Sonntag, 4. November 2012

El Hierro Vulkan - Zentrum Vulkanberg Tanganasoga

NEWS:
18.49 Uhr - Beben von ML2,3 in 19 km Tiefe La Dehesa/Golfo

Gestern gab es erstmals wieder ein etwas stärkeres Beben. Ein ML2,3 Erdstoß in 18,6 km Tiefe unter dem Bergmassiv von Sabinosa (Grafik).  Heute in der Nacht um 0.04 Uhr ein ML1,0 Beben in 10 km Tiefe an der Küste bei Tigaday im Golfo. Die Avcan Darstellung unten verdeutlicht die Bebenzentren seit Anbeginn der Krise. Begonnen hatten die Beben im Juli 2011 (Gelb) im Golfo, bevor sie nach Süden (Grün) zogen. Höhepunkt war im Oktober/November die Eruption des Eldiscreto. Im Juni/Juli 2012 lag das Bebenzentrum (Rot) an der Südwestspitze. Heute finden wir die meisten Erdstöße (Lila) im Inselinnern. Mittelpunkt von allen Beben ist der alte Vulkanberg Tanganasoga an der Golfo-Steilküste an dem alle Aktivitäten sternförmig zusammen laufen.

Samstag, 3. November 2012

El Hierro - Wasser im Überfluss

NEWS:
13.22 Uhr - Beben von ML2,3 in 19 km Tiefe unter Bergmassiv bei Sabinosa (Golfo)


 
Das Wetter hält El Hierro weiter im Griff. Nach der Satellitenaufnahme von Sat24 verharrt das massive Wolkengebilde über den Kanarischen Inseln. Auch für die nächsten Tage ist mit keiner großen Besserung zu rechnen. Erst ab Dienstag soll der Wind auf Nordost drehen und dann könnte ein Hoch aus dem Norden vorrücken. Die Niederschlags- mengen sind enorm. Allein gestern fielen innerhalb von 24 Stunden in El Pinar 109 l/m² und in Valverde 105 l/m². Diese bisher 4-tägige Regenperiode hat bereits mehr Wasser gebracht, als im ganzen Vorjahr zusammen gerechnet.
 
Jetzt stellen sich auch Probleme mit der Stromversorgung ein. Das doch sehr improvisierte Leitungsnetz hält den Sturm und das Wasser auf Dauer nicht aus. In Sabinosa kam es zu ersten Stromausfällen.

Diese Stromausfälle werden mit Fortdauer des Unwetter weiter zu nehmen. Es ist ein Problem das alle Inseln betrifft und in früheren Jahren bereits beim geringsten Regen zu Ausfällen geführt hat. Das Ganze hat sich inzwischen aber etwas gebessert. Der Monopolist Endesa/Unelco investiert auch nur das Notwendigste in neue Verbindungen. Selbst als Laie kann man solch einen Kabelsalat (Foto) nur verwunderlich bestaunen und sich wahrlich wundern, daß hier überhaupt noch Strom durch die Leitung fließt. Es ist der krasse Gegensatz von Steinzeit zu moderner Neuzeit, die über ein marodes Leitungssystem  Hightech Kommunikationssysteme wie Wifi oder den alternativen Gorona-Strom betreiben möchte. Hier wurde eine Entwicklungsphase übersprungen, die sich hoffentlich später nicht noch Rächen wird.
 

Der Vulkan hält Ruhe. Wir hatten gestern 2 Beben (rosa + blau) am Tanganasoga und im Golfo bis ML1,6. Die Tiefe lag bei 9 und 14 km Tiefe. Die Bodenverformung bleibt stabil auf hohem Niveau. Auch die Gaswerte scheinen im Normalmass zu liegen, bzw. lassen sich zur Zeit wegen der Wetterunbilden nur schwer messen.

Freitag, 2. November 2012

El Hierro - die Niagara Falls im Golfo

NEWS:

Diesen Anblick möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Unzählige Wasserfälle und Rinnsale von der bis zu 1000 Meter hohen Abruchkante im Golfo. Susie war so nett uns diesen Schnappschuss einzufangen (ein Dankeschön). Durch die extremen Regenfälle der vergangenen Tage (über 250 l/m²) sucht sich das Wasser von der Hochebene den direkten Weg zum Meer - und der führt geradewegs über die Steilwand ins Golfotal. So beeindruckend diese Wasserfälle auch aussehen, verbirgt sich dahinter als Folge aber auch die Gefahr von Schlammlawinen, Steinschlag und Felsrutsch. Das poröse verwitterte vulkanische Gestein ist besonders anfällig für Erosion. Die Zugangsstraße zum Golfotunnel musste bereits zeitweise wegen Murenabgänge gesperrt werden.

... und ein Ende des "Unwetter" ist nicht abzusehen. Für alle Kanarischen Westinseln gilt die Warnstufe "Gelb" und für Teile von La Palma und Teneriffa sogar "Orange". Bis mindestens Anfang nächster Woche wird es weiter "Schütten" so die Metereologen - mit kräftigen Niederschlägen (100 l in 12 Std.) und Windböen bis 90 km/h. Schade für die zur Zeit auf der Insel verweilenden Touristen. Machen Sie das "Beste" daraus. An Wandern ist natürlich jetzt nicht zu denken, viele Wanderwege sind gesperrt und auch zu gefährlich. Auf jeden Regen folgt aber auch Sonnenschein. Nach dem Regen werden Sie eine aufblühende Natur auf El Hierro erleben, die Seltenheitswert hat. Urplötzlich verwandelt sich dann die Hochebene in ein saftiges Grün und im Norden des Golfotal öffnen sich unzählige gelbe Blüten.

In der vergangenen Nacht um 1.50 Uhr ein Erdstoß von ML1,6 im Golfo (im Meer vor Sabinosa) in 9 km Tiefe und gestern ein Beben von ML1,9 im Westteil (siehe IGN Grafik) in 18 km Tiefe. An dieser Stelle befindet sich das Inselheiligtum, die kleine Kapelle der "Nuestra Senora de los Reyes". Wenn ihr Weg sie dorthin führt habe ich für Gäste einen Tipp. Bitten sie im kleinen Souvenir-Laden den Pächter Carlos, ihnen seinen selbstgebauten Seismografen im Nebenzimmer zu zeigen. Sie werden erstaunt sein.
 

Donnerstag, 1. November 2012

El Hierro - das Unwetter und die Folgen

NEWS:
16.34 Uhr - Beben von ML1,9 in 21 km Tiefe an Land unter dem Westzipfel.

Das Wetter ist auch auf El Hierro heute das Gesprächsthema Nr.1. Nach zwei entbehrungsreichen Jahren mit extremer Trockenheit will der Wettergott nun alles auf einmal nachholen. Gestern wurden in Valverde innerhalb von 12 Stunden 96 Liter pro m² gemessen. So schön der Regen aber auch ist, das Maß der Menge und der Zeitfaktor ist entscheidend. Auf den ausgetrockneten und steinharten Böden hat das Regenwasser kaum die Möglichkeit schnell einzudringen und fließt oberirdisch ab. Wertvoller Mutterboden wird ab geschwemmt und es kommt zu Steinschlag und in der Folge zu Erdrutsch. Gestern mussten eine Reihe von Straßen und das Golfotunnel "Roquillos" daher gesperrt werden. Wie das Kanarische TV (RTVC Foto) berichtet verwandelten sich die rund 1000 m hohen Felswände im Golfotal in Cascaden mit Dutzenden von Wasserfällen. (leider kein Foto vorhanden).
So soll es in abgeschwächter Form bis mindestens kommenden Sonntag weitergehen. Durch die aus der Karibik heran geführte warme Luft (24°-25°C) und die Kaltluft in höheren Luftschichten, wird das "Unwetter" regional auch von Blitz und Donner begleitet.
 
Freuen wir uns über das momentane Wetter ?
Im Grunde ist diese Frage mit einem uneingeschränkten "Ja" zu beantworten. Als kleiner Wermutstropfen bleiben allerdings die weniger erfreulichen Begleitumstände. Nicht alles kann und will die Natur passgenau dem Menschen präsentieren. Hier zeigt sich wieder die Hilflosigkeit der Erdenmenschen (auch gut so) denen nur bei diesen Naturschauspielen ein Platz auf der Zuschauertribüne oder besser hinter der Fensterscheibe verbleibt. 
 


Auch wenn unser Vulkan heute nicht die Hauptrolle spielt, bleibt er weiter rege. Zur Zeit ist aus dem Seismogram schwer herauszulesen, welche Erschütterung vulkanischen Ursprung und welche durch Steinschlag, Erdrutsch oder herabstürzendes Wasser ausgelöst werden. Dies übernimmt aber die IGN Zentrale in Madrid und hat für gestern 3 Beben lokalisiert (rot). Das Spektrum erstreckt sich über den kompletten Südwest-Bereich und erfasste als stärksten Erdstoß ein ML1,9 Beben im Inselinnern beim Tanganasoga in 21 km Tiefe. 

Mittwoch, 31. Oktober 2012

El Hierro - die Natur macht was sie will

NEWS:
9.06 Uhr - Erdstoß von ML1,9 in 21 km Tiefe am Tanganasoga

Auch am Dienstag 3 Beben bis ML1,8. An der Westspitze (blau) in 21 km Tiefe und im Golfo in 9 km Tiefe.
Bereits heute Morgen weitere Erdstöße (siehe Grafik links) die allerdings von der IGN noch nicht ausgewertet wurden.

Wenn Sie sich links die Seismo Aufzeichnung von La Palma vom gestrigen Tag anschauen, fällt Sonderbares auf. Ab 13.30 Uhr wird die Strichlinie (grün) immer dicker. Ein untrügliches Zeichen für ein Bebenzittern mit zunehmender Tendenz. Man nennt das Ganze auch "Tremor". Kleine Beben die sich so eng aneinander reihen, daß sie ein breites Band ergeben. Der Seismograf zeichnet alle Erschütterungen auf. Nicht nur vulkanische Beben sondern auch Erdrutsche oder die Vibrationen die von schweren Baumaschinen verursacht werden.
Gestern um die Mittagszeit setzte auf La Palma ein sintflutartiger Regen ein der innerhalb kürzester Zeit die Barrancos (Schluchten) mit Wasser füllte. Die sonst trockenen Barrancos verwandelnden sich in Minutenschnelle in reissende Ströme und das Wasser schoss aus den Bergen Richtung Meer. Die dadurch verursachten Erschütterungen wurden als Tremor aufgezeichnet.
 
Womit wir beim Wetter sind. Am schlimmsten hat es La Palma erwischt. Gestern Stürme bis 120 km/h und kräftiger Niederschlag. Der Flugplatz musste geschlossen werden und die für jeden Dienstag eingeplante Visite des Kreuzfahrtschiff "AIDAsol" endete bereits vor der Hafeneinfahrt. Die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma stand unter Wasser und es gab große Schäden in den nördlichen Bananenplantagen.
Heute Morgen hat sich der Wind gelegt, aber es gießt weiter aus Kübeln. Weitere Infos dazu auf meiner La Palma Seite.

Nicht ganz so extrem hat es El Hierro erwischt. Aber auch hier liegt heute die Regenwahrscheinlichkeit bei 100%. Die Insel wird also endlich auch das langersehnte Nass ab bekommen.