Mittwoch, 30. Januar 2013

El Hierro - weitere Anreisemöglichkeit

NEWS:
Auch gestern wieder 4 schwache Beben bis ML1,4 um den Malpaso. Die Tiefe schwankte zwischen 11 und 30 km. Auf dem Histogramm  sehen wir die Bebenstatistik der letzten Tage. Es ist nicht dramatisch, aber Aktivitäten sind nach wie vor vorhanden.



BinterCanarias Flüge ab Gran Canaria


Als Nachtrag zu den Fähr- und Fluganbindungen nach El Hierro heute noch die Verbindung ab Gran Canaria. Es gibt täglich ab Las Palmas de Gran Canaria eine Direktflugverbindung (50 min) mit BinterCanarias. Allerdings startet die um 12.00 Uhr auf Gran Canaria und kostet nach heutigem Tarif für den einfachen Flug ca. 115.- Euro. Spätere Verbindungen sind noch bis 16.00 Uhr möglich, allerdings mit einer Zwischenlandung auf Teneriffa. Die Flugdauer liegt dann bei mindestens 1,5 Stunden.

Die früheste Rückflugmöglichkeit El Hierro - Gran Canaria über Teneriffa startet um 8.50 Uhr und kommt um 10.30 Uhr in Las Palmas an. Diese Möglichkeit gibt es von Montag bis Freitag. Am Wochenende sind die Flüge ausgedünnt. Da sich die die Binter Flugzeiten mehrmals im Jahr ändern, kann nicht langfristig geplant werden.

Wenn also der Flug aus Deutschland rechtzeitig ankommt bzw. am Nachmittag wieder gen Deutschland startet, kommt der Gast ohne Zwischenübernachtung aus.
Allerdings ist der reguläre Flugpreis für die kurze Entfernung für Hin- und Rückflug von ca. 230.- Euro nicht gerade günstig.
Hier geht es zur Seite von BinterCanarias.

Dienstag, 29. Januar 2013

El Hierro - am letzten Zipfel Europas

NEWS:
Heute in der Nacht wieder 3 schwache Erdstöße zwischen ML0,8 bis 1,3. Das Ausgangszentrum lag im Inselinnern um den Malpaso in 12 bis 15 km Tiefe.

Fährverbindungen nach El Hierro bleiben ein Problem


Nachdem nun das Gobierno de Canarias die zugesagten Subventionen an die Fährbetriebe Naviera Armas und Fred Olsen für die vergangenen Jahre frei gegeben hat, bleibt die Zukunft weiter ungewiss.
Für die kommenden drei Jahre stehen insgesamt 9 Millionen Euro Zuschüsse zur Verfügung. Für jedes Jahr beginnend mit 2013 also 3 Millionen pro Jahr an Subventionen.

Wie das bei öffentlichen Aufträgen so üblich ist wurde eine Ausschreibung veranlasst. Keine Reederei hat darauf ein Angebot abgegeben.

Jetzt muß in zähen Einzelverhandlungen mit den beiden Fährbetrieben eine Lösung gesucht werden. Das kann natürlich jetzt teurer werden oder Verbindungen werden gekappt.

Das Problem ist, daß Armas und Olsen auf den Kanaren nur große Fährschiffe einsetzen. Auf dem Wege von Teneriffa nach El Hierro wird zunächst die auf halber Strecke liegenden Insel La Gomera angesteuert. Es sind Fähren mit einer Kapazität von 1200 Passagieren und 350 Fahrzeugen. Wenn jetzt wie es oft der Fall war, die zweite Etappe der Tour nach El Hierro mit nur noch 10% ausgelastet ist, werden Verluste eingefahren.
Setzt die Reederei kleinere Schiffe ein besteht die Gefahr, daß Passagiere in Teneriffa zurück bleiben müssen. Dies haben wir im vergangenen Jahr erlebt Die Armas wurde daraufhin von Repräsentanten aus El Hierro "gekapert" und an der Weiterfahrt gehindert.

Das ist natürlich für Privatunternehmen ein Risiko und keine Geschäftsgrundlage. Zur Zeit wird die Insel wöchentlich vier Mal angesteuert (3x Fred Olsen und 1x Armas). Im Grunde würde es für 10.000 Einwohner auch ausreichen, wenn zweimal in der Woche sperrige Güter und Lastwagen befördert werden. Die Schiffe wären gefüllter und damit kostendeckender zu betreiben.

Für den auf Teneriffa ankommenden Touristen ist es in der Regel sowieso nicht möglich am gleichen Tag eine der am Vormittag auslaufenden Fähren zu erreichen. Meist muß auf Teneriffa eine Zwischenübernachtung eingeplant werden. Zudem gibt es täglich mehrere Binter Flüge nach El Hierro. Hier allerdings nicht vom internationalen Südflugplatz, sondern vom 1,5 Stunden entfernt liegenden Nordflugplatz Los Rodeos aus.

Wie man es auch schiebt und wendet - die Verbindung bleibt kompliziert.

Für den Tourismus wäre es auf jeden Fall eine große Erleichterung, wenn täglich vom Südflugplatz am frühen Morgen und am späten Abend eine Flugverbindung eingerichtet wird. So entfallen die Zwischenübernachtungen und der Transfer in den Norden.

Der Senator Javier Morales aus El Hierro steht zur Zeit in Verhandlung mit den beteiligten Partnern. Bleibt ihm zu wünschen, daß er in Zeiten leerer Kassen eine vernünftige Lösung aushandelt.

Montag, 28. Januar 2013

El Hierro - Bebenlage verschiebt sich zum Malpaso

NEWS:

Ganz so ruhig ist es gestern dann doch nicht geblieben. Um 16.48 Uhr ein ML2,3 Beben in 11 km Tiefe. Das Beben dauerte über eine Minute an, wie im Seismogramm (oben) gut zu erkennen. Die untere Zeitskala stellt drei Minuten dar (zum Vergrößern anklicken).
Die Ausgangslage dieses Beben (blau) und auch die der weiteren Erdstöße liegt nun nicht mehr beim Tanganasoga , sondern weiter östlich beim höchsten Berg dem Malpaso mit 1501m Höhe (siehe modifizierte IGN Karte). Insgesamt gab es am gestrigen Sonntag 4 Beben zwischen ML1,1 und 2,3.

Hinweis: Alle Aktivitäten im Untergrund waren auf der Inseloberfläche für den Menschen nicht spürbar. Erst Beben ab ML3,0 werden als leichtes Zittern wahrgenommen.

Sonntag, 27. Januar 2013

El Hierro Vulkan - Forschungsergebnisse

NEWS:
16.48 Uhr - Beben von ML2,3 kurz darauf um 16.57 Uhr ein ML1,5 - beide in 11 km Tiefe etwas nördlich des Tanganasoga.


Gestern insgesamt 5 Beben bis ML1,9. Interessant ein Erdstoß um 21.38 Uhr mit ML1,6 aus 35 km Tiefe an der Westspitze. Aus dieser großen Tiefe hatten wir an dieser Stelle auch noch kein Beben. Heute blieb es bisher ruhig und kein neuer Bebenschwarm.

Das ist also unser Prachtkerl - hier während der eruptiven Phase mit einem 70 kHz Split Beam Echolot aufgenommen. Vom Eldiscreto existieren nur Unterwasser- aufnahmen da er es trotz großer Mühen nicht über die Meeresoberfläche geschafft hat.




Wie die Universidad de Las Palmas und die IEO ( Instituto Español de Oceanografia) in der Fachzeitschrift Nature berichten, wurde erstmals am 23.Oktober 2011 vom Forschungsschiff Ramon Margalef in 350 Meter Tiefe ein eruptiver Mund (Austrittsstelle) entdeckt. Der Vulkankegel wuchs an und lag am 12.November 2011 in 220 Meerestiefe. Im Januar 2012 nur noch bei 130 m und im Februar 2012 bei seiner heutigen Tiefe von 88 m (andere Quellen sprechen auch von 84 m).

Das war der "vorläufige" Schlusspunkt. Ob der Eldiscreto noch einmal aktiv wird und vielleicht die Meeresoberfläche durchbricht, dann allerdings im Wechselspiel mit dem gefürchteten Wasserdampf, steht in den Sternen. Die Zukunft wird es zeigen.

Am 5. November 2011 während der Haupteruption erhöhte sich der Kohlendioxidwert CO² drastisch. Die Grafik oben veranschaulicht die Verteilung Richtung Westen. Es herrschte eine mittlere Windgeschwindigkeit von 7,5 m/s. Insgesamt wurde eine Fläche von 385 km² mit erhöhten Werten abgedeckt
Die ausgestoßene Menge an CO² während der gesamten Eruption entspricht 0,08% des weltweiten CO² Ausstoß.

Das Meereswasser erwärmte sich im Radius von 290 Meter um die Ausbruchstelle um +3°C. Oberhalb der Eruptionsstelle um fast +19°C.
Der pH Wert sank auf 2,8 und es war fast kein Sauerstoff mehr in einer Meerestiefe zwischen 75 und 125m nachzuweisen.
Wer die gesamte Veröffentlichung des Forschungsbericht in Nature- Scientifik Reports (engl.) Nachlesen möchte hier.

Samstag, 26. Januar 2013

El Hierro Vulkan - beginnt der nächste Intervall ?

NEWS:
Heute wollte ich eigentlich über etwas ganz anderes berichten. Aber die Aktualität geht vor. In den letzten 24 Stunden hatten wir 8 Erdstöße. Allein heute in den frühen Morgenstunden 4 Beben. Das Seismogramm (links) zeigt nur die 60 Minuten zwischen 6.00 und 7.00 Uhr an. Der kräftige blaue Ausschlag um 6.36 Uhr war ein ML1,9 in 11 km Tiefe. Die kleinen Ausschläge wurden vom IGN nicht erfasst.


Die Lage verteilt sich über die gesamte Magmahauptkammer im Golfo bis in den Süden. Der Schwerpunkt bildet allerdings der Bereich um den alten Vulkanberg Tanganasoga. Die Tiefe variiert zwischen 10 und 13 km. Die Erdstöße sind schwach zwischen ML0,8 und 1,9. Also keine Beeinträchtigung oder spürbare Erschütterungen auf der Inseloberfläche.
Ob dies der Auftakt zu einer neuen Serie wird, kann erst im Laufe des Tages eingeschätzt werden. Es ist wieder eine der typischen Launen unseres Vulkan. Nach den Schwarmbeben vor einigen Wochen war er entspannt. Jetzt hat sich wieder neue Energie aufgebaut, die nun freigesetzt wird.

Heute möchte ich Ihnen noch eine andere Aufzeichnung der Beben vorstellen. Es ist der gleiche Zeitraum zwischen 6.00 und 7.00 Uhr heute Morgen. Hier werden die Frequenzen (Hz) der Erdstöße erfasst. es zeigt die spektrale Leistungsdichte auch PSD (power spectral density) genannt. Mit diesen Daten kann die Verteilung der spektralen Anteile einer Schwingungsleistung über das beobachtete Frequenzspektrum erkannt werden. Eine viel benutzte Aufzeichnungsart der Geologen. Nach dem wir aber keine Wissenschaftler sind, bleibe ich bei unserem übersichtlichen Seismogramm von ganz oben.