Donnerstag, 15. November 2012

El Hierro Vulkan - Ruhepause beendet

NEWS:

Nicht lange hat die Ruhepause angehalten. Wie gestern bereits vermutet, war es nur ein kleines Nickerchen - eine Verschnaufpause. Seit 22.13 Uhr in der vergangenen Nacht hat sich der Vulkan mit Erdstößen wieder zurück gemeldet. Bis jetzt mit 3 Beben bis ML2,3 im südlichen Inselbereich vor der Küste von El Julan im  Meeresbereich des "Mar de Las Calmas" (IGN Grafik links). Die Ausgangszone lag in einer Tiefe zwischen 14 und 19 km. Also in einem altbekannten Bereich der im Moment keine neuen Rückschlüsse zu lässt. Es bleibt jetzt abzuwarten ob die Intensität in den nächsten Stunden anhält oder ob es nur ein kurzes Intermezzo war. Aus der Vergangenheit wissen wir, daß gerade im südwestlichen Calmas Bereich um den Leuchtturm in 18 bis 20 km Tiefe ein Sperrschicht liegt, die vom heißen Magma nur schwer aufzuschmelzen ist.

Mittwoch, 14. November 2012

EL Hierro Vulkan - Ruhephase?

NEWS:
Die vergangenen Nacht verlief auf El Hierro ohne Beben. Es gab nur einen ML2,8 Erdstoß weit im Norden der Kanaren (Grafik). Auch wenn im Moment alles ruhig und friedlich auf der Insel aussieht, darf man sich nicht täuschen lassen. Zu oft erfolgten in der Vergangenheit nach einer Ruhephase kräftige Bebenwellen. Es gibt eindeutige Faktoren die für eine Fortsetzung der Aktivität sprechen. So bleibt die Bodenverformung mit kleinen Abweichungen konstant und zeigt einen anhaltenden Überdruck im Bereich der Magmahauptkammer. Diese Verschnaufpause kann nun einige Wochen oder auch Monate anhalten, bis sich die Aktivität wieder reaktiviert und spürbar wird. Niemand hätte im Juli 2011 an eine so lange Episode, die für die Kanaren ungewöhnlich ist, gedacht. Alle vergleichbaren Vulkanausbrüche der letzten 200 Jahre hatten ihr Pulver nach längstens 3 Monaten verschossen.


Bild: Gernot Keller, London (www.gernot-keller.com)
Lediglich 1730 bis 1736 dauerte ein Eruption im Nordosten von Lanzarote fast 6 Jahre an. Es war eine Spalteneruption mit einer Reihe von 32 Vulkan- schloten. Nach Schätzungen wurden in diesem Zeitraum an die 5 Kubikkilometer Lava an die Erdoberfläche befördert und 23 % der Insel mit Schlacke bedeckt. Dieses Gebiet "Montañas del Fuego" im Timanfaya Nationalpark ist heute der Besuchermagnet auf Lanzarote.
 
Wie vielleicht schon bemerkt wurde, habe ich seit einigen Tagen in der Seitenleiste meine neue "Schnäppchenseite" verlinkt.
Interessante Angebote - nicht nur materieller Art sondern auch geldsparende Tipps - für und um die Kanaren. Aber auch hilfreich Hinweise und Links für Leser aus Deutschland und den Nachbarländern, die z.B. eine günstige Pauschalreise oder eine Kreuzfahrt zu den Inseln planen.

Nicht jedes so genanntes "Schnäppchen" wird hier aufgenommen. Nur geprüfte, getestete oder zumindest nachvollziehbare Angebote finden Eingang. Es soll keine Verkaufsseite, sondern ein Rat- und Hinweisgeber werden, aus dem jeder Leser auch ehrlichen Nutzen ziehen kann.
Noch sind es nur wenige Angebote - das soll sich aber ändern. Wenn Sie also etwas Interessantes entdecken das erwähnt werden muß, schicken Sie mir eine Mail.
Unter Namensnennung werde ich die überprüfte Offerte dann veröffentlichen. Es sollte aber einen Bezug zu den Kanarischen Inseln haben.

Dienstag, 13. November 2012

El Hierro - Kanaren kontra Ölmulti

NEWS:
16.45 UHR (Kanarenzeit) - in 3 Stunden ist eine totale Sonnenfinsternis in Australien. Mit zu beobachten über das Gloria-Project der EU.

Unter El Hierro war es in der vergangenen Nacht ruhig. Es gab kein neues Beben.

Auf El Hierro wird jetzt aber erst einmal gestreikt. Für Mittwoch, den 14.11.2012 haben die Gewerkschaften einen Generalstreik ausgerufen. Dem Unmut gegen die starken Sozialkürzungen, Einschränkungen in vielen Lebensbereichen, die hohe Arbeitslosigkeit und dem Niedergang der Wirtschaft wird lautstark Luft gemacht.

Gegen wen richtet sich der Streik?
Primär zunächst einmal gegen die Madrider Regierung und gegen deren Politik "diktiert aus den Büros der Banken und Arbeitgeber" wie es aus der Verlautbarung der Gewerkschaft heißt. Aber auch gegen die Lokalpolitik die das Treiben in der Vergangenheit unterstützt und mit gemacht hat.

Wohlstand lässt sich auf Dauer nicht mit Subventionen und auf "Pump" finanzieren. Die Quittung kommt und der "kleine Bürger" darf zahlen. Eine alte Binsenweisheit - und warum sollte es hier jetzt anders sein?
Es ist ein großes Problem das nicht nur El Hierro, sondern alle kanarischen Inseln und das Festland betrifft. Ganz Spanien wurde vom Sog der Abwärtsspirale erfasst und das Ende der Spirale dürfte noch lange nicht erreicht sein.

Erdölförderung vor den Kanarischen Küsten



So könnte es nach dem Willen der Madrider Regierung und ihres für Energie zuständigen Industrieminister José Manuel Soria bald vor der Küste von Fuerteventura und Lanzarote aussehen (Foto: rebel / pixelio.de). Soria war früher Führungskraft beim Ölkonzern Repsol und anschließend von 2003 bis 2007 Inselpräsident von Gran Canaria. Das macht die überraschende Entscheidung noch delikater.
Geplant und inzwischen auch genehmigt sind Probebohrungen nach Öl und Gas, 61 Kilometer vor der Küste der Kanaren Richtung Westafrika.
Experten des multinationalen Konzerns Repsol sind sich sicher, vor den Kanaren ein riesiges Erdölfeld entdeckt zu haben.

Repsol S.A. (bis Mai 2012 Repsol YPF, S.A.) mit Sitz in Madrid ist ein börsennotierter integrierter Erdölkonzern mit Aktivitäten in 29 Ländern. Repsol ist Marktführer in Spanien und beschäftigt weltweit mehr als 25.000 Mitarbeiter. Es ist eines der zehn größten privaten Erdölunternehmen der Welt erzielte 2011 bei einem Jahresumsatz von 60,1 Mrd. € einen Nettogewinn von 2,5 Mrd. €. (Quelle: Wikipedia). Aber auch der Ölkonzern Woodsite und die deutsche RWE sind mit von der Partie.

Damit sind die Anwohner und die Touristikbranche aber nicht einverstanden. Ein Aufschrei geht durch die Medien.

Was ist, wenn es zu einem Unfall kommt?
Die dramatischen Folgen des Ölunfall im Golf von Mexico sind noch in guter Erinnerung. Tourismus - die wirtschaftliche Schlagader von Fuerteventura und Lanzarote - dann aber ade.
Und wie wirken sich überhaupt Bohrungen und eine Erdölförderung auf den vulkanischen Untergrund aus? Wird der Hotspot angeregt und kommt es dann früher zu Vulkanausbrüchen?

Fragen über Fragen. Zu den Teilaspekten und möglichen Gefahren sowie dem Hindergrund, will ich nach genauer Recherche in den nächsten Tagen näher eingehen.

Montag, 12. November 2012

El Hierro Vulkan - der Winter kommt

NEWS:

Die Bebenbilanz der letzten 10 Tage. Das durch den Geräteausfall verursachte Datenloch konnte von der IGN nicht wieder hergestellt werden.
Dies lässt sich aber verschmerzen, da in dieser knappen Woche wahrscheinlich auch keine größeren Aktivitäten vorlagen. Gestern in den frühen Morgenstunden einen schwachen ML1,7 Erdstoß. Die letzten 24 Stunden waren Bebenfrei.

Wetterumschwung 

Es ist nach dem Unwetter nun auf den Westinseln kühler geworden. Wir haben wieder unseren typischen Passatwind aus Nordosten. Heute um 7.00 Uhr auf meinem Thermometer 14,8°C bei stark bewölktem Himmel und 78 % Luftfeuchtigkeit. Mehr als +18°C dürften es heute auch in den Mittagsstunden nicht werden. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit liegt die gefühlte Temperatur noch darunter. Das veranlasste mich heute erstmals wieder unseren Holzofen an zuwerfen.

Dieses Wettermix wird hier als sehr unangenehm empfunden. In Deutschland mag man das sicher nicht so recht verstehen, aber kaum ein Haus ist hier mit einer Heizmöglichkeit ausgestattet. Zwei Pullover und Abends vielleicht die Flasche Rum können auch wärmen. Aber ein Ofen macht das Ganze dann doch gemütlicher. Hier ein Blick in mein Reich - rechts der Wärmespender.

Sonntag, 11. November 2012

El Hierro Vulkan - Eisensulfat als Fischfutter?

NEWS:

Nachdem wir nun auf fast alle Daten wieder zugreifen können (außer den Gaswerten) hier der aktuelle Stand. Zwei schwache Beben in der vergangenen Nacht. Um 23.32 Uhr ein ML1,8 in 12 km Tiefe am Tanagasoga (rot) und um 02.40 ein ML1,7 Erdstoß ebenfalls in 12 km Tiefe im Süden (rosa).
 
 

Eisensulfat als positiver Lebens- und Klimaveränderer?


Man nehme sieben Tonnen Eisensulfat, streue es großflächig über die Meeresoberfläche vor La Restinga und warte ab. So kurz und simple das Wunderrezept.
Nach kurzer Zeit wird durch die Eisendüngung eine starke Algenblüte ausgelöst. Die Algen entwickeln sich explosionsartig bis in 100 Meter Meerestiefe. Durch das vermehrte Nahrungsangebot werden zusätzlich Fische angelockt, die Artenvielfalt vermehrt sich. Die Fischer können wieder aus dem Vollen schöpfen.

Zusätzlich entziehen die Algen der Atmosphäre Treibhausgas, binden es in ihren Zellen, transportieren es auf den Meeresgrund und lagern es dort über hunderte von Jahren ab. Zwei positive Aspekte und auf den ersten Blick auch erfolgversprechend und nachvollziehbar.

Genau dieses Experiment wurde im Jahre 2004 von einer internationalen Forschergruppe im Südpolarmeer unter dem Namen "EIFEX" erfolgreich durchgeführt. Die Hälfte der durch die Algenblüte verursachte Biomasse versank getränkt mit Kohlendioxid auf den Meeresgrund wo es gebunden über eine lange Zeit verbleibt.

Wenn nun aber geschäftstüchtige Privatleute wie der US-Unternehmer George Russ, ein erklärter Umweltaktivist, auf eigene Faust in großem Stil die Meeresdüngung übernehmen und sich dafür bezahlen lassen wird die noch unerforschte Sache bedenklich. 100 Tonnen Eisensulfat hat er im Auftrag einer Ureinwohner Gemeinschaft, für 2,5 Millionen Dollar (lt. New York Times) vor den kanadischen Inseln Haida-Gwaii im Meer versenkt. Der immer mehr zurückgehende Lachsbestand vor der Küste sollte gestoppt und wieder vermehrt werden.

Ob das Experiment erfolgreich war, wird nicht berichtet. Es ist aber anzunehmen, daß sowohl die Vermehrung des Lachsbestandes als auch die Kohlendioxid Bindung den erwünschten Erfolg brachten.

Gefährlich werden diese Experimente, wenn sie vielerorts in großem Maßstab durchgeführt werden. Die Natur wird über kurz oder lang auf diese Eingriffe reagieren und vielleicht negativ und unumkehrlich das Leben auf der Erde beeinflussen. Es wäre nicht das erste Mal, daß der "schlaue" Mensch Dinge entwickelt und entdeckt, die sich später als Geisel der Menschheit heraus stellen. Die Entdeckung der Kernspaltung war zunächst auch eine Genietat. Was der Mensch daraus gemacht hat und wie gravierend unser Leben davon heute bedroht ist, können wir alle sehen.

Kontrollierte Forschung im begrenzten Umfeld "Ja" - eine Kommerzialisierung bei dem heutigen Wissensstand jedoch "Nein" - so möchte ich meinen Beitrag heute abschließen und zur Diskussion stellen.