Montag, 8. Oktober 2012

El Hierro Vulkan - Rückgang der Bodenverformung

NEWS:

Nach den jüngsten GPS Messungen ist die Bodenverformung an allen südlichen Messpunkten zurück gegangen. Der Rückgang betrug bis zu 2 cm. Wohin der Druck entweicht ist im Moment noch nicht feststellbar. Durchaus ist es möglich, daß die Magma weniger stark komprimierte Gesteinsschichten oder Hohlräume gefunden hat. Auch eine Entgasung über den Meeresboden ist möglich
Der Sonntag ist nach einem lebhaften Beginn mit 10 Beben bis ML2,0 für den restlichen Tag ruhig verlaufen. Insgesamt 15 Erdstöße mit Schwerpunkt um Sabinosa im Küsten- und Bergbereich beim Tanganasoga.







Nicht ganz so ruhig ging es vor einem Jahr unter El Hierro zu.

Rückblick 2011


Samstag, 8. Oktober 2011

El Hierro: Paukenschlag um Mitternacht

Kurz vor Mitternacht hat eine ganze Serie von starken Beben die Insel aus der Nachtruhe gerissen. Das kräftigste hatte eine Magnitude von 3,7 auf der Richterskala.
 
Das war der zweitstärkste Erdstoß der jemals auf El Hierro gemessen wurde.
Das Diagramm zeigt die Ausschläge des Seismometers kurz vor Mitternacht.
Es ist schon verhext, warum unser Vulkan immer in der Nacht so grummeln muß.
Inzwischen haben auch Vulkanologen des National Geografico Institut bei einer Anhörung eingeräumt, daß in den nächsten Tagen Erdbeben der Stärke 4,0 und mehr möglich sind und Erdrutsche und Steinschlag vermehrt auslösen können. Gestern gab es insgesamt 177 Erdstöße, heute Morgen wurden bereits über 60 registriert.

El Hierro: Beben der Stärke 4,3 auf der Richterskala

Erstmals hat ein Erdbeben auf El Hierro die Stärke von 4,0 auf der Richterskala überschritten. Um 20.34 Uhr bebte südwestlich von Restinga die Erde mit einer Stärke von 4,3.
Das Zentrum lag in 12,5 km Tiefe. Über Schäden oder Erdrutsche liegen noch keine Meldungen vor.

Sonntag, 7. Oktober 2012

El Hierro Vulkan - es wird lebhafter

NEWS:


Die Grafik oben kommt uns irgendwie bekannt vor. Heute Nacht um 2.28 Uhr ein Beben von ML2,0 in 13 km Tiefe. Es ist die alte Eldiscreto Eruptionsstelle im Süden. Aber auch sonst war einiges los. Gestern 23 Beben - heute bereits 10 weitere. Im Golfo bei Sabinosa in 9 - 11 km Tiefe, im Inselinnern in 18 - 20 km Tiefe und jetzt wieder neu an der Westspitze beim Leuchtturm in 20 km Tiefe. Das ganze Spektrum ist wieder am Rumoren. Auch auf den Nachbarinseln Teneriffa bis Fuerteventura gab es eine Reihe von Erdstößen bis ML2,8. Hier kamen die Beben meist aus großen Tiefen von 50 bis 70 km. Es zeigt sich wieder einmal, daß wir Alle (Kanaren) auf einem gemeinsamen Hotspot sitzen. Gespeist aus einem Topf der in großer Tiefe unter der Kanarischen Platte sitzt. Kommt er in Bewegung hat dies auch indirekt Auswirkungen auf die Bebenaktivität unter El Hierro.
 

Wie sah es denn genau vor einem Jahr aus - und hier beginne ich mit dem Rückblick auf 2011


Freitag, 7. Oktober 2011

El Hierro - Vulkan meldet sich zurück

Wie es aussieht hat unser Vulkan seine Siesta (dt. alltägliche Mittagsruhe) wieder beendet. Seit gestern und vor allem in der vergangenen Nacht räkelt und schüttelt er sich wieder verstärkt. Am Donnerstag kam es zu 152 Beben, das Stärkste - wie sollte es auch anders sein - heute morgen um 2.30 Uhr mit 3,6 auf der Richterskala. Es kann also wieder los gehen.
Ich wage jetzt einfach mal eine Prognose, auch wenn ich vielleicht völlig daneben liege. Dieses ständige Auf und Ab wird bis Ende Oktober so weiter gehen. Ganz nach dem Motto: Soll ich oder soll ich nicht ! - Das Showdown, also das Endspiel, werden wir Anfang bis Mitte November erleben. Dann schläft er ein oder wir können seinen Schwefeldampf riechen.

Das Cabildo (Inselregierung) hat gestern beschlossen, für den Nordtunnel "Los Roquillos" eine eingehend geotechnische Untersuchung durchführen zu lassen. Der Tunnel ist seit einigen Wochen wegen Erdrutsch und Steinschlag, die durch die Beben verursacht wurden, komplett gesperrt. Ohne ein Gutachten das die Sicherheit des Verkehrs begutachtet, bleibt er auch weiter geschlossen . 
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Samstag, 6. Oktober 2012

El Hierro Vulkan - zum Eldiscreto Jahrestag

NEWS:

... und so geht es weiter. Gestern 5 Erdstöße und heute bereits 7 Beben. Schwache Erschütterungen alle unter ML2,0. Als Schwerpunkt heute der Golfobereich vor der Küste von Sabinosa (IGN Auflistung links). Das Ausgangszentrum ist stabil und liegt bei 10 km Tiefe. Aber gestern und in der Nacht auch einige Beben unter dem Bergmassiv bei 20 und mehr Kilometer Tiefe.Es scheint im Moment kein Durchdringen oder Aufsteigen der Magma zu geben. Die Oberflächenverformung hat nach den jüngsten GPS Messungen um ca. 1 cm nachgelassen. Sie liegt aber immer noch auf hohem Niveau und deutet nicht auf eine grundsätzliche Druckentlastung hin.

Zum Jahrestag der Eldiscreto Eruption findet vom 10. - 15. Oktober 2012 eine Internationale Konferenz unter dem Titel "Makavol El Hierro 2012" statt. 152 Wissenschaftler aus 20 Ländern  (Argentinien, Deutschland, Belgien, Kap Verde, Komoren, Costa Rica, Ecuador, Spanien, USA, Philippinen, Frankreich, Ungarn, Island, Italien, Japan, Nicaragua, Norwegen, Portugal, Schweiz und England) haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. In den nächsten Tagen werde ich auch einen kleinen Rückblick auf die doch dramatischen Tage vor einem Jahr starten und die Entwicklung des Eldiscreto Revue passieren lassen. Material und Fotos habe ich ja genug.
Hier noch ein Video von fotosaereasdecanarias. El Hierro aus der Hubschrauber- perspektive - etwas langatmig (über 1 Stunde) - das Einblick in jeden Winkel und der Schönheit der Insel gibt. Die Hintergrundmusik ist Irischer Folk, also keine Kanarische Folklore, gibt aber ein gutes Stimmungsbild zumindest von der Hochebene der Insel wieder. Auch bei mir werden auf der "Meseta de Nisdafe" im Gebiet um San Andres immer Erinnerungen an Irland wach gerufen. 

Freitag, 5. Oktober 2012

El Hierro Vulkan - Sommer oder schon Herbst?

NEWS:
15.02 Uhr - Beben von ML1,8 in 12 km Tiefe unter dem Tanganasoga


Alle reden vom Wetter - wir auch. Während es jetzt in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Oktober so langsam ungemütlich kalt und diesig wird, haben wir noch fast Hoch- sommer. Es soll sogar nach der Wetterprognose von Eltiempo in der nächsten Woche auf El Hierro bis zu 29°C (Karte oben) warm werden. Die Nacht- temperaturen liegen bei 20°C. Zeit sich Gedanken zu machen dem tristen nordeuropäischen Wetter-Alltag zu entfliehen und für einige Tage zu uns auf die Westkanaren zu kommen. Auf der Satellitenaufnahme von Eumetsat sind nur leichte Wolkenfetzen zu erkennen. El Hierro ist links unten von einem Wolkenband verdeckt. Regen ist nicht in Sicht - vielleicht am Montag ein paar Tröpfchen.
 

. Der Vulkan sorgt im Moment für keine großen Schlagzeilen. Er dümpelt und schafft im Verborgenen so langsam vor sich hin. Gestern wieder 6 Beben bis ML1,9. Die Zentren (rot) an der Golfoküste und westlich von El Pinar in bekannter Tiefe. Daß aber auch Vulkane das Wetter- und Klima in Europa verändern und maßgeblich beeinflussen können und dies auch schon gemacht haben, hat im Jahre 1783 der Laki auf Island gezeigt. Auch in Deutschland starben aufgrund der dramatischen Folgen tausende Menschen. Schwefeltröpfchen verschleierten das Sonnenlicht, ein so genannter großer Nebel hing über Europa. Drei Jahre lang gab es große Ernteausfälle - Hungersnöte brachen aus.
"Schlimmer noch wirkte das Gift: Der Schwefelschleier aus Island ließ Vögel in Massen tot vom Himmel fallen. Regentropfen brannten Löcher in die Haut geschorener Schafe. Der Säureregen ließ Pflanzen verwelken. Menschen erlitten Lungenkrankheiten, viele starben." - so ein Auszug aus Spiegel-Online unter dem Titel:  "Tödliche Säure aus Islands Vulkanen"

Donnerstag, 4. Oktober 2012

El Hierro Vulkan - jetzt wollen wir es aber Wissen

NEWS:

Am 21.10.12 veranstalteten die kreativen Köpfe vom Sportverein Nisdafe auf El Hierro, mit Unterstützung des Cabildos (Inselregierung) und des Ayuntamientos El Pinar, einen etwas ungewöhnlichen Schwimmwettkampf. Gegen Strömung und Wellen soll es von La Restinga kraulend bis zum Eldiscreto und zurück gehen. Etwas durchgeknallt? Wahrscheinlich nicht mehr als bei anderen Risiko und Extremsportarten.. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, Bojen werden gesetzt, Boote zur Sicherheit der Schwimmer eingewiesen, von der Logistik her scheinen sie alles im Griff zu haben, es gibt auch einen Plan B für den Fall von Wetter oder Vulkangezicke. Ihre Absicht ist es, Besuchern die Insel schmackhaft zu machen, zu demonstrieren, dass im Mar de las Calmas alles im grünen Bereich ist und Spass an dem sportlichen Ereignis zu haben. Die Arrmas Fährlinie bietet Sondertarife für die Teilnehmer und es hat, man höre und staune, 140 Anmeldungen gegeben, überwiegend von Teneriffa und Gran Canaria. Fast 100 Sportler werden die große Route von 6 km bis zum Eldiscreto schwimmen, für weitere 40, nicht ganz so Hartgesottene, wird eine kleinere Runde von 2500 m angeboten. Mehr zum Thema hier unter Programm - (Danke für den Hinweis an Karin).
 
Ja - auch ich habe im ersten Moment gestutzt als ich das gehört habe. Jetzt will man also aller Welt zeigen, wie harmlos - zumindest im Moment - unser Eldiscreto ist. Etwas Wagemut, Nervenkitzel und eine Portion Trotz - die typisch herrenische Art, legen die Veranstalter schon in die Waagschale. Tatsächlich ist es aber zur Zeit ungefährlich über den in 84 m Tiefe schlummernden Eldiscreto zu kraulen. Ich denke auch, daß der genaue Streckenverlauf nur an den Rand der immer noch existenten Sperrzone um den Eruptionspunkt führen wird.
Bemerkenswert ist aber, daß man nun endlich auch werbewirksam den Eldiscreto einsetzt und ihn nicht weiter als ungeliebtes Kind verdrängt.

Auch gestern hatten wir 14 Beben bis ML2,3. Die Lage unverändert um Sabinosa im Golfo in 9 bis 11 km Tiefe und unter dem Inselinnern westlich von El Pinar in rund 20 km Tiefe (siehe Avcan Grafik). Die seit Tagen gleiche Situation lässt vermuten, daß das Magma weiter bohrt und schafft, aber noch keinen Weg frei machen konnte um weiter zur Oberfläche vorzudringen. Die beständigen Beben und die doch hohen Druckverhältnisse lassen auch auf kein Abklingen der Aktivität im Untergrund deuten. Es ist eine der bekannten typischen "Zwischenphasen" bis dann über kurz oder lang erkennbar wird wohin der weitere Weg führt.