Montag, 11. März 2013

El Hierro Vulkan - GPS und Bodenverformung

NEWS:
13.50 Uhr - heute Morgen bereits einige kleine Erdstöße im Golfo und an der südlichen Ostküste in flacher Tiefe von 1 und 5 km. Das bisher letzte Beben um 11.24 Uhr von ML1,9 in Nähe des Eldiscreto im Süden in 11 km Tiefe.

Nachdem es unter El Hierro ruhig bleibt, wollen wir uns heute mit der Oberflächenverformung der Insel beschäftigen. Genauso wie sich ein Luftballon beim Aufblasen wölbt, dehnt sich eine Magmakammer oder Magmablase beim Nachdringen von frischer Magma und den dabei entstehenden Gasen aus.
Die Verformung tritt am stärksten an der schwächsten Stelle auf. Das ist in der Regel die Erdoberfläche. Um dies Feststellen und Messen zu können, bedient man sich seit einiger Zeit der GPS-Satellitentechnik. Auf der Insel wurden verschiedene Messpunkte (siehe Karte oben) installiert, an denen Veränderungen der Inseloberfläche genau gemessen werden können.

Es ist ein Forschungsprojekt der Universität Nagoya in Japan, die nicht nur auf El Hierro, sondern weltweit entsprechende Stationen betreibt.
Die IGN hat wohl inzwischen auch eigene Messungen vorgenommen, die veröffentlichten Kurven umfassen aber nur die letzten 3 Monate und sind für eine Trendbeobachtung nicht so gut geeignet.

Nach dem Nagoya Diagramm (leicht verändert) von La Frontera im Golfo wölbt sich seit Mitte 2012 (stärkere Beben) die Inseloberfläche beständig weiter nach oben aus. Interessant sind im Moment nur die blauen Punkte (rot = Schätzung).



Ähnlich verhält es sich beim Messpunkt El Julan im Süden.







Oder auf der südlichen Hochebene bei El Pinar. Es sind deutliche Zeichen, daß der Innendruck im Bereich der Magmakammer weiter anhält und auch durch die Unterwasser-Eruption im Juni 2012 an der Westspitze nicht wesentlich abgenommen hat. Leicht verändert und etwas zurückgegangen ist die Inselverschiebung in der horizontalen W/O Richtung.

Als Vergleich nehmen wir die Nachbarinsel La Palma am Messpunkt Mazo auf der Ostseite. Hier gab es im gleichen Zeitraum keine großen Veränderungen. Die Messpunkte liegen immer um die Normallinie.



Diese GPS Messungen sind ein wichtiger Indikator für einen sich im Untergrund aufbauenden Druck. Seit Einführung dieses umfassenden amerikanischen GPS Satellitensystem vor 20 Jahren werden viele Vulkane so vermessen und eingeschätzt.
Die Bodenverformung auf El Hierro mit max. 12 cm stellt weltweit betrachtet, keine allzu große Verformung dar.
Es gibt Vulkane in den USA oder Italien wo sich die Erde um mehrere Meter nach oben oder unten beugt. Allerdings sind dies Messungen auf einem Kontinent bzw. Festland. Wie es sich mit einer flächenmässig kleinen Insel im Atlantik verhält, konnte bisher noch nicht groß untersucht werden.

Bei einer fortdauernden vulkanischen Aktivität und dem Aufsteigen von neuem Magmanachschub aus tieferen Erdschichten, kann sich der Innendruck weiter erhöhen und eine Zunahme der Verformung bewirken.
Irgendwann wird die Hülle reissen und einen Druckausgleich ob im Meer oder an Land finden. Es ist also nur eine Frage der Zeit und der Festigkeit der Hülle, der Struktur des Gestein, bis der Knackpunkt letztendlich erreicht ist.

Sonntag, 10. März 2013

Perle der Kanaren - Kalender 2014

NEWS:
Gestern insgesamt zwei Erdstöße zwischen ML 0,9 und ML1,2. Das letzte aufgezeichnete Beben um 8.42 Uhr beim Tanganasoga in 12 km Tiefe.

El Hierro Kalender 2014 - Perle der Kanaren



Eine Insel mit Gegensätzen. Von sonnenverbrannten Steinwüsten aus erstarrter Lava im Süden nach nur wenigen Kilometern auf die satte und grüne Hochebene, wo feucht triefende Lorbeerwälder einen Hauch von Tropen verströmen. Dicht bewachsene unheimlich anmutende Regenwälder mit mächtigen in den Himmel wachsenden Baumkronen lassen den Menschen klein und bedeutungslos erscheinen .. so die einleitende Beschreibung.

Was lag näher, als aus meinen vielen Fotoaufnahmen die Schönsten heraus zu picken und daraus einen Kalender zu machen. Es ist jetzt wohl noch etwas früh bereits an 2014 zu denken, aber ich wollte nicht wie geschehen mit den Vulkankalendern, erst Ende Dezember (Auslieferung dann Jan/Febr.) auf den Markt kommen. Auch sollte der Versand einfacher möglich sein. 

Den Kalender gibt es in DIN A4 und als großes Exemplar in DIN A3 vom Calvendo-Verlag unter der ISBN 978-3-660-09584-5. Er ist ab sofort über jede Buchhandlung oder die Versandhändler, wie z.B. AMAZON für 19,90 Euro zu erhalten. Zunächst auf Deutsch und in den nächsten Wochen auch in spanischer Sprache.

Samstag, 9. März 2013

Leichte Beben und mehr Promotion

NEWS:
Auch gestern Abend um 21.59 Uhr ein ML1,8 Beben in 13 km Tiefe unter dem Inselmassiv südlich des höchsten Berg Malpaso. Um 3.01 Uhr ein weiterer schwacher Erdstoß dieses Mal im westlichen Golfo.
Es sind keine dramatischen Vorgänge die seit Monaten ablaufen, aber die Magma kommt noch nicht zur Ruhe. Von "Normal" darf auch nicht gesprochen werden, dafür gibt es noch zu viele und vor allem fast regelmässige Erdstöße. Der magmatische Prozess unter der Insel ist noch im Gange und immer für eine Überraschung gut.
Wie sagte ein Vulkanologe: Von einem endgültigen Ende der jetzigen Aktivitätsphase kann frühestens erst nach 2 Jahren relativer Stille gesprochen werden.

Nur zu gut wissen wir aus den Erfahrungen der letzten Jahre, daß auch nach einer längeren "trügerischen Ruhephase" sehr schnell die Anzahl und Stärke der Beben wieder zunehmen kann. Beobachten wir also das Wirken der Natur weiter.



Touristisch macht die Inselregierung verstärkt Werbung und Promotion. Ob es auf der gerade zu Ende gegangenen Touristikmesse ITB in Berlin oder in Form eines neuen El Hierro-Video ist.
Das Hauptkontingent der Gäste von den Nachbarinseln bleibt und muß aus wirtschaftlichen Gründen Zuhause bleiben.

Die ausländischen Gäste werden durch die schlechten und umständlichen Verkehrsanbindung abgeschreckt. Schade für die Insel !

Auch unsere für Mai 2013 vorgesehene Exkursion ( ich hatte über 30 Interessenten) ist zunächst daran gescheitert.
An diesem Punkt muß gearbeitet werden. Der Wille und die Energie ist vorhanden. Es ist mein Wunsch und mein Bestreben allen Lesern nicht nur hier im Blog mit Bildern, sondern in Natura vor Ort, die Schönheit dieser Insel zu zeigen.
Bis zum September-Termin werden wir es aber irgendwie schon schaffen und uns persönlich begrüßen können.

Zu dem Alternativprogramm vom 3.- 17.Mai 2013 auf La Palma werde ich nächste Woche noch weitere Einzelheiten mitteilen.

Noch einen schönen Samstag (heute auf La Palma 20,5°C und leichte Bewölkung) und bis Morgen dann.

Freitag, 8. März 2013

El Hierro und Venezuela

NEWS: Keine neuen Bebenaktivitäten in den letzten 24 Stunden.


Was hat El Hierro mit Hugo Chavez und Venezuela zu tun ?  Sehr viel !


Der langjährige Staatspräsident (Foto Flickr/ comunismo), auch Comandante genannt, starb vor wenigen Tagen an einem Krebsleiden.
Seit Jahrhunderten war Südamerika ein bevorzugtes Auswanderungsland der Canarios. Ob Missernten durch Regenmangel oder Heuschreckenplagen oder sonstige Not - viele Insulaner wagten in der Neuen Welt einen Neuanfang. Bevorzugte Ziele waren Kuba und eben Venezuela. Um 1960 erfolgte die letzte große Auswanderungswelle Richtung Venezuela. Rund 7000 Canarios packten ihre Koffer um im aufstrebenden und ölreichen Venezuela ihr Glück zu finden. Viele wurden mit Rinderzucht und Landwirtschaft oder im Ölgeschäft vermögend.

Als 1999 der kommunistische Revoluzzer und Weggefährte Fidel Castros, Hugo Chavez an die Macht kam, begann der Verteilungsprozess von oben nach unten. Ausländische Großkonzerne wurden enteignet und neue Machtverhältnisse geschaffen.

Er war der Mann des Volkes und wurde dreimal zum Staatspräsidenten gewählt. Die aufkommende Korruption, Erpressung und hohe Kriminalität zwang jedoch viele Canarios wieder zurück in ihre alte Heimat zu gehen.
Die großen Gewinne aus dem Ölreichtum versickerten im Korruptionsstrudel und kamen nicht beim Volk an. Das veranlasste auch viele Venezulaner auf die Kanaren Auszuwandern. Sie stellen heute den größten Ausländeranteil dar.

Nach Schätzungen hat heute fast jede kanarische Familie eine verwandtschaftliche Beziehung nach Südamerika. Venezuela wird auch als "8. Kanarische Insel" bezeichnet. Jede Aktivität in Venezuela wird hier sehr genau in der Presse und TV mitverfolgt.

Was könnte nun nach dem Tode von Hugo Chavez passieren.
Je nach zukünftiger politischer Konstellation könnten die inzwischen meist bereits eingebürgerten Venezulaner wieder zurück in ihre Heimat gehen. Es wäre eine größere Rückwanderungswelle.
Die wirtschaftliche Situation auf den Kanaren ist alles andere als berauschend, was natürlich auch Canarios wieder zu diesem Schritt bewegen könnte.
Es bleibt jetzt einfach einmal abzuwarten und zu beobachten, ob sich in Venezuela tatsächlich etwas ändert und eine Basis für ein normales und zukünftiges Leben bietet.


Donnerstag, 7. März 2013

El Hierro Vulkan - alles beim Alten

NEWS:

In den vergangenen Stunden wieder 3 Beben. Um 18.50 Uhr ein ML1,5 - um 23.31 Uhr von ML2,0 (IGN Grafik links) in 20 bzw.22 km Tiefe an der Westspitze. In der Nacht dann noch ein ML1,8 Erdstoß um 2.04 Uhr im Golfo in 10 km Tiefe. Die Lagen und die Tiefen sind die altbekannten Ausgangszentren. Es gibt im Grunde keine Veränderungen zu verzeichnen. Auch die Bodenverformung bleibt erhalten mit leicht rückläufiger Tendenz.

Die Tauchgebiete um den Eldiscreto im Süden erholen sich weiter. Regelmässig wird das auch von einer Tauchschule in La Restinga dokumentiert. Das Eruptionsgebiet ist nach wie vor Sperrgebiet (1 Seemeile). Hier gibt es die neuesten Aufnahmen vom Februar 2013 im Video von Fandiving