Sonntag, 1. April 2012

El Hierro - die Nachbar Vulkane

NEWS:


Daß es in der Nähe von El Hierro auch Vorzeige- vulkane gibt, das habe ich gestern am Beispiel La Palma gezeigt. Als kleiner Nachtrag noch ein paar Aufnahmen vom Vulkan Teneguia von Hartmut Rencker (Danke). Der dunkle Vulkan im Hindergrund ist der San Antonio.
Beide Vulkane sind auch gut zu besteigen. Wandervorschläge finden Sie unter Lapalma-Wanderrouten.
Ein neues Beben von ML1,7 gab es gestern Abend um 19.21 Uhr in 11 km Tiefe im Süden. Der Seenotkreuzer Salvamar Adhara war am Samstag mit Wissenschaftlern der Involcan und CSIC dabei, mit einer am Kabel herunter gelassenen Kamera an der Eruptionstelle Unterwasser Aufnahmen zu schießen. Das Ergebnis werden wir vielleicht in den nächsten Tagen zu sehen bekommen.

Samstag, 31. März 2012

El Hierro Vulkan - Zukunftsgedanken

NEWS: Beben um 19.21 Uhr von ML1,7 in 11 km Tiefe im Süden
Aus der IGN Grafik ist das Abflauen der Beben im März 2012 deutlich zu beobachten. Erfolgten zu Beginn des Monats noch bis zu 8 Erdstöße täglich, so war es gestern nur ein schwaches Beben. Der Eldiscreto scheint zur Ruhe zu kommen. Jedoch ist dies bei Vulkanen immer mit einer gewissen Vorsicht zu deuten. Aus der Geschichte wissen wir, daß sich so etwas schnell wieder ändern kann. Die zu beobachtenden Gasblasen über der Eruptionstelle könnten nach Meinung der IGN Entgasungen der ausgeworfenen Lava auf dem Meeresgrund sein und somit ein automatischer Vorgang nach einer Eruption.

Vulkane und Vulkangeschichte ist ja nichts Neues auf den Kanaren. 1971 hatten wir hier auf La Palma den Ausbruch des Teneguia. Er ist heute Touristenmagnet und Einnahmequelle für den Süden um die Gemeinde Fuencaliente. Touristisch erschlossen mit einem Wanderweg auf dem Kraterrand, hat der Besucher ohne große Kraftanstrengung und Kraxelei einen imposanten Einblick in die Vulkanologie. Daß es sich hierbei nicht um den jüngsten Teneguia, sondern um unseren Vorzeigevulkan San Antonio der bereits 1677 ausgebrochen ist handelt, bekommt der Gast nur so nebenbei mit. Vulkan ist eben Vulkan.
Allerdings ist vom Antonio auch ein Blick auf unseren Jüngsten, den darunter liegenden Teneguia zu erhaschen. Schwerer zugänglich und daher nur eine Randfigur, aber werbemässig der Aufhänger. Erst vor wenigen Tagen war ich wieder mit einer Reisegruppe vor Ort, wo auch diese Aufnahmen entstanden.
Ein Informationszentrum mit Schautafeln, Karten und alten und neuen Seismographen führen den Besucher in die Geschichte der Vulkanologie ein. Selbst die eigenen Schritte können als Ausschläge am Seismographen beobachtet werden. Eine Filmvorführung über den Teneguia Ausbruch, ein Café für eine kleine Pause und natürlich ein Souvenirladen lassen keine Wünsche mehr offen.

Dies nur als kleine Anregung für El Hierro. Hier fehlt wohl der Vorzeigevulkan (bis jetzt), aber mit etwas Phantasie und einigen guten kreativen Ideen lässt sich etwas ähnliches gestalten und Einnahmemöglichkeiten für die Bewohner von La Restinga erschließen.

Freitag, 30. März 2012

El Hierro Vulkan - Hesperides vor Ort

NEWS:
Gestern kreuzte das For- schungsschiff "Hesperides" über der Eruptionstelle. Die Hesperides wurde 1991 in Dienst gestellt und gehört zur spanischen Marine. Normal ist sie in der Antarktis unterwegs und kam nun im Rahmen des bis Mai andauernden Beobachtungszyklus verschiedener Schiffe auf die Kanaren. Inwieweit sie mit neuen Messergebnissen aufwarten kann, wird sich zeigen. Danke an Carlos Bernal für die Grafik. Gestern gab es keine weiteren Beben oder ungewöhnliche Beobachtungen.

Hier habe ich einmal eine Fotosequenz der Eruption vom 8. November 2011 nebeneinander gestellt. Sie zeigt die doch gewaltige erste Eruption des Eldiscreto. Diese Aufnahmen stammen aus dem Canarischen TV und wurden aus mehren Kilometer Entfernung aufgenommen.

Donnerstag, 29. März 2012

El Hierro Vulkan - und der Tourismus

NEWS: Nicht vergessen - Morgen läuft der "Besucher-Award" (rechte Seitenleiste) um 16.00 Uhr aus. Vielleicht können wir noch einige Stimmen dazu gewinnen - Danke.
Nach Tagen der Ruhe meldet sich Eldiscreto wieder zu Wort. In der vergangenen Nacht gab es drei Beben. Um 19.05 Uhr mit ML1,7 in 18 km Tiefe im Süden und um 19.24 und 1.38 Uhr mit ML1,9 und 1,5 in 29 bzw. 17 km Tiefe an der Westspitze (Grafik). Neu ist, daß sich die jüngsten Erdstöße vor dem unbewohnten Westzipfel der Insel ereignen. Am gestrigen Tag waren Gasaustritte und Verfärbungen der Meeresoberfläche über dem Eruptionspunkt zu beobachten.
Heute ist Streik auf El Hierro angesagt. Nicht für oder gegen den Vulkan, sondern ein spanienweiter Genaralstreik gegen die Sparpolitik und Sozialkürzungen der Madrider Regierung. Alle Flug- und Fährverbindungen dürften daher heute auch auf El Hierro eingeschränkt sein.

Zum Thema Tourismus und sinnvolle Vermarktung bzw. nicht genutzte Chancen durch das Cabildo (Inselregierung) von El Hierro, hatten wir gestern bereits einige interessante Beiträge.

Lassen wir heute Karin Kamm die direkt an der Nahtstelle vor Ort sitzt, die Dinge aus ihrer Sicht erzählen: 

El Hierro und die Urlaubspolitik 
 
Wer auch immer anonym von sich gibt, dass sie/er und die Insulaner keine Touristen wollen, möge doch netterweise erklären warum nicht, ich würde das so gern verstehen.. Sie/er ist sicher nicht das Sprachrohr für Supermärkte, Hotels, Restaurants, Autovermietungen, Landwirte, Kunsthandwerker, Putzpersonal, Hausvermieter.... Vielleicht eher für jene Einheimischen, die immer noch meinen, dass alles Böse von Aussen kommt, für die schon die Bewohner das Nachbardorfes "extranjeros" sind und überhaupt war früher alles besser.. Oder gehört sie/er zu den Residenten, die den alten Zeiten nachtrauern, als man als Ausländer für besonders intelligent gehalten wurde, weil man El Hierro überhaupt gefunden hatte, weder eine Strasse nach Tacoron oder zum Charco Manso führten, sondern die Pisten oberhalb in der Pampa abbrachen und man sich unbedenklich nackig in die Sonne legen konnte?
Eine kleine Erklärung für alle, die ein wenig fassungslos vor der etwas ungeschickten und unkreativen Vermarktung der Insel für die Urlauber stehen:
Bis heute gab es noch keinen "gestandenen" Politiker, der Tourismuserfahrungen außerhalb der Insel, z.B. bei einem Reiseveranstalter oder Ähnlichem, sammeln konnte. Im Crash Kurs wurden einige der Kandidaten der letzten Jahre von einer grossen Agentur auf Teneriffa an die Materie herangeführt und versuchten ihren Job dann so gut zu machen, wie sie konnten oder wollten. Für einen "fremdsprachenfreien" Politiker wurde vor Jahren sogar ein Übersetzer bezahlt und fast 1000 Inselkarten mussten wegen eines peinlichen Fehlers eingestampft werden. Das spanische Übersetzungsbüro hatte die "Bajada de la Virgen", den Abstieg der Jungfrau, als "Abort" selbiger drucken lassen. Es gab jede Menge deutschsprachigen Residenten die gern und kostenlos Korrektur gelesen hätten.
Wie bereits von Paulino Rivero, des Praesidenten der Kanaren, erwähnt, hinkt hier vieles Nordeuropa um 30 Jahre hinterher und man kann nur hoffen, dass schnell aufgeholt wird.. Im privaten Bereich gibt es kleine, positive Hoffnungsträger, z.B. hat es der Sportverein "Nisdafe" im Februar zum "Maraton de motaña" auf 630 Teilnehmer gebracht, die meisten von den anderen Inseln , allein von La Palma kamen 2 Sonderflieger und alle begeisterten sich für die Schönheit der Natur. Am 21. April findet ein Magmabike Maraton statt, unter youtube (Magmabike Maraton) kann man visuell die Strecke abfahren. Auch der kleine Tierschutzverein (El Juaclo.de.tl) bemüht sich mit kurzen Naturvideos darum Gäste zu werben.
Wer trotz allem seinen Urlaub hier verbringen möchte ist herzlichst willkommen, wird hinterher finden, dass sich die lange Anreise gelohnt hat und leistet ganz nebenbei die beste "Entwicklungshilfe".

Dem ist von meiner Seite nichts mehr hinzuzufügen. Es wäre vielleicht zu wünschen, daß das Cabildo von El Hierro von seinem stolzen Roß herunter kommt und Rat und Hilfe annimmt. Auch von den Residenten kann man etwas lernen. Karin oder auch ich sind Tourismus-Erfahren und könnten sicher einige interessante Aspekte beisteuern. Man muß aber nur wollen !
Wir Alle haben doch das gleiche Ziel.

Mittwoch, 28. März 2012

El Hierro Vulkan - die einmalige Chance nutzen

NEWS:
Die IGN Grafik zeigt den Bebenverlauf der letzten 10 Tage. Am Dienstag kein weiteres Beben und eine ruhige Meeresoberfläche im Süden. Auch der Tremor verläuft als ruhiges Bändchen. Interessant dürften die neuen Gas- emissions Messungen werden. Nach den letzten Messungen lag der CO² Ausstoß bei 934 Tonnen am Tag. Immer noch fast bei dem 3 fachen Normalwert von 345 t/Tag.
  
Inzwischen hat das Cabildo El Hierro alle Webcam`s abgeschaltet.
Mit 1,3 Millionen Besuchern aus 5 Kontinenten seit dem 10. November 2011 feiert sich das Cabildo de El Hierro und Movistar. Eine stolze Besucherzahl, es gab ja auch einiges zu sehen.
 
Warum man allerdings jetzt wieder in die alte Insel-Lethargie zurück fallen möchte und den Rest der Welt ausschließt, verstehen wahrscheinlich nur die Herrenos. Mit zu hohen Kosten wurde die Abschaltung in einem Kommuniqué begründet.
Lieber investiert man in neue Hochglanzbroschüren die nur einen begrenzten Interessentenbereich erreichen, beauftragt für viel Geld eine Werbeagentur oder startet wie heute geschehen durch den Inselpräsidenten Alpidio Armas eine Promotiontour auf Gran Canaria. Das hätte man viel billiger haben können. Mit etwas Idee und Witz wäre die Webcam der ideale Werbeträger geworden. Aber so weit denkt man hier wahrscheinlich nicht.
 
"Wir wollen keine Touristen" war gestern Abend ein Kommentar, den ich gelöscht habe, weil er anonym erfolgte. Dieser Eindruck könnte sich allerdings fast aufdrängen. Natürlich gibt es auch auf El Hierro Tourismus Befürworter und Gegner. Will man weiter von Subventionen leben oder eigenständig etwas Gewinnbringendes aufbauen ? Von Bananen, Ananas und Ziegen kann auch El Hierro auf Dauer nicht mehr leben. Die Subventionen werden auch im Agrarsektor weiter herunter gefahren.
 
Bleibt der "sanfte Tourismus" - Hier ist man allerdings im Moment dabei mit Unbedacht die aufgebauten Kontakte und die Sympathien zu verspielen. Der Vulkan als einzigartiges Naturereignis, gibt vielleicht erst wieder in tausend Jahren ein neues Schauspiel ab. El Hierro ist jetzt bekannt geworden und in vielen Köpfen präsent - diese einmalige Chance gilt es zu nutzen.
Vielleicht überlegt sich Alpidio Armas nochmals seine Entscheidung im Interesse seiner Insel.
 
Es ist doch viel mehr Leben um die Eruptionstelle erhalten geblieben, als alle dachten. Ein neues Unterwasser Videos der Tauchschule Fandiving aus La Restinga zeigt wie die Meeresbewohner nach und nach aus ihren Höhlen und Verstecken hervor kriechen.