NEWS:
Heute wollte ich eigentlich über etwas ganz anderes berichten. Aber die Aktualität geht vor. In den letzten 24 Stunden hatten wir 8 Erdstöße. Allein heute in den frühen Morgenstunden 4 Beben. Das Seismogramm (links) zeigt nur die 60 Minuten zwischen 6.00 und 7.00 Uhr an. Der kräftige blaue Ausschlag um 6.36 Uhr war ein ML1,9 in 11 km Tiefe. Die kleinen Ausschläge wurden vom IGN nicht erfasst.
Die Lage verteilt sich über die gesamte Magmahauptkammer im Golfo bis in den Süden. Der Schwerpunkt bildet allerdings der Bereich um den alten Vulkanberg Tanganasoga. Die Tiefe variiert zwischen 10 und 13 km. Die Erdstöße sind schwach zwischen ML0,8 und 1,9. Also keine Beeinträchtigung oder spürbare Erschütterungen auf der Inseloberfläche.
Ob dies der Auftakt zu einer neuen Serie wird, kann erst im Laufe des Tages eingeschätzt werden. Es ist wieder eine der typischen Launen unseres Vulkan. Nach den Schwarmbeben vor einigen Wochen war er entspannt. Jetzt hat sich wieder neue Energie aufgebaut, die nun freigesetzt wird.
Heute möchte ich Ihnen noch eine andere Aufzeichnung der Beben vorstellen. Es ist der gleiche Zeitraum zwischen 6.00 und 7.00 Uhr heute Morgen. Hier werden die Frequenzen (Hz) der Erdstöße erfasst. es zeigt die spektrale Leistungsdichte auch PSD (power spectral density) genannt. Mit diesen Daten kann die Verteilung der spektralen Anteile einer Schwingungsleistung über das beobachtete Frequenzspektrum erkannt werden. Eine viel benutzte Aufzeichnungsart der Geologen. Nach dem wir aber keine Wissenschaftler sind, bleibe ich bei unserem übersichtlichen Seismogramm von ganz oben.
Samstag, 26. Januar 2013
El Hierro Vulkan - beginnt der nächste Intervall ?
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Freitag, 25. Januar 2013
El Hierro Vulkan - Hoffen oder Bangen ?
NEWS:
18.16 Uhr - Heute bereits zwei weitere Erdstöße um 13.56 und 14.32 Uhr mit ML1,8 in 10 km Tiefe unter dem Tanganasoga und ML1,7 an der Golfoküste.
Nun - denn doch noch ein Beben. Auch durch die trügerische Ruhe über mehrere Tage darf man sich nicht täuschen lassen. Gestern gab es wieder ein ML2,3 Beben um 12.32 Uhr in 17 km Tiefe unter dem Tanganasoga. Noch mehrere Kleinbeben wurden aufgezeichnet, die allerdings in der IGN Statistik nicht ausgewertet wurden oder eine andere Ursache hatten. Die GPS Verformungswerte gehen insgesamt leicht zurück. Mit Ausnahme der Stationen HI10 bei Sabinosa im Golfo und HI03 bei Tacaron im Süden. Hier steigt die Bodenverformung weiter an.
Was wir eigentlich schon längst wissen, wurde nun gestern in der Fachzeitschrift Scientific Reports bzw. Natur veröffentlicht. Das Ergebnis der Forschungsarbeiten der Universität von Las Palmas (ULPGC) und des Spanischen Institut für Oceanography (IEO) zum Umfeld der Eldiscreto Eruption 2011. In mehreren Forschungs- und Untersuchungsreihen mit den Schiffen Margalef, Cornide und Saavedra über einen Zeitraum von 6 Monaten wurde eine extreme Versauerung und Überdüngung des südlichen Meer um El Hierro festgestellt.
Von der Unterwasser Eruption wurden die physikalisch-chemische Eigenschaft des Wassers schwer beeinträchtigt. Durch die magmatische Emission wurde der Kalziumkarbonat-Gehalt beeinflusst. Dies hatte eine starke Abnahme der Ph-Werte zur Folge - das Meereswasser wurde "Sauer". Dadurch sank der Sauerstoffgehalt und löste das umfangreiche Fischsterben aus. Die Flora und Fauna wurde stark geschädigt.
Wie das aber in der Natur so oft ist, wurden durch die Überdüngung neue Nahrungsgrundlagen geschaffen. Dies lockt neue Lebensarten an und sorgt über kurz oder lang für eine Regeneration der Unterwasserwelt. Vorgänge die sich über die Jahrmillionen schon oft erfolgreich wiederholt haben.
Auch die in der letzten Woche plötzlich auftretende grüne Meeresverfärbung muß in diesem Zusammenhang gesehen werden.
Interessant ist eine Äußerung des El Hierro Inselpräsidenten Alpidio Armas anlässlich einer Pressekonferenz mit Binter Canarias.
Trotz der ganzen Angst und den Erschwernissen um die Eldiscreto Vulkaneruption habe die Insel heute nichts Vorzeigbares aufzuweisen. Der Vulkankegel liege unter der Meeresoberfläche und sei noch Sperrgebiet. Nicht einmal Taucher hätten so die Chance den Vulkan zu begutachten. Wäre der Ausbruch an Land erfolgt, würden heute die Touristen in Massen herbeistürmen.
Die nach seiner Meinung übertriebene Warnstufe "Rot" hätte die Gäste nur abgeschreckt und das wirtschaftliche Desaster verursacht (Quelle Diario de Avisos).
Dem ersten Teil seiner Aussage kann man zustimmen. Andere Insel haben gezeigt, daß ein vorzeigbarer Vulkan durchaus Gäste anlockt. Bestes Beispiel ist der Touristenmagnet, die Vulkane San Antonio und Teneguia, hier auf La Palma. Tausende von Touristen besuchen und erwandern jährlich diese Vulkane. Man hat etwas daraus gemacht und nicht nur gejammert.
Was die Warnstufe betrifft, war sie durchaus berechtigt - ja sogar notwendig. Ende 2011 wußte keiner, nicht einmal der klügste Wissenschaftler, ob oder wo ein Vulkanausbruch erfolgt. Alle Anzeichen standen auf "Sturm". Die Entscheidung des Krisenstab "Pevolca" war richtig. Obwohl ich nicht immer alle Entscheidungen logisch nach vollziehen konnte.
Es ist die Pflicht der Behörden und auch des Präsidenten die Inselbevölkerung zu schützen und nicht durch Verharmlosung noch zusätzliche Touristen anzulocken. Die Sicherheit der Menschen geht vor wirtschaftlichen Interessen.
Es hätte auch anders kommen können. Die Folgen und der wirtschaftliche Schaden wären weitaus größer.
Glück im Unglück - aber die Vulkanaktivität ist noch nicht abgeschlossen. Vielleicht gibt es noch einen "Vorzeigevulkan" - draußen im Meer. Das könnte ich mir durchaus vorstellen.
Fakt ist: El Hierro wurde über die Grenzen hinaus bekannter, als "jüngste Vulkaninsel" der Kanaren. Die bisher schlummernden und für viele unbekannten Naturschönheiten des Archipel locken das Interesse und die Bereitschaft die Insel zu besuchen. Das wird sich in Zukunft wirtschaftlich auswirken.
Auch wenn in der Vergangenheit nicht alle mein Interesse und meine Botschaft verstanden haben , so gilt es jetzt gemeinsam an einem Strang zu ziehen.
Wie das Nationale Statistik Institut (INE) ermittelte beträgt die Arbeitslosenquote für Spanien jetzt 26%.
Vor allem die Jugend bis 25 Jahre ist betroffen. Hier liegt die Quote gar bei 55,1 Prozent.
Auf den Kanaren sieht es noch trüber aus. Die Gesamtarbeitslosigkeit beträgt nach den jüngsten Zahlen der kanarischen Istac vom Dezember 2012 - 32,96 %.
Wo soll das hinführen?
Es ist kein Licht am Horizont erkennbar. Kein Konzept das einen Ausweg aufzeigt. Die Madrider Regierung ist auf Sparen bedacht, um nicht noch weiter unter die Knute der EU Bürokratie zu geraden.
Die Verschwendungssucht der Vergangenheit rächt sich nun bitterlich. Das Land befindet sich in einer Art Schockstarre und Lethargie und hofft auf ein Wunder. Dieses Wunder wird aber wahrscheinlich nicht kommen.
Nur die Eigeninitiative dürfte zu einer Linderung verhelfen. Etwas Optimismus und das Verändern des eigenen Umfeldes. Jetzt anpacken und versuchen etwas selbst auf die Beine zu stellen, könnte vielleicht helfen.
So möchte ich abschließend die Stimmung und Lage hier zu Lande beschreiben.
18.16 Uhr - Heute bereits zwei weitere Erdstöße um 13.56 und 14.32 Uhr mit ML1,8 in 10 km Tiefe unter dem Tanganasoga und ML1,7 an der Golfoküste.
Nun - denn doch noch ein Beben. Auch durch die trügerische Ruhe über mehrere Tage darf man sich nicht täuschen lassen. Gestern gab es wieder ein ML2,3 Beben um 12.32 Uhr in 17 km Tiefe unter dem Tanganasoga. Noch mehrere Kleinbeben wurden aufgezeichnet, die allerdings in der IGN Statistik nicht ausgewertet wurden oder eine andere Ursache hatten. Die GPS Verformungswerte gehen insgesamt leicht zurück. Mit Ausnahme der Stationen HI10 bei Sabinosa im Golfo und HI03 bei Tacaron im Süden. Hier steigt die Bodenverformung weiter an.
Was wir eigentlich schon längst wissen, wurde nun gestern in der Fachzeitschrift Scientific Reports bzw. Natur veröffentlicht. Das Ergebnis der Forschungsarbeiten der Universität von Las Palmas (ULPGC) und des Spanischen Institut für Oceanography (IEO) zum Umfeld der Eldiscreto Eruption 2011. In mehreren Forschungs- und Untersuchungsreihen mit den Schiffen Margalef, Cornide und Saavedra über einen Zeitraum von 6 Monaten wurde eine extreme Versauerung und Überdüngung des südlichen Meer um El Hierro festgestellt.
Von der Unterwasser Eruption wurden die physikalisch-chemische Eigenschaft des Wassers schwer beeinträchtigt. Durch die magmatische Emission wurde der Kalziumkarbonat-Gehalt beeinflusst. Dies hatte eine starke Abnahme der Ph-Werte zur Folge - das Meereswasser wurde "Sauer". Dadurch sank der Sauerstoffgehalt und löste das umfangreiche Fischsterben aus. Die Flora und Fauna wurde stark geschädigt.
Wie das aber in der Natur so oft ist, wurden durch die Überdüngung neue Nahrungsgrundlagen geschaffen. Dies lockt neue Lebensarten an und sorgt über kurz oder lang für eine Regeneration der Unterwasserwelt. Vorgänge die sich über die Jahrmillionen schon oft erfolgreich wiederholt haben.
Auch die in der letzten Woche plötzlich auftretende grüne Meeresverfärbung muß in diesem Zusammenhang gesehen werden.
Interessant ist eine Äußerung des El Hierro Inselpräsidenten Alpidio Armas anlässlich einer Pressekonferenz mit Binter Canarias.
Trotz der ganzen Angst und den Erschwernissen um die Eldiscreto Vulkaneruption habe die Insel heute nichts Vorzeigbares aufzuweisen. Der Vulkankegel liege unter der Meeresoberfläche und sei noch Sperrgebiet. Nicht einmal Taucher hätten so die Chance den Vulkan zu begutachten. Wäre der Ausbruch an Land erfolgt, würden heute die Touristen in Massen herbeistürmen.
Die nach seiner Meinung übertriebene Warnstufe "Rot" hätte die Gäste nur abgeschreckt und das wirtschaftliche Desaster verursacht (Quelle Diario de Avisos).
Dem ersten Teil seiner Aussage kann man zustimmen. Andere Insel haben gezeigt, daß ein vorzeigbarer Vulkan durchaus Gäste anlockt. Bestes Beispiel ist der Touristenmagnet, die Vulkane San Antonio und Teneguia, hier auf La Palma. Tausende von Touristen besuchen und erwandern jährlich diese Vulkane. Man hat etwas daraus gemacht und nicht nur gejammert.
Was die Warnstufe betrifft, war sie durchaus berechtigt - ja sogar notwendig. Ende 2011 wußte keiner, nicht einmal der klügste Wissenschaftler, ob oder wo ein Vulkanausbruch erfolgt. Alle Anzeichen standen auf "Sturm". Die Entscheidung des Krisenstab "Pevolca" war richtig. Obwohl ich nicht immer alle Entscheidungen logisch nach vollziehen konnte.
Es ist die Pflicht der Behörden und auch des Präsidenten die Inselbevölkerung zu schützen und nicht durch Verharmlosung noch zusätzliche Touristen anzulocken. Die Sicherheit der Menschen geht vor wirtschaftlichen Interessen.
Es hätte auch anders kommen können. Die Folgen und der wirtschaftliche Schaden wären weitaus größer.
Glück im Unglück - aber die Vulkanaktivität ist noch nicht abgeschlossen. Vielleicht gibt es noch einen "Vorzeigevulkan" - draußen im Meer. Das könnte ich mir durchaus vorstellen.
Fakt ist: El Hierro wurde über die Grenzen hinaus bekannter, als "jüngste Vulkaninsel" der Kanaren. Die bisher schlummernden und für viele unbekannten Naturschönheiten des Archipel locken das Interesse und die Bereitschaft die Insel zu besuchen. Das wird sich in Zukunft wirtschaftlich auswirken.
Auch wenn in der Vergangenheit nicht alle mein Interesse und meine Botschaft verstanden haben , so gilt es jetzt gemeinsam an einem Strang zu ziehen.
Wirtschaftslage
Weitaus bedrohender und für einen stolzen Spanier als große Demütigung empfunden, ist der Niedergang der spanischen Wirtschaft. Die Arbeitslosenzahlen sind auf einen neuen Rekordwert geklettert.Wie das Nationale Statistik Institut (INE) ermittelte beträgt die Arbeitslosenquote für Spanien jetzt 26%.
Vor allem die Jugend bis 25 Jahre ist betroffen. Hier liegt die Quote gar bei 55,1 Prozent.
Auf den Kanaren sieht es noch trüber aus. Die Gesamtarbeitslosigkeit beträgt nach den jüngsten Zahlen der kanarischen Istac vom Dezember 2012 - 32,96 %.
Wo soll das hinführen?
Es ist kein Licht am Horizont erkennbar. Kein Konzept das einen Ausweg aufzeigt. Die Madrider Regierung ist auf Sparen bedacht, um nicht noch weiter unter die Knute der EU Bürokratie zu geraden.
Die Verschwendungssucht der Vergangenheit rächt sich nun bitterlich. Das Land befindet sich in einer Art Schockstarre und Lethargie und hofft auf ein Wunder. Dieses Wunder wird aber wahrscheinlich nicht kommen.
Nur die Eigeninitiative dürfte zu einer Linderung verhelfen. Etwas Optimismus und das Verändern des eigenen Umfeldes. Jetzt anpacken und versuchen etwas selbst auf die Beine zu stellen, könnte vielleicht helfen.
So möchte ich abschließend die Stimmung und Lage hier zu Lande beschreiben.
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Donnerstag, 24. Januar 2013
El Hierro - neuer Rother-Wanderführer erschienen
NEWS:
14.09 Uhr - kaum spricht man von Ruhe ist es schon wieder vorbei. Ein ML2,3 Beben um 12.32 Uhr in 17 km Tiefe unter dem Tanganasoga.
11.21 Uhr - Alles bleibt ruhig. Keine weiteren Aktivitäten nun bereits seit 4 Tagen. Ob diese Ruhe von Dauer ist wird sich noch zeigen.
Der neue Rother Wanderführer ist erschienen
Vielen Kanarenbesucher bekannt sind die Wanderführer von Klaus und Annette Wolfsperger - erschienen im Rother Verlag.
Nun gibt es seit einigen Tagen den neuen und überarbeiteten El Hierro Wanderführer. Der alte Wanderführer aus dem Jahre 2003 war in die Zeit gekommen und nicht mehr aktuell. Viele beschriebenen Wege endeten durch neue Wege- und Straßenführungen oft in der Pampa.
Jetzt sind wir wieder UpToDate und kommen ohne große Umwege an das gewünschte Ziel.
Klaus Wolfsperger beschreibt Kurzwanderungen von 2 Stunden Wanderzeit, aber auch "Ochsentouren" quer über die Insel von bis zu 8 Stunden Dauer. Berücksichtigt werden muß, daß alle Stundenangaben reine Wanderzeiten sind. Pausen und vielleicht interessante Seitenschlenker sind nicht eingerechnet. Aus meiner Erfahrung rechne ich gleich eine Zuschlag von 50% mit ein und bin damit bisher gut gelaufen.
Auch die Höhenangaben sind bei jeder Tour enthalten. Insgesamt 42 Wandervorschläge in alle Höhenlagen dieser kleinen Insel wurden aufgenommen. Viele Rundwanderwege, da oft kein öffentliche Nahverkehr vorhanden ist, sind positiv zu werten. So bleibt das oft mühselige Planen und Suchen nach einer Rück-Transportmöglichkeit erspart. Für den modernen Wanderer der sich der GPS Navigation bedienen möchte, gibt es alle GPS-Daten über einen Code zum kostenlosen Download.
Ich habe den neuen Wanderführer noch nicht in der Praxis getestet, sondern nur überflogen. Kenne allerdings viele Strecken und denke, daß er passt.
Insgesamt ein gelungenes Werk und zu empfehlen. Besonders in Verbindung mit der Freytag&Berndt Wanderkarte, an der Klaus Wolfsberger mitgearbeitet hat, dürfte auch der "Gelegenheitswanderer" gut zurecht kommen.
Der Wanderführer ist ab sofort im Handel und über die Versandhändler wie z.B. Amazon zu erhalten. Links in der Seitenleiste habe ich es verlinkt. Dort ist auch ein Blick ins Buch für ein kurzes Einlesen möglich.
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Mittwoch, 23. Januar 2013
El Hierro Vulkan - einfach nur Ruhe
NEWS:
14.02 Uhr - keine neuen Vulkan-Aktivitäten unter El Hierro sind zu vermelden. Zeit sich wieder etwas der Entstehungsgeschichte der Kanaren und den vergangenen Vulkanausbrüchen zuzuwenden.
Bei der Haupteruption des Duraznero am 30.7.1949 bildete sich in einer Mulde dieser 600x900 Meter große Lavasee. Erst als er überlief floss die Lava Richtung Osten (linker Bildrand) durch das Gemeindegebiet von Mazo bis kurz vor die Küste, bevor der Nachschub versiegte.
Die Tiefe dieses See - die Lavaschicht - soll mehr als 20 Meter betragen. Über einen schmalen Pfad ist der Lavasee begehbar. Durch die Sonnenreflektion und das Speichervermögen der schwarzen Lava verspürt der Wanderer deutlich die aufsteigende Wärme. Zudem ist die Seeoberfläche durch seine Lage windgeschützt. Die Temperaturunterschiede können auf engstem Raum bis zu 10°C betragen.
In unmittelbarer Nähe, ca. 700 m entfernt, haben wir den beindruckensten Vulkankrater des Hoyo Negro (schwarzes Loch). Durch eine phreatomagmatische Explosion am 12.7.1949 wurde dieses Loch aufgerissen.
"Die phreatomagmatische Explosion bezeichnet in der Vulkanologie eine vulkanische Explosion, die aus dem direkten Kontakt von heißer Gesteinsschmelze (Magma oder Lava) oder heißen pyroklastischen Dichteströmen mit externen Wässern (Grundwasser, Oberflächenwasser, Meerwasser, hydrothermale Wässer und Wasser von Seen oder mit einem Gletscher) resultiert" - nach Prof. Wikipedia.
Von wo allerdings das Wasser in dieser Höhe her kommen sollte, ist mir rätselhaft. Entweder war es eindringendes Meereswasser in 2000 Meter Tiefe oder doch eine Wasserader. Im nur wenige Kilometer entfernten Vulkan Martin (1602 m) gibt es tatsächlich eine Quelle, die allerdings im Sommer (Ausbruch war im Juli) kein Wasser führt.
Wie dem auch sei, beträgt die Krateröffnung mehr als 300 Meter im Durchmesser. Die Tiefe des Hoyo Negro liegt bei ca. 150 Meter. Es war 1949 nicht der erste Ausbruch des Hoyo Negro. Nur die obersten 5 m Lavaschicht stammen von dieser Eruption.
Die erwähnten Krater Duraznero, Hoyo Negro und noch ein dritter Krater, der Llano del Banco, bilden zusammen den schon öfter erwähnten Vulkan San Juan. Drei Vulkanschlote öffneten sich 1949 kurz hinter einander (Grafcan/Google Ansicht). Aber nur vom Llano del Banco floß die Lava (gelbe Pfeile) auf der Westseite bis zum Meer. Es entstand das vorgelagerte Plateau bei Puerto Naos, auf dem heute Bananen angebaut werden und der moderne Leuchtturm von Bombilla steht.
Beim Ausbruch des San Juan entstand damals 1949 ein Riss in der Inseloberfläche, der 50 Jahre später für so manche Theorie und Geschichte bis zum Abrutschen der Insel mit einem Mega-Tsunami sorgte. Dazu aber später mehr.
Das historische Foto unten (Quelle unbekannt) von 1949 zeigt die eruptive Phase.
14.02 Uhr - keine neuen Vulkan-Aktivitäten unter El Hierro sind zu vermelden. Zeit sich wieder etwas der Entstehungsgeschichte der Kanaren und den vergangenen Vulkanausbrüchen zuzuwenden.
4. Die Vulkane von La Palma
Ein erstarrter Lavasee und das mitten auf La Palma. Man stolpert nicht so einfach darüber, sondern muss erst vom Refugium El Pilar (1440m) in 3 Stunden anstrengendem Fußmarsch mit knapp 500 Meter Höhenunterschied zum Vulkan Duraznero (1902 m) aufsteigen. Damit will ich mich nun in Fortsetzung, der jüngeren Vulkanvergangenheit von La Palma widmen. Der Duraznero liegt an der so genannten "Großen Vulkanroute" die an vielen weiteren Vulkanen vorbeiführt und in Fuencaliente im Süden nach 19,4 km endet.Bei der Haupteruption des Duraznero am 30.7.1949 bildete sich in einer Mulde dieser 600x900 Meter große Lavasee. Erst als er überlief floss die Lava Richtung Osten (linker Bildrand) durch das Gemeindegebiet von Mazo bis kurz vor die Küste, bevor der Nachschub versiegte.
Die Tiefe dieses See - die Lavaschicht - soll mehr als 20 Meter betragen. Über einen schmalen Pfad ist der Lavasee begehbar. Durch die Sonnenreflektion und das Speichervermögen der schwarzen Lava verspürt der Wanderer deutlich die aufsteigende Wärme. Zudem ist die Seeoberfläche durch seine Lage windgeschützt. Die Temperaturunterschiede können auf engstem Raum bis zu 10°C betragen.
In unmittelbarer Nähe, ca. 700 m entfernt, haben wir den beindruckensten Vulkankrater des Hoyo Negro (schwarzes Loch). Durch eine phreatomagmatische Explosion am 12.7.1949 wurde dieses Loch aufgerissen.
"Die phreatomagmatische Explosion bezeichnet in der Vulkanologie eine vulkanische Explosion, die aus dem direkten Kontakt von heißer Gesteinsschmelze (Magma oder Lava) oder heißen pyroklastischen Dichteströmen mit externen Wässern (Grundwasser, Oberflächenwasser, Meerwasser, hydrothermale Wässer und Wasser von Seen oder mit einem Gletscher) resultiert" - nach Prof. Wikipedia.
Von wo allerdings das Wasser in dieser Höhe her kommen sollte, ist mir rätselhaft. Entweder war es eindringendes Meereswasser in 2000 Meter Tiefe oder doch eine Wasserader. Im nur wenige Kilometer entfernten Vulkan Martin (1602 m) gibt es tatsächlich eine Quelle, die allerdings im Sommer (Ausbruch war im Juli) kein Wasser führt.
Wie dem auch sei, beträgt die Krateröffnung mehr als 300 Meter im Durchmesser. Die Tiefe des Hoyo Negro liegt bei ca. 150 Meter. Es war 1949 nicht der erste Ausbruch des Hoyo Negro. Nur die obersten 5 m Lavaschicht stammen von dieser Eruption.
Die erwähnten Krater Duraznero, Hoyo Negro und noch ein dritter Krater, der Llano del Banco, bilden zusammen den schon öfter erwähnten Vulkan San Juan. Drei Vulkanschlote öffneten sich 1949 kurz hinter einander (Grafcan/Google Ansicht). Aber nur vom Llano del Banco floß die Lava (gelbe Pfeile) auf der Westseite bis zum Meer. Es entstand das vorgelagerte Plateau bei Puerto Naos, auf dem heute Bananen angebaut werden und der moderne Leuchtturm von Bombilla steht.
Beim Ausbruch des San Juan entstand damals 1949 ein Riss in der Inseloberfläche, der 50 Jahre später für so manche Theorie und Geschichte bis zum Abrutschen der Insel mit einem Mega-Tsunami sorgte. Dazu aber später mehr.
Das historische Foto unten (Quelle unbekannt) von 1949 zeigt die eruptive Phase.
Dienstag, 22. Januar 2013
El Hierro Vulkan - immer sonnige Inseln ?
NEWS:
Wer es so glaubt, soll es ruhig glauben. In der Praxis sieht es oft aber etwas anders aus. Für heute und morgen am Mittwoch hat der staatliche Wetterdienst AEMet alle Kanarischen Inseln auf "Gelb" gesetzt. Das ist die erste Unwetterwarnstufe.
Was dürfen wir erwarten: Der Regen wird mittelmässig ausfallen. Heute bisher auf La Palma 24,6 l/m² - ab Morgen dann starke Winde bis 80 km/h in den Anhöhen und eine kräftige Brandung mit hohem Wellengang. Die an der Küste ankommenden Wellen hinterlassen bereits seit 11.00 Uhr heute Morgen auf dem El Hierro Seismogramm ihre Spuren (Grafik unten). Die zunehmend dickeren Linien werden von den an den Inselsockel anklatschenden Wellen, die das ganze Inselmassiv in leichte Erschütterung bringen, aufgezeichnet. Optisch sieht die Bewegung wie ein leichter Tremor aus. Nur ist hier die Ursache eine ganz andere. Es gab in den letzten 24 Stunden keine weiteren Erdstöße.
Wer es so glaubt, soll es ruhig glauben. In der Praxis sieht es oft aber etwas anders aus. Für heute und morgen am Mittwoch hat der staatliche Wetterdienst AEMet alle Kanarischen Inseln auf "Gelb" gesetzt. Das ist die erste Unwetterwarnstufe.
Was dürfen wir erwarten: Der Regen wird mittelmässig ausfallen. Heute bisher auf La Palma 24,6 l/m² - ab Morgen dann starke Winde bis 80 km/h in den Anhöhen und eine kräftige Brandung mit hohem Wellengang. Die an der Küste ankommenden Wellen hinterlassen bereits seit 11.00 Uhr heute Morgen auf dem El Hierro Seismogramm ihre Spuren (Grafik unten). Die zunehmend dickeren Linien werden von den an den Inselsockel anklatschenden Wellen, die das ganze Inselmassiv in leichte Erschütterung bringen, aufgezeichnet. Optisch sieht die Bewegung wie ein leichter Tremor aus. Nur ist hier die Ursache eine ganz andere. Es gab in den letzten 24 Stunden keine weiteren Erdstöße.
Wir sind natürlich froh um den Regen - die zur Zeit auf den Inseln weilenden Gäste weniger. Jeder Besucher wünscht sich Sonnenschein und erst ab nächster Woche nach seiner Abreise Regen. So kämen wir allerdings nie zu unserem Nass.
Ohne Regen gibt es kein Pflanzenwachstum und damit keine "grünen Inseln".
Die mögliche Regenzeit kann noch bis Ende Februar andauern. Bisher liegt unser Niederschlagpegel erst bei 450 l/m² für diesen Winter. Also ungefähr die Hälfte der gewünschten durchschnittlichen Regenmenge von 8- 900 l/m² auf der Ostseite von La Palma zum Beispiel.
Für unsere Exkursion 2013 im Mai nach El Hierro kann ich Ihnen allerdings schon heute zu 99 % Sonnenschein garantieren. Dafür brauchen wir keinen Meteorologen - hier reicht meine Erfahrung.
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