Montag, 8. April 2013

Vulkan - neue Beben bis ML3,0

NEWS:

Heute Morgen zwischen 10.00 Uhr und 11.00 Uhr wieder vier Beben zwischen ML2,3 und ML3,0 vor der Westküste (siehe Avcan Karte).
Es waren wesentlich flachere Erdstöße bei 10 bis 12 Kilometer Tiefe. Bisher in diesem Bereich eher eine Seltenheit. Der große Bebenschwall der vergangenen Wochen lag im Durchschnitt tiefer, bei 18 bis 20 km.

Wir warten immer noch auf die Bekanntgabe des Siegers "NASA Satellitenfoto 2012". Die NASA lässt sich noch Zeit. Sobald das Ergebnis in den nächsten Stunden veröffentlicht wird - melde ich mich.

Sonntag, 7. April 2013

Vulkan - Tranquilo

NEWS:

Vor der Westspitze von El Hierro hatten wir in der vergangenen Nacht nur zwei kleine Beben von ML1,6 und ML1,8 aus 12 bzw. 25 km Tiefe.
Allerdings gab es um 3.06 Uhr und 3.09 Uhr ca. 150 km nördlich von Teneriffa (siehe IGN Grafik) etwas kräftigere Erdstöße. Ein ML3,3 gefolgt von einem ML4,0 Beben aus sehr großer Tiefe von 86 und 67 km. Im Grunde nichts ungewöhnliches - mehrmals im Jahr werden aus diesem Bereich Beben registriert.



Das NASA Siegerfoto 2012 aus der Satellitenperspektive ist gewählt. Ob unser Eldiscreto die Abstimmung gewonnen hat, werden wir allerdings erst im Laufe des morgigen Montag erfahren. Die NASA macht es spannend.
Sobald mit ein Ergebnis vorliegt, werde ich es natürlich verkünden.

Samstag, 6. April 2013

Vulkan - auch wissenschaftliche Vulkan-Kampagne beendet

NEWS:

Gestern und in der vergangenen Nacht noch 3 kleine Beben bis ML2,1 aus 15 km Tiefe. Bleibt ein Blick auf die Statistik über den Gesamtverlauf aller Beben seit 2011. Links der Auftakt mit der Eldiscreto Eruption, in der Mitte die Bebenserie vom Juli und September 2012 und rechts der jüngste Bebenschwall. Es sind nur die Anzahl der registrierten Erdstöße. Über die dabei freigesetzte Energie gibt es verschiedene Zahlen. So sollen jetzt im März 2013 allein eine Energie von 2,390 Kilotonnen TNT nach IGN Berechnungen (lt. Maria Jose Blanco) - andere Quellen sprechen gar von einer Hiroshima Bombe (13 Kilotonnen), freigesetzt worden sein.
 
Sicher ist nur, daß bei Naturgewalten wie Gewitter, Blitze, Tornados oder Erdbeben riesige Energiemengen im Spiel sind. Die zerstörerischen Auswirkungen hängen nicht nur von der Energiemenge sondern von der Zeitdauer ihrer Wirkung ab. Viele kleine Beben über Monate verteilt, können die gleiche Energiemenge wie einige Starkbeben innerhalb weniger Minuten enthalten. 

 

In Pose brachte sich auf dem Bild oben die Besatzung der Roman Margalef, zum Abschiedsfoto ihrer erfolgreich zu Ende gegangenen Campana Vulcano 01313. Wissenschaftler verschiedener spanischer Institute und Universitäten haben in der 15 tägigen Exkursion rund um El Hierro, bathymetrische 3D Aufnahmen praktisch aller Peripherien um die Insel gemacht, 750 Wasserproben aus unterschiedlichen Tiefen auf ihre Zusammensetzung untersucht und Messbojen um die alte Eldiscreto Ausbruchstelle verankert, die uns in Zukunft in Echtzeit Daten und Veränderungen liefern sollen und noch vieles mehr.
Bemerkenswert und erstmals auf El Hierro wurden die vorläufigen Ergebnisse noch am gleichen Tag veröffentlicht und keine Geheimniskrämerei daraus gemacht. Nicht wie andere Stellen die erst 6 Monate später nach der Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren. Vieles muß natürlich jetzt im Labor noch ausgewertet werden.
 
So soll die moderne Wissenschaft funktionieren, schließlich werden sie auch von der Öffentlichkeit finanziert. Dafür an die beteiligten Institute der Kampagne der Roman Margalef ein besonderes Lob.
 
Wer das Tagebuch Nachlesen möchte hier "Vulcano". Wir freuen uns bereits auf die nächste Kampagne mit gleicher Besetzung im Oktober 2013.

Freitag, 5. April 2013

Vulkan - das sollte es gewesen sein

NEWS:

Die Seismikaufzeichnung (links) zeigt heute keine Kurven und Ausschläge. Kein Wässerchen kann ihn trüben. Diesen Eindruck vermittelt uns heute die eher langweilige Auswertung. Daß er es auch viel heftiger kann, hat er in den vergangenen Tagen gezeigt. So schnell die Aktivität kam, ist sie auch schon wieder verschwunden.

Zurück bleibt eine vergrößerte Magmakammer. Das neue Magmafeld (auf der IGN Grafik braun) dürfte sich um ca. 15 km nach Westen vergrößert haben. Wieviel neue Magma nachgeströmt ist, kann nicht berechnet, auch nicht geschätzt, sondern nur erahnt werden. Die zusätzlich entstandene Magmalagerstätte hat, wenn man als Begrenzung die Beben zugrunde legt, eine vertikale Dicke von mindestens 10 Kilometer. Somit hat das Magmafeld auch nicht mehr die größte Ausdehnung in Nord/Südrichtung sondern von Ost nach West.
 
Der Innendruck bleibt hoch, auch wenn er in den nächsten Tagen nach einer Beruhigungsphase etwas fallen wird. Ca. 10 cm vertikale Verformung werden sicher erhalten bleiben. Rechnen wir die bereits im Sommer 2012 entstandene Oberflächenverformung dazu, so kommen wir auf mehr als 20 cm Verformung.
Jeder neue Schwall in großer Tiefe mit neuem Magmanachschub wird diese Bilanz noch verstärken. Es ist auch ziemlich auszuschließen, daß sich am Meeresgrund in 3000 Meter Tiefe bereits eine Entlüftung eingestellt hat. Dann würden die GPS Messwerte andere Daten aufzeigen.
 
So warten wir nun wieder ab, bis er die nächste Aktion startet.
Es bleibt interessant und spannend, wie sich dieser Vulkan aufbaut und langsam entwickelt.

Donnerstag, 4. April 2013

Vulkan - jüngste Bebenepisode beendet ?

NEWS:

Für mein Gefühl neigt sich diese neue Bebenepisode ihrem Ende zu. Es gab wohl gestern noch starke Erdbeben bis ML4,5, aber die tägliche Anzahl mit gestern 28 Beben ist rückläufig. Wie ein Halbmond (links) liegt die Bebenstruktur der letzten 15 Tage um den Westzipfel der Insel. Die Ausgangslage der Beben bleibt in großer Tiefe bei 18 bis 20 km. Auch wenn einzelne Erdstöße bis auf 2 km unter die Oberfläche vordringen. Hier dürfte es sich um Spannungsbeben durch die doch jetzt kräftige Oberflächenverformung handeln.
 
Es wird sicher nicht der letzte Bebenschwall dieser Art gewesen sein. Die Natur versucht weiter, wie schon seit Millionen von Jahren, ihrem Drang - ihren Naturgesetzen zu folgen... und dabei werden wir sie nicht aufhalten können. Wir sind nur Beobachter und können den Lauf der Ding nicht beeinflussen. Es muß uns auf den Kanaren immer klar sein, daß es unsere Inseln - unsere Heimat, ohne diese Vulkanaktivität überhaupt nicht gäbe. Viele Generationen vor uns, haben all dies schon erleben müssen und überlebt.

Auch auf dem Beben-Histogramm links der IGN  ist die absteigende Tendenz gut zu erkennen. Vom Beginn der Aktivität am 17. März 2013 bis heute sind es gerade einmal 18 Tage. Ich habe die Beben nicht gezählt, aber es waren sicher an die 2000 Erdstöße. Darunter das für El Hierro bisher stärkste Beben mit ML4,9.

Jetzt läuft der Endspurt. Im NASA Finale haben wir jetzt noch bis Morgen die Möglichkeit unseren Eldiscreto an die Spitze zu voten. Gegen eine Eiswüste sollte unser heißer Kamerad doch die besseren Chance haben. Es liegt also an Ihnen dieser NASA Satellitenaufnahme auf das Siegertreppchen zu helfen. "Eldiscreto - die NASA Satellitenaufnahme des Jahres 2012" könnte es dann am kommenden Montag vielleicht heißen. Das wäre natürlich für El Hierro eine werbeträchtige Auszeichnung. Sie haben es nach all den leidvollen Monaten (Jahren) auch verdient. Hier geht es letztmals zur Stimmabgabe.