Donnerstag, 18. Juli 2013

Vulkan und Erdölförderung

NEWS:

Erdölförderung Ja oder Nein - das Thema erregt zur Zeit auf den östlichen Inseln Fuerteventura und Lanzarote die Gemüter. Gefunden wurde bereits 2001 ein riesiges Erdöl- und Gasfeld, ca. 65 km vor der Küste, an der Grenzlinie zwischen Marokko und den Kanarischen Inseln. Der spanische Ölmulti Repsol geht davon aus, dass hier möglicherweise über 20 Jahre lang, täglich zwischen 100 000 und 150 000 Barrel Erdöl gefördert werden können. Besonders das Gebiet nordöstlich von Fuerteventura scheint reiche Beute zu versprechen. Der kommerzielle Wert dieser Reserven soll sich in einem Bereich von 157 Milliarden Euro bewegen. Wenn diese Summen tatsächlich zu realisieren wären, würde das einen ungeheuren Schub für die Wirtschaftsleistung der Region und ganz Spaniens bedeuten.

Um Festzustellen ob sich überhaupt eine Förderung lohnt, will das Konsortium Repsol, die australische Firma Woodside Petroleum und die deutsche RWE Probebohrungen vornehmen. Den staatlichen Segen und die entsprechenden Genehmigungen aus Madrid liegen inzwischen vor. Die ersten Bohrungen mit einem Kostenaufwand von über einer Milliarde Euro in 3500 Meter Meerestiefe nach dem Gold zu suchen, laufen bereits an.


Das bringt natürlich die Umweltschützer und viele Einwohner der betroffenen Inseln auf die Palme. Auch die Touristikindustrie fürchtet um die Traumstrände, Fördertürme als Kulisse am Horizont und das Ausbleiben von Gästen. Tourismus ist auf den östlichen Inseln die Lebensader und bietet Arbeitsplätze für viele Einheimische. Von der Möglichkeit einer Ölpest wie im Golf von Mexiko erlebt, ganz zu schweigen. Mit Plakaten, Protestveranstaltungen und Aktionen manifestiert sich massiver Widerstand.
Es sind Interessenkonflikte zwischen einem möglichen "Ölboom" der Reichtum und Madrid nicht nur eigene Energie und wachsende Steuereinnahmen bringt sondern auch zusätzliche Arbeitsplätze schaffen soll und die bereits etablierten Touristik. Ein Bioreservat mit Ölförderung oder einem Atomkraftwerk vor der Haustür ist schwer vorstellbar.

Allerdings wird auch auf den Kanaren in Hülle und Fülle Erdöl für die Hotels, Meereswasser- Entsalzungsanlagen und die Fahrzeuge auf den Straßen verbraucht. Energiesparen war bisher nie die große Stärke und die alternative Energiegewinnung wurde eher als ein Stiefkind nebenbei behandelt. Ölförderung Ja - aber nicht vor unserer Küste.

Auch die Politiker geben kein einheitliches Urteil ab. "Wenn die Kanaren nicht an den zusätzlichen Steuereinnahmen durch die Ölförderung partizipieren - sind wir dagegen".
Mit dieser Einstellung wird der ganze Materialismus und nicht das Interesse am Schutze der Natur sichtbar. Der Bauwansinn und die Betonburgen der Vergangenheit spiegeln die Grundeinstellung wieder, die sich auch bis heute nicht geändert hat.
Geld und wirtschaftliche Interessen stehen an erster Stelle.

Doch wie sieht es bei einer Ölförderung geologisch im Untergrund aus?

Kommt es durch die Entnahme von Erdöl und Gas zu Hohlräumen und wird dadurch vielleicht die vulkanische Aktivität angeregt?
Die entdeckten Erdölfelder liegen direkt über dem vermuteten Hotspotkanal Richtung afrikanischer Küste. Viele Erdbeben der Vergangenheit und auch in den letzten Wochen ereigneten sich genau in diesem Areal.
Große Untersuchungen zu dieser möglichen neuen Gefahr wurden bisher nicht vorgenommen bzw. nicht veröffentlicht.
Diesen Punkt möchte ich in den nächsten Tagen behandeln und mit Beispielen aus anderen Regionen erläutern.



Aktuell gab es gestern 3 Beben unter El Hierro. Der stärkste Erdstoß um 18.34 Uhr mit ML1,7 aus 11 km Tiefe am Tanganasoga (rosa).

Kommentare:

  1. Angeblich soll es ja auf El Hierro ein Wind- und Wasserkraftwerk geben, dass die Insel völlig unabhängig vom Öl macht. Angeblich soll es ja bereits 2011 fertig sein. Angeblich ist dieses Kraftwerk weltweit mit viel Lob bedacht worden.

    Aber: Irgendwie scheint ja dort nichts zu passieren.

    Es würde mich und viele El Hierro Liebhaber interessieren, wann es denn losgeht mit der Energie-Autonomie.

    Kann jemand was dazu sagen ????

    Vielen Dank.

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  2. Planung und wirkliche Inbetriebnahme sind hier wie am Flugplatz Berlin.
    Bis Ende des Jahres hofft man zumindest im Probebetrieb die Anlage zu testen. Ich denke bis Anfang 2014 wird das Gorona Projekt laufen.
    Die Baumaßnahmen sind weitgehend abgeschlossen. Ich habe das Projekt mehrfach besucht und es macht einen guten Eindruck - ein Vorzeigeobjekt.
    Einfach links im Archiv nach "Gorona-Projekt" suchen. Auf der Seite oben erscheinen dann die Links.

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  3. Grüße

    Mich würde sowieso mal interessiern was überhaupt passiert wenn Magma auf ein solchen vorkommen trifft.Entweder öl oder Gas
    Denke mal durch die schlagartige ausdehnung kommt es bestimmt zu sehr starken Beben.Nicht auszuschließen wenn es dann durch die Erdkruste bricht.

    MFG

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