Sonntag, 16. Juni 2013

Vulkan - Werbung und Promotion

NEWS:
 


Gestern 3 Beben zwischen ML0,9 und ML1,8 aus 10 bis 15 Kilometer Tiefe. Darunter um 20.46 Uhr ein ML1,8 Erdstoß im Golfotal (Grafik links) aus 14 km Tiefe. Die registrierten Erschütterungen sind schwach, aber vorhanden. Das Zentrum liegt im Schwerpunkt weiter vor der Westküste, mit gelegentlichen Ausrutschern auch unter das Inselmassiv.


Vorgestern hatte ich über die Werbewirksamkeit von Spielfilmen geschrieben - Bilder sagen mehr als tausend Worte. Das Gobierno Canarias hat für alle Inseln einen Werbespot drehen lassen und nun heraus gebracht. Bewusst kamen nur Touristen bzw. Residenten darin zu Wort. Es sollte ein Bezug zur Zielgruppe hergestellt werden.

"Du hast eine Nachricht aus El Hierro - Strahl mal wieder" ... so der Titel und die Botschaft. Recht nett gemacht mit schönen Aufnahmen. Leider aber wieder das normale und austauschbare Schema, ohne das Besondere der Insel (ich hatte darüber geschrieben) heraus zu stellen.
 
Ein Spot den man sich anschaut - schön findet und schon wieder vergessen hat.
 
Ihre Meinung würde mich dazu interessieren. Hier geht es zunächst zum  VIDEO - und unten können Sie einen Kommentar hinterlassen.

Freitag, 14. Juni 2013

Vulkan - der Planet der Affen

NEWS:
18.22 Uhr - ein neues ML2,1 Beben um 16.38 Uhr in nur 4 km Tiefe vor der Westküste.
Gestern wurde nur ein leichter ML0,9 Erdstoß aus 13 km Tiefe im Inselinnern in Nähe des Berg Malpaso registriert.




Spielfilme und Tourismus - gibt es hier einen Zusammenhang?

Ein futuristischer Film braucht eine entsprechende Kulisse. Der "Planet der Affen" würde seine Wirkung verfehlen, hätte man ihn im Bayerischen Wald oder in der Lüneburger Heide gedreht. Drehort waren die Cañadas im Nationalpark Teide auf Teneriffa.
Auch "Kampf der Titanen" von Warner Bros entstand 2009 auf Teneriffa. Es ist die gigantische Vulkanlandschaft der Kanaren die den Background für diese Monumentalfilme liefert.

Wenn nun die Tourismus-Behörde diese weltweit bekannten Filme für ihre Zwecke einspannt und einen Grund oder Hinweis liefert, den ehemaligen Drehort auch zu besuchen und das Feeling nochmals Live und hautnah zu verspüren,  dann hat sie ihre Aufgabe richtig verstanden.
Ein Beispiel dazu gibt es hier: Turismo de Tenerife

Es ist erwiesen, dass Filme die Wahl des Urlaubszieles beeinflussen. So schnellte die Zahl der Urlaubsgäste nach der Triologie der Tolkien-Verfilmung „Herr der Ringe“ nach Neuseeland stark an.
Es musste nur eine Verbindung von diesem Film zu Neuseeland hergestellt werden.
Oder Malta-Besucher fragen oft nach, an welchem Strand „Troja“ mit Brad Pitt gedreht wurde und wo die Galeeren ankerten.

Das ist die Aufgabe der Tourismus Manager den Zusammenhang richtig zu vermarkten.
Wer möchte nicht einmal selbst am Handlungsort seines Lieblingsfilmes stehen und die Atmosphäre und Erinnerung Nacherleben.
Mir ging es so, als ich das erste Mal z.B.an der Startrampe der Saturn V - der Mondrakete - in Cape Canaveral in Florida stand. Ohne Mondlandung und den Bezug zu diesem Gelände wäre ich sicher nicht in den Nordosten von Florida gefahren.

Wichtige Ereignisse und Top-Filme locken leichter und besser Feriengäste an, als teure und Millionen schwere Werbekampagnen.

Was hat El Hierro mit der NASA "Satellitenaufnahme des Jahres 2012" von der Eruption des Eldiscreto gemacht?
Bisher nicht viel!  Mit dieser einmaligen Auszeichnung wäre wunderbar ohne riesigen Werbeetat auf die Einmaligkeit der Insel Hierro zu verweisen. Die Insel - die als Einzige aller 7 Kanarischen Inseln den Siegerpodest (auch mit unserer Hilfe) bis zur Spitze erklommen hat.

Dazu braucht man aber auch die richtigen Marketing-Leute mit etwas Ideen und muss sich vor allem zu seinem Vulkan bekennen.
Nicht erst in 20 Jahren wenn die Wirkung verpufft ist, sondern jetzt.

Vielleicht sind die Verantwortlichen noch nicht ganz so weit um diese große Chance richtig zu erkennen und umzusetzen. Auch als Nicht-Werbefachmann mache ich mir so meine Gedanken über eine vielleicht nicht genutzte großartige Möglichkeit die Insel richtig ins Licht zu rücken.

Auf den Kanaren herrscht nicht nur ein mildes Klima, sondern das ganze Jahr über optimale Lichtverhältnisse und eine für fast jedes Filmthema erwünschte Kulisse.
Ob es das Bergdörfchen im "Dschungel" von La Gomera, die Mondlandschaft über den Wolken des Roque de los Muchachos auf La Palma oder die mächtige Felswand im Golfotal von El Hierro ist.

Selbst die Wüstenlandschaft von Fuerteventura mit Sonne, Strand und Meer war für den Playboy der richtige Standort um das "Playmate des Jahres" abzulichten. Das Video will ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten - hier "Franzy ist die Schönste"
Nicht nur Videoclips oder Dokumentarfilme entstehen hier. Auch Werbespots von BMW oder Mercedes Benz nutzen die vielfältige Landschaft.
Auch ohne großes Zutun kommt "Hollywood" auf die Kanaren. Es ist die Atmosphäre und Kulisse die die Filmemacher anlockt. Ein Monumentalfilm mit Hunderten von Darstellern bringt zunächst Geld auf die Inseln. Sie müssen hier Wohnen und Essen.
Wichtiger aber ist die Werbebotschaft an das Filmpublikum, wo denn überhaupt dieser Film gedreht wurde.
Nicht in Amerika oder Australien, sondern hier auf den Kanarischen Inseln oder gar auf El Hierro.

   
 

Donnerstag, 13. Juni 2013

Vulkan - Ansichten des Planeten Merkur

NEWS:
Gestern nur ein schwaches ML1,1 Beben aus 11 km Tiefe direkt unter dem Berg Tanganasoga. Sonst blieb es ruhig.

Heute verlassen wir die Erde und  schauen uns den der Sonne am nächsten liegende Planeten unseres Sonnensystem - den Merkur, etwas näher an.
Die NASA hat gestern neue hochauflösende Satellitenaufnahmen veröffentlicht. Der Merkur ist sehr schwer zu beobachten, da er nur bei Sonnenauf- oder Sonnenuntergang von der Erde aus entdeckt werden kann. Sonst steht er direkt im Zentrum der Sonne und wird von ihr überstrahlt.
Die Griechen gingen in der Antike gar von zwei Planeten aus und nannten den Morgenplaneten Apollo und den am Abendhimmel erscheinenden Himmelskörper Hermes.

Merkur ist, wie auf der NASA Grafik links zu erkennen, mit 4880 Kilometer Durchmesser der kleinste und sonnennächste Planet in unserem System. Er rast förmlich um die Sonne. Ein Merkurjahr beträgt nur 88 Tage. Sein Aufbau ist ähnlich wie die Erde. Er besteht aus festem Gestein und hat aber aufgrund seiner geringen Größe wie unser Mond, keine Atmosphäre. Die Raumfähre MESSENGER hat auch zahlreiche Hinweise auf vulkanische Eruptionen gefunden. Die Sonnennähe gibt ihm am Tage eine Oberflächentemperatur von +430 °C, während die Nachtseite auf -170 °C abkühlt.

Der Merkur hat keinen Mond. Thesen gehen sogar davon aus, dass der Merkur früher selbst ein Trabant der Venus war, der aufgrund seiner großen Exzentrizität ihrer Umlaufbahn entwichen ist.

Wie dem auch sei - optisch ist der Merkur schön anzuschauen. Für menschliches Leben allerdings nicht zu gebrauchen. Dafür fehlen einfach die elementaren Grundvoraussetzungen.
Hier geht es zum neuesten  NASA-Video

Mittwoch, 12. Juni 2013

Vulkan - Sand, Gestein und Wüste

NEWS:

Um 20.49 Uhr gestern Abend ein ML1,9 Beben aus 15 km Tiefe vor der Westspitze. Insgesamt in den letzten 24 Stunden 3 Erdstöße.



Die Sahara als größte Wüste der Erde hat ungefähr die 26-fache Größe Deutschlands. Mit 9 Millionen Quadratkilometer erstreckt sie sich vom Roten Meer (NASA Satellitenaufnahme oben) über mehr als 5.000 Kilometer bis zur Atlantikküste kurz vor die Kanarischen Inseln (Foto links). Es handelt sich nicht wie vielfach geglaubt um eine reine Sand- und Dünenwüste (nur 20 %), sondern um eine Stein- und Felswüste (Hammada).

Als ich 1986/87 die Sahara mit unseren alten Hanomag durchquerte (Algerien, Mali, Mauretanien), sind wir tagelang nur über bläulich schimmernde Gesteinsplatten gefahren. Vorbei an erodierten Gebirgszügen, mächtig steil aufragenden Bergen und durch tief eingeschnittene Wadis (ehemalige Flussläufe).
Hier floss vor 6000 Jahren noch kräftig Wasser und die Landschaft war Grün und Fruchtbar. Nach der letzten Eiszeit wanderten die Tropen ca. 800 km nach Norden und es entstand hier eine Savannenlandschaft.
Unsere Expedition fand damals in den Wintermonaten mit verträglichen Temperaturen von 25°C am Tag und in der Nacht mit leichtem Frost statt. Oft waren am Morgen die Trink- Wasservorräte zu Eis erstarrt.
Im Sommer kann es hier Temperaturen bis +60°C und in den höheren Lagen, vor allem im Atlasgebirge, im Winter auch -10°C geben.

Das Innere der Sahara ist menschenleer aber nicht tot. "Die Wüste lebt" so der Walt Disney Dokumentarfilm aus den 50-er Jahren, der eindrucksvoll das Tier- und das bescheidene Pflanzenleben in der Wüste beschreibt.

Nach 14 Tagen Einsamkeit traf unsere 6-Mann Gruppe (Geologe, Arzt, Techniker und ich war der Wüstenkoch) erstmals auf einige Tuareg- Nomaden. Gleich wurde Tee aufgegossen und in einem französisch/arabischen Kauderwelsch der weitere Pistenverlauf besprochen.
6 Wochen Sahara die mir unvergesslich in guter Erinnerung bleiben. Vielleicht schaffe ich es noch einmal in diesem Leben dort einige Wochen zu verbringen. Die Sahara liegt ja direkt vor meiner Haustür.

Langsam aber stetig breitet sich die Sahara auch auf die Kanaren aus. Fuerteventura als älteste Vulkaninsel der Kanaren und nur knapp 100 km von Westafrika entfernt, ist schon so weit abgetragen, dass Teile der Insel im Grunde eine Verlängerung der Sahara nach Westen darstellen. Die Google Aufnahme links zeigt den Nordosten von Fuerteventura. Sand und noch einmal Sand und inmitten eine Hotelanlage.




Hier die Vergrößerung des RIU Oliva Beach bzw. Palace Tres Islas Komplex mitten in der Einöde. Nur mit großem technischen Aufwand und viel Geld, kann die Oase vor dem Versanden bewahrt werden. Die Wüste hat auch bereits den Südteil der Insel erfasst. Das Überlebens- Elixier Wasser muss mit Entsalzungsanlagen nutzbar gemacht werden und das kostet Geld. Irgendwann ist Fuerteventura komplett eine Sandwüste und wird dann auch durch die immer weiter fortschreitende Erosion von der Landkarte verschwinden. Bis dahin haben wir aber noch einige tausend Jahre Zeit.
Das Foto unten zeigt das RIU Hotel im Hintergrund zwischen den Sanddünen, von der "Wüstenstraße" aus.

Es zeigt aber auch, wie unterschiedlich die Kanarischen Inseln beschaffen sind. Trockene wüstenähnliche Inseln im Osten und grüne und saftige Inseln im Westen des doch kleinen Archipel.
 
Vielleicht auch ein kleiner Denkanstoß für ihren nächsten Kanarenbesuch.
Insel-Hopping - innerhalb von einer oder zwei Stunden mit unserem Binter- "Inselhüpfer" von der "Sahara" in den "Dschungel".

Dienstag, 11. Juni 2013

Vulkan - und die Wüste kommt

NEWS:
12.12 Uhr - der Erdstoß östlich von Fuerteventura wurde von der IGN auf ML3,7 angehoben. Zwei weitere Beben in diesem Bereich um 6.41 Uhr mit ML2,0 in 10 km Tiefe und um 6.43 Uhr mit ML2,4 in 36 km Tiefe wurden registriert.

Während man sich im Rheinland mit: "Ganz Köln stinkt nach Maggi - Feuerwehr sucht Quelle" beschäftigt, bewegen uns ganz andere Naturphänomene.
 
Während es unter El Hierro relativ ruhig blieb - wir hatten gestern ein ML1,8 und heute Morgen um 5.36 Uhr ein ML1,6 Beben aus 12 bzw. 20 km Tiefe im Westen - gab es bei Fuerteventura einen stärkeren Erdstoß. Ein ML3,5 Beben aus 20 km Tiefe östlich der Insel (siehe IGN-Gafik). Es lag genau im Bereich des schon länger vermuteten Magmatunnel Richtung Atlas Gebirge in Afrika. Darüber hatte ich schon mehrfach geschrieben.


Die Wüste schreitet voran

Da ich mich auch gerne mit Randthemen die die Kanaren in irgendeiner Form betreffen beschäftige, heute zu einem Punkt der vor allem für die zukünftigen Generationen zu einem großen Problem werden kann.

Bereits 40 Prozent von Spanien soll bereits von der Wüstenbildung, der Desertifikation wie es auch genannt wird, betroffen sein.
Nicht nur die Klimaerwärmung, sondern auch die intensive Landwirtschaft, das Abholzen der Wälder, der Tourismus mit seiner Bauwut und seinem steigenden Boden- und Wasserbedarf und die dadurch wachsende Bodenerosion, zerstört irreparabel ganze Landstriche.

Die Gefahr der Wüstenbildung (Grafik: PAND) zeigt rot eingefärbt die Risikogebiete. Ein Gebiet in Südspanien ist bereits Wüste. Die Desierto de Tabernas in Andalusien, ca. 30 km nördlich von Almeria, erstreckt sich bereits über 280 km². Eine Wüste die sie alle von Spielfilmen und aus dem Fernsehen kennen. Bekannte Filmklassiker wurden dort teilweise gedreht. "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" von Steven Spielberg oder "Vier Fäuste für ein Halleluja" und die Winnetou-Filme nach Karl May. Nicht im "Wilden Westen" von Amerika, in Mexiko oder Arabien lag die Kulisse, sondern in Spanien.

Auch diese Filmstreifen sind hier entstanden:
- Die glorreichen Sieben (1960)
- El Cid (1961)
- Lawrence von Arabien (1962)
- Cleopatra (1963)
- Für eine Handvoll Dollar (1964)
- Zwei glorreiche Halunken (1966)
- Spiel mir das Lied vom Tod (1968)
- Conan, der Barbar (1981)
- Der Schuh des Manitu (2001)


Die Wüste von Tabernas liegt in Europa. Aber auch auf den Kanaren und damit geografisch in Afrika, schreitet die Wüstenbildung Richtung Westen voran. Die Insel Fuerteventura, nur 100 Kilometer von der Sahara entfernt, ist heute bereits in weiten Teilen eine Wüste. Die Aufnahme links entstand im Nordosten bei Corralejo in den "Los Jablitos" Dazu aber als Fortsetzung morgen noch mehr.