten Ereignisse darauf, dass Bewohner El Hierros oder andere Bewohner anderswo, irgendwann, mit irgendeinem geologischen Ereignis konfrontiert werden könnten. Die Vorhersage, dass die Wahrscheinlichkeit dramatischer Ereignisse auf El Hierro nun besonders groß sei, halte ich für nicht belegt. Vor allem nicht deswegen belegt, weil sich gerade ein Vulkänchen unter Wasser damit abmüht, überhaupt sichtbar in Erscheinung zu treten. Wenn man so will, ist das auf den Kanaren geologischer Alltag. Und alle paar Generationen, müssen die Menschen wieder neu erlernen, damit umzugehen.
    Die Tatsache, dass es vor der Haustüre etwas blubbert und das am Morgen mal ein Bild schief hängt, wird bald zum Lebensalltag dazugehören.

    Wie die Azoren mit den Kanaren zusammenhängen sollen, ist mir ebenfalls schleierhaft. Noch vor einem Jahr wäre wohl niemand auf diese Idee gekommen. Der Ausgangspunkt der geologischen Aktivitäten ist dort ein völlig anderer.

    Grüße Lars - Potsdam

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  7. Vor 50.000 Jahren sollte sich ein Erdrutsch in der Insel El Hierro abgespielt haben. Der Grund soll ein Erdbeben gewesen sein. Die Insel sieht so aus, als ob ein Teil der alten Caldera weggesprengt wurde, und hinsichtlich Form hat die Insel El Hierro eine gewisse Ähnlichkeit mit Santorini und mit Sromboli. Die Zusammensetzung der Magma erscheint laut der letzten Untersuchungen auch ziemlich explosiv sein. Wenn es in der Tat ein Erdbeben der Grund für den Erdrutsch war, dann musste dieses gewaltig gewesen sein, um ein solches Volumen von Erde in Gang zu setzen. Ein Erdbeben dieser Magnitude innerhalb einer Erdplatte wäre sehr ungewöhnlich. Um eine solche Masse zu bewegen, braucht man eine noch größere Energiemenge, als solche von einem mittleren starken Beben, und das kann nur eine phreatische Explosion vorbringen. Das sehr starke Beben kann nur eine Folge der phreatische Explosion gewesen sein.

    Wäre diese gewaltige Masse Richtung Meeresgrund hinweggerutscht, könnten wir sicherlich heute die Reste am Fuße des Vulkans sehen. So sieht es nicht aus. Eine phreatische Explosion dagegen würde die Mase so verteilen, so dass man es nicht sehen kann oder sie sind nun Teile der anderen Inseln geworden.

    Bezüglich gegenseitiger Beeinflussung vulkanischer und tektonischer Systeme der afrikanischen Eddplatte, hier einige Beispiele:
    25.11.2011 01:47 UTC Azoren 3.2 R. (4 km. Tiefe)
    25.11.2011 02:35 UTC Kanaren 2.9 R. (19 km. Tiefe)
    25.11.2011 22:36 UTC Gibraltar 2.5 R. (17 km. Tiefe)
    26.11.2011 22:44 UTC Portugal 3.1 R. (15 km Tiefe)
    27.11.2011 05:17 UTC Azoren 4.0 R. (10 km Tiefe)
    27.11.2011 13:53 UTC Gibraltar 2.9 R. (20 km Tiefe)
    28.11.2011 00:05 UTC Azoren 2.1 R. (2 km Tiefe)
    28.11.2011 13:32 UTC Kanaren 2.9 R. (20 km Tiefe)
    28.11.2011 13:35 UTC Azoren 3.2 R. (1 km Tiefe)
    30.11.2011 12:06 UTC Gibraltar 3.1 R. (Tiefe unbekannt)
    Ich kann Euch andere Beispiele geben, wenn es nicht reicht für meine Hypothese der gegenseitiger Beeinflussung von vulkanischen - tektonischen Systemen. Ihr dürft aber nicht vergessen, dass Konvektionströme im Inneren der Erde sich sicherlich wie chaotische dynamische Systeme (im Sinne der Chaostheorie) verhalten. Teile eines Systems (Fraktale) beeinflussen sich natürlich gegenseitig, und diese dynamischen Systeme machen nicht halt, nur weil Geowissenschaftler einen kleinen Fokus/Radius beim Erfassen der geologischen Gegebenheiten eines ganzen vulkano-tektonischen Systems besitzen ;-). Ich beobachte seit etlichen Jahren und wirklich täglich alle Erdbeben in Europa und die Welt. Ich kann Euch mit Sicherheit zum Beispiel sagen, dass eine deutliche Zunahme an Erdbeben in den letzten Jahren in vielen Ländern stattgefunden hat. Die aufgezeichnete Erdbebentätigkeit in den Erdbebenkarten der letzten Jahren sieht ganz anders aus.Einige der Gründe sind mir schon bekannt, und ich plane ein Buch, um diese Gründe zu erklären.

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