- 10.37 Uhr - Beben mit 1,7 RSk. in 12 km Tiefe im Süden
- 13.16 Uhr - Beben mit 2,5 RSk. in 12 km Tiefe/Süden
Ein neues NASA Satellitenbild, aufgenommen vom EO-1 am 10.2.12., zeigt deutlich den sprudelnden Eruptionspunkt und das durch die Meeresströmung nach Südwesten abdriftende gefärbte Wasser. Auch in der vergangenen Nacht gab es wieder eine Reihe kleinerer Beben. Das letzte um 5.38 Uhr mit 1,5 RSk. in 11 km Tiefe in Südwesten. Der Tremor läuft wie seit Tagen verhalten. Der Eldiscreto sprudelt, was auf einen ungehinderten Magmafluss im aufsteigenden Kanal hindeutet.
Um den Ablauf etwas zu verdeutlichen habe ich eine Grafik der Geovol (Uni Las Palmas) beigefügt. Die Magmahauptkammer liegt in 12 bis 18 km unter der Insel im Bereich des Golfo. Aus dem Erdinnern ist vor Monaten kräftig Magma in die Kammer nachgeflossen, was die Beben in 20 km und tiefer ausgelöst hat. Ein Seitenkanal hat sich seinen Weg an die Oberfläche gesucht und ist im Süden ausgetreten. Durch den gewaltigen Druck in der Magmakammer hat sich die Insel in die Höhe gewölbt (blaue Pfeile). Diese Verformung beträgt wohl nur ca. 4 cm zeigt aber auch heute noch deutlich, daß bisher kein nennenswerter Druckabbau statt gefunden hat. Diese Verformung wird mit Hilfe von GPS-Daten ermittelt.Kann ich jetzt trotzdem Urlaub auf El Hierro machen ?
Dazu habe ich Karin von El Hierro gebeten, ihre vor Ort Ansicht - quasi ein Update - zu geben.
Wie ist die aktuelle Situation im Februar 2012 ? Es werden kaum noch Beben registriert, spürbare hatten wir seit langem, außer um La Restinga herum, nicht mehr. Ohne Internet und Presse merkt man nichts von den seismischen Aktivitäten, es ist ruhig, sehr ruhig auf der Insel. Alle Strassen sind befahrbar, die Wanderwege begehbar, die Badebuchten laden zum Schwimmen ein, nirgends liegen Steine auf den Strassen...,Normalität überall. Die Touristen, die "trotzdem" gekommen sind, schwärmen von ihrem Urlaub.
Als es im November "zur Sache" ging, Militär, Polizei, rotes Kreuz und eine Hundestaffel anrückten, der Tunnel gesperrt war, ein Zeltdorf in La Caleta aufgebaut wurde und die Häuser wackelten, hatten viele Einwohner Angst. Sicher, wir wissen, dass El Hierro viele Vulkane hat und die geologische Geschichte der Insel bewegt ist, aber keiner der Herreños hat eine derartige Situation schon einmal erlebt. Früher gab es keine so ausgefeilte Messtechnik wie heute und wenn man mal ein Beben spürte, wurde das in den Familien und in den Bars kommentiert und war gleich wieder vergessen. Diesmal wurden alle Knöpfchen gedrückt, es bebte jeden Tag, Existenzängste kamen auf, es wurde über Evakuierungen geredet und unser frisch gebackener Inselpräsident hatte keine Chance sich zu profilieren, sondern hockte ständig in irgendwelchen Krisenstäben.
Wir geniessen den Moment ganz bewusst und stehen verständnislos davor, dass immer noch einige Reiseveranstalter ihren Gästen davon abraten auf die Insel zu kommen. Wenn Sie unberührte Natur zu schätzen wissen, wandern oder einfach nur die Seele baumeln lassen wollen, kommen Sie her, wir freuen uns über jeden einzelnen Besucher.
Karin Kamm"

















