Dienstag, 11. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - Fortsetzung der Erdstöße

NEWS:
Auch wenn es im Moment wegen technischer Störungen etwas schwieriger ist genaue Daten von der IGN zu erhalten, oben die Lage und Auflistung. Es waren gestern 10 Beben alle im Tiefenspektrum um die 10 km Tiefe. Der flachste Erdstoß kam aus 7 km und lag im Süden bei Tacaron (rosa). Der kräftigste Erdstoß um 22.45 Uhr mit ML1,7 unter dem Tanganasoga (rot).
Wie gestern bereits vermutet setzen sich die schwachen Beben auf der Linie Tanganasoga Richtung Süden im 10 km Tiefenbereich fort.
Zu den technischen Schwierigkeiten zeitnaher und exakter Messungen oder besser zu den Problemen der IGN will ich Morgen etwas näher eingehen.

Montag, 10. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - Eldiscreto meldet sich zu Wort

NEWS:
 

Nach langer Zeit meldet sich Eldiscreto mit einem "Rülpser" wieder zurück. Es war gestern um 12.59 Uhr ein ML2,3 Beben in 12 km Tiefe in Nähe der alten Eruptionsstelle bei La Restinga. Gefolgt von 6 weiteren schwachen Beben in der vergangenen Nacht (IGN Aufstellung ist hier noch nicht vollzählig), zwischen ML0,5 bis 0,9. Alle Erdstöße liegen in 9 bis 14 km Tiefe.

Auf der Avcan Karte oben ist die Streckenführung vom nördlichen Ausgangspunkt unter dem Berg Tanganasoga Richtung Süden zum Eldiscreto gut zu erkennen. Der Unterschied zu dem Bebenschwall vor einigen Monaten bei EL Pinar liegt darin, daß wir damals Beben in der Magmakammer in rund 20 km Tiefe hatten. Jetzt liegt der Ausgangspunkt in halber Tiefe bei 10 km. Es könnte sich um das Vordringen der Magma in einem alten Kanal handeln. Darauf deuten eigentlich die schwachen Erdstöße hin. Es würde mich nicht sonderlich überraschen, wenn sich die Magma und die Beben heute und in den nächsten Tagen weiter Richtung Süden vorarbeiten.

Vulkan-Kalender 2013

 
 
Auch für das Jahr 2013 gibt es wieder einen Vulkan-Kalender der Involcan. Dieses Jahr nicht mit Eldiscreto Fotos von El Hierro, sondern mit historischen Vulkan Aufnahmen der Kanaren. Das Titelbild des Kalender schmückt die "Isla Verde", mein La Palma. In den nächsten Tagen soll das Calendario zum Nettopreis von 10.- Euro zu erwerben sein. Der genaue Versandmodus ist noch nicht klar. Ich bleibe hier am Ball und werde - sobald Näheres bekannt wird - berichten.

Sonntag, 9. Dezember 2012

El Hierro - Bohrungen kulkulierbar oder eine Gefahr?

NEWS: 12.59 Uhr - Beben von ML2,3 in 12 km Tiefe genau an der Eruptionsstelle vom Eldiscreto

Damit die Bebenstatistik für den gestrigen Samstag komplett ist, noch ein Erdstoß um 9.50 Uhr mit ML1,4 in 10 km Tiefe im Golfo. Wir haben somit das ML2,4 Beben südlich der Westspitze am Leuchtturm und zwei Erdstöße im Golfo.

Was passiert, wenn ein aktives Vulkanfeld angebohrt wird?


In Fortsetzung unserer Überlegungen zu den beabsichtigten Erdölbohrungen vor den östlichen Kanareninseln möchte ich heute ein Beispiel zu einer absichtlichen und bewussten Bohrung in ein aktives Vulkanfeld vorstellen. Es geht um das Gebiet der Phlegräischen Felder etwa 20 km westlich des Vesuv in der Nähe von Neapel im südwestlichen Italien. Ein Gebiet mit sehr hoher vulkanischer Aktivität und unzähligen Thermalquellen und Fumarolen. Zudem sehr dicht besiedelt wie auf der NASA Aufnahme gut zu erkennen.
Aus dampfenden und zischende Öffnungen im Boden steigen neben Wasserdampf auch Schwefeldämpfe, die das Umfeld gelb eingefärbt haben, seit Jahrhunderten auf (Foto: Stanley-goodspeed/ Wikipedia). An die 50 Eruptionspunkte wurden gezählt. Der Untergrund hebt und senkt sich seit 2500 Jahren in bisher drei Zyklen um bis zu 20 Meter. Dagegen sind unsere Verformungen auf El Hierro mit 12 cm harmlos. Allerdings muss der Zeitfaktor berücksichtigt werden.

Der Untergrund ist genauestens untersucht und erforscht. Es geht auch nicht darum eine Magmablase oder eine Magmakammer anzubohren. Ziel dieser Bohrkampagne ist es vielmehr, das Ausmaß einer vulkanischen Bedrohung herauszufinden um bei einer Änderung der Gas- und Druckverhältnisse schneller die über ihr lebende Bevölkerung warnen zu können.
Beide Bohrungen erfolgen von Land. Die erste Bohrung soll auf 500 Meter Tiefe und die zweite Bohrung bis auf 4000 Meter niedergebracht werden. Es sollen Sensoren in den Bohrlöchern angebracht werden, die über die Dynamik des Vulkan Aufschluss geben.

Ist diese Bohrung riskant?

Ganz ohne ist diese Bohrung nicht - es ist der erstmalige Versuch in ein aktives Vulkanfeld zu bohren. Ein Experiment an dem unmittelbar und zwangsläufig tausende Menschen - die Anwohner, beteiligt und bei einem Fehlschlag auch betroffen sind.

Auch die erste Mondlandung oder der Sprung von Felix Baumgartner aus 38.000 Meter Höhe war ein Experiment das von Vielen für sehr riskant oder gar als verrückt gehalten wurde. Beides hat geklappt - nur wären bei einem Fehlschlag keine Unbeteiligten davon betroffen worden.

Natürlich halten die beteiligten Wissenschaftler die Bohrungen für ungefährlich. Andere Geologen und Vulkanologen dagegen warnen vor den evtl. Folgen. Das Projekt wurde bereits einmal 2009 von den regionalen Behörden gestoppt. Es könnten Beben und explosive Reaktionen entstehen, wenn das in 3 Kilometer Tiefe vorhandene und unter hohem Druck stehende Wasser in das ca. 500° heiße Bohrloch eindringt.

Die meisten Forscher sind sich dagegen aber einig, dass es ein viel größeres Risiko wäre, den Vulkan nicht zu erforschen.

Wie erklärt es der zuständige Forscher

Im Interview mit Zeit-Online erklärt Bohrleiter U. Harms, warum es nicht zur Katastrophe kommen wird.

"Frage:  Herr Harms, Sie und Ihre Kollegen planen, die Phlegräischen Felder bei Neapel zu Forschungszwecken anzubohren. Bei manchen Kollegen stößt das Vorhaben auf starke Kritik. Wie hoch ist das tatsächliche Risiko?" weiterlesen in  Zeit-Online

Samstag, 8. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - es rumort weiter

NEWS: Um 9.50 Uhr ein weiteres Beben von ML1,4 in 10 km Tiefe im Golfo

 
Auch in der vergangenen Nacht wieder um 2.51 Uhr ein ML2,4 Beben beim Leuchtturm in 22 km Tiefe. Gefolgt von einem schwächeren Erdstoß um 6.28 Uhr von ML0.9 in 12 km Tiefe im Golfo bei Sabinosa. Er kommt einfach nicht zur Ruhe. Links der Blick auf die IGN Beben-Karte der letzten 5 Tage (die jüngsten Beben fehlen noch) zeigt kein klares Zentrum. Es sind die Umrisse der vermuteten Magmahauptkammer in ca. 20 km Tiefe, mit Seitenarmen nach Süden und in den Golfo die bis in 10 km Tiefe an die Erdoberfläche herauf reichen.



Hier die Seismo Aufzeichnung von heute Nacht zwischen 2.00 und 3.00 Uhr mit dem ML2,4 Beben. Wenn Sie nun die wilden Seismo Aufzeichnung Teneriffa von gestern vergleichen mit Erschütterungen von vielleicht ML0,1 bis 0,5, sieht man die Unterschiede. Beide Seismografen sind völlig unterschiedlich justiert. Dieses ML2,4 Beben hätte auf der Teneriffa Grafik wahrscheinlich die ganze Seite gefüllt.
 
 

Freitag, 7. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - kleine Beben

NEWS:

Gestern 2 schwache Beben um 13.58 Uhr mit ML1,1 und ML1,0 um den Tanganasoga (Grafik). Ein Beben davon in nur 1 km Tiefe. Es dürfte sich um ein Verformungs- bzw. Spannungsbeben gehandelt haben. Um 19.42 Uhr ein weiterer Erdstoß von ML0,9 im gleichen Bereich und dieses Mal in der bekannten Tiefe von 10 km.
Der Geologe und Vulkanologe Francisco José Pérez Torrado von der Universität Las Palmas de Gran Canaria untersucht im Moment im Auftrag der Geovol die geologischen Zusammenhänge die zur Eruption vor El Hierro geführt haben. Er betont, daß die Erdbeben auf den Kanaren auch in der Vergangenheit nie stärker als um ML5,0 ausgefallen seien, da es keine tektonische Plattengrenze unter den Inseln gebe. Die Kanaren stehen fest auf der afrikanischen Platte. Beben entstehen hier nur durch den Magmavortrieb und deren Stärke halte sich daher in Grenzen.
Kritisiert hat er in diesem Zusammenhang die schlechte und mangelhafte Informationspolitik der Behörden im letzten Jahr. Widersprüchliche Angaben und das Verschweigen von Tatsachen  schürten nur die Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung. Dies müsse sich in Zukunft ändern.

Angst und Bange kann einem im ersten Augenblick schon werden, wenn man sich die Seismografen Aufzeichnung von CCAN Teneriffa (oben)  zwischen 6.00 und 7.00 Uhr gestern Morgen anschaut. Wilde Ausschläge und Beben von bis zu einer Minute Dauer. Alles aber nur halb so wild. Die starken senkrechten Linien sind technische Störungen, die wahrscheinlich auf dem Wege der Satellitenübertragung nach Madrid entstanden sind. Da dieser Seismograf eine andere - eine empfindlichere Einstellung als CHIE El Hierro im Vergleich dazu zur gleichen Zeit (Bild) hat, werden auch die kleinsten Erschütterungen aufgezeichnet. Sie tauchen dann später in der IGN Statistik erst gar nicht auf. Der CHIE Seismograf von El Hierro ist dagegen so eingestellt, dass Beben bis ML1,5 kaum zu erkennen sind. Das mag bei dem öffentlich zugänglichen Seismografen technisch notwendig oder so gewollt sein. Es gibt ja noch sechs weitere Geräte auf El Hierro die wahrscheinlich eine andere und empfindlichere Einstellung aufweisen.