Samstag, 15. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - wie die Zeit vergeht

NEWS:

Heute Morgen um 3.34 Uhr ein ML1,4 Beben in 11 km Tiefe unter dem Tanganasoga. Sonst blieb es ruhig. Auch die IGN Geräte funktionieren mit kleinen Aussetzern wieder.

Rückblick:
Zeit - um einen Blick ein Jahr zurück auf den 15. Dezember 2011 zu werfen. Was war denn damals genau los.

El Hierro Vulkan - glühende Lava oder eine Fata Morgana?


Was war das nun gestern Abend zwischen 20.°° und 22.°° Uhr. Auf der Webcam waren deutlich flackernder Lichter oder Feuerschein in Richtung Eruptionsstelle des Eldiscreto zu sehen. Für den Betrachter war glühende Lava und aufsteigender Rauch über fast 2 Stunden an gleicher Stelle auszumachen. Eine Eruption mit Auswurf von brennender Lava oder eine Fata Morgana - weiterlesen.

Freitag, 14. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - jetzt wieder an der Westspitze

NEWS:
 

.An der Westspitze gestern um 18.52 Uhr das ML2,6 Beben in 22 km Tiefe. Auf der Karte oben sind schön die einzelnen Aufstellorte der Seismografen zu erkennen. Unsere Daten beziehen wir vom Messpunkt CHIE rechts auf der Ostseite bei El Pinar. Die Bilanz der vergangenen Stunden insgesamt 5 Erdstöße. Die jüngsten Beben wieder um den Tanganasoga und an der Golfoküste in 10 km Tiefe. Es ergibt sich kein klares Bild. Wenn Magma aus tiefen Schichten wie gestern Nachmittag aus 22 km mit stärkeren Beben (als Indikator) nachrückt, erfolgen Stunden später auch in den flacheren Zonen im Golfo oder im Süden Reaktionen. Ungefähr wie in einem heißen Kochtopf, von dem sich Blasen am Boden lösen und zur Wasseroberfläche streben. Nur können sie als Gas den Topf nicht verlassen und bleiben unter der Kammerdecke eingesperrt. Das dürfte dann die flacheren Erschütterungen in 10 km Tiefe auslösen.

Links die komplette Bebenauflistung.








Nun gibt es auch neue Ergebnisse zur Meeres- Wasserqualität um El Hierro. Ein Jahr nach dem Ausbruch des Eldiscreto hat das IEO (Instituto Español de Oceanografía) mit ihrem Forschungsschiff Angeles Alvarino seine Messreihe abgeschlossen. Die Untersuchung ist Teil des ozeanographischen Projekt RAPROCAN deren Hauptziel es ist, den Zustand der Gewässer der Kanarischen Inseln von der Oberfläche bis zum Meeresgrund zu beurteilen. Sie analysierten die physikalisch-chemischen und biologischen Eigenschaften von sieben hydrographischen Stationen in der Nähe des Vulkans von der Oberfläche bis zu 2000 Meter Tiefe. Dabei wurden 1500 Liter Meerwasser entnommen und analysiert. Mehr als 40 physikalisch-chemische und biologische Komponenten wurden untersucht, wie Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoff, Nährstoffe, pH, CO2, Alkalität, Chlorophyll, Zooplankton, Phytoplankton, Bakterien usw.

An sechs der sieben Stationen waren die Werte im Normalbereich. Nur direkt an der Eldiscreto Eruptionsstelle gab es Abweichungen. Hier wurden abnormale Parameter wie saure pH-Werte und hohe Alkalität aufgezeichnet.
Die Konzentration von Schwefel lag bei allen Untersuchungsstationen bei Normalwert.

Weitere Laboruntersuchungen sollen nun noch erfolgen. Auch wurden erstmals vor El Hierro Bojen zur Aufzeichnung der Wasserwerte ausgesetzt. Sie senden in Echtzeit ihre Daten via Satellit an die Institute und sollen später für jeden Interessenten über das Internet abrufbar werden.
Hier geht es zum IEO-Bericht (span.)

Donnerstag, 13. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - IGN wieder auf Sendung

NEWS:   18.52 Uhr - Beben von ML2,6 in 22 km Tiefe an der Westspitze.

 

Nachdem nun die IGN Daten wieder zur Verfügung stehen, sehen wir oben die zwei Erdstöße von ML0,8 und ML1,1 von gestern Nachmittag im Golfo in 9 und 10 km Tiefe.
Der von mir nachgetragene rote Kreis ist ein Beben von heute Morgen um 5.10 Uhr von ML1,1 vor der Südwest Küste in 15 km Tiefe. Im Bereich um den Eldiscreto ist es ruhig.

Ein Blick auf die Verformungswerte der drei südlichen Messpunkte um La Restinga zeigen keine großen Veränderungen. Es sind nur kleine Schwankungen. Die Verformung bleibt also auf hohem Niveau. Die nachhinkende mittlere Grafik - es ist der Messpunkt HI09 Restinga - wurde bereits seit 3 Wochen mit keinen neuen GPS Daten gefüttert. Ob die in Japan auch Personalprobleme haben oder ein echter technischer Defekt vorliegt ??



Ab sofort ist über die Involcan der neue Vulkankalender 2013 "Vulcanismo Historico de Canarias" zu erhalten. Das Exemplar kostet 10.- Euro + Porto. Nachdem hier selbst einfache Dinge etwas komplizierter sind muß zunächst per Mail:
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Mittwoch, 12. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - Krise trifft Krise

NEWS: 15.30 und 15.31 Uhr zwei schwache Beben mit ML0,8 und 1,1 in 9/10 km Tiefe bei Sabinosa an der Küste.
Auch gestern wieder ein "wildes" auf und ab auf der Seismografen Aufzeichnung (links). Keine Beben - alles nur technische Störungen. Bei so viel Ausfällen technischer Art können auch keine Beben mehr aufgezeichnet und erkannt werden. Diese Fehler häufen sich in den letzten Wochen verdächtig an. Sollte doch gerade der Seismograf ein wichtiger Frühindikator zum rechtzeigen Erkennen neuer vulkanischer Entwicklungen sein. Er bildet das Hauptmessinstrument zur Lageeinschätzung und Warnung der Bevölkerung.
Diese Aufgabe kann im Moment nur bedingt wahrgenommen werden und Überraschungen sind möglich.

Der CHIE- Seismograf (Bild) ist nur einer von 9 Geräten die auf der Insel als Netzwerk installiert sind. Jedoch wissen wir,  daß bereits beim Ausfall nur eines Seismografen das komplette Netz keine zuverlässigen Daten mehr liefern kann. Dies hatten wir vor Wochen gesehen als eine Versorgungseinheit (Solarzelle) entwendet wurde.
Gegen Diebstahl, extreme Wetterlagen oder auch kurzfristige Störungen egal welcher Art ist auch die IGN (Instituto Geografico National) fast machtlos. Von einem quasi Monopolunternehmen/Institut sollte man jedoch erwarten können, daß auch kurzfristig diese Probleme gelöst werden und nicht Wochen erst verstreichen müssen. Alle "Mitbewerbern" hat man in der Vergangenheit erfolgreich verdrängt. Dem Kanarischen Institut für Vulkanologie "Involcan" wurde einfach der Geldhahn abgedreht. Daraufhin mussten alle Gasmessungen (auch ein Frühindikator) auf El Hierro eingestellt werden.

Das Hauptproblem der IGN dürfte aber bei der Mittel- und Personalausstattung liegen. Die Wirtschaftskrise trifft auch die Finanzausstattung aller spanischen Forschungseinrichtungen, Universitäten und Institute. Es muss gespart werden und zwar kräftig.
Zur Zeit kann nur jede 10. freie Stelle besetzt werden. Gut ausgebildete Wissenschaftler hat man zu Genüge, nur nicht das Geld sie auch zu bezahlen.
Es findet im Augenblick ein Exodus und Abwandern hochqualifizierter spanischer Forscher ins Ausland statt. Viele haben bereits eine sichere Anstellung in den USA, Großbritannien und auch in Deutschland gefunden oder sind noch auf der Suche.
Ein interessanter Artikel (spanisch) dazu in der El Pais.

So wurden zum Beispiel im Haushaltsplan für 2013 die Stipendien für Nachwuchswissenschaftler um sage und schreibe 95 % gekürzt. Die Jugendarbeitslosigkeit (bis 24 Jahre) liegt in Gesamtspanien bei 51,8 %. Mehr als jeder zweite spanische Jugendliche hat keinen Job oder eine Ausbildungsstelle... und die Tendenz lässt keine Besserung auf die Schnelle erwarten.

Wie soll das enden?

Die Jugend ohne Perspektive - das soll also deren und unsere Zukunft sein.

Schuld daran ist natürlich nur der Andere oder besser die andere Partei. "Auch wir müssen 2013 weitere 10 % einsparen. Aber nicht an unseren Gehältern, wir wurden ja schließlich gewählt und genießen das volle Vertrauen der Bürger". So das Ergebnis einer Sitzung eines Inselparlament einer kleinen kanarischen Insel (die Quelle finde ich nicht mehr - daher keine Namensnennung).

Wenn einem da nicht der Hut hoch geht.
Auch sie waren am "Verprassen" der Millionen Subventionen aus Brüssel und Madrid in den vergangenen Jahren maßgeblich beteiligt und haben das jetzige Fiasko mit verursacht.

Anmerkung:
Ob mit oder ohne Seismograf ist auf der Inseloberfläche von den zur Zeit schwachen Beben nichts zu spüren und auch in den nächsten Tagen/Wochen nicht zu erwarten. Erst ab einer Stärke von ML3,0 und mehr kann ein normal empfindsamer Mensch eine Erschütterung wahrnehmen. Die vulkanische Aktivität unter der Insel ist nicht erloschen. Durch die Lage, Tiefe und Intensität der schwachen Erdstöße ist aber eine Tendenz und die vielleicht zukünftige Entwicklung abzuleiten.

Dienstag, 11. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - Fortsetzung der Erdstöße

NEWS:
Auch wenn es im Moment wegen technischer Störungen etwas schwieriger ist genaue Daten von der IGN zu erhalten, oben die Lage und Auflistung. Es waren gestern 10 Beben alle im Tiefenspektrum um die 10 km Tiefe. Der flachste Erdstoß kam aus 7 km und lag im Süden bei Tacaron (rosa). Der kräftigste Erdstoß um 22.45 Uhr mit ML1,7 unter dem Tanganasoga (rot).
Wie gestern bereits vermutet setzen sich die schwachen Beben auf der Linie Tanganasoga Richtung Süden im 10 km Tiefenbereich fort.
Zu den technischen Schwierigkeiten zeitnaher und exakter Messungen oder besser zu den Problemen der IGN will ich Morgen etwas näher eingehen.