NEWS:
22.09 Uhr - IGN korrigiert die Tiefe des ML5,1 Beben von 14 auf 11 km. Andere Erdbebenzentren wie das CSEM/EMSC geben die Stärke gar mit ML5,4 an. Verletzte scheint es nicht gegeben zu haben.
20.18 Uhr - nach Angaben des Gobierno de Canarias liegt das Bebenzentrum 10 km vor der Westküste in 14,6 km Tiefe. Die Straßen aus dem Golfotal ab Sabinosa Richtung Westzipfel (Lomo Negro) sind wegen Erdrutsch und Steinschlag gesperrt. Mehrere Menschen wurden von der Guardia Civil von den südwestlichen Badestränden evakuiert. Das Golfotunnel und die alte Bergstrecke über die Cumbre sind befahrbar.
Auch hier auf La Palma und La Gomera wurde das Beben von fast allen Bewohnern wahrgenommen. Scheppernde Glasscheiben, plötzlich in Schwingung versetzte Bäume und aufkommender Wellengang in den großen Bewässerungsbecken, aufgeschreckte Vögel und der schwankende Boden lies sofort auf ein stärkeres Beben in El Hierro schließen. Manche Nachbarn wollen auch ein Grollen gehört haben.
19.10 Uhr - Vor Ort Bericht: Etwa 17.48 Uhr hat unser ganzes Haus gewackelt wie nie zuvor. Ein Erdstoß hier in Barranqueras, welcher stärker als jemals zuvor. Kein Brummen nichts vorher, wie aus dem Nichts wackelte die ganze Hütte.
Wenn man zu früh Entwarnung gibt, wird man von der Realität schnell wieder eingeholt. Ein kräftiges ML5,1 Beben um 17.46 Uhr (Seismogramm oben), das stärkste jemals auf El Hierro gemessene Beben lies selbst auf der Nachbarinsel La Palma die Häuser wackeln. Das Epizentrum liegt dieses Mal ganz im Westen. Es dürfte ca. 5 km vor dem Westzipfel liegen und kam aus 15 km Tiefe. Gefolgt von einer Reihe weiterer Erdstöße bis ML2,9 aus nur 11 km Tiefe. Auf El Hierro wackelten die Gebäude - die Anwohner sind verschreckt - wie mir soeben Bewohner telefonisch mitteilten. Über Schäden liegen noch keine Informationen vor. Ich bleibe am Ball !
Freitag, 27. Dezember 2013
Was bleibt vom jüngsten Bebenschwall zurück ?
NEWS:
Um 17.46 Uhr ein starkes ML5,1 Beben aus 15 km Tiefe. Selbst auf La Palma spürbar. Näheres folgt.
Der jüngste Bebenschwall (IGN Aufzeichnung) scheint langsam sein Ende zu finden. Mit 110 Beben am 23. Dezember 2013 ist die Intensität bis heute fast wieder auf ein Normalniveau von bisher 4 Beben zurück gegangen. Es ist nun der 4. Aktivitätsschub seit der Eldiscreto Eruption im Oktober 2011. Es wird auch in naher Zukunft zu einem weiteren Anstürmen und Vordringen von Magma kommen. So lange bis eine Lücke zur Erdoberfläche gefunden ist.
Es ist keine Erscheinung die sich über kurz oder lang in Luft auflöst, auch wenn das manche Stellen versuchen zu suggerieren.
Alle Inselteile waren bisher betroffen. Nur der Nordteil von El Hierro fehlt noch. Um so verwunderlicher, da er dem 1971 ausgebrochenen Teneguia in La Palma`s Süden doch am Nächsten liegt (ca. 65 km). Die ganze Vulkanaktivität darf nicht isoliert für El Hierro allein betrachtet werden. Es bestehen doch enge Zusammenhänge mit der Nachbarinsel. Gespeist werden sie alle aus einem Magmatopf. Es wird vermutet, dass diese Magmakammer und der Hotspot sich zwischen La Palma und El Hierro befindet.
Was ist geblieben? Die Bodenverformung ist weiter angewachsen. Hier am Messpunkt HI09 bei La Restinga in den letzten Tagen um fast 80 mm in die Höhe. Mit abnehmender Bebenaktivität wird die Blase auch etwas zurück gehen, in ihrer Substanz und dem aufgebauten Innendruck aber weitgehenst erhalten bleiben. Diese GPS Tabelle der IGN spiegelt allerdings nur die vergangenen 3 Monate (Oktober - Dezember 2013) wieder.
Vergessen werden darf jedoch nicht, die bereits vorhanden Bodenverformung aus früheren Aktivitäten. Nach den GPS Daten der japanischen Sagiya Universität ist am Messpunkt HI09 seit 2012 die Verformung von -8 cm auf +5 cm = 13 cm angewachsen. Die neuen Werte sind in dieser Grafik noch nicht berücksichtigt. Somit kommen wir in La Restinga auf einen Gesamtanstieg seit 2012 von rund 21 cm über Normal.
Die Uni Sagiya unterhält bereits seit vielen Jahren ein Netz von GPS Stationen auf mehreren kanarischen Inseln.
Dieser Verformungsdruck wird sich auch bald optisch durch Rissbildung auf der Inseloberfläche zeigen.
Alle reden heute über die BBC Dokumentation vom Mega Tsunami der gestern Abend im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Auslöser soll ein Flankenrutsch auf La Palma sein, der die Küsten Europas und der USA zerstören wird.
Mit diesem Thema habe ich mich schon intensiv beschäftigt, vor Ort recherchiert (direkt vor meiner Haustür) und viel geschrieben u.a. in meinem Buch "Geheimnisvolles El Hierro".
Grundsätzlich bleibt festzustellen:
Dr. Simon Day - engl. Geologe - hat 1998 im Auftrag einer amerikanischen Versicherungsgesellschaft eine Risikostudie über mögliche Natur-Gefahren für die Ostküste der USA erstellt. Dabei nahm er auch entfernt liegende Gefahren- Quellen für einen Tsunami ins Auge. Gegenüber von Florida, wenn auch auf der anderen Seite des Globus, liegen die Kanarischen Inseln.
Die damals vulkanaktivste Insel (letzter Ausbruch 1971) mit steilen Bergen und Flanken war die Insel La Palma.
Hier entdeckte er einen mehrere Kilometer langen Riss auf 1700 m Höhe auf der Westseite, der beim Ausbruch des Vulkan San Juan 1949 entstanden war. Er ging dabei davon aus, dass dieser Riss weit in den Inselkern hinein reicht und bei einem neuen Vulkanausbruch Teile der Westseite wegsprengen könnte.
Losgelöst würden nach seiner Berechnung ca. 3 bis 4 Kubikkilometer Gestein, das dann direkt ins Meer abrutschen und einen "Mega Tsunami" auslösen würde.
Hätte Dr. Simon Day heute diese Studie zu fertigen, würde er sich sicher El Hierro als Kandidat aussuchen. Aktive Beben und und eine hohe Eruptionswahrscheinlichkeit und eine märchenhafte, aber gefährliche Kulisse im Golfotal. Eine senkrechte über 1000 m hohe Felsflanke über eine Länge von 8 km mit Blickrichtung nach Amerika. Von hier wurde bereits vor 120.000 Jahren ein Tsunami ausgelöst, der bis in die Karibik reichte.
Was Dr. Simon Day damals als Studie erstellte und was später BBC Filmtechnisch in zwei Dokumentationen daraus machte, war von ihm sicher so nicht beabsichtigt.
Faktum: Der Riss auf La Palma ist vorhanden und eine Vulkaneruption in absehbarer Zeit auch möglich. Das Szenario wird also irgendwann eintreffen.
In den nächsten Tagen dazu aber mehr.
Wer sich die BBC Doku anschauen möchte hier zu finden: VOX - Überleben wir einen Mega Tsunami
Um 17.46 Uhr ein starkes ML5,1 Beben aus 15 km Tiefe. Selbst auf La Palma spürbar. Näheres folgt.
Der jüngste Bebenschwall (IGN Aufzeichnung) scheint langsam sein Ende zu finden. Mit 110 Beben am 23. Dezember 2013 ist die Intensität bis heute fast wieder auf ein Normalniveau von bisher 4 Beben zurück gegangen. Es ist nun der 4. Aktivitätsschub seit der Eldiscreto Eruption im Oktober 2011. Es wird auch in naher Zukunft zu einem weiteren Anstürmen und Vordringen von Magma kommen. So lange bis eine Lücke zur Erdoberfläche gefunden ist.
Es ist keine Erscheinung die sich über kurz oder lang in Luft auflöst, auch wenn das manche Stellen versuchen zu suggerieren.
Alle Inselteile waren bisher betroffen. Nur der Nordteil von El Hierro fehlt noch. Um so verwunderlicher, da er dem 1971 ausgebrochenen Teneguia in La Palma`s Süden doch am Nächsten liegt (ca. 65 km). Die ganze Vulkanaktivität darf nicht isoliert für El Hierro allein betrachtet werden. Es bestehen doch enge Zusammenhänge mit der Nachbarinsel. Gespeist werden sie alle aus einem Magmatopf. Es wird vermutet, dass diese Magmakammer und der Hotspot sich zwischen La Palma und El Hierro befindet.
Was ist geblieben? Die Bodenverformung ist weiter angewachsen. Hier am Messpunkt HI09 bei La Restinga in den letzten Tagen um fast 80 mm in die Höhe. Mit abnehmender Bebenaktivität wird die Blase auch etwas zurück gehen, in ihrer Substanz und dem aufgebauten Innendruck aber weitgehenst erhalten bleiben. Diese GPS Tabelle der IGN spiegelt allerdings nur die vergangenen 3 Monate (Oktober - Dezember 2013) wieder.
Vergessen werden darf jedoch nicht, die bereits vorhanden Bodenverformung aus früheren Aktivitäten. Nach den GPS Daten der japanischen Sagiya Universität ist am Messpunkt HI09 seit 2012 die Verformung von -8 cm auf +5 cm = 13 cm angewachsen. Die neuen Werte sind in dieser Grafik noch nicht berücksichtigt. Somit kommen wir in La Restinga auf einen Gesamtanstieg seit 2012 von rund 21 cm über Normal.
Die Uni Sagiya unterhält bereits seit vielen Jahren ein Netz von GPS Stationen auf mehreren kanarischen Inseln.
Dieser Verformungsdruck wird sich auch bald optisch durch Rissbildung auf der Inseloberfläche zeigen.
Alle reden heute über die BBC Dokumentation vom Mega Tsunami der gestern Abend im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Auslöser soll ein Flankenrutsch auf La Palma sein, der die Küsten Europas und der USA zerstören wird.
Mit diesem Thema habe ich mich schon intensiv beschäftigt, vor Ort recherchiert (direkt vor meiner Haustür) und viel geschrieben u.a. in meinem Buch "Geheimnisvolles El Hierro".
Grundsätzlich bleibt festzustellen:
Dr. Simon Day - engl. Geologe - hat 1998 im Auftrag einer amerikanischen Versicherungsgesellschaft eine Risikostudie über mögliche Natur-Gefahren für die Ostküste der USA erstellt. Dabei nahm er auch entfernt liegende Gefahren- Quellen für einen Tsunami ins Auge. Gegenüber von Florida, wenn auch auf der anderen Seite des Globus, liegen die Kanarischen Inseln.
Die damals vulkanaktivste Insel (letzter Ausbruch 1971) mit steilen Bergen und Flanken war die Insel La Palma.
Hier entdeckte er einen mehrere Kilometer langen Riss auf 1700 m Höhe auf der Westseite, der beim Ausbruch des Vulkan San Juan 1949 entstanden war. Er ging dabei davon aus, dass dieser Riss weit in den Inselkern hinein reicht und bei einem neuen Vulkanausbruch Teile der Westseite wegsprengen könnte.
Losgelöst würden nach seiner Berechnung ca. 3 bis 4 Kubikkilometer Gestein, das dann direkt ins Meer abrutschen und einen "Mega Tsunami" auslösen würde.
Hätte Dr. Simon Day heute diese Studie zu fertigen, würde er sich sicher El Hierro als Kandidat aussuchen. Aktive Beben und und eine hohe Eruptionswahrscheinlichkeit und eine märchenhafte, aber gefährliche Kulisse im Golfotal. Eine senkrechte über 1000 m hohe Felsflanke über eine Länge von 8 km mit Blickrichtung nach Amerika. Von hier wurde bereits vor 120.000 Jahren ein Tsunami ausgelöst, der bis in die Karibik reichte.
Was Dr. Simon Day damals als Studie erstellte und was später BBC Filmtechnisch in zwei Dokumentationen daraus machte, war von ihm sicher so nicht beabsichtigt.
Faktum: Der Riss auf La Palma ist vorhanden und eine Vulkaneruption in absehbarer Zeit auch möglich. Das Szenario wird also irgendwann eintreffen.
In den nächsten Tagen dazu aber mehr.
Wer sich die BBC Doku anschauen möchte hier zu finden: VOX - Überleben wir einen Mega Tsunami
Labels:El Hierro,Kanarische Inseln,Kanaren,Spanien
BBC,
Bodenverformung,
Dr. Simon Day,
Erdbeben,
Vulkan
Donnerstag, 26. Dezember 2013
Vulkan - Bodenverformung nimmt weiter zu
NEWS:
Wie ein Ballon bläht sich im Moment der Inselkern auf. Um bis zu 65 mm hat sich innerhalb der letzten 2 Tage die Oberfläche angehoben. Auf der ergänzten IGN Karte mit den einzelnen GPS Messpunkten ist das betroffene Gebiet rot umrundet. Den stärksten Anstieg haben wir um den Messpunkt HI08 mit + gekennzeichnet.
Nach physikalischen Regeln verschieben sich dann auch die Randzonen vom Zentrum weg. Der Nordteil der Insel ist um 30 mm gen Norden und der Südteil um 20 mm nach Süden gewandert. Die West/Ost Veränderungen sind nicht so gravierend.
Der letzte Magmaeinschuss in die Kammer (Ballon) hat den Innendruck weiter erhöht und das Volumen vergrößert. Je stabiler und dicker die Ballonhülle ist, desto mehr Druck hält sie auch aus.
Noch liegen die Aktivitäten in rund 15 km Tiefe. Genug Gestein und Schutzhülle um den Druck im Zaune zu halten.
Es muss aber auch bewusst sein welche Kräfte hier unten wirken. Verformungen bis zu mehreren Metern kennen wir auch von anderen Vulkanen - nur mit dem kleinen Unterschied, dass meist die Magmakammer in nur 3 bis max. 5 km unter der Erdoberfläche liegt.
Auf allen Inseln zeigen die Seismografen heute "Tremor" an. Wie hier links von Fuerteventura. Es sind aber keine vulkanischen Aktivitäten, sondern ein besonders kräftiger Seegang. Auch die Brandung versetzt die Inseln in Schwingung - das die Messgeräte aufzeichnen. Je nach Justierung kommen dann schon "Weltuntergangs- Gemälde" wie vom Messpunkt Teneriffa siehe unten - dabei heraus.
Wie ein Ballon bläht sich im Moment der Inselkern auf. Um bis zu 65 mm hat sich innerhalb der letzten 2 Tage die Oberfläche angehoben. Auf der ergänzten IGN Karte mit den einzelnen GPS Messpunkten ist das betroffene Gebiet rot umrundet. Den stärksten Anstieg haben wir um den Messpunkt HI08 mit + gekennzeichnet.
Nach physikalischen Regeln verschieben sich dann auch die Randzonen vom Zentrum weg. Der Nordteil der Insel ist um 30 mm gen Norden und der Südteil um 20 mm nach Süden gewandert. Die West/Ost Veränderungen sind nicht so gravierend.
Der letzte Magmaeinschuss in die Kammer (Ballon) hat den Innendruck weiter erhöht und das Volumen vergrößert. Je stabiler und dicker die Ballonhülle ist, desto mehr Druck hält sie auch aus.
Noch liegen die Aktivitäten in rund 15 km Tiefe. Genug Gestein und Schutzhülle um den Druck im Zaune zu halten.
Es muss aber auch bewusst sein welche Kräfte hier unten wirken. Verformungen bis zu mehreren Metern kennen wir auch von anderen Vulkanen - nur mit dem kleinen Unterschied, dass meist die Magmakammer in nur 3 bis max. 5 km unter der Erdoberfläche liegt.
Auf allen Inseln zeigen die Seismografen heute "Tremor" an. Wie hier links von Fuerteventura. Es sind aber keine vulkanischen Aktivitäten, sondern ein besonders kräftiger Seegang. Auch die Brandung versetzt die Inseln in Schwingung - das die Messgeräte aufzeichnen. Je nach Justierung kommen dann schon "Weltuntergangs- Gemälde" wie vom Messpunkt Teneriffa siehe unten - dabei heraus.

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Bodenverformung,
Erdbeben,
Tremor,
Vulkan
Mittwoch, 25. Dezember 2013
Ein singender Vulkan
NEWS:
Während die Beben in der Stärke als auch in der Anzahl während der vergangenen Nacht zurück gingen, macht sich mit Verzögerung die verstärkte Kompression - der Druckaufbau in der Magmakammer - auch an der Oberfläche bemerkbar. Die GPS- Messpunkte HI08 (Las Playas Ostküste) und HI09 (Restinga) links verzeichnen eine vertikale Oberflächenverformung von rund 50 mm. Es muss sich ein immenser Druck in 15 km Tiefe aufgebaut haben, der in der Lage ist Milliarden von Tonnen darüber liegendes Gestein in die Höhe zu lüften. Wie ein Ballon bläht sich die Magmakammer durch neue einströmende Magma und Gase auf.
Gestern hatten wir 42 Beben - heute bisher 9 Erdstöße bis ML2,1. Die Ausgangstiefe bleibt relativ stabil mit einem leichten Aufstieg auf rund 14 km Tiefe. Solange - von gelegentlichen Ausrutschern abgesehen - sich die Hauptaktivität in dieser großen Tiefe entwickelt, sind an der Inseloberfläche im Moment keine Überraschungen zu erwarten.
Werfen wir einmal einen Blick auf das Seismogramm von gestern (oben - zum Vergrößern anklicken). Das rote und schwarze Beben unterscheidet sich hier optisch in der Aufzeichnung von den blauen Beben in der Mitte. Es sind Beben mit einer längeren Frequenz.
Der Blick auf die grüne Ausschnittvergrößerung (eine Linie stellt 3 Minuten dar) zeigt, dass dieses Beben über 1 Minute andauerte.
Wie kommen nun diese Unterschiede zustande?
Magma und die vorhandenen Gase suchen durch schmale Bodenrisse ihren Weg nach oben. Diese Aufwärtsbewegung übt einen immensen Druck auf die umliegenden Gesteinsschichten aus. Gestein zerbricht oder wird auseinander gerissen und diese Risse beginnen zu vibrieren. Dieser Aufsprengvorgang löst ein Erdbeben mit hoher Frequenz aus. Dringt nun Magma in die Risse ein, reiben und bewegen sich diese Risse und führen zu einem Niedrig-Frequenz-Beben. Auf der Frequenz Skala links können die Vulkanologen nun ablesen, ob es sich um ein "normales Erdbeben" oder um einen Magmaauftrieb handelt. Wie ein Keil treibt die Magma das Gestein auseinander und erzeugte gestern lange Beben im Niederfrequenzbereich von 0,5 bis 2,5 Hz.
Schafft es nun die Magma ihren Weg nach oben kontinuierlich ohne große Unterbrechung immer weiter fortzusetzen - spricht man von einem Tremor.
Das sind die auf dem Seismogramm aufgezeichneten Zitterbewegungungen über Stunden oder Tage, wie wir sie vor der Eldiscreto Eruption erlebt haben. Viele kleine Erschütterungen (Mikrobeben) die sich nahtlos aneinander reihen.
Ich hoffe, diesen Vorgang verständlich erklärt zu haben.
Nun kann man auch diesen Tremor (Vortrieb) hörbar machen. Das menschliche Ohr nimmt allerdings erst ab 20 Hz Schallwellen wahr. Mit technischen Mitteln wurde eine Eruptionssequenz des Vulkan Redoubt in Alaska vom März 2009 hörbar gemacht.
Es ist eine Zeitraffer Aufnahme von einer Stunde Aktivität komprimiert auf etwa eine Minute. Zu hören ist der Tremor der in der Eruption endet.
Während die Beben in der Stärke als auch in der Anzahl während der vergangenen Nacht zurück gingen, macht sich mit Verzögerung die verstärkte Kompression - der Druckaufbau in der Magmakammer - auch an der Oberfläche bemerkbar. Die GPS- Messpunkte HI08 (Las Playas Ostküste) und HI09 (Restinga) links verzeichnen eine vertikale Oberflächenverformung von rund 50 mm. Es muss sich ein immenser Druck in 15 km Tiefe aufgebaut haben, der in der Lage ist Milliarden von Tonnen darüber liegendes Gestein in die Höhe zu lüften. Wie ein Ballon bläht sich die Magmakammer durch neue einströmende Magma und Gase auf.
Gestern hatten wir 42 Beben - heute bisher 9 Erdstöße bis ML2,1. Die Ausgangstiefe bleibt relativ stabil mit einem leichten Aufstieg auf rund 14 km Tiefe. Solange - von gelegentlichen Ausrutschern abgesehen - sich die Hauptaktivität in dieser großen Tiefe entwickelt, sind an der Inseloberfläche im Moment keine Überraschungen zu erwarten.
Werfen wir einmal einen Blick auf das Seismogramm von gestern (oben - zum Vergrößern anklicken). Das rote und schwarze Beben unterscheidet sich hier optisch in der Aufzeichnung von den blauen Beben in der Mitte. Es sind Beben mit einer längeren Frequenz.
Der Blick auf die grüne Ausschnittvergrößerung (eine Linie stellt 3 Minuten dar) zeigt, dass dieses Beben über 1 Minute andauerte.
Wie kommen nun diese Unterschiede zustande?
Magma und die vorhandenen Gase suchen durch schmale Bodenrisse ihren Weg nach oben. Diese Aufwärtsbewegung übt einen immensen Druck auf die umliegenden Gesteinsschichten aus. Gestein zerbricht oder wird auseinander gerissen und diese Risse beginnen zu vibrieren. Dieser Aufsprengvorgang löst ein Erdbeben mit hoher Frequenz aus. Dringt nun Magma in die Risse ein, reiben und bewegen sich diese Risse und führen zu einem Niedrig-Frequenz-Beben. Auf der Frequenz Skala links können die Vulkanologen nun ablesen, ob es sich um ein "normales Erdbeben" oder um einen Magmaauftrieb handelt. Wie ein Keil treibt die Magma das Gestein auseinander und erzeugte gestern lange Beben im Niederfrequenzbereich von 0,5 bis 2,5 Hz.
Schafft es nun die Magma ihren Weg nach oben kontinuierlich ohne große Unterbrechung immer weiter fortzusetzen - spricht man von einem Tremor.
Das sind die auf dem Seismogramm aufgezeichneten Zitterbewegungungen über Stunden oder Tage, wie wir sie vor der Eldiscreto Eruption erlebt haben. Viele kleine Erschütterungen (Mikrobeben) die sich nahtlos aneinander reihen.
Ich hoffe, diesen Vorgang verständlich erklärt zu haben.
Nun kann man auch diesen Tremor (Vortrieb) hörbar machen. Das menschliche Ohr nimmt allerdings erst ab 20 Hz Schallwellen wahr. Mit technischen Mitteln wurde eine Eruptionssequenz des Vulkan Redoubt in Alaska vom März 2009 hörbar gemacht.
Es ist eine Zeitraffer Aufnahme von einer Stunde Aktivität komprimiert auf etwa eine Minute. Zu hören ist der Tremor der in der Eruption endet.
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Hz-Frequenz,
Tremor,
Vulkan
Dienstag, 24. Dezember 2013
Erdbeben wandern nach Süden
NEWS:
16.40 Uhr - um 14.58 Uhr ein weiteres Beben von ML2,2 aus 9 km Tiefe. Gefolgt um 15.03 Uhr von einem längeren Beben mit größerer Hz Frequenz von ML2,8 aus 15 km Tiefe.
Wie erwartet ist die Anzahl der von der IGN registrierten Beben gestern weiter angewachsen. 99 Beben (schwarzer Balken), davon 73 Erdstöße mit mehr als +ML2,0 (rot). Im Vergleich zu der Bebenanzahl kurz vor der Eldiscreto Eruption 2011 von fast täglich 500 Erdstößen, allerdings noch gering. Es lässt sich vielleicht ein Vergleich mit den mittlerweile vier erlebten Bebenschwall`s - zuletzt im März diesen Jahres - herstellen. Auch die gemessenen Gaswerte - besonders das Radon (222R) steigt kontinuierlich an. Bereits seit Anfang des Jahres beobachtet die Involcan steigende Werte. Der Radon- Anstieg hängt aber nicht mit der aktuellen Bebensituation unmittelbar zusammen. Es ist der kontinuierlich hohe Innendruck im Bereich der Magmakammer, der die Gase an die Oberfläche treibt. Auch die Bodenverformung hat in den letzten Tagen nach GPS- Messungen (außer im Nordteil) die Insel um ca. 30 mm in die Höhe gehoben. Auch diese Werte sind im Moment noch für El Hierro als "Normal" einzustufen. Diese Schwankungsbreiten können wir bereits seit März 2013 ständig beobachten.
Nicht "Normal" ist der geografische Verlauf der jüngsten Beben. Noch nie hatten wir seit Beginn der Vulkanaktivität so gehäufte Beben im Ostteil der Insel. Vom östlichen Küstenbereich (blau) sind die Beben gestern ins Inselinnern (gelb) gewandert. In der vergangenen Nacht gab es wieder eine Richtungsänderung nach Süden (rot). Die Ausgangstiefe der Erdstöße bleibt in großer Tiefe um die 15 km liegen. Aufhorchen lies mich dann aber ein Beben um 6.17 Uhr mit ML2,4 - in nur 9 km Tiefe (rosa). Es lag 1,5 km vor der Südostküste. Ob es nur ein "Ausrutscher", also ein Spannungsbeben war, oder ein Vorbote für eine neue Entwicklung, werden wir heute noch sehen.
Auf den ergänzten IGN Grafiken (links) versuche ich einmal darzustellen, was im Augenblick unter El Hierro so abgeht. Oberer Teil die bekannte Lage der jüngsten Beben. Der Blick unter die Insel zeigt alle bisher registrierten Beben seit 2011. Die Punkte stellen ungefähr die Obergrenze der Magmakammer dar. Deutlich ist die weit nach Westen (ca.12 km) verlaufende Kammer erkennbar . Im Mittelteil hat sich eine Blase oder ein Dom gebildet. Dieser reicht bereits bis 5 km unter die Erdoberfläche (bei Sabinosa/Tanganasoga im Golfo). Nach Osten (rechts) liegt noch viel leere Fläche. Genau hier fließt im Augenblick neue Magma aus dem Erdinnern ein. Solange aufsteigende Magma keine Hindernisse zu Knacken hat, gibt es auch keine Beben. Erst an den schwerer zu durchdringenden Grenzschichten entstehen dann Beben (Pfeil). Es ist nun vorstellbar, da heiße Magma und Gas die Eigenschaft hat nach oben zu steigen, dieses in den Dom eindringt und in flacheren Tiefen wieder Beben erzeugt.
Der Innendruck wird mit jedem neuen Magmanachschub weiter ansteigen, vielleicht zunächst die Magmakammer weiter vergrößern und seinen Weg Richtung Atmosphäre suchen - und irgendwann sicher auch finden.
Themenwechsel:
Die Natur kennt keine Weihnachtsruhe. Ich hätte mir auch im Interesse der Herrenos und der Gäste jetzt über die Weihnachtzeit Ruhe gewünscht.
Es erstaunt mich immer wieder auf das Neue, wie viele Freunde, Vulkan- und Kanaren Fans, Gäste und auch Kreuzfahrer , Tippgeber oder als Leser, dieser Seite schon seit Jahren folgen. Von La Palma (USA) über mein La Palma (Kanaren), Rostock bis Israel erhalte ich Post.
Viele Telefonate, Mails oder Kommentare erreichen mich gerade jetzt zum Jahresende.
Ich möchte mich recht herzlich dafür bedanken.
Jeden einzelnen Gruß weis ich zu schätzen - ist es ja schließlich auch mein Ansporn weiter zu berichten.
Ich lese jede Mail - kann aber leider aus Zeitgründen nicht immer darauf antworten. Bitte haben Sie Verständnis.
An dieser Stelle darf ich Ihnen auch im Namen meiner Familie (Marie, Maike + Tomi) ein geruhsames und friedliches Weihnachtfest wünschen. Bleiben Sie gesund und munter
... und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014
das wünscht Ihnen von Herzen
Ihr Manfred Betzwieser
Das "kleine" Weihnachtsbäumchen auf La Palma ist nur eine Kiefer. Tannen und Fichten wachsen hier nicht. Dafür haben wir aber 2x Bescherung - heute am Heiligen Abend nach deutschem Brauch und am 5.Januar (Vorabend Hl. Dreikönige) nach La Palma Sitte ... das ist aber wieder eine andere Geschichte - eine Weihnachtsgeschichte.
16.40 Uhr - um 14.58 Uhr ein weiteres Beben von ML2,2 aus 9 km Tiefe. Gefolgt um 15.03 Uhr von einem längeren Beben mit größerer Hz Frequenz von ML2,8 aus 15 km Tiefe.
Wie erwartet ist die Anzahl der von der IGN registrierten Beben gestern weiter angewachsen. 99 Beben (schwarzer Balken), davon 73 Erdstöße mit mehr als +ML2,0 (rot). Im Vergleich zu der Bebenanzahl kurz vor der Eldiscreto Eruption 2011 von fast täglich 500 Erdstößen, allerdings noch gering. Es lässt sich vielleicht ein Vergleich mit den mittlerweile vier erlebten Bebenschwall`s - zuletzt im März diesen Jahres - herstellen. Auch die gemessenen Gaswerte - besonders das Radon (222R) steigt kontinuierlich an. Bereits seit Anfang des Jahres beobachtet die Involcan steigende Werte. Der Radon- Anstieg hängt aber nicht mit der aktuellen Bebensituation unmittelbar zusammen. Es ist der kontinuierlich hohe Innendruck im Bereich der Magmakammer, der die Gase an die Oberfläche treibt. Auch die Bodenverformung hat in den letzten Tagen nach GPS- Messungen (außer im Nordteil) die Insel um ca. 30 mm in die Höhe gehoben. Auch diese Werte sind im Moment noch für El Hierro als "Normal" einzustufen. Diese Schwankungsbreiten können wir bereits seit März 2013 ständig beobachten.
Nicht "Normal" ist der geografische Verlauf der jüngsten Beben. Noch nie hatten wir seit Beginn der Vulkanaktivität so gehäufte Beben im Ostteil der Insel. Vom östlichen Küstenbereich (blau) sind die Beben gestern ins Inselinnern (gelb) gewandert. In der vergangenen Nacht gab es wieder eine Richtungsänderung nach Süden (rot). Die Ausgangstiefe der Erdstöße bleibt in großer Tiefe um die 15 km liegen. Aufhorchen lies mich dann aber ein Beben um 6.17 Uhr mit ML2,4 - in nur 9 km Tiefe (rosa). Es lag 1,5 km vor der Südostküste. Ob es nur ein "Ausrutscher", also ein Spannungsbeben war, oder ein Vorbote für eine neue Entwicklung, werden wir heute noch sehen.
Auf den ergänzten IGN Grafiken (links) versuche ich einmal darzustellen, was im Augenblick unter El Hierro so abgeht. Oberer Teil die bekannte Lage der jüngsten Beben. Der Blick unter die Insel zeigt alle bisher registrierten Beben seit 2011. Die Punkte stellen ungefähr die Obergrenze der Magmakammer dar. Deutlich ist die weit nach Westen (ca.12 km) verlaufende Kammer erkennbar . Im Mittelteil hat sich eine Blase oder ein Dom gebildet. Dieser reicht bereits bis 5 km unter die Erdoberfläche (bei Sabinosa/Tanganasoga im Golfo). Nach Osten (rechts) liegt noch viel leere Fläche. Genau hier fließt im Augenblick neue Magma aus dem Erdinnern ein. Solange aufsteigende Magma keine Hindernisse zu Knacken hat, gibt es auch keine Beben. Erst an den schwerer zu durchdringenden Grenzschichten entstehen dann Beben (Pfeil). Es ist nun vorstellbar, da heiße Magma und Gas die Eigenschaft hat nach oben zu steigen, dieses in den Dom eindringt und in flacheren Tiefen wieder Beben erzeugt.
Der Innendruck wird mit jedem neuen Magmanachschub weiter ansteigen, vielleicht zunächst die Magmakammer weiter vergrößern und seinen Weg Richtung Atmosphäre suchen - und irgendwann sicher auch finden.
Themenwechsel:
Die Natur kennt keine Weihnachtsruhe. Ich hätte mir auch im Interesse der Herrenos und der Gäste jetzt über die Weihnachtzeit Ruhe gewünscht.
Es erstaunt mich immer wieder auf das Neue, wie viele Freunde, Vulkan- und Kanaren Fans, Gäste und auch Kreuzfahrer , Tippgeber oder als Leser, dieser Seite schon seit Jahren folgen. Von La Palma (USA) über mein La Palma (Kanaren), Rostock bis Israel erhalte ich Post.
Viele Telefonate, Mails oder Kommentare erreichen mich gerade jetzt zum Jahresende.
Ich möchte mich recht herzlich dafür bedanken.
Jeden einzelnen Gruß weis ich zu schätzen - ist es ja schließlich auch mein Ansporn weiter zu berichten.
Ich lese jede Mail - kann aber leider aus Zeitgründen nicht immer darauf antworten. Bitte haben Sie Verständnis.
An dieser Stelle darf ich Ihnen auch im Namen meiner Familie (Marie, Maike + Tomi) ein geruhsames und friedliches Weihnachtfest wünschen. Bleiben Sie gesund und munter
... und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014
das wünscht Ihnen von Herzen
Ihr Manfred Betzwieser
Das "kleine" Weihnachtsbäumchen auf La Palma ist nur eine Kiefer. Tannen und Fichten wachsen hier nicht. Dafür haben wir aber 2x Bescherung - heute am Heiligen Abend nach deutschem Brauch und am 5.Januar (Vorabend Hl. Dreikönige) nach La Palma Sitte ... das ist aber wieder eine andere Geschichte - eine Weihnachtsgeschichte.
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