Still und verträumt empfängt La Restinga die ersten Sonnenstrahlen an diesem Mittwoch Morgen. Es war eine klare und kalte Nacht mit Temperaturen um die +11°. Für El Hierro eine der kältesten Nächte des Jahres. In Anbetracht, daß in keinem Haus eine Heizung installiert ist, fällt auch in den Wohn- räumen schnell das Thermometer auf unter +14° ab. Nur eine zusätzliche Wolldecke, zwei Pullover und eine Rumflasche auf dem Tisch lassen diese Nächte überstehen. Für einen Nordeuropäer auf den ersten Blick vielleicht noch erträgliche Temperaturwerte. Wenn es aber keine Rückzugs- möglichkeit zu einer Wärmequelle gibt und die Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und 80% liegt, nichts für Weicheier. Kurzum, die ersten Sonnenstrahlen werden gesucht um sich wieder etwas aufzuwärmen. Dies ist auch die Zeit, wo die meisten Herrenos hüstelnd, Nase triefend und schlotternd durch die Lande laufen.
Der Eldiscreto stößt weiter in geringeren Mengen Gase und Lava aus. Nachdem alle Webcams seit gestern Nachmittag wieder funktionieren sind auf die Ferne leichte Meeresverfärbungen auszumachen. Einen genauen Überblick verschaffen aber nur Luftaufnahmen. Vielleicht startet die Involcan heute wieder einen Rundflug und liefert uns entsprechende Luftaufnahmen der Aktivität. Gestern 8 Beben (siehe Avcan Karte), heute Morgen bereits wieder 3 Erdstöße von geringer Intensität bis ML1,3. Auch von der Pevolca (Krisenstab) gibt es seit gestern eine neue Lageeinschätzung:
Danach befindet sich der Vulkanschlot noch 100 m unter der Meeresoberfläche. Er ist weiter aktiv, aber auf dem Wege der Normalisierung. Es gibt eine deutliche Verringerung der Seismitität, der Verformung der Inseloberfläche und der Präsenz von Gasen. Die Pevolca glaubt in Übereinstimmung mit der IGN (Instituto Geografico National) nicht mehr an ein Aufleben der Vulkanaktivität.
Trotzdem wird das Geschehen weiter rund um die Uhr genauestens beobachtet. Ein Restrisiko bleibt also weiter bestehen.











