Mittwoch, 4. September 2013

Blackout auf der Nachbarinsel La Palma

NEWS:

Während es unter der Insel El Hierro in den letzten 24 Stunden nur 4 kleine Erdstöße bis ML1,6 aus 10 bis 14 km Tiefe im Golfo gab, ging auf der Nachbarinsel La Palma das Licht aus.

Nicht weiter schlimm, da der Stromausfall am Tage erfolgte. Für über 4 Stunden war gestern ab 15.15 Uhr komplett der Strom weg. Bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag war für eine Stunde die Versorgung unterbrochen. Im Endesa Kraftwerk in Santa Cruz hatte sich ein schwerwiegender Defekt ereignet, wie das Cabildo mitteilte. Das Foto zeigt das Kraftwerk mit seiner stinkenden Rauchsäule. 90 % der auf La Palma erzeugten Energie wird leider noch durch die Verbrennung von Schweröl erzeugt. Auch in den Boomjahren hatte man kein Geld um in saubere Energieerzeugung zu investieren. Die wenigen vorhandenen Windkrafträder konnten den Ausfall auch nicht überbrücken. Sie wurden wie am Flugplatz gestern sogar abgeschaltet, um wahrscheinlich eine Überspannung im Netz zu vermeiden.
Schwefeldioxid und andere umweltschädliche Gase werden so Tag für Tag in das Naturreservat La Palma geblasen. Alles mitten in einem stark besiedelten Wohngebiet bei der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma und der Neubausiedlung La Grama von Brena Alta.

Für Gäste die mit einem Kreuzfahrtschiff auf der Insel ankommen, ist dies der erste Anblick. Nur wenige Meter vom Hafen entfernt qualmt und stinkt dieses Denkmal des Fortschritt und Wohlstand seit Jahrzehnten vor sich hin.
Oft geht der Zeigefinger der Gäste sofort nach dem Landgang fragend in Richtung Rauchsäule. Als Tourismus erfahrener Mensch versucht man natürlich das Werk herunter zu spielen und das Interesse schnellstens auf die beeindruckende Naturkulisse links und rechts daneben zu lenken.

Auf El Hierro hat man das schlauer gemacht. Durch den Bau des Windwasserkraftwerk "Gorona" bleibt die Insel in Zukunft weitgehend vom Ausstoß dieser Gase verschont.
Jährlich soll die Kohlendioxid-Emissionen um 18.700 Tonnen, der Schwefeldioxid-Emissionen um 100 Tonnen und der Stickoxid-Emissionen um 400 Tonnen vermindert werden.
Auch wenn das die gewünschten Optimalwerte sind die wahrscheinlich nicht ganz erreicht werden, bedeutet das doch eine immense Verringerung der umweltschädlichen Emission.

Bis es aber soweit ist, müssen nun noch administrative Hürden genommen werden. Das Kraftwerk ist weitgehendst fertiggestellt und könnte eigentlich in den Probebetrieb gehen.
Doch die Politik spielt noch nicht mit. Es ist derzeit noch ungewiss, in welches Tarifsystem der erzeugte Strom im Netz eingestuft werden soll.
Hier geht es wieder einmal um viel Geld. Auch möchte ein neues Gesetz die Trägerschaft neu regeln. Nach einem vorliegenden Gesetzesentwurf zur Sicherung und Versorgung der Energiesysteme, sollen die Besitzverhältnisse neu geregelt werden.

Bisher ist die Insel El Hierro, die private Endesa und das Iter Institut von Teneriffa Eigner der Anlage.

Auch dieses Problem wird sich lösen lassen. Bleibt nur zu hoffen, dass dies schnell erfolgt und im Interesse der Umwelt und Natur nicht noch Monate oder Jahre ungenutzt verstreichen.

Kommentare:

  1. Mich interessiert, wieviel mehr Schadstoffe ein mit Schweröl fahrendes Kreuzfahrtschiff am Tag ausstößt, im Vergleich mit Kraftwerk auf La Palma.

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  2. Hallo Herr Dobschall,
    Kreuzfahrtschiffe benötigen sehr viel Energie. Der Schadstoffausstoß ist entsprechend hoch. Hier ein interessanter Link:
    http://www.welt.de/dieweltbewegen/article13904797/Kreuzfahrten-Traumreisen-auf-der-Dreckschleuder.html

    oder hier ein Schadstoffrechner: http://www.cruisetricks.de/klimarechner-co2-ausstoss-kreuzfahrtschiffe/
    Auch im Hafen wird Energie für Beleuchtung, Klimaanlage usw. verbraucht.
    Die Ausstoßwerte unseres Kraftwerkes sind mir nicht bekannt. Allerdings kumuliert sich natürlich die Menge. Auch Flugzeuge sind nicht gerade umweltfreundlich.

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  3. Wachsen bis zum Platzen nicht nur auf La Palma. Energie als Wachstumsmotor gibt es im Überfluss - noch. Auf La Gomera wird der gesamte Strom von ein paar alten Schiffsdieselmotoren produziert und großzügig verschwendet. Auch ein Flug von Mitteleuropa auf die relativ nahen Kanaren verschlingt pro Kopf rund 300 Liter Kerosin. Mehr Grausamkeiten aber auch Lichtblicke in meiner Homepage www.rencker.de unter ÖKO-Tipps.

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  4. El Hierro ist mit angefangenen Projekten die wohl nie zu Ende gebracht werden, etwas einmaliges in Europa, was eigentlich auch die recht verschwendungssüchtigen EU Komissare mal interessieren sollte, die laut großen Schildern die bei jeder Dauerbaustelle stehen, das ganze ja mal genehmigt haben.

    Ich zähle mal auf, was ich so bemerkt habe. Im Golfo gibt es eine Hotelanlage mit Schwimmbad, die seit Jahren warum auch mmer nicht benutzt werden kann.
    Das Museum über die Malereien der Bimbaches im El Julan ist wohl größtenteils fertig gestellt worden, warum es nicht besichtigt werden kann, ist auch wenn auf Spanisch fragt im Tourismus Büro nicht zu erfragen. Mal ist es angeblich nicht erbebensicher, mal sind es verschiedenste andere Gründe...
    Das Kraftwerk wird meiner Erkenntnis nie ans Netz gehen, weil die großen Industriefirmen dies einfach nicht wollen, dass sich so ganze Gebiete für Energie unabhängig erklären. Da könnten die <Kanaren ja auf "dumme Gedanken" kommen und sich irgendwann ganz für unabhängig erklären....
    Der selbstsame Freizeit Park für "Kulturelle Angelegenheiten vergammelt vor sich hin. Gepflanzte Drachenbäume und Palmen vertrocknen. Die gigantischen Parkplatzanlagen bröckeln vor sich hin... Nur die Wassertoiletten funktionieren noch und dienen benachbarten Bauern als Tränken für Schweine und Ziegen...

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  5. Wie blöd muss man sein,um in einer der sonnenscheinreichsten Gegenden Europas
    ´´KEIN´´ Solar einzusetzen,und stattdessen diesen Stinker zu betreiben.

    Spanien hat der Solarwirtschaft eh das Genick gebrochen.
    http://www.photovoltaikforum.com/spanien-f64/spanien-setzt-bisherige-einspeiseverguetung-aus-t92821.html
    Irgendwie haben die Spanier die Wirtschaftskrise verdient,
    denn soviel Dummheit gehört bestraft.
    Wir hierzulande sind aber auch nicht besser dran.
    Bei uns versuchen die G$4 (Energiemafia hierzulande) auch,
    der Solarwirtschaft das Genick zu brechen. :-(

    Mfg

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    1. Die mafiösen Parteien in Spanien sind auf den Kanaren noch mal eine Steigerung....Egal ob Partido Popular, oder die "Sozialistas", es ist unglaublich, was hier abgeht. Die Leute wählen Parteien, damit sie wenn sie arbeitslos werden nicht aus der Sozialhilfe / Arbeitslosenhilfe rausfallen sondern genau dann immer igendeinen befristeten Job in der Öffentlichkeit bekommen, wie z.B. beim Strassenbau, beim Putzen der Wege und Straßen usw. Ich habe, um das System zu verstehen, mich lange mit Menschen unterhalten und sie gefragt, warum wählt ihr diese Leute immer wieder? Es geht um die Hilfe. In Deutschland kann einem nichts passieren. Schlimmstenfalls wird man Futz 4 und bekommt sein Geld lebenslang. In Spanien ist man als Singel und ohne Kinder schnell draußen und kann hungern wenn einem die Familie nicht hilft. Deswegen wählen die Menschen hier auf el Hierro diese Versager in der Politik, um zu überleben!
      Spanien ist als Land kaput. Man hat sich an die Banken verkauft! Diese haben seit Jahrzehnten selbst an Leute die keinen festen Job haben überhöhte Kredite nicht nur für´s Eigenheim, sondern für fast alles vergeben. Ich bin gestern in eine Bank gegangen und hätte dort einen Kredit für den Bau eines Hauses ohne einen Cent Eigenkapital bekommen können....Das ist doch kriminel!

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