Samstag, 1. Juni 2013

Vulkan - Eldiscreto und das Atlasgebirge

NEWS:

Was hat der Eldiscreto Erdstoß unter El Hierro mit dem Atlas- Gebirge in Marokko zu tun?

Zunächst nicht viel. Aber vielleicht gibt es hier doch einen Zusammenhang.
Aber erst zum aktuellen Geschehen auf der Insel:

Nach dem ML3,2 Erdstoß gestern im Süden (grünes Dreieck) erfolgten nur noch 3 kleinere Beben bis ML1,8 im El Julan im Süden, im Golfotal und vor der Westspitze. Das sollte es zunächst gewesen sein. Es war also nicht der Auftakt für eine neue Serie von Beben im Eldiscreto- Sektor.
Zeitgleich gab es gestern im nur unweit entfernt liegenden Atlasgebirge in Marokko ein ML4,8 und ML4,4 Beben. Um die räumliche Nähe zu erkennen, eine Satellitenaufnahme mit dem rot eingefärbtem Atlasgebirge. Ganz links im Atlantik die Kanarischen Inseln. Das Atlas- Gebirge ist die Grenze zwischen der Eurasischen Platte im Norden und der Afrikanischen Platte im Süden. Plattentektonisch betrachtet gibt es hier durch die Reibung der Platten häufig auch Erdbeben. 1980 wurde durch ein ML7,3 Beben im algerischen Ech Cheliff nach Schätzungen etwa 5.000 Menschen getötet.

Auf der IGN Grafik oben das gestrige Epizentrum (rot) rund 300 km von der Westküste und damit rund 400 km von den Kanaren entfernt.
Wissenschaftler vermuten einen Verbindung zwischen dem Hotspot unter den Kanarischen Inseln und dem auf dem afrikanischen Festland liegenden Atlasgebirge.

Lavatunnel bis nach Afrika? -  zum Nachlesen, darüber hatte ich im April 2012 schon berichtet.

Das Atlas- Gebirge ist nicht nur eine Auffaltung von Gesteinsschichten wie in den Alpen, sondern es sind dort auch aktive Vulkane tätig. In der Vergangenheit gab es fast zeitgleich Beben unter El Hierro, Teneriffa, Fuerteventura und im Atlas- Gebirge.
Alles lag auf einer Linie die den Weg des Hotspot in der geologischen Vergangenheit widerspiegelt. Um es richtig darzustellen - der Hotspot liegt stabil an seiner Stelle und die afrikanische Platte wandert langsam Richtung Nordosten.

Von den Fakten spricht vieles für eine enge Verbindung zwischen dem kanarischen Hotspot und dem Atlasmassiv. Noch sind es aber Theorien und Vermutungen, auch wenn schon erste Untersuchungsergebnisse dies untermauern.
Es gibt hier für die Wissenschaft noch einiges zu Erforschen, um das Wechselspiel und die genaueren Zusammenhänge zu erkennen und damit die Abläufe besser erklären zu können.

Freitag, 31. Mai 2013

Vulkan - Eldiscreto meldet sich zurück

NEWS:
 9.16 Uhr - um 7.47 Uhr weiterer Erdstoß von ML1,7 aus 19 km Tiefe an der Südküste vor El Julan.
14.20 Uhr- ein neues Beben um 12.20 Uhr mit ML1,8 in 19 km Tiefe jetzt an der Westspitze.

Mit einem Beben der Stärke ML3,2 meldete sich heute Morgen um 5.39 Uhr Ortszeit (4.39 Uhr UTC) der Eldiscreto zurück. Der Erdstoß vor der Küste von La Restinga kam aus 15 km Tiefe und war für die Bewohner spürbar. Es ist fast exakt die Stelle (IGN Karte) an der 2011 die Eruption erfolgte. Nach Tagen der völligen Ruhe könnte nun wieder eine neue Phase von Aktivitäten dieses Mal im Süden eingeläutet werden. Der weitere Tagesablauf bleibt zu beobachten.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Vulkan - Volcán - Volcano

NEWS:
Gestern hatten wir 3 Erdstöße bis ML1,3 aus 10 bis 16 km Tiefe. Das Zentrum lag unter der Insel um den Berg Tanganasoga.

Diese beeindruckende Aufnahme entstand vor drei Jahren beim Ausbruch des isländischen Vulkan Eyjafjallajökull (Foto: Uri Goldmann). Für Vulkanologen nicht ungefährlich, sich während einer eruptiven Phase am Boden oder wie hier im Hubschrauber an die Ausbruchstelle heran zu wagen. Es ist nicht nur die glühend ausgeworfenen Lava, sondern auch die heißen Gase die erhebliche Turbulenzen mit Auf- und Fallwinden verursachen können. Aber es ist der Entdeckergeist des Menschen und des Vulkanforscher im Besonderen, möglichst nah an das Ereignis - den Vulkan, zu kommen. Nur so lassen sich oft Details erst erkennen.

Jedes Kind kann den Begriff "Vulkan" erklären. Warum heißt aber ein feuerspeiender Berg nun "Vulkan". Das dürften nicht alle Leser wissen.

In vielen Sprachen ist das Wort "Vulkan" mit kleinen Abwandlungen zu finden. "Volcán" hier in Spanien, im Englischen "Volcano", im Italienischen "Vulcano" oder bei den Franzosen "Volcan".

Vulkane haben schon seit Urzeiten den Menschen fasziniert und noch mehr erschreckt. Es seien Zornesausbrüche und Warnungen der Götter die nach dem Verständnis und Glauben vieler Völker, ihren Sitz im Berg und Untergrund hatten.

Bei den Römern war Vulcanus der Gott des Feuers. Bei den Griechen hieß die Gottheit "Hephaistos". In den Flammen des Feuers schmiedeten die Zyklopen Waffen und Rüstungen für ihre Götter. Der auf der Erdoberfläche dampfende Vulkan war nur der Rauchabzug

Wenn nun die Gottheit Vulcanus zornig wurde, schleuderte er Feuer und glühende Steine aus dem Schlot.
Aus dem lateinischen "Vulcanus" wurde dann im Laufe der Zeit im deutschen das Wort "Vulkan".

Mittwoch, 29. Mai 2013

Neue Fluggesellschaft am Kanaren-Himmel

NEWS: Nur drei leichte Beben bis ML1,1 in 12 bis 19 km Tiefe.

Eine neue Fluggesellschaft mit dem Namen Islas Afortunadas Air - Inseln der Glückseligen, will ab Oktober 2013 ihren Flugbetrieb aufnehmen. Es ist eine rein kanarische Firma mit Gesellschaftern aus der Bau- und Hotelbranche. Die Flotte soll aus zehn gecharterten BAE 146 (Foto) und zwei Airbus A320 bestehen. Die Basis wird der Flugplatz auf Gran Canaria sein. Angeflogen werden alle Kanarischen Inseln sowie auch Fernflüge nach Barcelona, Madrid, nach Galizien, Marokko und Mauretanien. Zum Start im Herbst 2013 werden 450 Mitarbeiter eingestellt. Auf mittlere Sicht soll der Personalstand sogar noch auf 1.100 Beschäftigte aufgestockt werden.
Nach Auskunft von Islas Afortunadas Air möchte man den bereits auf den Kanaren tätigen Airlines wie Binter, Ryanair, Iberia, Air Europa oder Canaryfly Paroli bieten und deren Flugpreise bis zu 50% unterbieten und alles bei einem noch besseren Service für die Fluggäste.

Das sind auf den ersten Blick erfreuliche Nachrichten. Längst wird es nach dem Niedergang von "Islas Airways" notwendig, dem Platzhirschen "Binter", der primär als Inselhüpfer das Archipel hier bedient, Konkurrenz zur Seite zu stellen.
Die Flugpreise sind im Moment beim Monopolisten sehr hoch.

Auf den zweiten Blick muss ich schon meine Augen zusammen kneifen. Als ehemaliger Fallschirmspringer kenne ich mich etwas mit den Fluggeräten aus. Für Kurzstrecken soll als kleinster Flugzeugtyp die vierstrahlige BAE 146 eingesetzt werden ?
Ein Spritfresser mit vier Düsentriebwerken ! Von der zusätzliche Umweltbelastung einmal abgesehen, braucht diese Maschine ein Mehrfaches an Kerosin als der von Binter eingesetzte ATR72 mit zwei Turboprop Motoren.
... und das auf Kurzstrecken mit 20 -30 Minuten Flugzeit.

Auch hat sich erst vor wenigen Wochen eine weitere Fluggesellschaft, die Aerocanarias gegründet. Ziel ist es auch hier die Inseln untereinander zu verbinden. Und die totgeglaubte und in finanziellen Schwierigkeiten steckende Islas Airways hat ihr Comeback angekündigt.

Die Voraussetzungen sind also alles Andere als günstig. Das Fluggastaufkommen nimmt wegen der "Crisis" seit Jahren schon ständig ab und die Reiselust der Canarios wird sicher durch die neue Airline auch nicht mehr angeregt. Dafür fehlen in der Geldbörse die Euros.

Wollen wir aber trotzdem optimistisch auf die Neugründung blicken. Nicht dass der neue Stern am kanarischen Himmel jäh als verglühender Meteorit endet.

Dienstag, 28. Mai 2013

Vulkan - Hinweise aus der Vergangenheit

NEWS:

In den letzten 24 Stunden gab es keine neuen Beben unter Insel. Es ist schon einige Zeit her, dass ich einen bebenfreien Tag vermelden konnte. Die kleinen Ausschläge und Zitterlinien auf der IGN-Grafik stammen von anderen Ursachen und hängen nicht mit der Vulkanaktivität zusammen.



Als kleiner Nachtrag zu meinem Bericht von gestern "Vorsorge oder einfach Abwarten".

Erfahrungswerte oder Zeitzeugen der Vergangenheit geben oft auch einen Hinweis auf vergangene Katastrophen. Auf der ganzen Erde verstreut stehen Mahnmale, Gedenksteine oder noch erhaltene Fragmente die an die Opfer von Kriegen oder Unglücken erinnern.

Sie dienen der Erinnerung, als Mahnung und können aber auch Hinweise für die folgenden Generationen beinhalten. Oft sind sie von Pflanzen überwuchert oder liegen weit abseits von begehbaren Wegen.
Viele werden heute nicht mehr beachtet, sind unauffindbar oder die Inschrift ist von Moosen bewachsen und nicht mehr lesbar. Es sind vergessene Zeitzeugen die der heutigen Generation aber doch wichtige Botschaften und Warnungen vermitteln könnten.

So hat man im Norden von Japan alte Steine mit Inschriften und Gravuren entdeckt, die vor Tsunamis an bestimmten Stellen der Insel warnen (danke an Peter Kocksholt für den Hinweis).

Verpuffte Mahnung der Vorfahren:
Wegsteine in Nordjapan warnten vor Tsunamis - ein lesenswerter Artikel in Spiegel-Online