Donnerstag, 13. Juni 2013

Vulkan - Ansichten des Planeten Merkur

NEWS:
Gestern nur ein schwaches ML1,1 Beben aus 11 km Tiefe direkt unter dem Berg Tanganasoga. Sonst blieb es ruhig.

Heute verlassen wir die Erde und  schauen uns den der Sonne am nächsten liegende Planeten unseres Sonnensystem - den Merkur, etwas näher an.
Die NASA hat gestern neue hochauflösende Satellitenaufnahmen veröffentlicht. Der Merkur ist sehr schwer zu beobachten, da er nur bei Sonnenauf- oder Sonnenuntergang von der Erde aus entdeckt werden kann. Sonst steht er direkt im Zentrum der Sonne und wird von ihr überstrahlt.
Die Griechen gingen in der Antike gar von zwei Planeten aus und nannten den Morgenplaneten Apollo und den am Abendhimmel erscheinenden Himmelskörper Hermes.

Merkur ist, wie auf der NASA Grafik links zu erkennen, mit 4880 Kilometer Durchmesser der kleinste und sonnennächste Planet in unserem System. Er rast förmlich um die Sonne. Ein Merkurjahr beträgt nur 88 Tage. Sein Aufbau ist ähnlich wie die Erde. Er besteht aus festem Gestein und hat aber aufgrund seiner geringen Größe wie unser Mond, keine Atmosphäre. Die Raumfähre MESSENGER hat auch zahlreiche Hinweise auf vulkanische Eruptionen gefunden. Die Sonnennähe gibt ihm am Tage eine Oberflächentemperatur von +430 °C, während die Nachtseite auf -170 °C abkühlt.

Der Merkur hat keinen Mond. Thesen gehen sogar davon aus, dass der Merkur früher selbst ein Trabant der Venus war, der aufgrund seiner großen Exzentrizität ihrer Umlaufbahn entwichen ist.

Wie dem auch sei - optisch ist der Merkur schön anzuschauen. Für menschliches Leben allerdings nicht zu gebrauchen. Dafür fehlen einfach die elementaren Grundvoraussetzungen.
Hier geht es zum neuesten  NASA-Video

Mittwoch, 12. Juni 2013

Vulkan - Sand, Gestein und Wüste

NEWS:

Um 20.49 Uhr gestern Abend ein ML1,9 Beben aus 15 km Tiefe vor der Westspitze. Insgesamt in den letzten 24 Stunden 3 Erdstöße.



Die Sahara als größte Wüste der Erde hat ungefähr die 26-fache Größe Deutschlands. Mit 9 Millionen Quadratkilometer erstreckt sie sich vom Roten Meer (NASA Satellitenaufnahme oben) über mehr als 5.000 Kilometer bis zur Atlantikküste kurz vor die Kanarischen Inseln (Foto links). Es handelt sich nicht wie vielfach geglaubt um eine reine Sand- und Dünenwüste (nur 20 %), sondern um eine Stein- und Felswüste (Hammada).

Als ich 1986/87 die Sahara mit unseren alten Hanomag durchquerte (Algerien, Mali, Mauretanien), sind wir tagelang nur über bläulich schimmernde Gesteinsplatten gefahren. Vorbei an erodierten Gebirgszügen, mächtig steil aufragenden Bergen und durch tief eingeschnittene Wadis (ehemalige Flussläufe).
Hier floss vor 6000 Jahren noch kräftig Wasser und die Landschaft war Grün und Fruchtbar. Nach der letzten Eiszeit wanderten die Tropen ca. 800 km nach Norden und es entstand hier eine Savannenlandschaft.
Unsere Expedition fand damals in den Wintermonaten mit verträglichen Temperaturen von 25°C am Tag und in der Nacht mit leichtem Frost statt. Oft waren am Morgen die Trink- Wasservorräte zu Eis erstarrt.
Im Sommer kann es hier Temperaturen bis +60°C und in den höheren Lagen, vor allem im Atlasgebirge, im Winter auch -10°C geben.

Das Innere der Sahara ist menschenleer aber nicht tot. "Die Wüste lebt" so der Walt Disney Dokumentarfilm aus den 50-er Jahren, der eindrucksvoll das Tier- und das bescheidene Pflanzenleben in der Wüste beschreibt.

Nach 14 Tagen Einsamkeit traf unsere 6-Mann Gruppe (Geologe, Arzt, Techniker und ich war der Wüstenkoch) erstmals auf einige Tuareg- Nomaden. Gleich wurde Tee aufgegossen und in einem französisch/arabischen Kauderwelsch der weitere Pistenverlauf besprochen.
6 Wochen Sahara die mir unvergesslich in guter Erinnerung bleiben. Vielleicht schaffe ich es noch einmal in diesem Leben dort einige Wochen zu verbringen. Die Sahara liegt ja direkt vor meiner Haustür.

Langsam aber stetig breitet sich die Sahara auch auf die Kanaren aus. Fuerteventura als älteste Vulkaninsel der Kanaren und nur knapp 100 km von Westafrika entfernt, ist schon so weit abgetragen, dass Teile der Insel im Grunde eine Verlängerung der Sahara nach Westen darstellen. Die Google Aufnahme links zeigt den Nordosten von Fuerteventura. Sand und noch einmal Sand und inmitten eine Hotelanlage.




Hier die Vergrößerung des RIU Oliva Beach bzw. Palace Tres Islas Komplex mitten in der Einöde. Nur mit großem technischen Aufwand und viel Geld, kann die Oase vor dem Versanden bewahrt werden. Die Wüste hat auch bereits den Südteil der Insel erfasst. Das Überlebens- Elixier Wasser muss mit Entsalzungsanlagen nutzbar gemacht werden und das kostet Geld. Irgendwann ist Fuerteventura komplett eine Sandwüste und wird dann auch durch die immer weiter fortschreitende Erosion von der Landkarte verschwinden. Bis dahin haben wir aber noch einige tausend Jahre Zeit.
Das Foto unten zeigt das RIU Hotel im Hintergrund zwischen den Sanddünen, von der "Wüstenstraße" aus.

Es zeigt aber auch, wie unterschiedlich die Kanarischen Inseln beschaffen sind. Trockene wüstenähnliche Inseln im Osten und grüne und saftige Inseln im Westen des doch kleinen Archipel.
 
Vielleicht auch ein kleiner Denkanstoß für ihren nächsten Kanarenbesuch.
Insel-Hopping - innerhalb von einer oder zwei Stunden mit unserem Binter- "Inselhüpfer" von der "Sahara" in den "Dschungel".

Dienstag, 11. Juni 2013

Vulkan - und die Wüste kommt

NEWS:
12.12 Uhr - der Erdstoß östlich von Fuerteventura wurde von der IGN auf ML3,7 angehoben. Zwei weitere Beben in diesem Bereich um 6.41 Uhr mit ML2,0 in 10 km Tiefe und um 6.43 Uhr mit ML2,4 in 36 km Tiefe wurden registriert.

Während man sich im Rheinland mit: "Ganz Köln stinkt nach Maggi - Feuerwehr sucht Quelle" beschäftigt, bewegen uns ganz andere Naturphänomene.
 
Während es unter El Hierro relativ ruhig blieb - wir hatten gestern ein ML1,8 und heute Morgen um 5.36 Uhr ein ML1,6 Beben aus 12 bzw. 20 km Tiefe im Westen - gab es bei Fuerteventura einen stärkeren Erdstoß. Ein ML3,5 Beben aus 20 km Tiefe östlich der Insel (siehe IGN-Gafik). Es lag genau im Bereich des schon länger vermuteten Magmatunnel Richtung Atlas Gebirge in Afrika. Darüber hatte ich schon mehrfach geschrieben.


Die Wüste schreitet voran

Da ich mich auch gerne mit Randthemen die die Kanaren in irgendeiner Form betreffen beschäftige, heute zu einem Punkt der vor allem für die zukünftigen Generationen zu einem großen Problem werden kann.

Bereits 40 Prozent von Spanien soll bereits von der Wüstenbildung, der Desertifikation wie es auch genannt wird, betroffen sein.
Nicht nur die Klimaerwärmung, sondern auch die intensive Landwirtschaft, das Abholzen der Wälder, der Tourismus mit seiner Bauwut und seinem steigenden Boden- und Wasserbedarf und die dadurch wachsende Bodenerosion, zerstört irreparabel ganze Landstriche.

Die Gefahr der Wüstenbildung (Grafik: PAND) zeigt rot eingefärbt die Risikogebiete. Ein Gebiet in Südspanien ist bereits Wüste. Die Desierto de Tabernas in Andalusien, ca. 30 km nördlich von Almeria, erstreckt sich bereits über 280 km². Eine Wüste die sie alle von Spielfilmen und aus dem Fernsehen kennen. Bekannte Filmklassiker wurden dort teilweise gedreht. "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" von Steven Spielberg oder "Vier Fäuste für ein Halleluja" und die Winnetou-Filme nach Karl May. Nicht im "Wilden Westen" von Amerika, in Mexiko oder Arabien lag die Kulisse, sondern in Spanien.

Auch diese Filmstreifen sind hier entstanden:
- Die glorreichen Sieben (1960)
- El Cid (1961)
- Lawrence von Arabien (1962)
- Cleopatra (1963)
- Für eine Handvoll Dollar (1964)
- Zwei glorreiche Halunken (1966)
- Spiel mir das Lied vom Tod (1968)
- Conan, der Barbar (1981)
- Der Schuh des Manitu (2001)


Die Wüste von Tabernas liegt in Europa. Aber auch auf den Kanaren und damit geografisch in Afrika, schreitet die Wüstenbildung Richtung Westen voran. Die Insel Fuerteventura, nur 100 Kilometer von der Sahara entfernt, ist heute bereits in weiten Teilen eine Wüste. Die Aufnahme links entstand im Nordosten bei Corralejo in den "Los Jablitos" Dazu aber als Fortsetzung morgen noch mehr.


 

Sonntag, 9. Juni 2013

Vulkan - und noch etwas mehr Ruhe

NEWS:
Ein ML2,0 Beben gestern Abend um 22.53 Uhr im Westen aus 19 km Tiefe (IGN Grafik). Insgesamt am Samstag 5 Erdstöße. Heute Morgen auch ein ML1,0 Erdstoß unter dem Tanganasoga und um 4.36 Uhr ein ML1,8 Beben aus nur 8 km Tiefe im Westen.
Alles bleibt verhalten und für El Hierro ruhig.

Fahrzeugverkehr lahmgelegt !

Noch etwas mehr Ruhe auf der sonst ohnehin ruhigen Insel gab es die letzten Tage auf El Hierro. Der Autoverkehr war eingeschränkt.
Keine Baustelle, kein Streik und auch kein plötzlich ökologisches Umdenken waren die Ursache.
 
Wenn Sie an der Tankstelle aus Versehen die Diesel-Zapfpistole ziehen und ihren Benzin PKW damit befüllen, haben sie ein Problem. Nach wenigen Kilometern wird ihr Fahrzeug streiken und seinen Dienst quittieren. Dumm gelaufen wird jetzt mancher sagen.
 
Wenn Sie aber richtig Tanken und das Auto trotzdem streikt liegt wohl die Ursache wo anders. Geschehen ist dies in der vergangenen Woche auf El Hierro. Nach dem richtigen Betanken an den DISA Tankstellen der Insel haben 230 Fahrzeuge die normale Weiterfahrt verweigert oder ein untypisches Verhalten gezeigt.
 
Dem Tanknetzbetreiber DISA ist ein Irrtum unterlaufen. Ob es ein technischer oder menschlicher Fehler war, wurde nicht bekannt.
Vermischt wurde in den Depottanks der drei Tankstellen Ottokraftstoff mit dem zähflüssigeren Diesel. Die Folgen kann sich jeder selbst ausmalen.
Bis es bemerkt wurde, war diese Mischung bereits in 230 Autos abgefüllt.
 
Nun fordert sogar der Inselpräsident eine schärfere Überwachung der Spritlieferungen an die Tankstellen der Insel.
Der Betreiber DISA will die bereits vorliegenden Schadenersatzforderungen prüfen und in den nächsten 15 Tagen darüber entscheiden.
Inzwischen wurden die Tanks abgepumpt und gereinigt. Der Verkehr fließt wieder normal.  

Freitag, 7. Juni 2013

Landwirtschaft und die Wundermittel

NEWS:

Heute Morgen um 2.02 Uhr wieder einmal ein ML2,0 Beben im Süden (Karte). Der Erdstoß kam aus 14 km Tiefe. Kurz darauf noch ein ML1,5 Beben vor der Westspitze.
Etwas Zeit sich auch mit den anderen Dingen auf den Kanaren zu beschäftigen. Wie bekannt dominiert auf den Westinseln (La Palma, La Gomera, El Hierro) die Landwirtschaft und nicht der Tourismus. Der Bananenanbau und auf El Hierro noch die Ananasproduktion sind die bedeutendsten Wirtschaftsprodukte. "Roundup" ein Totalherbizid des amerikanischen Agrarkonzern Monsanto ist hier zumindest bei den Bauern genauso bekannt wie Ariel oder der Hamburguesa.

Roundup und die Agrarkonzerne

Ein Allzweck Herbizid das mühelos selbst das kleinste Kräutlein wegspritzt. Viel benutzt und in großen Mengen eingesetzt. Viel hilft viel - war auch hier in der Vergangenheit das Motto.

Inzwischen hat sich auch hier herum gesprochen, dass dieser Unkrautvernichter nicht ganz ohne ist. Wurden bisher die Straßen- und Wegränder regelmäßig im Auftrag des Cabildo (Inselregierung) von unerwünschten Kräutern mit diesem Wundermittel behandelt, wird neuerdings das Unkraut wieder per Hand gezupft.
Auch in der Monokultur Platanos (Bananen) erfolgt langsam ein Umdenken.
Zu viele Krankheitsfälle, die wahrscheinlich auf den Einsatz diese Herbizid zurückzuführen sind,  erfordern ein Umdenken. Auch wenn Monsanto die Harmlosigkeit seiner chemischen Mixtur mit Gutachten zu untermauern versucht, sieht die Realität ganz anders aus.

Vielleicht ist es nicht primär das Spritzelixier selbst, sondern eine für die Natur und den Menschen negative Kettenreaktion, die davon ausgelöst wird.
Es ist ein Milliardengeschäft mit Patenten- und Monopolrechten abgesichert, die sich der Agrargigant nicht entgehen lassen will.

Bei der Gen-Manipulation sieht es ähnlich aus. Mais und Soja-Anbau nur noch mit gentechnisch veränderten Samen aus dem Hause Monsanto. Es ist die Mischung aus Gift und Genen, die den Mais oder die Soja trotz Einsatz von Roundup weiter wachsen lassen.
Auch darauf hat Monsanto natürlich auch ein Patent. Der veränderte Samen muss beim Konzern eingekauft werden. Auch die Saatgutvermehrung ist verboten und wird verfolgt.

Damit gibt sich der Konzern aber noch lange nicht zufrieden. Auch andere Sorten sollen gentechnisch verändert und patentiert werden. Irgendwann ist dann auch die Banane an der Reihe. Versuche mit Weizen gibt es bereits - lesen Sie dazu einen Artikel in der Süddeutsche.de  US-Farmer verklagt Monsanto

Es kann doch nicht sein, dass die Nahrungsmittelproduktion - und das Samenkorn steht am Anfang dieser Kette - von nur einzelnen Konzernen beherrscht wird. Neben Monsanto gibt es auch einige wenige europäische Firmen, die hier ebenfalls Geld verdienen wollen.

Der Verbraucher hat bald keine Auswahl mehr. Es ist nicht mehr groß zu unterscheiden, trotz Kennzeichnungspflicht, welches Lebensmittel gentechnisch veränderte Zutaten enthält. Bereits heute ist 88 % des in den USA angebauten Mais gentechnisch verändert - und dieser Mais geht in alle Welt, auch nach Deutschland.
Um die Folgen und evtl. daraus resultierenden Krankheiten darf sich dann alleine der Verbraucher und die Gemeinschaft kümmern.

Auch die jüngste Nachricht: "Monsanto gibt den Kampf für Gentechnik in Europa auf" klingt dann schon als Ablenkungsmanöver. Zu groß sind doch die Gewinnmargen auch in Europa.
Hierzu ein Link  "Saatgutkonzern Monsanto: Aggressivität in den Genen" in Spiegel-Online.