Donnerstag, 18. Oktober 2012

El Hierro - der Pulsschlag des Vulkan

NEWS:

Wie ein unregelmäßiger Pulsschlag zeigt sich im Histogram die Bebenaktivität des Vulkan aus den zurückliegenden Monaten. Vor einem Jahr (links) die Eruption des Eldiscreto mit einer anschließend langen abklingenden Phase. Dann die Ruhezeit bis im Juni/Juli 2012, bis mit seinem plötzlichen Aufleben der Beben am Westzipfel eine neue Aktivitätsphase eingeläutet wurde. Seit dieser Zeit ist er nie mehr richtig zur Ruhe gekommen. Im September 2012 wieder ein Aufbäumen mit Beben im Golfo und im Inselinnern bei El Pinar. Im Moment ist er wieder etwas ruhiger. Gestern 4 Erdstöße. Heute um 4.33 Uhr ein ML1,2 Beben in 10 km Tiefe (IGN-Grafik) vor Sabinosa.
 
Auch in Deutschland gibt es bedeutende Forschungseinrichtungen die bisher noch nicht um El Hierro zum Einsatz kamen.

GEOMAR/ Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel



Das GEOMAR/ Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel ist eine der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Meeresforschung in Europa. Aufgabe des Instituts ist die Untersuchung der chemischen, physikalischen, biologischen und geologischen Prozesse im Ozean und ihre Wechselwirkung mit dem Meeresboden und der Atmosphäre zu erforschen (Fotos Geomar).

Der Forschungsschwerpunkt dieses Instituts liegt bei der Untersuchung der Plattentektonik und der Marinen Naturgefahren, die Rolle des Ozean im Klimawandel und der menschliche Einfluss auf das Meeresökosystem sowie die Erkundung der Rohstoffe im Ozean.

Gerade die wertvollen und bisher noch nicht entdeckten Mineralien auf dem Meeresgrund stellen zur Zeit eine wichtige Aufgabe für Geomar dar. Zusammen mit dem Kieler Leibnitz-Institut für Meeresforschung (IFM) war man jüngst vor der Küste von Neuseeland unterwegs um die "Schwarzen Raucher", kleine Geysire - näher zu untersuchen. Durch das austretende bis zu 400°C heiße Wasser werden wertvolle Mineralien wie Gold, Silber, Kupfer, Zink oder Mangan aus der Erdkruste gelöst. Diese Ablagerungen auf dem Meeresgrund könnten in Zukunft eine wichtige Quelle für notwendige Rohstoffe werden.
Unter dem Titel "Der Schatz in der Tiefsee" hat Zeit-Online einen interessanten Artikel dazu veröffentlicht.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

El Hierro - nördlich der Kanaren vermehrte Beben

NEWS:

In den letzten 24 Stunden hatten wir 6 Beben. Die Mehrzahl davon unter dem südlichen Inselteil an den Steilhängen zum Mar de las Calmas in 15 bis 23 km Tiefe (rote Punkte). Heute Morgen um 5.31 Uhr erstmals wieder ein Beben im Golfo im Meer vor Sabinosa. Ein Erdstoß von ML1,7 in 12 km Tiefe (rosa). Nachdem es in den vergangenen Monaten südlich der Kanaren auf den Kapverdischen Inseln vermehrt zu Beben kam ist nun das Gebiet ca. 1200 km nördlich, an der Südwestspitze von Portugal Zentrum eines Bebenschwall. Das Meeresgebiet um Cabo de San Vicente vor der südlichen Algarve erlebt zur Zeit eine Serie von Erdbeben.

Gestern um 11.13 Uhr ein ML5,0 Beben in 30 km Tiefe. Bereits seit langer Zeit geht von dort eine rege Aktivität aus, wie das ML6,1 Beben am 15.9.2009 (Grafik links). Damals gab es Schäden und auch Todesopfer bis Beja und Sevilla in Südspanien.  Auch das große Beben vom 1. November 1755 bei dem Lissabon vollständig zerstört wurde und fast 100.000 Menschen ihr Leben verloren, hatte sein Epizentrum beim Capo de San Vicente. Nachzulesen bei Wikipedia.

Dienstag, 16. Oktober 2012

El Hierro Vulkan - Etappen der Ruhe

NEWS:

So rasch die Beben auch kommen, so schnell sind sie auch schon wieder vorbei. Gestern Morgen 10 Beben innerhalb weniger Stunden. Den restlichen Tag gab es keine weiteren Erdstöße. Erst heute Morgen wieder zwei neue Beben. Das letzte um 3.22 Uhr mit ML1,5 in 19 km Tiefe etwas südlich des Tanganasoga.
 


Rückblick 2011
und so sah es vor einem Jahr am Sonntag, den 16. Oktober 2011 aus.

El Hierro Vulkan - Riesige Gasblasen steigen auf

Foto: La Provincia
Inzwischen steigen aus dem Eruptionkrater riesige Gasblasen auf. Alle 15 bis 20 Minuten treffen sie blubbernd an der Meeresoberfläche ein. Das ist typisch für die Phase 1 die ich heute morgen beschrieben habe. Jetzt geht man davon aus, daß sich die Ausbruchsstelle bis auf weniger als 100m an die Wasseroberfläche heran gearbeitet hat.

Montag, 15. Oktober 2012

El Hierro Vulkan - Tanganasoga heute im Mittelpunkt

NEWS:


 
Nach einem ruhigen und verlängerten Wochenende - am Freitag war spanischer Nationalfeiertag -  hat in der vergangenen Nacht die Bebentätigkeit wieder zugenommen (Grafik oben) . Zentrum ist der Bereich um den alten Vulkanberg Tanganasoga im Inselinnern. Allein 10 Beben in den frühen Morgenstunden in 10 bis 13 km Tiefe. Es waren schwache Erdstöße bis ML1,4, die nicht auf der Inseloberfläche spürbar waren. Es bleibt einmal abzuwarten, wie sich der heutige Tag weiter entwickelt. Die Bodenverformung bleibt trotz eines geringen Rückgang auf hohem Niveau. Neue Gaswerte liegen nicht vor. Der Messwagen in La Restinga sendet bereits seit Tagen keine Daten mehr.
Für Schlagzeilen und neue Rekorde hat am Sonntagabend der Österreicher Felix Baumgartner gesorgt. Als erster Mensch durchbrach er im Freifall die Schallmauer, bis er dann in 3000 m Höhe die Reisleine seines Para Plan zog und in der Wüste von New Mexiko sanft landete. Mit einem Heliumballon ließ er sich in seiner Kapsel bis auf 39.045 m Höhe tragen. Von hier sprang er in einem speziell für ihn angefertigten "Raumanzug" ab. Dabei erreichte er in der fast luftleeren Stratosphäre Geschwindigkeiten von über 1200 km/Std. Es war eine Pionierleistung mit viel Wagemut und Risiko. Als ehemaliger Fallschirmspringer kann ich hier gut mitfühlen.
Alles hat Dank der guten Vorbereitung und Planung bestens geklappt. Wer sich zu diesem Thema etwas mehr einlesen möchte,  klickt hier.  

Sonntag, 14. Oktober 2012

Eldiscreto - das Meeresschauspiel begann

NEWS:
17.12 Uhr - Beben von ML2,2 um 14.37 Uhr in 21 km Tiefe im Süden.

In den letzten 24 Stunden hatten wir 3 schwache Beben am Samstag bis ML1,4 und heute Nacht um 1.02 Uhr einen Erdstoß beim Tanganasoga (rosa) mit ML0,9 in nur 3 km Tiefe. Dabei dürfte es sich aufgrund der Oberflächenverformung um ein Spannungs-Beben gehandelt haben.
Die IGN Aufzeichnungen fielen am Freitag und Samstag zeitweise aus und senden nun wieder.

Rückblick 2011


Genau vor einem Jahr waren die ersten Spuren der Eldiscreto Eruption im Süden an der Meeresoberfläche sichtbar. Aufnahmen aus dem Helikopter der Guardia Civil zeigen aufsteigende Lavapartikel und Gase, die das Meer gelb/braun verfärbten. Es war der Auftakt für ein einmaliges Farben-Schauspiel das hier im Video festgehalten wurde. Alle Einzelheiten dazu habe ich auch in meinem Buch "Eldiscreto" ausführlich beschrieben und dokumentiert.