Donnerstag, 21. März 2013

Vulkan - der Tremor lebt wieder auf

NEWS:
13.29 Uhr - Die Beben halten an. Heute bereits mehr als 77 Erdstöße. Der Tremor ist fast ganz zurück gegangen. Die Tiefe liegt im Bereich von 13 bis 18 km und die Epilage weiter um die Westspitze.

Seit 3.30 Uhr in der Nacht hat der Tremor wieder eingesetzt.  Allein zwischen 4.38 Uhr und 5.24 Uhr gab es 14 Beben bis ML2,6.
Es war nur eine kurze Stille bis der Vulkan wieder erwacht ist. Es fällt auf, daß sich das Tiefenzentrum jetzt verringert hat. Lag es in den vergangenen Tagen bei 17 km, erfolgten heute auch Erdstöße aus 12 km Tiefe. Die Magma dürfte weiter aufsteigen.


Das Epizentrum liegt wie gehabt vor der Westspitze von El Hierro. Dort wo im Juni/Juli 2013 die zunächst "unentdeckte" Eruption mit heute drei Unterwasser- Vulkankegel liegt. Zur besseren Einordnung werde ich diese Eruptionsstelle in Zukunft als Eldiscreto II beszeichnen.
Bei aller Aktivität bitte nicht vergessen für den Eldiscreto zu Voten. Im NASA Satelliten-Wettbewerb haben wir es jetzt bereits unter die letzten 8 Aufnahmen geschafft. Es wäre natürlich für El Hierro toll, als Foto des Jahres 2012 gekürt zu werden.
Hier geht es zur NASA-Tournament.

Mittwoch, 20. März 2013

Vulkan - Beruhigung der Lage

NEWS:
16.02 Uhr - auch heute Nachmittag immer wieder einzelne Beben bis ML2,2 am Westzipfel in 18 km Tiefe.

Genauso schnell wie der Bebenschwall kam, ist er auch wieder verschwunden. Auf der IGN Aufzeichnung (oben) ist die nachlassende Bebentätigkeit seit gestern Nachmittag zu erkennen. Es waren 24 Stunden mit mehr als 240 Beben (Grafik links) - viele Kleinbeben konnten überhaupt nicht gezählt werden. Auf der Insel selbst wurden nur die wenigsten Erdstöße ( ab ML3,0) verspürt. Es darf aber nicht darüber hinweg täuschen, daß im Untergrund doch einiges in Bewegung war und ist. Neue aufsteigende Magma dürfte die Magmahauptkammer weiter aufgefüllt haben. Wie werden in den nächsten Tagen sehen wie sich die Bodenverformung vor allem  am Westzipfel weiter verändert hat. Seit der letzten großen Aktivität im Juni/Juli 2012 verzeichnen wir eine relativ konstante vertikale Verformung von ca. 12 cm. Die heute vorliegenden GPS Messdaten sind nicht aktuell. Ich denke in einer Woche wissen wir dazu mehr.

Auch heute bereits 17 Beben bis ML2,4. Die Lage der Erdstöße liegt an der nördlichen Westspitze (rot) und hat hat sich nicht wie erwartet nach Süden verändert. Die Ausgangstiefe liegt bei 15 bis 17 km. Es war nun ein weiterer Schub der die Spannung im Untergrund sicher weiter verstärkt hat. Von einer Normalität oder gar einem Abklingen der Vulkanaktivität kann im Augenblick sicher nicht gesprochen werden. Es ist nur zu menschlich, daß eine potentielle Gefahr erst dann richtig wahrgenommen wird, wenn die ersten Ziegel vom Dach fallen. Auf einer gestern in La Frontera durchgeführten Informationsveranstaltung der Involcan zur Lage und den Schutz- und Vorsorgemaßnahmen bei einer Vulkaneruption kamen nur ganze 6 Besucher.
 
Es zeigt doch das mangelnde Interesse der Bevölkerung oder die Hoffnung und das Wunschdenken, daß der Kelch bald ohne großen Schaden vorüber zieht. Die Hoffnung bleibt, aber die Naturgewalt hat seine eigenen Regeln - und die kann der Mensch nicht beeinflussen.
 
Einen wirklichen Schutz gegen Vulkane oder Erdbeben gibt es nicht. Aber das Erkennen, Anzeichen deuten und Informationen richtig einordnen und so rechtzeitig für sich die notwendigen Maßnahmen  ergreifen, können hier sicher vermittelt werden.
 
 
Auch heute und am Donnerstagabend finden um 19.00 Uhr im Ayuntamiento La Frontera um 19.00 Uhr Folgeveranstaltungen statt. Also hingehen und informieren.
 
Beobachten wir heute einfach die Entwicklung weiter, ob sich die Lage bestätigt oder doch noch ein neuer Schub erfolgt.

Dienstag, 19. März 2013

Vulkan - der erwartete Bebenschwall

NEWS:
19.15 Uhr - der Höhepunkt scheint überschritten. Die Beben nehmen sowohl in der Intensität als auch in der Anzahl ab. Die Nacht bleibt jetzt einmal abzuwarten, ob sich dieser Trend bestätigt.

17.30 Uhr
Die Beben verlagern sich weiter zur Westspitze (rot).  Die Entstehungstiefe liegt zwischen 17 und 18 km. Der Tremor hat nachgelassen. Heute offiziell bereits 96 Beben, davon fast alle über ML2,0 und vier Erdstöße mit einer Größe von ML3,0 und mehr. Es sieht so aus als würden die Beben weiter nach Süden wandern. Zur Zeit steht kein Forschungsschiff zur Verfügung, so daß der Rettungskreuzer Salvamar zur optischen Beobachtung der Meeresoberfläche im Mar de las Calmas und der Westspitze unterwegs ist.
 

 

In der Nacht ging die Bebenserie unvermindert weiter (IGN Grafik oben). Bis jetzt (6.51 Uhr) wurden von der IGN über 156 Erdstöße registriert. Die Beben lagen meist zwischen ML2,5 und als bisher stärkster Erdstoß bei ML3,1. Auf der AVCAN Karte (links) befindet sich das Epizentrum an der Golfo Westküste um Sabinosa. Die Ausgangstiefe hat sich im Moment auf eine Tiefe von 17 bis 18 km stabilisiert. Aufgrund der Dynamik der Aktivität ist davon auszugehen, daß große Mengen Magma aus tieferen Erdschichten in die Magmahauptkammer nachdringen. Diese nachrückende Masse braucht Platz und erweitert den Raum. Dabei entstehen diese Beben. Der Innendruck wird immer größer und hat auch schon an der Inseloberfläche zu einem weiteren Ausbeulen (Verformung) des westlichen Golfotales geführt. Genaue Messergebnisse liegen allerdings noch nicht vor.
Auch wenn einige Wissenschaftler aufgrund fehlender Signale noch von keinem Tremor sprechen, zeigt aber der Kurvenverlauf der Seismografen heute Morgen eindeutig die vorrückende Magma. Der Tremor entsteht, wenn Magma Gestein aufbricht und dabei kleine Mikro- Zitterbewegungen verursacht.
Es ist im Augenblick noch nicht zu sagen, ob es die Magma und die Gase an die Oberfläche schaffen. Bei einer Fortdauer dieser heftigen Aktivität ist es aber nicht mehr auszuschließen.
Zu beobachten bleibt die Entstehungstiefe der Erdstöße. Ab 5 bis 8 km Tiefe wird es aber immer wahrscheinlicher.
Das Aktivitätsfeld kann sich bei flacheren Beben durchaus weiter nach Süden verschieben.
Die letzte derart starke Bebenaktivität hatten wir im Oktober/November 2011, die dann zum Ausbruch des Eldiscreto geführt hat.
Die IGN Seiten sind heute wegen Überlastung nur schwer zu erreichen. Von offiziellen Stellen herrscht noch Schweigen. Die Emergencia Seite des Cabildo von El Hierro ist nicht am Netz. Umfassende und schnelle Information eben.
 

Die Bebenauflistung der vergangenen Stunden. Es bleibt jetzt heute genau zu beobachten wie sich die Situation weiter entwickelt. Auch wäre es wünschenswert, daß die 2. Eruptionsstelle vom Juni/Juli 2012 an der Westspitze der Insel genau beobachtet wird. Genau hier liegt im Moment das Epizentrum. Eine erhöhte Gasemission dürfte jetzt noch nicht messbar sein, dafür liegen die Beben noch zu tief. Es bleibt also weiter spannend.

Montag, 18. März 2013

Vulkan - Beginn einer neuen Bebenserie ?

NEWS:
22.40 Uhr - die Beben halten weiter an. Um 21.15 Uhr das letzte ML3,0 Beben in 16 km Tiefe. Die durchschnittliche Ausgangstiefe liegt bei 15 bis 17 km. Auch die GPS-Verformungswerte der Golfo Oberfläche am Messpunkt Frontera hat nach den letzten Messwerten 12 cm vertikal überschritten.
20.20 Uhr - jetzt haben wir auch von der IGN eine erste Übersicht über die Lage und Verteilung der Beben.

Die ML3,0 und mehr Beben wurden wie zu erfahren auf der Insel nicht gespürt. Die Stärke der Beben hat im Augenblick etwas abgenommen. Offiziell wurden bis 18.00 Uhr bisher 76 Beben registriert.

19.50 Uhr - es erfolgen nun die erwartet stärkeren Beben - 17.39 Uhr ML3,1 in 18 km Tiefe und um 18.07 Uhr ML3,0 in 19 km Tiefe - beide im westlichen Golfo
18.15 Uhr - wie die Involcan soeben mitteilt, halten Vulkanologen der Universität Berkley, Kalifornien die starken Bewegungen auf den Seismografen nicht für einen Tremor, da die typischen Signale fehlen. Es soll sich um ein anderes Phänomen handeln, das wir in den letzten Stunden erleben.
Die Beben kommen der Erdoberfläche näher und liegen jetzt im Mittel bei 15 bis 18 km Tiefe.



17.35 Uhr - jetzt haben wir das erste ML2,8 Beben um 16.39 Uhr in 19 km Tiefe an der Küste bei Sabinosa im Golfo.

Auf der AVCAN Karte sind die ersten 30 Beben über ML2,0 markiert. Schwerpunkt ist der westliche Golfo vor Sabinosa. Es gibt Parallelen zum Bebenauftakt 2011 die ebenfalls im Golfo in 20 km Tiefe begonnen hatten.







16.50 Uhr - es dürften seit 14.25 Uhr bis jetzt fast 100 Beben mit mehr als ML2,0 gewesen sein. Der stärkste Erdstoß lag bisher bei ML2,6 allerdings sind die meisten jüngeren Beben die nach der Aufzeichnung stärker waren, noch nicht ausgewertet.

15.50 Uhr - der Tremor verstärkt sich - nur noch die stärkeren Beben sind zu erfassen.
So wie es aussieht dringt neue Magma in die Hauptkammer ein. Viele Beben liegen in 18 bis 23 km Tiefe. Nun auch Beben im Süden westlich der Eldiscreto Eruptionsstelle in noch großer Tiefe. Das Ganze kam nicht überraschend. Alle Anzeichen deuteten bereits in der vergangenen Nacht auf eine Reaktivierung hin.

15.20 Uhr - die Zahl und Stärke der Beben nimmt zu. Ein ML2,6 Erdstoß um 14.29 Uhr.

15.08 Uhr - seit 14.26 Uhr hat ein starker Tremor eingesetzt (siehe Aufzeichnung). Es gab ein ML1,9 und ML2,0 Beben in 19 bzw. 22 km Tiefe vor der Golfoküste um 14.26 und 14.27 Uhr. Das Zentrum liegt ungefähr 2 bis 3 km vor der Küste im Meer.
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Seit 19.49 Uhr gestern Abend erfolgten bis jetzt 8 Beben. Die Erdstöße haben eine Stärke bis zu ML2,0 (IGN Listung oben). Das Zentrum liegt um den Tanganasoga in 11 bis 15 km Tiefe. Ob es der Beginn einer neuen Bebenserie ist, wird sich im Laufe des Tages noch zeigen. Der alte Vulkanberg Tanganasoga liegt ungefähr über der Mitte der vermuteten Magmahauptkammer. Im näheren Umfeld beim Ort Sabinosa reichen die Magmaausläufer bis auf 5 km unter die Erdoberfläche. Dies lassen die Beben der vergangenen Monate aus diesem Tiefenbereich vermuten.
 
Wollen wir hoffen, daß die IGN nicht wie angekündigt heute ihre Datenveröffentlichung zu El Hierro einstellt. Die entsprechende Ankündigung auf der IGN Seite ist seit heute nicht mehr zu finden. Es wäre auch kontraproduktiv und nicht mit der Informationspflicht eines öffentlichen Institut vereinbar, jetzt bei einem erneuten Aufflammen der Aktivität, die Bevölkerung im Regen stehen zu lassen.   

Sonntag, 17. März 2013

Vulkan - Beben bei Teneriffa

NEWS:
Heute etwas später. Ich hatte noch ein Kreuzfahrtschiff abzufertigen.  Während es unter El Hierro ruhig blieb, gab es heute um 11.37 Uhr nördlich von Teneriffa ein ML3,8 Beben. Die Ausgangstiefe wurde von der IGN für 51 km errechnet. Es reiht sich in die alle in großer Tiefe schon in der Vergangenheit aufgezeichneten Erdstöße. Wissenschaftler vermuten auf der Linie El Hierro Richtung Fuerteventura bis nach Westafrika einen Magmakanal der im Atlasgebirge in Marokko enden könnte.
Deutsche Geologen von Geomar in Potsdam hatten vor Jahren diese These aufgestellt. Vergleichende Gesteinsproben von den Kanarischen Inseln und dem Atlas Gebirge hatten im wesentlichen die gleiche mineralische Zusammensetzung. Nach den Vermutungen der Wissenschaftler müssten sie daher auch aus der selben Quelle unter den Inseln stammen.