Montag, 13. August 2012

El Hierro - Feuer auf La Gomera außer Kontrolle

NEWS:
15.08 Uhr - heute bereits 3 Beben - 8.30 Uhr ML1,6 u. 1,7 in 10 km Tiefe im Golfo und um 10.35 Uhr mit ML2,3 in 19 km Tiefe im Süden.


Ein ruhiger Sonntag für El Hierro. Keine neuen Beben - so zumindest beim Anblick der Aufzeichnungen des Seismographen. Das oder die Geräte waren für über 24 Stunden ausgefallen und das am Wochenende - den Rest können Sie sich denken. Seit heute Morgen läuft aber alles wieder.

Weltweit gibt es Unterwasser- Vulkanausbrüche. Viele werden nie entdeckt oder sie fallen mehr oder weniger zufällig auf. Carlos Bernal (Danke) hat mich auf eine Beobachtung vor Neuseeland aufmerksam gemacht.

Ein Gesteinsteppich in der Grösse Belgiens treibt vor der neuseeländischen Küste. Entdeckt wurde er von einem Flugzeug der Luftwaffe. Wissenschafter gehen davon aus, dass die Bimssteine von der Eruption eines Unterwasser-Vulkans stammen.
Er war in dieser Woche zunächst von einem Flugzeug der neuseeländischen Luftwaffe aus etwa 1000 Kilometer nordöstlich von Auckland entdeckt worden. Am Donnerstag besichtigten Wissenschafter an Bord eines Marineschiffs die Steine, die eine Grösse von Golfbällen aufweisen.Weiterlesen im St. Galler Tagblatt.

Flammen-Inferno auf La Gomera

NEWS:
11.03 Uhr - ein Augenzeuge berichtet: das Feuer in Valle Gran Rey ist angeblich Nähe Centro Salud gestoppt worden. Ich habe bis ca 3 Uhr immer wieder Explosionen gehört. Wahrscheinlich Gasflaschen. Hier unten ist ein riesiger Menschenauflauf, weil wir um 1 Uhr alle die Häuser räumen sollten. Ich hoffe, dass keine Löschflugzeuge auch kein Feuer bedeutet. Sobald man mehr erfahren kann gebe ich Bescheid.
12.17 Uhr - alles weitere direkt auf dem La Gomera-Blog: http://gomera1.blogspot.com.es/

Große Sorge macht das Feuer auf der Nachbarinsel La Gomera das immer noch außer Kontrolle ist. Insgesamt sind inzwischen 7 Hubschrauber und 3 Löschflugzeuge im Einsatz und mehrere Hundert Feuerwehrleute sowie die UME (Unidad Militar de Emergencia) aus Teneriffa. Primär versucht man im Moment ein übergreifen der Flammen auf Vallehermoso im Norden und andere Wohngebiete am Rande des Nationalpark Garajonay zu schützen. 2500 Anwohner mussten bereits evakuiert werden. Knapp 3640 ha Wald- und Weideflächen wurden vom Feuer bisher überrannt (Foto: RTVC). Das Epizentrum hat laut Gobierne de Canarias eine Größe von 5 x 2 Kilometer. Durch die tiefen Schluchten und Barrancos ist ein effektives Löschen oft nur aus der Luft möglich. Weitere Löschflugzeuge wurden in Madrid angefordert und sollen bereits auf dem Wege sein. Ebenso eine Löschbrigade des Militär aus Sevilla.
"Es stellt sich jetzt natürlich auch die Frage warum hat man nicht rechtzeig Vorsorge getroffen. Diese Brände waren nach dem trockenen Winter vorher sehbar und viele Menschen sprachen bereits seit März 2012 darüber. Also -  keine echte Überraschung. Daß man erst vor wenigen Tagen die hier bereits eingesetzten Löschflugzeuge nach Madrid zurück beordert hat, lag nicht an der Kanarischen Regierung. Paulino Rivero, der Kanarenpräsident hatte mehrfach versucht die Flugzeuge hier zu behalten. Gegen die Entscheidung der Zentralregierung in Madrid war er aber machtlos. Dadurch gingen 2 Tage wertvolle Zeit verloren.

Anders sieht es jedoch mit den nicht fertiggestellten und nicht reparierten Wasserbecken aus. Das sind nicht nur Bewässerungbecken für die Landwirtschaft, sondern die ersten Anflugstellen für die Löschhubschrauber. Wie dieses leere Becken im Südosten des Nationalpark auf La Gomera (Foto: Harry Brand - Danke). Das gleiche Beispiel gibt es hier auf La Palma. Unser größtes Becken die "Lagune de Barlovento" ist bereits seit 1,5 Jahren ohne Wasser. Nun müssen die Hubschrauber längere Wege zurück legen um an Wasser zu kommen. Wertvolle Zeit geht so verloren.

Sollte es nicht die erste Pflicht jeden Politikers sein, lebenserhaltende und damit lebensrettende Projekte zu Ende zu führen bevor wieder ein Prestigeprojekt ohne großen Nutzwert, wie etwa das Kongresszentrum von El Hierro oder die neue Playa in Santa Cruz de La Palma für 32 Millionen Euro (auf La Gomera gibt es sicher auch solche Projekte) gebaut werden.
Es ist ein Trauerspiel mit welcher Arroganz und Blindheit viel EU Geld verprasst und verschleudert wurde das heute fehlt.
Wollen wir jetzt nur hoffen, daß nicht noch zusätzlich Brände auf El Hierro oder La Palma ausbrechen. Auf Teneriffa brennt es ja auch bereits seit 2 Tagen wieder. Alle unsere Hubschrauber sind auf La Gomera und können einen Entstehungsbrand hier nicht gleich bekämpfen.
Stehe uns Gott oder besser unsere Virgen de Las Nives bei, daß es nicht so weit kommt.

Kommentare:


  1. Hallo Manfred, danke für Deinen Bericht.
    Es ist einen Riesensaurerei was die Regierung da angestellt hat. Das wichtigste, was Menschenleben rettet und die Natur erhält wird beiseite geschoben.

    Ich war vor Jahren mehrmals auf La Gomera, El Hierro und Tenneriffa, selbst da waren verschiedene Wasserbecken nicht repariert und die Landwirte beschwerten sich, doch wie man heute sieht, brauchen nicht nur die Landwirte das Wasser.

    Sieht man die Flächen verbrannter Erde, die zerstörte Natur, muß man sich fragen...warum, es hätte doch vielleicht nicht verhindert, aber gemildert könnnen.

    Man kann den Helfern und Feuerwehrleuten, di unter Einsatz ihres Lebens versuchen die Brände unter Kontrolle zu kriegen, gar nicht genug danken.

    Hoffentlich bleibt es auf El Hierro ruhig und der Vulkan bricht nicht aus.

    Ich verfolge das Geschehen der Inseln seit Monaten und bleibe auf dem Laufenden.

    Liebe Grüße aus Deutschland
    Angelika

    AntwortenLöschen
  2. Hallo

    Zum traurigen Feuer auf La Gomera gibt es mittlerweile auch einen (Film) Bericht auf Spiegel online.

    http://www.spiegel.de/reise/europa/waldbraende-auf-den-kanaren-wir-gehen-durch-die-hoelle-auf-la-gomera-a-849746.html

    AntwortenLöschen
  3. Moin moin,

    wie ist denn das hier zu deuten:

    http://juskis-erdbebenvorhersage.blogspot.de/2012/08/el-hierro-unmittelbar-bevorstehende.html

    Gerade gefunden.

    Gruß aus dem Westerwald

    Thomas

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Klick doch mal den dort angegebenen Link "www.rosesetepines.com". Hier scheint ein neuer Blog auf französisch seit 8. August zu existieren, der für heute oder morgen einen Ausbruch im Golfo (Land oder Meer) prophezeit. Angeblich stützt man sich auf Expertenaussagen und Anwohner, die bereits "faule Eier" gerochen haben sollen. Leider sind die Ausführungen in französisch und die Googleübersetzung gibt auch Rätsel auf. Vielleicht ist jemand im Blog dabei, der das übersetzen kann.

      Sonnige Grüße aus Oberbayern

      ebf. Thomas

      Löschen
    2. Guten Morgen

      Ich werfe seit Beginn der Krise jeden Tag einen Blick auf die Gaswerte der Insel und mir ist folgendes aufgefallen:

      Es betrifft die Schwefeldioxidwerte und die Kohlenmonoxidwerte. Am Beginn der Krise verdreifachten sich die SO2-Werte mal kurzzeitig für ein paar Stunden und dann waren die Werte wieder normal. Seit einigen Tagen nun sind aber die SO2-Werte dauerhaft verdreifacht erhöht und die CO-Werte schwanken, sind aber auch oft drei bis 4-fach erhöht.

      Löschen
  4. Ich muss mich korrigieren: Den Blog "Des-roses-et-des-epines" gibt es anscheinend seit 2010 und er berichtet über El Hierro seit Anfang 2012

    Thomas

    AntwortenLöschen

Bitte Kommentare immer mit Ihrem Namen versehen. Danke!