Dienstag, 7. Februar 2012

El Hierro Vulkan - launisch wie die Natur eben ist

NEWS:
11.37 Uhr - Beben von 2,3 RSk. in 13 km Tiefe im Süden
13.58 Uhr - Beben von 1,6 RSk. in 10 km Tiefe - diesmal Inselmitte
Gestrige Aufnahmen der Involcan aus dem Guardia Civil Helikopter über La Restinga. Die "grüne Brühe" hat aufgrund der Meeresströmung den kompletten Hafenbereich eingefärbt. Außer dem roten Seenotkreuzer "Salvamar" sind nur wenige Boote im Hafengelände vor Anker. Der Blick zurück vom Meer aus Süden zeigt die blaue Eruptionsstelle und die von Gasen weitflächig grün markierte Meeresober- fläche. Im fernen Hindergrund der Ort Restinga.
Das Auge des Vulkan - darunter in 100 m bis 130 m Tiefe brodelt der Vulkan- schlund unaufhörlich. Je nach Blickwinkel und Lichteinfall ein fast harmloser und unauffälliger Anblick (links) oder aus anderer Perspektive eine graziöse, sprudelnde und bunte Erscheinung (unten). Das sind nur zwei von vielen Gesichtern, die unser Eldiscreto so auf Lager hat. Heute friedlich, morgen grimmig und auf- brausend, dann plötzlich wieder im Schlafzustand. Das typische und unberechen- bare Gebärden eines Vulkans eben.
Gestern, am 6.2.12 hat sich mehr die Aktivität im Untergrund abgespielt. Eine Reihe von Beben, das Stärkste mit 2,6 RSk. um 15.45 in 12 km Tiefe und der Tremor von heute Morgen zeigen, daß es im Innern brodelt und wir uns auf so einiges noch gefasst machen dürfen. Die Magma ist in Bewegung und verschafft sich Freiraum. Das oft explosive Vordringen wird durch starke Zitterbewegungen vom Seismographen aufgezeichnet.

Jetzt haben wir auch auf einer Google Grafik die genauen Koordinaten der Ausbruchstelle. Involcan bzw. Avcan haben nicht nur den Hauptkrater, sondern auch die acht Nebenschlote erfasst. Vielleicht hat unter unseren Kommenta- toren jemand die Muse, die genaue Entfernung nach Restinga zu ermitteln.

Montag, 6. Februar 2012

El Hierro Vulkan - rege Betriebsamkeit

NEWS:
12.09 Uhr Beben mit 1,9 RSk. in 17 km Tiefe im Süden.
15.45 Uhr Beben mit 2,6 RSK in 12 km Tiefe wieder Süden
18.04 Uhr Beben mit 1,7 RSk. in 11 km Tiefe im Süden.
Nachdem das Meer heute durch den Sturm nicht mehr so aufgewühlt ist, kann auch wieder die Aktivität über der Eruptionsstelle beobachtet werden. Eldiscreto sprudelt, kocht und rührt unver- mindert weiter. Ein großer Fleck, heute noch ohne ausgeworfene Lavabrocken, ist auf der Meeresober- fläche sichtbar. Zwei Erdbeben gestern um 12.05 Uhr mit 1,8 RSk. und um 16.07 Uhr mit 1,7 RSk., beide in 12 bzw. 13 km Tiefe und ein nervöser Tremor lassen auf rege Betriebsamkeit im Zentrum des Vulkan schließen.

Daß nicht ständig, sondern in Impulsen neue Magma in die unterirdischen Kammern nachfließt, das haben jetzt Wissenschaftler an einem anderen Vulkan festgestellt.

Nach jahrtausendelanger Ruhepause beginnen große Mengen Magma in mehreren Schüben in die unterirdische Magmakammer einzuströmen. Das haben Forscher jetzt herausgefunden, als sie Gestein untersuchten, das beim letzten großen Ausbruch des Supervulkans unter der Insel Santorin in der Ägäis 1600 v. Chr. freigesetzt wurde. Trotz einer 18 000 Jahre dauernden Pause habe der Vulkan weniger als hundert Jahre benötigt, um ausreichend Magma für den gewaltigen Ausbruch vor 3 600 Jahren anzusammeln. Die letzten Magmaschübe seien sogar erst Monate vor dem Ausbruch erfolgt, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Nature.
„Unsere Ergebnisse zeigen, wie schnell ein großes Vulkansystem aus dem Ruhezustand bis an den Rand der Eruption gelangen kann“, schreiben Timothy Druitt von der Université Blaise Pascal im französischen Clermont-Ferrand und seine Kollegen. Das Magmareservoir eines solchen Vulkans fülle sich nicht langsam und kontinuierlich, sondern sprunghaft in mehreren Pulsen. Dies macht sich durch Erdbeben und Verformungen des Untergrunds bemerkbar - so die Frankfurter Rundschau.

Bild: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)
Vulkane gibt es nicht nur auf der Erde. Der größte befindet sich auf dem Mars und heißt Olympus Mons. Er ist 24 Kilometer hoch, dreimal höher als der Mount Everest. Sogar auf dem Jupitermond Io hat man vulkanische Aktivität feststellen können. Hier abgebildet ist der 8 km hohe Marsvulkan Tharsis Tholus, dessen Krater einen Durchmesser von etwa 30 km hat. Im „Digital Terrain Modell“ des Vulkans ist die Höhe um den Faktor drei vergrößert und die Höhenschichten farbig markiert dargestellt.
Mit nicht ganz so gigantischen Zahlen, dafür mit "lebendigen" Zahlen kann El Hierro aufwarten. Nach der jüngsten Statistik wurden im Jahre 2011 auf der Insel 82 Geburten registriert. 42 Knaben und 40 Mädchen erblickten das Licht der Insel.
Bei den Arbeitslosen dagegen sind höhere Zahlen als negativ einzustufen. Im Januar 2012 wurden auf El Hierro 1261 Arbeitslose gezählt. Ein weiterer Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 27,16 %.
Auf den Kanaren insgesamt gibt es 273.983 Arbeitslose, was einer Arbeitslosen- quote von über 30 % entspricht. El Hierro liegt damit noch am unteren Ende der Skala.

Sonntag, 5. Februar 2012

El Hierro Vulkan - Verschnaufpause

NEWS:
- 12.05 Uhr Beben von 1,8 RSk. in 13 km Tiefe im Süden
- 16.07 Uhr Beben von 1,7 RSk. in 12 km Tiefe unter Kraterrand Golfo
Die vergangenen 24 Stunden verliefen relativ ruhig. Gestern um 16.48 Uhr noch ein Beben von 2,1 RSk. in 12 km Tiefe unter dem Südteil El Hierros. Der Wechsel zwischen aktiven und passiven Phasen ist man inzwischen gewohnt und arttypisch für Vulkane. Links heute eine andere Grafik der IGN zum Tremorverlauf am 4.2.12. Festgehalten wurde die Zeit zwischen 2.00 und 3.00 Uhr kurz vor der kräftigen Bebenserie.


Die gewohnte Grafik von heute Morgen zeigt den bedächtig dahin fließenden Magmafluß. Erst gegen 7.00 Uhr kommt wieder Dynamik in den Tremor. Aufgrund des hohen Wellenganges an der Eruptionsstelle lässt sich heute der Aktionismus unseres Eldiscreto schwer einschätzen.
Festzuhalten bleibt: Die Beben haben an Zahl und Stärke in den letzten Tagen wieder zugenommen. Ihr Ausgangszentrum verlagert sich nach oben Richtung Erdoberfläche. Vor Wochen noch bei 15 - 18 km, jetzt bereits um die 12 km. Der Eldiscreto wird uns sicher auch in Zukunft weiter beschäftigen. Die Hoffnung auf die Geburt einer neue Insel besteht nach wie vor. Wenn schon ein Vulkan ausbrechen muß, dann ist der Standort im Süden gut gewählt. Auch wenn die direkt betroffenen Einwohner von La Restinga dadurch noch viel Angst und Leid erfahren werden. Im Golfotal wäre es sicher viel dramatischer. Der Süden wird aber dann auch der wirtschaftliche Nutznießer dieser neuen Insel sein und die Schrecken bald vergessen haben.
Mein Wunsch wäre, daß sich Eldiscreto aber bitte schnell und bald entscheiden möchte, welchen Weg er gedenkt einzuschlagen, um sein Naturschauspiel zu Ende zu bringen.

Für den von Ihnen der vielleicht bereits mit einer Reise nach El Hierro liebäugelt, habe ich einige Wanderkarten und Routenführer zusammen gesucht. Mit einem Klick öffnet sich das Angebot, auch für die anderen Kanarischen Inseln. In der Seitenleiste verbleibt ein Dauerlink.

Samstag, 4. Februar 2012

El Hierro Vulkan - Bebenserie in der Nacht

NEWS: - 15.39 Uhr - Eldiscreto wirft wieder rauchende Lavaklaster aus. Aufgrund des starken Sturmes (bis zu 90 km/h) ist das Meer stark aufgewühlt und die Webcam instabil.
- 16.48 Uhr Beben mit 2,1 RSk. in 12 km Tiefe im Süden
Das war heute keine ruhige Nacht für La Restinga. Eine Bebenserie bis zur Stärke von 3,4 RSk. um 4.40 Uhr ließ den Boden um den Eldiscreto erschüttern. Der Tremor (links)  ist wie in alten Tagen wieder aufgebraust. Neuer Magmanachschub sucht sich seinen Weg an die Erdoberfläche. Ob sich der alte Lavakanal erweitert oder sich die Magma einen neuen Ausgang sucht, kann anhand der Tremoraufzeichnung nicht ausgesagt werden. Auf jeden Fall ist im Untergrund einiges im Gange.
Die Tabelle zeigt nur die stärksten Erdstöße der vergangenen Stunden. Innerhalb von 2 Stunden in der vergangenen Nacht, zwischen 2.41 Uhr und 4.43 Uhr alleine 4 Beben. Darunter der für alle spürbare Erdstoß mit 3,4 RSk.
Das Bebenzentrum lag wie die roten Punkte der Avcan Karte zeigen, um den Eldiscreto bzw. im Bereich des vermuteten Lavakanal unter der Insel. Die Bebentiefe liegt zwischen 13 und 16 km. Also dort wo wir in den vergangenen Wochen schon häufig kleinere Erdstöße erlebt haben. Es bleibt zu vermuten, daß die Beben anhalten und vielleicht noch an Stärke zu nehmen. Das Endergebnis wird in den nächsten Stunden oder Tagen über der Eruptionsstelle des Eldiscreto sichtbar sein. Im Moment sprudelt es trotz der aufgewühlten See sichtbar stark und verfärbt einen weiten Bereich in das bekannte Eldiscreto-Grün.

Freitag, 3. Februar 2012

El Hierro Vulkan - es rumort mit 2,7 RSk. wieder kräftiger

NEWS:
Neues Beben von 2,4 RSk. um 14.35 Uhr in 13 km Tiefe um Eldiscreto an Land.
- 14.42 Uhr von 1,7 RSk. in 14 km Tiefe Eldiscreto/Land
            

Zwei Erdbeben erfolgten in kurzen Abständen in der vergangenen Nacht direkt unter der Insel. Das stärkste Beben mit 2,7 RSk.(Bild oben) um 1.14 Uhr und wenige Minuten zuvor um 1.03 Uhr ein Erdstoß mit 1,7 RSk. (links). Das Epizentrum lag identisch bei 13 km Tiefe, also im Bereich des Magmakanal. Der Tremor zeigt bislang noch keine Auffälligkeiten.
Gestern erstreckte sich der grüne Teppich auf der Meeresoberfläche über viele km² und drang sogar bis in das Hafenbecken von La Restinga ein. Dies deutet auf einen verstärkten Ausstoß von Gasen hin. Die Tage zuvor hatten wir ja noch eine bräunliche Wasserverfärbung mit mehr festem Auswurfmaterial.

Auf der jüngsten NASA Satellitenaufnahme lässt sich auch aus dem Weltall das Wirken unseres Eldiscreto (links unten) gut erkennen. Der grüne Fleck an der Südspitze ist jetzt mehr stationär und wird von der Meeresströmung nicht mehr so weit vertrieben. Die weißen Flecken im Norden von El Hierro und La Gomera sind Passatwolkenfelder.

Eine neue Grafik diesmal zur morgigen Wetter- situation. Der staatliche Wetterdienst AEmet hat die Warnstufe für El Hierro auf "Orange" angehoben. Auch beim Wetter gibt es hier eine so genannte Gefahrenampel (grün-gelb-orange-rot). Für Samstag wird ein hoher Seegang und starke Stürme mit Windböen von 70 km/Std. aus nord/ östlicher Richtung erwartet. Anderst als ein Vulkanausbruch ist diese Wetter- konstellation in den Wintermonaten völlig normal. Was uns allerdings noch fehlt, ist ausgiebiger Regen. Bisher hatten wir erst 10% (Nov. bis heute) der üblichen Winter-Niederschlagsmenge zu verzeichnen.

Eine interessanter Schnappschuss von Ralf Rehbock (Danke) drei Wochen vor dem Vulkan- ausbruch im Mar de las Calmas aufgenommen. Sehr gut sind die Schicht- ablagerungen eines alten Vulkan zu erkennen. Heute ist dieser Bereich Sperrgebiet.