In den vergangenen Stunden gab es keine neuen vulkanischen Aktivitäten - Weihnachtsruhe eben.
Zeit sich einmal Gedanken zu machen, wie hier das Weihnachtsfest überhaupt begangen wird.
Grundsätzlich haben wir aufgrund der südlichen Lage - wir gehören geographisch zu Afrika - auch an Weihnachten warme Temperaturen. So ähnlich wie dies jetzt auch in Deutschland zu Weihnachten war, zwischen 20 und 26°C.
Kein Schnee und keine Tannen oder Fichten. Unser Weihnachtsbaum der noch keine lange Tradition hat, besteht aus Plastik. Also keine Palmen, das ist eine Klischee-Vorstellung - und auch keine der reichlich vorhandenen Kiefern. Die kanarische Kiefer steht unter Naturschutz und darf nicht gefällt werden und entsprechende Baumschulen die sich der Zucht von Weihnachtsbäumen widmen, gibt es nicht.
Allerorts trifft man allerdings auf Motive - ob Plakate oder Weihnachtskarten - die eine verschneite Landschaft mit hohen Bergen und Tannen zeigt. Also ganz so wie in Nordeuropa.
Die Städte und Pueblos sind weihnachtlich mit Girlanden und Lichterketten geschmückt und in den Straßen herrscht reger Einkaufstrubel auch über den 25. Dezember hinaus.
Das muß ich kurz erklären.
Die Bescherung findet hier nicht am Heiligabend dem 24.12. sondern erst am 5. Januar statt. Der Dreikönigstag ist der höchste Feiertag des Jahres. Am Vorabend bringen die Reyes (Könige) die gewünschten Geschenke. Das ist also quasi unser Heiligabend. Damit die Könige auch alle Wünsche erfüllen, stellen die Kinder Schälchen mit Wasser für die Kamele und Früchte für die Könige vor ihre Zimmertür.
Der Dreikönigstag wird dann feierlich mit einem Festessen, wie Weihnachten in Deutschland, begangen.
Einen zweiten Weihnachtsfeiertag, am 26.12. haben wir übrigens nicht. Dieser Tag ist normaler Werktag.
Wir befinden uns also heute noch in der Vorweihnachtszeit. Allerdings wird der Kaufrausch in diesem Jahr durch die immer mehr spürbare Wirtschaftskrise empfindlich gedämpft.
Nach Prognosen wird erstmals in Spanien ein Kaufkraftverlust bei den Weihnachtseinkäufen von minus 3,9% erwartet. Ähnliches gilt übrigens auch für Portugal. Auf den Kanaren dürften es noch einige Prozentpunkte mehr sein, da das monatliche Einkommen hier niedriger und die Arbeitslosenquote höher als im spanischen Gesamtdurchschnitt ist.Von allen Eurostaaten hat Spanien nach der jüngsten Eurostatistik die höchste Arbeitslosenquote:
- Spanien (26,2 Prozent) - Kanaren 28,5% und einzelne Inseln sogar fast 35%
- Griechenland (25,4 Prozent)
Die niedrigste Arbeitslosigkeit im Euro-Raum melden
- Österreich (4,3 Prozent),
- Luxemburg (5,1 Prozent),
- Deutschland (5,4 Prozent) und
- die Niederlande (5,5 Prozent).
Betrüblicher ist aber noch, daß keine Kehrtwende am Horizont sichtbar wird. Der Gang durch das Tal der Tränen wird noch einige Zeit andauern. Aller Optimismus und alles Hoffen fällt im Moment auf keinen fruchtbaren Boden. Aber ein Canario lässt sich davon gegenüber dem Gast nicht viel anmerken.
Über die Gründe, Versäumnisse und die geträumte Zukunft in den nächsten Tagen mehr.










