Samstag, 14. Juli 2012

El Hierro Vulkan - Bodenverformung weiter vorhanden

NEWS:
13.03 Uhr - heute Morgen nun doch schon wieder 4 Beben bis ML2,5 in 18 bzw. 19 km Tiefe in Nähe des alten 0-Meridian (Leuchtturm).
Um 19.53 Uhr ein kräftiger Erdstoß - Stärke und Lage noch nicht näher bekannt.
- ML3,4 in 20 km Tiefe am Westzipfel
Auch am Freitag, dem 13. Juni 2012 war die Bebenbilanz rückläufig. Es gab wohl insgesamt 16 Beben, die größtenteils am Freitagmorgen um 4.00 Uhr beim Bebenschwall aufgezeichnet wurden. Das erste Mal sind wir aber seit der neuen Aktivitätphase über 24 Stunden ohne Beben mit mehr als ML2,0. Sicher erfreulich - aber für eine Entwarnung noch viel zu früh. Schon zu oft hat uns in der Vergangenheit Eldiscreto  nach einer scheinbaren Ruhepause urplötzlich mit seinem Können wieder überrascht. Dieses Mal lassen wir uns nicht so einfach überraschen und schauen uns die GPS Messungen über die Bodenverformung (linke Grafik) an. Aufgeführt sind nur drei Stationen und interessant sind die blauen Punkte am rechten Rand. Die Verformung der Insel (Bodenerhebung und Verlagerung) ist nur minimal zurück gegangen und fast stabil. Der immense Druck in der Lavakammer ist weiter vorhanden und sucht nun einen Druckausgleich. Diesen Ausgleich kann durch weiteres Aufschmelzen der Kammerränder und durch Eindringen von Magma in Spalten und Ritzen mit weiteren Beben erfolgen oder über ein Ventil direkt zur Erdoberfläche geschehen. Das wäre dann eine Eruption. Welchen Weg er wählt werden wir noch sehen.

Ich wurde auch gefragt, welcher Druck im Innern der Magmakammer zur Zeit herrscht. Das lässt sich natürlich nicht messen. Der Druck muß aber sehr groß sein, wenn er die gesamte Insel anheben kann. Vielleicht könnte ein Geophysiker diese Daten berechnen. Zahlen wurden hier noch nicht genannt.

In der Pressewelt habe ich noch eine Stilblüte gefunden die die jetzige Situation mit Sicherheit nicht wiederspiegelt: "Muss El Hierro evakuiert werden?" (Schlagzeile in comprendes gran canaria).

Kommentare:

  1. In der überwiegenden Anzahl solcher Magma-Einschüsse (Intrusionen) erkaltet das Magma an Ort und Stelle. Schließlich befindet sich unter El Hierro die untere Grenze der Erdkruste (MOHO) in ca. 12-15 km Tiefe. Weil die Kruste eine höhere Dichte hat als der darunter liegende Erdmantel, wird der Magmaaufstieg an der Grenze mindestens erschwert bzw. verlangsamt.

    Viele Grüße HPS

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  2. Warum MUSS der Druck ausgeglichen werden? Das ist meiner Meinung nach Quatsch.... Genauso kann die Insel jahrelang auf diesem um 5-8 cm erhöhtem niveau verharren. 5-8 cm ist geophysikalisch fast nichts.....

    Heißt nicht, dass nicht doch Noch weiter etwas passiert,aber genausogut kann jetzt plötzlich für viele Jahre Ruhe einkehren.....

    Grus,D.

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    1. "Genauso kann die Insel jahrelang auf diesem um 5-8 cm erhöhten Niveau verharren." Gibt es da Erfahrungswerte aus der Vergangenheit? Auf den Kanaren? In anderen Gegenden dieser Erde? Ohne diesbezügliche Vergleiche kann ich mich dem Begriff "Quatsch" nicht anschließen...
      Grüße von Rosina aus dem Chiemgau

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