Dienstag, 12. Februar 2013

El Hierro Vulkan - Minibeben und die Gründe

NEWS:
Auch wenn die seismischen Aufzeichnungen der IGN wie Minibeben aussehen, sind die gezackten Wellenlinien seit heute Morgen um 11.00 Uhr nicht vulkanischen Ursprung. Es sind meteorologische Einflüsse durch Wind und den damit verbundenen hohen Wellengang, das die Messgeräte aufzeichnen. Ein Blick auf die anderen Insel-Seismografen zeigen eine ähnliche Entwicklung.
Innerhalb der letzten 24 Stunden gab es kein weiteres Beben.

Wir liegen hier mitten im Atlantik und nicht im ruhigen Mittelmeer.Vor allem in den Wintermonaten herrscht hier oft tagelang eine raue See. Das Unwetter tobt sich oft fern der Kanaren aus und wir spüren davon nur wenig. Zeitversetzt kommen dann aber die Auswirkungen mit hohen Wellen an unseren Küsten an und erzeugen diese Zitterbewegungen.

Über 2,36 Millionen Mal wurde nun in den vergangenen knapp 18 Monaten diese Seite aufgerufen. Das macht mich ein wenig Stolz und zeigt doch wie groß das Interesse um El Hierro, den Vulkan und das Drumherum immer noch ist.
Auch jetzt längst nach dem Abklingen der sichtbaren Vulkanaktivität sind es immer noch täglich zwischen 2500 und 3000 Besucher. Dafür meinen Dank.
Dies ist natürlich für mich eine Ermunterung täglich meine Meinung und neue Erkenntnisse ungefiltert nach bestem Wissen weiter zu geben.

Ich bin kein Journalist und möchte es auch nicht sein. Aber ein Kenner der kanarischen Westinseln und inzwischen auch, wie viele regelmässige Leser - ein Amateur und Hobby-Vulkanologe.
Ich lasse mir heute nicht mehr Märchen aufbinden, sondern versuche Dinge zu hinterfragen, zu überprüfen und logische Zusammenhänge herzustellen. Ich denke das wird erkannt und auch geschätzt.
Die offiziellen Meldungen sind mir oft zu diffus und mit zu wenig Aussagekraft - sofern sie überhaupt erfolgen.

Mit ganzer Leidenschaft bin ich aber Autor und Reiseleiter. Alles ergänzt sich irgendwie.

Wenn Sie meine Arbeit mit unterstützen wollen oder einfach meine Arbeit gut finden und Danken wollen, links werde ich für einige Tage einen Paypal-Button einstellen.
Um mich nicht falsch zu verstehen, es ist mir zuwider als Bittsteller aufzutreten. Aber es entstehen natürlich auch Kosten - schon mal Danke!

Natürlich werde ich unabhängig davon weiter regelmässig berichten.
 

Montag, 11. Februar 2013

Mittelpunkt heute die Nachbarinseln

NEWS:
Unter El Hierro blieb es gestern und in der vergangenen Nacht ruhig. Verstärkt treten jedoch jetzt wieder Erdstösse um Gran Canaria auf (siehe Avcan Ansicht). Am 9.2.13 ein ML2,8 Beben in 36 km Tiefe und gestern Abend um 22.23 Uhr ein ML1,7 Erdstoß aus 20 km Tiefe. Es sind Beben die schon seit Jahrzehnten mehr oder weniger regelmässig vorkommen. Was genau da am Meeresgrund der hier rund 3500 Meter tief liegt vor sich geht, bleibt ein Rätsel. Es gibt mehrere Denkmodelle und Theorien die aber aufgrund der großen Meerestiefe nicht überprüft werden können. Darüber hatte ich schon geschrieben.

Heute stehen wir noch unter dem Eindruck des tragischen Kreuzfahrtschiff- Unglück gestern am Sonntag im Hafen von Santa Cruz de La Palma. 5 Besatzungsmitglieder der TUI Thomson Majesty sind dabei ums Leben gekommen. Alles weitere dazu hier auf meiner La Palma - Seite.

Sonntag, 10. Februar 2013

El Hierro Vulkan - Rekordverdächtig

NEWS:
Auch gestern Abend um 20.13 Uhr wieder ein ML1,7 Beben in 14 km Tiefe bei Los Llanillos im Golfotal. Es will einfach nicht aufhören, auch wenn auf der Inseloberfläche von all den Vorgängen im Untergrund nichts zu spüren ist. Seit über 18 Monaten dauern die Vulkanaktivitäten nun schon an. Einiges ist inzwischen Rekordverdächtig.

So gab es seit dem 19.Juli 2011 bis heute 16.718 Beben. Ich wüsste nicht, wo zumindest auf den Kanaren, in der Vergangenheit so viele Erdstöße in 1,5 Jahren gezählt wurden. Früher waren sicher die Seismografen und Messeinrichtungen noch nicht so perfektioniert. Heute wird selbst der schwächste Erdstoß registriert und seine Lage sehr genau lokalisiert.
Auf der IGN Karte (links) sind alle Beben grafisch dargestellt. Von der Konzentration der Beben lässt sich ungefähr die Größe der Magmakammer erkennen. So liegt deren Durchmesser bei ca. 15 km mit Zentrum im Inselinnern unter dem Vulkanberg Tanganasoga/ Malpaso. Die Tiefe der Hauptkammer bei 20 km. Heißes Magma hat die Eigenschaft aufzusteigen. Inzwischen hat sich eine Blase (blau) gebildet die bis 6 km unter die Erdoberfläche heran reicht. Das ist im Gebiet um Sabinosa/Pozo de la Salud im Golfotal.
Da hier die darüber liegenden Gesteinschichten wahrscheinlich schwer zu durchdringen und aufzuschmelzen sind, entweicht der Druck seitlich. Die Eldiscreto Eruption im Süden und die jetzt neu entdeckten Öffnungen an der Westseite deuten darauf hin.

Wie es jetzt weiter geht ??? - es bleibt nur das genaue Beobachten. Alles andere ist Spekulation. Die Bodenverformung hält an. Der Innendruck hat sich nicht wesentlich abgebaut. Neue Ergebnisse zur Gasemission liegen nicht vor.

Samstag, 9. Februar 2013

El Hierro - Wifi Spitzenreiter

NEWS:
Gestern um 11.26 Uhr ein schwacher ML1,0 Erdstoß in 10 km Tiefe beim Tanganasoga.

Kostenloses Internet für Alle


El Hierro wird die erste "Free Wifi Insel der Welt". Das kündigte vor einiger Zeit der Minister für Industrie, Energie und Tourismus Jose Manuel Soria an. Jetzt ist es fast soweit. Über 26 Antennen (siehe Hosteltur Grafik) wird über ein Open-Access-Wifi-Netzwerk überall auf der Insel eine kostenlose Internetverbindung möglich sein. Ganze 8 Millionen Euro hat man in ein Förderprogramm gepackt, aus dem auch das Wifi Netz finanziert wird. Internetempfang  war auch bisher schon möglich, allerdings nicht kostenlos.

Auf den ersten Blick sicher eine Bereicherung der Kommunikationsstruktur. Ob deshalb allerdings mehr Touristen kommen, wird die Zukunft noch zeigen. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

Ohne passable Flug- und Fährverbindungen nützt wahrscheinlich der kostenlose Wifi-Renner nicht allzu viel.
Von den zusätzlichen Masten die so gar nicht in die herrliche Landschaft passen, erst garnicht zu reden. Auch die Folgekosten wurden sicher nicht bedacht  Auf immer und ewig wird das Geld für den Unterhalt aus Madrid oder Brüssel nicht kommen. Dann ist die Inselregierung am Zug.


Schmerzlich erinnert man sich an das traumhafte Erlebnisbad "Cascadas del Mar" im Golfotal -auch eine Subvention.
Alles war ja gut gemeint. Nur wenn in unmittelbarer Nähe noch zwei kostenlose und gut ausgebaute Naturschwimmbäder vorhanden sind, dann wird kein Tourist und erst nicht ein Herreno hierfür Eintritt zahlen.
Heute streitet man sich darüber, wer den Unterhalt finanziert. Auch eine Fehlinvestition die kaum genutzt wird und daher meist geschlossen ist und irgendwann dann still und heimlich verrotten wird.

Es drängt sich für mich immer der Gedanken auf, daß Geschenke gerne genommen und als so genannter Fortschritt gefeiert werden. Über Sinn oder Unsinn und die Folgelasten macht man sich allerdings erst nach Fertigstellung seine Gedanken. Ein Phänomen das nicht nur auf El Hierro sondern auf allen Inseln häufig zu beobachten ist.

Statt Subventionen bedacht und nachhaltig einzusetzen und sich von Anfang an über den Nutzen und die evtl. nachteiligen Konsequenzen die Gehirnzellen zu strapazieren, erliegt man den verlockenden Angeboten, wie hier des Kommunikation-Giganten Telefonica. Sicher hat der Konzern einen besonders guten Draht zu den entscheidenden Stellen und Fördertöpfen in Madrid und sichert sich schneller als andere seinen Anteil am Subvention-Kuchen.

Ob diese Mittel jedoch an anderer Stelle sinnvoller und nutzbringender eingesetzt worden wären, ist bei den politischen Köpfen anscheinend nicht der primäre Gedanke.

Es liegt mir nicht Kritik zu üben, aber die andere Seite der Medaille sollte auch nicht unerwähnt bleiben.
Freuen wir uns also über die Errungenschaft zum Segen Aller - und hoffen, daß für die Verkehrsanbindung und dem Wesentlichen, dem Transport der Gäste, auch noch etwas übrig bleibt.

Freitag, 8. Februar 2013

El Hierro Vulkan - weitere Erdstöße

NEWS:

5 Beben gestern Abend zwischen 18.19 Uhr und 18.28 Uhr im Inselinnern an der Abruchkante zum Golfo. Die Erdstöße mit einer Stärke von bis zu ML1,9 kamen aus einer Tiefe zwischen 9,7 und 12 km. Um 21.52 Uhr ein weiteres Beben einige hundert Meter weiter südlich am El Julan mit ML1,5 gar aus 27,8 km Tiefe. Zur Zeit funktionieren nicht alle Grafiken der IGN, so daß ich eine Google Ansicht links eingefügt habe.

Die vor einigen Tagen beobachteten Zitterbewegungen auf dem Seismografen, hatten als Ursache starken Wellengang im Küstenbereich. Auch auf den Nachbarinseln waren ähnliche Bewegungen zeitgleich aufgezeichnet worden. Heute könnte es wieder auftreten, da von den Meteorologen starke Winde  und kräftiger Seegang angekündigt werden.

Nachtrag (11.56 Uhr):
Die IGN ist wieder auf Sendung. Hier noch die genaue Lage der gestrigen Beben (blau+rosa).