Erdbeben mit der Stärke von ML3,1
Nach über einem Jahr Ruhe meldete sich heute Morgen mit einem ML3,1 Erdbeben der Vulkan Eldiscreto zurück.
Um
5.48 Uhr erfolgte der erste nun wieder spürbare
Erdstoß aus 19 km Tiefe (siehe IGN Grafik). Das Epizentrum lag ca. 2 km
vor der Südküste von El Hierro im Gebiet von El Julan.
Bereits Tage zuvor gab es mehrere kleine nicht spürbare Erdbeben, die
von den Seismografen aufgezeichnet wurden. Es war ein Erdstoß am 27.
März 2015 von
ML2,2 aus 12 km Tiefe weit im Westen (blauer Punkt). Gestern ein
ML1,9
Beben aus 22 km Tiefe im Bereich der alten Eruptionstelle von 2011 im
Süden (gelb) und heute Morgen als Dreieck gekennzeichnet dazwischen.
Noch haben die jetzt wieder verstärkt auftretenden Beben nicht das Wiederaufflammen alter Aktivität zu bedeuten.
Auch in Zeiten der vermeintlichen Ruhe gab es kleine Beben. Es können
Magmaverlagerungen und dadurch entstehende Spannungsbeben sein. Die
Tiefe von 12 und mehr Kilometer liegt im Bereich der vermuteten
Magmakammer.
Was sagen die GPS-Verformungswerte?
Die
Bodenverformung auf El Hierro hat sich in den vergangenen 12 Monaten kaum verändert. Nach den
GPS Messwerten
herrscht weiter konstant hoher Innendruck, der an manchen Messpunkten
eine Aufwölbung von über 20 cm seit der Eruption im Jahre 2011 bewirkt
hat.
Mit einem Auge beobachte ich in den vergangenen Jahren ständig auch
in “Ruhezeiten” diese Werte. Größere Änderungen bis zu 75 mm hat nur der
Messpunkt IZAN auf
Teneriffa zu verzeichnen.
Erdbeben auch zwischen Teneriffa und Gran Canaria?
Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die in den letzten Tagen verstärkt wahrgenommenen Erdbeben zwischen Teneriffa und Gran Canaria.
Erdstöße
bis ML2,4 aus großer Tiefe um die 32 km
wurden hier registriert. Es ist ein alter Vulkanbereich, der in über
3.000 m Meerestiefe auch schon Vulkankegel von 600 m Höhe geschaffen
hat. In den nächsten Monaten sollte unabhängig von den jetzigen
Aktivitäten mit dem
Forschungsschiff Ángeles Alvariño (siehe meine
Besichtigungstour
vom 7.4.2014) dieser Sektor näher unter die Lupe genommen werden. Das
Untersuchungsprogramm sieht im weiteren Verlauf auch einen Besuch des
Eldiscreto auf El Hierro vor.
Wie wir wissen, hängen alle Erdbeben- und Vulkanaktivitäten unter den Kanaren zusammen.
Es ist ein weit verzweigtes Kanalsystem, das sogar bis ins
Atlasgebirge in Westafrika reicht. Eine Veränderung im Osten, kann eine Reaktion ganz im Westen bei El Hierro auslösen.
Mutter dieser Aktivitäten ist der wahrscheinliche
Hotspot
mit Zentrum jetzt zwischen La Palma und El Hierro. Ein stationärer
Punkt über den sich die afrikanische Kontinentalplatte immer weiter noch
Nordosten hinweg schiebt.