Samstag, 23. März 2013

Vulkan - keine ruhige Nacht

NEWS:
19.48 Uhr - je mehr ich mir den heutigen Bebenverlauf betrachte, treten immer im 4 Stundenrhythmus verstärkte Bebenaktivitäten auf. Die Zwischenzeit dient der Regeneration. Immer waren bisher die roten Linien betroffen. Danach dürfte der nächste Schwall gegen 22.00 Uhr eintreffen.

19.12 Uhr - und noch ein von der IGN nachgetragenes Beben um 18.00 Uhr von ML3,4 in 12 km. Tiefe
18.46 Uhr - drei Beben zwischen 17.52 u. 18.01 Uhr mit ML3,1 - 3,0 - 3,0 in 12 bzw. 13 km Tiefe.

14.50 Uhr - das Beben von 14.09 Uhr hatte ML3,5 und kam aus 15 km Tiefe. Die Geologen kommen mit der Auswertung anscheinend nicht mehr hinterher und haben die Zeit von 13.00 bis 14.00 Uhr übersprungen. Vielleicht werden die Daten noch nachgereicht.
Auch die GPS-Verformungswerte steigen stark an. Die Station HI05 (Leuchtturm im Westen) zeigt jetzt ein vertikale Erhöhung von gut 4 cm (insgesamt dann 16 cm) an.
14.07 Uhr - die Folgebeben waren ML3,1 und 2,8. Für Alle die nicht an die aktuelle Grafik kommen.

11.59 Uhr - ein kräftiger Wuscher mit ML3,4  um 11.05 Uhr aus 16 km Tiefe. Der nachfolgende Tremor ist genau dieser "Spasmodische Tremor". Zwei in der Statistik noch nicht aufgeführte Beben in etwa der gleichen Stärke dürften folgen.

 




Um Mitternacht, genau um 0.01 Uhr, erfolgte ein kräftiger Erdstoß von ML3,5 Er kam aus 15 km Tiefe. Auch um 0.23 Uhr und um 5.19 Uhr jeweils ein ML3,0 Beben aus 16 km Tiefe. Oben ist der aktuelle Seismik Verlauf der vergangenen Stunden zu sehen. Ein beständiger Grundtremor, unterbrochen durch einen stärkeren Spasmodischen Tremor (rot) und viele kleinere Beben. Das Zentrum liegt stabil vor der nördlichen Westküste (Grafik links rot). Die Tiefe hat sich etwas verändert und liegt jetzt zwischen 13 und 17 km Tiefe. Die Magma dürfte sich gestern um ca. 2 Kilometer in die Höhe gearbeitet haben. Liegt aber immer noch tief genug, so daß zumindest  in den nächsten Stunden mit keiner Aktivität an der Erdoberfläche zu rechnen ist.


So sehen die Seismologen im Zeitraffer den Frequenzverlauf (Hz) der gestrigen Beben. Insgesamt wurden von der IGN 91 Beben registriert, davon die Mehrzahl mit 83 Erdstößen von mehr als ML2,0. Viele kleine Beben werden oder können von der IGN nicht erfasst werden. Auch heute bringen wir es bereits auf über 30 Erdstöße. Die Skala muß man allerdings nun nach oben erweitern - davon 3 Beben mit ML3,0 und mehr. Was ist für heute zu erwarten? Wenn die Aktivität so weiter anhält, dürfte es verstärkt Beben über ML3,0 geben. Auch könnten sich die Magmaspitzen weiter nach oben voran schmelzen, so daß die Beben bis zum Abend im 11 km Bereich liegen dürften.
Es wäre jetzt auch einmal an der Zeit aus behördlichem Munde eine Stellungnahme zu hören. Aber hier scheint man keine Notwendigkeit zu sehen und zudem ist Wochenende.




Interessant ist auch die Formation aller vergangenen Bebenzentren. Seit 2011 haben sich sternförmig die registrierten Beben angeordnet. Die jüngste Aktivität ist links oben braun/rot zu erkennen. Den Mittelpunkt bildet der alte Vulkanberg Tanganasoga in der Steilwand des Golfotales. Er ist der Dreh- und Angelpunkt aller magmatischen Bewegungen der vergangenen Jahre. Jetzt würde nur noch um beim Sternbild zu bleiben, der nördliche Golfo in dem Gesamtbild fehlen. Das hoffen wir natürlich nicht.
 
Daß bei all den Aktivitäten auch die Magma seitlich austreten kann, haben wir 2011 bei der Eruption des Eldiscreto im Süden oder im Sommer 2012 an der Westspitze erlebt. Magma und Druck suchen sich einfach den leichtesten Weg und der scheint nicht um den Tanganasoga zu liegen.

Freitag, 22. März 2013

Vulkan - Beben der Stärke ML3,8

NEWS:
18.10 Uhr - die letzten Erdstöße von bis zu ML2,7 liegen nun wieder im 15 bis 17 km Tiefenbereich. Wie die Involcan mitteilte, werden bereits seit Tagen an der Station HI07 (das ist bei El Pinar) erhöhte CO² Werte gemessen.
Avcan geht davon aus, daß es sich beim immer wieder auflebenden Tremor um eine Sonderform, den "Spasmodischen Tremor" handelt. Diese Tremorart kennt man aus Hawaii und von einigen anderen Vulkanen. Der Zyklus wird dabei im Verlauf immer wieder unterbrochen.

15.25 Uhr - die beiden letzten Beben von ML2,6 um 13.44 Uhr und ML2,5 um 13.58 Uhr kamen nun bereits aus 13 km Tiefe. Es bleibt jetzt einmal abzuwarten, ob sich diese Anzeichen verstärken und fortsetzen.

13.12 Uhr - Der aktuelle Seismik-Verlauf.

11.50 Uhr - es sind jetzt auch Beben dabei die lange anhalten. Um 10.58 Uhr ein ML2,5 Erdstoß von über 1 Minute Dauer.
10.48 Uhr - die Beben halten weiter an und haben sich sogar in den letzten Minuten noch etwas verstärkt. Die Ausgangstiefe bleibt bei 16 km. In den nächsten Tagen wird das Forschungsschiff Roman Margaleff (zur Zeit Gran Canaria) das planmässig nach El Hierro kommen sollte, sich den Westteil der Insel sicher von der Seeseite genauer anschauen.



Um 22.52 Uhr in der Nacht ein ML3,8 Beben. Das war der bisher heftigste Erdstoß in dieser neuen Aktivitätsphase. Er wurde von vielen Anwohnern gespürt. Das Epizentrum lag an der Westspitze (IGN Karte rote Punkte) und kam aus 15 km Tiefe. Insgesamt hatten wir gestern 115 Beben.


Und so geht es auch heute Morgen weiter. Bisher rund 40 Erdstöße. Das Tiefenzentrum liegt weiter zwischen 15 und 17 km Tiefe. Solange die Erdstöße in dieser Tiefe verharren, dürfte keine Gefahr einer Eruption bestehen. Aber der Druck und in Folge das Magma sucht nach einem Weg zur Druckentlastung. Zur Zeit scheint es sich nur horizontal auszubreiten. Wichtig sind in den nächsten Stunden oder auch Tagen die Tiefenangaben. Es gab in den vergangenen Tagen wohl auch schon Beben in flachen Zonen (2 km Tiefe). Dies dürften aber Verspannungsbeben durch die Oberflächenverformung der Insel gewesen sein.


Die Oberflächenverformung hat wie zu erwarten weiter zugenommen. Links sind nur zwei GPS Messpunkte vom Golfo dargestellt. Sprunghaft sind die Werte in die Höhe geschnellt. Die Ausgangsbasis lag bisher schon bei einigen Stellen bei 12 cm über Normalwert (aus der Grafik nicht zu erkennen). Die Verformung dürfte weiter zunehmen. Wenn mehr Daten dazu vorliegen, werde ich - da es wichtige Indikatoren sind - näher darauf eingehen.

So sieht es im Moment bei den Aufzeichnungen des Seismografen aus. Unzählige Beben in nur kurzen Abständen, zwischen ML2,0 und ML2,7. Die zeitweise stärkeren Zitterbewegungen (z.B. der dickere rote und blaue Balken) deuten auf ein Vordringen der Magma hin - auch Tremor genannt.

Donnerstag, 21. März 2013

Vulkan - der Tremor lebt wieder auf

NEWS:
13.29 Uhr - Die Beben halten an. Heute bereits mehr als 77 Erdstöße. Der Tremor ist fast ganz zurück gegangen. Die Tiefe liegt im Bereich von 13 bis 18 km und die Epilage weiter um die Westspitze.

Seit 3.30 Uhr in der Nacht hat der Tremor wieder eingesetzt.  Allein zwischen 4.38 Uhr und 5.24 Uhr gab es 14 Beben bis ML2,6.
Es war nur eine kurze Stille bis der Vulkan wieder erwacht ist. Es fällt auf, daß sich das Tiefenzentrum jetzt verringert hat. Lag es in den vergangenen Tagen bei 17 km, erfolgten heute auch Erdstöße aus 12 km Tiefe. Die Magma dürfte weiter aufsteigen.


Das Epizentrum liegt wie gehabt vor der Westspitze von El Hierro. Dort wo im Juni/Juli 2013 die zunächst "unentdeckte" Eruption mit heute drei Unterwasser- Vulkankegel liegt. Zur besseren Einordnung werde ich diese Eruptionsstelle in Zukunft als Eldiscreto II beszeichnen.
Bei aller Aktivität bitte nicht vergessen für den Eldiscreto zu Voten. Im NASA Satelliten-Wettbewerb haben wir es jetzt bereits unter die letzten 8 Aufnahmen geschafft. Es wäre natürlich für El Hierro toll, als Foto des Jahres 2012 gekürt zu werden.
Hier geht es zur NASA-Tournament.

Mittwoch, 20. März 2013

Vulkan - Beruhigung der Lage

NEWS:
16.02 Uhr - auch heute Nachmittag immer wieder einzelne Beben bis ML2,2 am Westzipfel in 18 km Tiefe.

Genauso schnell wie der Bebenschwall kam, ist er auch wieder verschwunden. Auf der IGN Aufzeichnung (oben) ist die nachlassende Bebentätigkeit seit gestern Nachmittag zu erkennen. Es waren 24 Stunden mit mehr als 240 Beben (Grafik links) - viele Kleinbeben konnten überhaupt nicht gezählt werden. Auf der Insel selbst wurden nur die wenigsten Erdstöße ( ab ML3,0) verspürt. Es darf aber nicht darüber hinweg täuschen, daß im Untergrund doch einiges in Bewegung war und ist. Neue aufsteigende Magma dürfte die Magmahauptkammer weiter aufgefüllt haben. Wie werden in den nächsten Tagen sehen wie sich die Bodenverformung vor allem  am Westzipfel weiter verändert hat. Seit der letzten großen Aktivität im Juni/Juli 2012 verzeichnen wir eine relativ konstante vertikale Verformung von ca. 12 cm. Die heute vorliegenden GPS Messdaten sind nicht aktuell. Ich denke in einer Woche wissen wir dazu mehr.

Auch heute bereits 17 Beben bis ML2,4. Die Lage der Erdstöße liegt an der nördlichen Westspitze (rot) und hat hat sich nicht wie erwartet nach Süden verändert. Die Ausgangstiefe liegt bei 15 bis 17 km. Es war nun ein weiterer Schub der die Spannung im Untergrund sicher weiter verstärkt hat. Von einer Normalität oder gar einem Abklingen der Vulkanaktivität kann im Augenblick sicher nicht gesprochen werden. Es ist nur zu menschlich, daß eine potentielle Gefahr erst dann richtig wahrgenommen wird, wenn die ersten Ziegel vom Dach fallen. Auf einer gestern in La Frontera durchgeführten Informationsveranstaltung der Involcan zur Lage und den Schutz- und Vorsorgemaßnahmen bei einer Vulkaneruption kamen nur ganze 6 Besucher.
 
Es zeigt doch das mangelnde Interesse der Bevölkerung oder die Hoffnung und das Wunschdenken, daß der Kelch bald ohne großen Schaden vorüber zieht. Die Hoffnung bleibt, aber die Naturgewalt hat seine eigenen Regeln - und die kann der Mensch nicht beeinflussen.
 
Einen wirklichen Schutz gegen Vulkane oder Erdbeben gibt es nicht. Aber das Erkennen, Anzeichen deuten und Informationen richtig einordnen und so rechtzeitig für sich die notwendigen Maßnahmen  ergreifen, können hier sicher vermittelt werden.
 
 
Auch heute und am Donnerstagabend finden um 19.00 Uhr im Ayuntamiento La Frontera um 19.00 Uhr Folgeveranstaltungen statt. Also hingehen und informieren.
 
Beobachten wir heute einfach die Entwicklung weiter, ob sich die Lage bestätigt oder doch noch ein neuer Schub erfolgt.

Dienstag, 19. März 2013

Vulkan - der erwartete Bebenschwall

NEWS:
19.15 Uhr - der Höhepunkt scheint überschritten. Die Beben nehmen sowohl in der Intensität als auch in der Anzahl ab. Die Nacht bleibt jetzt einmal abzuwarten, ob sich dieser Trend bestätigt.

17.30 Uhr
Die Beben verlagern sich weiter zur Westspitze (rot).  Die Entstehungstiefe liegt zwischen 17 und 18 km. Der Tremor hat nachgelassen. Heute offiziell bereits 96 Beben, davon fast alle über ML2,0 und vier Erdstöße mit einer Größe von ML3,0 und mehr. Es sieht so aus als würden die Beben weiter nach Süden wandern. Zur Zeit steht kein Forschungsschiff zur Verfügung, so daß der Rettungskreuzer Salvamar zur optischen Beobachtung der Meeresoberfläche im Mar de las Calmas und der Westspitze unterwegs ist.
 

 

In der Nacht ging die Bebenserie unvermindert weiter (IGN Grafik oben). Bis jetzt (6.51 Uhr) wurden von der IGN über 156 Erdstöße registriert. Die Beben lagen meist zwischen ML2,5 und als bisher stärkster Erdstoß bei ML3,1. Auf der AVCAN Karte (links) befindet sich das Epizentrum an der Golfo Westküste um Sabinosa. Die Ausgangstiefe hat sich im Moment auf eine Tiefe von 17 bis 18 km stabilisiert. Aufgrund der Dynamik der Aktivität ist davon auszugehen, daß große Mengen Magma aus tieferen Erdschichten in die Magmahauptkammer nachdringen. Diese nachrückende Masse braucht Platz und erweitert den Raum. Dabei entstehen diese Beben. Der Innendruck wird immer größer und hat auch schon an der Inseloberfläche zu einem weiteren Ausbeulen (Verformung) des westlichen Golfotales geführt. Genaue Messergebnisse liegen allerdings noch nicht vor.
Auch wenn einige Wissenschaftler aufgrund fehlender Signale noch von keinem Tremor sprechen, zeigt aber der Kurvenverlauf der Seismografen heute Morgen eindeutig die vorrückende Magma. Der Tremor entsteht, wenn Magma Gestein aufbricht und dabei kleine Mikro- Zitterbewegungen verursacht.
Es ist im Augenblick noch nicht zu sagen, ob es die Magma und die Gase an die Oberfläche schaffen. Bei einer Fortdauer dieser heftigen Aktivität ist es aber nicht mehr auszuschließen.
Zu beobachten bleibt die Entstehungstiefe der Erdstöße. Ab 5 bis 8 km Tiefe wird es aber immer wahrscheinlicher.
Das Aktivitätsfeld kann sich bei flacheren Beben durchaus weiter nach Süden verschieben.
Die letzte derart starke Bebenaktivität hatten wir im Oktober/November 2011, die dann zum Ausbruch des Eldiscreto geführt hat.
Die IGN Seiten sind heute wegen Überlastung nur schwer zu erreichen. Von offiziellen Stellen herrscht noch Schweigen. Die Emergencia Seite des Cabildo von El Hierro ist nicht am Netz. Umfassende und schnelle Information eben.
 

Die Bebenauflistung der vergangenen Stunden. Es bleibt jetzt heute genau zu beobachten wie sich die Situation weiter entwickelt. Auch wäre es wünschenswert, daß die 2. Eruptionsstelle vom Juni/Juli 2012 an der Westspitze der Insel genau beobachtet wird. Genau hier liegt im Moment das Epizentrum. Eine erhöhte Gasemission dürfte jetzt noch nicht messbar sein, dafür liegen die Beben noch zu tief. Es bleibt also weiter spannend.