Freitag, 27. Januar 2012

El Hierro Vulkan - neue Forschungsergebnisse

NEWS:
Nichts kann die ruhige Idylle trüben. Diesen Eindruck erweckt zumindest heute der Anblick des Meeres bei Restinga und die Tremorstatistik.
Bereitet sich Eldiscreto bereits auf den königlichen Besuch am kommenden Montag vor? Kronprinz Felipe und seine Gattin statten ihm am 30.1.12 einen Staatsbesuch ab. Felipe feiert zudem an diesem Tage seinen 44. Geburtstag. Welch eine Ehre für unseren Unbekannten.
Aber wir sollten uns nicht täuschen lassen. Solche Siesta Ruhepausen hat unser Eldiscreto schon mehrfach eingelegt um anschließend mit gesammelter Kraft desto kräftiger weiter zu poltern.
Im Untergrund sieht es dagegen nicht ganz so ruhig aus. Am gestrigen Nachmittag um 16.49 Uhr erfolgte in 23 km Tiefe im Golfo ein Beben von 1,9 RSk. und in der Nacht um 4.24 Uhr im Süden von 2,0 RSk. in 13 km Tiefe. 
Jetzt dringen auch die ersten wissenschaftlichen Detail Untersuchungsergebnisse der wochenlangen baythymetrischen Vermessungsarbeiten der Forschungschiffe Ramon Margalef und der Sarmiento de Gamboa vom Instituto Espanol de Oceanografia (IOE) an die Öffentlichkeit. Danach sieht die Unterwasser Landschaft am Südzipfel von El Hierro wie auf der Karte aus. Prof. Elena Gonzales Cardenas, Dekan an der Universität von Castilla-La Mancha hat in Zusammenarbeit mit der Avcan die Ergebnisse erläutert.
Die obere rote Aufnahme zeigt das Meeresgebiet vor Beginn der eruptiven Phase. Mit Ausbruchsbeginn im Oktober 2011 hat sich unser Eldiscreto (Crater) im Umfang und in der Höhe immer weiter ausgedehnt und dürfte vor zwei Wochen ungefähr die Ausmaße wie im Bild grün unten angenommen haben. Ein Großteil der ausgeworfenen Lava ist hangabwärts (Lengua) ins tiefer liegende Tal abgeflossen.
Hier der Blick von der Rückseite (aus Norden) auf den Eldiscreto und dahinter das steil abfallende Meerestal (Richtung blau).
Während der Eruptionsphase könnte dann, wie zeichnerisch dargestellt, die östliche Vulkanflanke abgebrochen sein und hat damit der nachströmenden Lava freien Ausgang talabwärts gegeben. Damit lässt sich auch der geringe Höhenaufbau des Vulkankegel erklären.
Hier der Gesamtüberblick mit dem Eldiscreto (rot) und die davon geflossenen Lavamassen (braun). Der erste Blick sollte nicht täuschen, aber die Lavazunge hat eine Länge von mindestens 5 Kilometer. Auch das Gefälle der Landschaft beträgt vom Eldiscreto bis zum linken Bildrand fast 1400 m. Hier hat es natürlich die dünnflüssige Lava vorgezogen dem Talverlauf abwärts zu folgen.
Der Querschnitt von Westen bzw. Süden aus gesehen macht die Sache noch etwas deutlicher. Warum allerdings die ausgetretene Lava entgegen aller physikalischer Grundsätze hier nach oben fließen soll, ist auch mir unverständlich. Nach jüngsten Verlautbarungen der IOE soll sich inzwischen die Südflanke (talabwärts) so stark ausgebaut haben, daß nicht mehr die großen Mengen Lava abfließen können. Dies kann dann einen schnelleren Kegelaufbau zur Folge haben.

Im Laufe der zurück liegenden Eruptions- phasen wurden immer wieder räumlich auseinander liegende Gasausströmungen beobachtet. Wie hier auf der Aufnahme gut zu erkennen. Möglicherweise gab es mehrere Nebenöffnungen, ein so genannter "Mund oder Münder", die bei Überdruck zeitweise auch Gase abgaben. Inzwischen konzentriert sich der Lava- und Gasausstoß fast nur noch auf den Hauptkrater.




Auch im Golfo gab es zwei Stellen mit erhöhter Gas Emission. Der eine Punkt lag bei Salmor Roques (Felsen) im Norden und der Zweite in Nähe der Arenas Blancas im Südwesten. Was sich hier genau ereignet hat, wird im Bericht nicht näher erwähnt. Soweit meine zusammenge- fasste Interpretation. Den gesamten Bericht (span.) finden Sie hier.


Wer noch auf die Schnelle einen Vulkan Kalender 2012 von El Hierro erhaschen möchte, schreibt eine Mail an harald.kugel@arcor.de. Fam. Kugel hat von ihrem Teneriffa Besuch noch 3 Exemplare in Reserve.

Kommentare:

  1. Erneut Erdbeben auf Santorin und Kreta von
    Stärke 5,2
    LG
    josch

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  2. Hallo erst mal,
    wenn man sich die Bilder mal so in ruhe anschaut und sich nur mal so vorstellt wie gross dieses Vulkan wohl geworden währe hätte er nicht dieses Tal aufgefüllt. Dann währe jetzt bestimmt la Restinga eine Stadt mit Hafen auf dem Land ohne Meeres anschluss !!!
    Unglaublich dieses Massen an Materieal die dort in recht kurzer Zeit ausgetretten sind.

    Lg aus dem Sonnigen Wuppertal bei 5,5°

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  3. Guten Abend allerseits
    Und wierdereinmal sind sie draussen und lesen die abkühlenden Brocken auf.
    @manfred
    Herzlichen Dank für die interessante Zusammenfassung der Forschungsdaten.
    Regnerische Grüsse aus der Schweiz
    Carlos

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  4. Schaut es nur so aus oder setzen die bei der Telefonica eine Nachtsichtkamere als Webcam ein ???
    Find die Bilder gut.
    Wobei ich mir grade noch nicht sicher bin ob es sich nicht auch eher um eine Infrarotkamerera handelt könnte.

    Mfg Oli

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  5. Idee für das Problem von Herren Betzwieser : Warum allerdings die ausgetretene Lava entgegen aller physikalischer Grundsätze hier nach oben fließen soll, ist auch mir unverständlich.

    Ich vermutte mal das es sich um ein änliches Phänomen handelt wie mit Püroklasdichen strömen welche genügen Geschwindigkeiten und Massefluss haben das sie auch wie auf Monzerat Hügel überströmen konnten. Also irgent was mit Hydrodynamik hier in unserem fall.

    Wer rechschreibfehler findet darf sie mit Tip-Ex auf seinem Monitor entfernen.

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  6. ... mal etwas weit weg von Hypothesen...

    Wie wäre es, wenn der 1 millionste Besucher einen Kalender bekommt?

    Beweis wäre der Screenshot mit Zeitstempel?

    ... nur so ne Idee

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  7. Heute alleine 12 Beben lt. AVCAN, das stärkste Beben mit 2,0.
    Die meisten um/unter 1,0 - und entlang des Lavakanals/Magmakammer...

    Tremor ist auch wieder besser zu erkennen...

    Schönen Abend,

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  8. @OliPausW
    Zitat aus dem Web - zum Thema Schreibfehler (Quelle weiß ich nicht mehr)...

    ...Afugrnud enier Sduite an enier Elingshcen Unvirestiät ist es eagl,
    in wlehcer Rienhnelfoge die Bcuhtsbaen in eniem Wrot sethen,
    das enizg wcihitge dbaei ist, dsas der estre und lzete Bcuhtsbae am rcihgiten Paltz snid.
    Der Rset knan ttolaer Bölsdinn sien, und du knasnt es torztedm onhe Porbelme lseen.
    Das ghet dseahlb, wiel wir nchit Bcuhtsbae für Bcuhtsbae enizlen lseen, snodren Wröetr als Gnaezs

    Also keine Sorge, wir alle verstehen, was gemeint ist :-)

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  9. Hmm...Einiges gefällt mir an die Bilder nicht. Ich bin Biologin und für mein Diplom musste ich Bilder u.a. mit dem Transmissionselektronenmikroskop erstellen. Neben jedem erstellten Bild musste ich all seine dazugehörigen Daten, vor allem die Skalierung, dazu schreiben, so dass jede Person eine grobe Vorstellung von der Größe des Präparates haben konnte. Egal wie klein oder groß das untersuchte Objekt ist, muss man als Wissenschaftler diese Daten dokumentieren. So ist der Fall hier nicht: Die bathymetrischen Daten sind undeutlich zu sehen, oder sie fehlen vollständig. Ich hatte erst Schwierigkeiten festzustellen, auf welcher ungefähren
    Tiefe die Basis des Vulkankegels liegt.
    Die Basis des "neuen" Vulkans liegt auf ungefähr 320 m. und wenn es tatsächlich sein Gipfel 150 m. tief gelegen hat, dann hat der Vulkankegel eine Höhe von 170 m. Hmm... 170 m. und ein Durchmesser von ~300 m. Sein Inhalt ergoss sich entweder nach oben oder nach unten... Das würde ein Volumen im Idealfall von 4005.530.633 Kubikmeter ergeben (ich bitte um Korrektur, wenn ich falsch liege). 4 Milliarden Kubikmeter in 5 Monaten! Das wäre 4x mehr als zuletzt von der wissenschaftlichen Seite angegeben. Schlussfolgerung: So neu kann der Vulkankegel nicht sein.
    Was mich auch nicht so gefällt ist die Tiefe des Vulkankegels und die Tiefe der Erdbeben. Diese liegen bei 10 - 12km.. Wenige davon lagen bei ~4km, wahrscheinlich als Folge von Hangrutschen und Erschütterungen des betroffenen Meeresbodens.
    Ich denke der "Vulkan" El Discreto ernährt sich von der Magmakammer des El Hierro und konsequenterweise ist El Discreto eigentlich nur ein Vulkanschlot der Vulkaninsel. Dafür spricht auch die Tiefe, auf welcher der Vulkankegel liegt. 320 m. und an den Flanken des El Hierro (!) (siehe bitte Bilder). Als Erinnerung: El Hierro hat eine Tiefe von ~ 2000 m.

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  10. El Hierro´s Bilder von Google Earth als Video und die unbeantwortete Frage, weshalb die Insel zum Teil weißlich aussieht. Sind elektromagnetische Störungen verantwortlich für eine falsche Übertragung der Bildsignale zu den Satelliten? http://www.youtube.com/watch?v=Z-OpB4Hpa5M
    Im Norden der Vulkaninsel befinden sich auch Stellen mit erhöhter Gas-Emission. Es sieht so aus, als ob die Magmakammer des El Hierro viel Druck aufgebaut hat (Magmakammer überfüllt?). So werden Ventile bzw. alte Vulkanschlote wieder aktiviert. Als Erinnerung: Der Vulkankegel des El Hierro ist insgesamt um die 3.500 m hoch. El Discreto liegt auf ungefährem halben Weg, d.h. auf ~1820 Tiefe. Die meisten Erdbeben geschahen im westlichen Teil der Insel und waren vom Süden nach Norden eingereiht und hier im Norden nah (unten) an der einen Stelle der erhöhten Gas-Emissionen. Das deutet auf einem Querkanal Nord-Süd hin. Die Erdbeben um die 10 km Tiefe wären dann der Ausdruck der Magmabewegung innerhalb dieses Querkanals.

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    1. Auf den Google Earth Fotos sind keine elektomagnetische Störungen oder nicht vorhandener Schnee zu erkennen. Es sind die Passatwolken die ständig von der hier vorherrschenden Nordost- Windrichtung an die nördlichen und östlich liegenden Bergkämme gedrückt werden bzw. dort erst entstehen.
      Gruß Manfred

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    2. Danke Manfred für die Antwort. Auf dem Video habe ich 1 Foto mit der Einstellung für Wetterangaben wie Wolkenformationen oder Temperatur und 2 Fotos nach der Ausschaltung der Wetterangaben. Das Weiße blieb trotz alledem und "bedeckt" die Hälfte der Insel. Es bewegt sich auch nicht. Ich konnte neue Fotos von heute erstellen und sie würden das Weiße wieder auf der gleichen Stelle zeigen. Was ich mit elektromagnetischen Störungen meinte, ist dass die Satellitensignale für Google Earth - Bilddarstellungen durch mögliche starke elektromagnetischen Störungen verfälscht werden. So zeigt sich die Insel weiß, obwohl weder Schnee, noch Wolken vorhanden sind. Diejenige, die Google Earth bei sich auf dem PC haben, könnten sich es anschauen und hier berichten. Ist das bei Euch nicht der Fall, finde ich es dann seltsam, dass "mein Google Earth" die Insel so darstellt.
      Solche elektromagnetischen Störungen sind Gang und Gäbe bei Vulkanausbrüchen bzw. Magmabewegungen, unter anderem durch die Bildung von Magnetiten.
      Schöne Grüße (saludos cordiales), Mari

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