Donnerstag, 13. Oktober 2011

El Hierro Vulkan: Luftaufnahmen

Das sind Aufnahmen vom heutigen Tage, die die Verfärbungen der Meeresoberfläche bei La Restinga zeigen. Ob es sich um ausgestoßene Lavaasche oder Schwefelgase handelt, wird zur Zeit geklärt. ich denke, von jedem etwas. Nach Berichten von Piloten soll kräftiger Schwefelgeruch in der Luft liegen.

Foto: Canarias7

Auch auf den Satelliten Aufnahmen der NASA kann  aus dem All der grüne Schleier erkannt werden. Die Aufnahme links ist eine Vergrößerung aus obiger Gesamtaufnahme. Der Bereich von 4 Seemeilen um die Eruptionstellen ist zum Sperrgebiet erklärt worden. Auf der Wasseroberfläche treibende Korallen, tote Fische und Wasserproben kamen zur näheren Untersuchung ins Labor. Der Vulkan im Untergrund ist weiter am arbeiten. Es gab neue Erdstöße von 1,7 im Süden und der Inselmitte. Eine große Veränderung der Lage hat sich in den letzten Stunden jedoch nicht ergeben.

El Hierro Vulkan - der Tauchroboter kommt

Die Leon Thevenin soll nun das Rätsel lösen. Ein französisches Forschungsschiff, oder besser Spezialschiff, das der "France Telecom Marine" gehört und für das Legen und die Überwachung von Unterwasser Glasfaserkabel für die Telekommunikation ausgerüstet ist, soll die Vulkanschlote im Meer bei La Restinga untersuchen. An Bord hat es einen Unterwasser Roboter, der ferngesteuert bis in 2000m Tiefe absteigen kann. Eine eingebaute Kamera liefert Bilder direkt in die Kommandozentrale.

hier ein vergleichbares deutsches Modell
Mit Hilfe dieses Tauchroboter hofft man nahe genug an die Ausbruchsstellen heran zu kommen, um die Größe und das Ausmaß der Eruptionen einschätzen zu können. Der Einsatz ist wichtig, da bis heute nicht klar ist, ob nur Gase oder auch Magma ausgetreten ist. Die Leon Thevenin arbeitet zur Zeit für die spanische Telefonica und liegt im Hafen von Santa Cruz de Tenerife. Noch heute soll sie auf El Hierro eintreffen.
Da habe ich noch einen anderen Vorschlag: Seit Jahren gammelt im Hafen von La Restinga ein der Inselregierung von El Hierro gehörendes Unterseeboot vor sich hin und wartet auf seinen ersten richtigen Einsatz.
Ja - sie haben richtig gelesen.
Eine Spezialanfertigung, in Sardinien für 500.000.- Euro gebaut. Das hätte man doch längst einsetzen können !
Nur hat die Sache einen kleinen Haken. Das U-Boot wurde für die Beobachtung in seichten Gewässern gebaut. Inhalt: keine Wissenschaftler oder Marinesoldaten, sondern Touristen - und bis heute fehlt noch ein richtiger Kapitän mit den erforderlichen Lizenzen.
Wenn Sie also pensionierter U-Boot Kommandant sind, dann können Sie sich auf diese Stelle bewerben.

Der 500.000 Euro Kadaver hinter Gittern



El Hierro Vulkan - angespannte Lage

Die Lage auf El Hierro bleibt angespannt. Nachdem gestern die aufsteigende Magma ihre Fließgeschwindigkeit für einige Stunden verlangsamt hatte, steigt sie nun wieder rascher auf. Widerstandslinien wie harte Gesteinsschichten konnte sie aufbrechen oder umgehen. An der Intensität des Tremor- Zittern sind diese Vorgänge messbar. Wie weit die Magmamassen inzwischen aufgestiegen sind lässt sich nicht sagen.
Tatsache ist aber das weitere Vorrücken der Beben ins Inselinnere. Wie ich gestern bereits in meinem Szenario beschrieben habe, verlagern sich die Erdbeben immer weiter in Richtung Golfotal im Nordwesten.
Heute Nacht hatten wir Erdstöße um 2.23 Uhr von 2,1 - 3.19 Uhr von 1,6 - 3.38 Uhr von 1,7 und 4.10 Uhr von 1,7 auf der Richterskala.
Die Beben sind im Moment noch schwach, werden aber nach meiner Meinung im Laufe des Tages weiter zunehmen. Je weiter die Magma nach oben kommt, desto stärker wird deren Intensität. Die Gefahr von Steinschlag und Erdrutsch im Golfotal wird zunehmen.

Gestern wurde auch bekannt, daß vor La Restinga im Süden zwei weitere Vulkanschlote in geringer Meerestiefe entdeckt wurden.
Der eine Schlot befindet sich ca. 2,o - 2,5 Meilen in 700m Tiefe vor Restinga. Der zweite nur 1,0 - 1,5 Meilen in 200m Meerestiefe. Gerade von diesem könnte die Gefahr eines explosiven Vulkanausbruch ausgehen. Aus dieserm Grunde wurde auch am Dienstag La Restinga evakuiert.
Diese Hypothese halte ich allerdings für gering, da es sich wahrscheinlich nur um einen Entgasungsschlot handelt.
Starke Schwefelgerüche und an der Meeresoberfläche treibende tote Fische wurden beobachtet.
Von den Behörden wird vermutet, daß das starke Erdbeben von 4,3 am vergangenen Samstag einen Riß der Erdkruste vom Meer ins Inselmassiv verursachte. An dieser Spalte haben es nun die Magma und die Vulkangase relativ leicht, die Erdoberfläche zu erreichen. Genaue Aufschlüsse wird erst der Einsatz eines Erkundungs U-Bootes liefern können.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Vulkan - es tut sich was

Irgend etwas ist im Gange. Ganz genau lässt es sich nicht deuten. Der Tremor der aufsteigenden Magma im Kanal hat plötzlich stark nachgelassen. Rote Wellenlinie auf der Grafik.

Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten. Die Magma hat entweder einen Ausgang (Ausbruch) gefunden oder der Magmakanal ist verstopft und eine Gesteinsschicht versperrt den weiteren Weg. Hier müsste es dann in Kürze wieder kräftigere Erdbeben geben, wenn die Magma versucht diese Barriere zu durchbrechen. Bereits heute Mittag um 12.27 Uhr gab es ein Beben von 2,6 auf der Richterskala.


Nachtrag: Seit 17.30 Uhr fließt das Magma wieder und die Tremore werden stärker. Das Magma hat wahrscheinlich einen anderen Aufstiegsweg gefunden.

Informationsdefizit in der Krise


Mit solchen Interviews und Aussagen betreibt man keine ehrliche und offene Informationspolitik. Nachzulesen in Wochenblatt.online. Es war nicht irgendeine Person, sondern der Inselpräsident von El Hierro Alpidio Armas. Das Fernsehinterview wurde direkt nach der ersten kleinen Eruption gegeben. Dann frage ich mich, warum genau dieser Mann, keine 24 Stunden später die höchste Alarmstufe ausruft. 
Das ganze zeigt wie alles verniedlicht, verharmlost und schön geredet wird. Nur keinen Touristen abschrecken und die eigene Bevölkerung im Unklaren lassen.

Oder ist es Naivität und Unkenntnis ? Allerdings steht dem Krisenstab "PEVOLCA" auch ein Team von Wissenschaftlern zur Verfügung, die die Aktivitäten einschätzen sollten. Man diskutiert in diesem Krisenstab stundenlang, ob nun das gesperrte Tunnel wieder geöffnet werden soll oder nicht. Die eigentlich wichtigen Dinge aber werden vergessen oder nicht erkannt. 
Auch die extra eingerichtete Webseite: Emergencias El Hierro - die die Einwohner warnen und informieren sollte, wird nur sporadisch gefüttert. 
Bei dieser miesen Informationspolitik wird mehr Unruhe als die vielleicht beabsichtigte Ruhe erzeugt.

Interessant zu lesen und nur beispielhaft für viele Mails die mich in den letzten Tagen erreicht haben:

"Leider muss ich immer wieder feststellen,dass die Behörden entweder keine,verspätete oder sehr abgeschwächte Informationen heraus geben.
Mich versetzt diese Tatsache viel mehr in Angst, als das eigentliche Geschehen.Natürlich mache ich mir schon Sorgen über einen Tsunami und da bin ich nicht allein. Es wird weder aufgeklärt noch informiert.Vor einigen Tagen hieß es noch, dass eine Wahrscheinlichkeit für einen Vulkanausbruch bei, ich glaube es waren 10-20%,liegt.
Ich finde, dass die Behörden endlich ehrlich sagen sollen was los ist. Panik entsteht durch Unwissenheit und nicht durch Aufklärung und auch die Nachbarinseln sollten einbezogen werden."


Vielleicht sollten die Verantwortlichen für dieses Durcheinander öfter mal einen Blick in diesen Blog werfen, um die Stimmung und die Angst ihrer Bürger und Besucher überhaupt zu verstehen. Wir leben nicht mehr im Mittelalter !  Heute stehen schnelle Informationsmedien auch auf El Hierro zur Verfügung - wenn man nur will !