Mittwoch, 15. Februar 2012

El Hierro Vulkan - noch 120 m bis zur Meeresoberfläche

NEWS:
- 11.03 und 16.05 Uhr Beben mit 1,5 in 10 bzw. 17 km Tiefe.
- 17.10 Uhr etwas Neues ein Beben ca. 15 km südwestlich von Restinga im Meer von 2,0 RSk. in 20 km Tiefe.


 

Bild: Wikipedia
Das ist die Höhe unseres Eldiscreto. Bis in 300 m Höhe ist er inzwischen angewachsen. Er ist inzwischen fast genauso hoch wie der Eifelturm (324 m). Gestern wurden die neuesten Mess- ergebnisse des Forschungsschiffes "Ramon Margaleff" bekannt gegeben. Es fehlen jetzt noch 120 m bis zur Meeresoberfläche. Oder nur noch 20 - 30 m bis zur Möglichkeit einer hydromagmatischen Dampfexplosion. Neu ist, daß sich östlich des alten Kraters ein neuer Vulkanschlot, quasi ein Eldiscretito gebildet hat. Nach der CSIC Grafik (oben) sitzt der neue Schlot direkt neben dem Hauptkrater. Er soll bereits eine Höhe von 75 m erreicht haben und sich mit der Spitze 200 m unter der Meeresoberfläche befinden. Nach diesen neuen Daten ist unser Eldiscreto in den vergangenen knapp 4 Wochen nur um 10 m in die Höhe gewachsen. Ein Großteil seines magmatischen Auswurf hat er demnach für den Aufbau des Tochterschlotes verwandt.
Die Erdbeben haben deutlich zugenommen. Sowohl deren Anzahl als auch die Stärke ist gestiegen. In den letzten 24 Stunden gab es allein 17 Erdstöße. In der IGN Statistik (links) sind nur die kräftigeren Beben über 1,5 RSk. aufgeführt. Auffallend ist ein Beben gestern um 13.01 Uhr mit 2,2 RSk.in nur 6 km Tiefe im Süden.
Die Lage dieser Erdstöße verdeutlicht übersichtlich die Avcan Karte. Alle Beben lagen im Süden. Auch wenn in der Aufstellung Frontera erwähnt wird, so lag auch hier das Zentrum immer noch südlich der Abbruchkante zum Golfo unter dem Berg Tanganasoga. Auch der Krisenstab (Pevolka) geht nun von einer Reaktivierung des magmatischen Prozesses aus, der genaustens zu beobachten sei. Von einem Abklingen oder gar Erlöschen ist nun nicht mehr die Rede. Wir werden uns wohl auf weitere Wochen mit verstärkten vulkanischen Aktivitäten und noch auf so manche Überraschung einstellen müssen. Der Eldiscreto ist noch lange nicht am Ende.

Kommentare:

  1. Es haut einfach mit den Angaben (auch den Bathymetrischen) nicht hin. Jeder kann für sich eine kleine Graphik mit den Tiefenangaben erstellen (auf die Karte des IEO achten!), die Vulkanschlote aufzeichnen und dabei auch auf die Aussage achten, der neue Schlot befände sich "direkt neben dem Hauptkrater". Es haut nicht hin!
    Ich habe endlich verstanden, wie alles zusammenhängt!
    Maritza Schwarten

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    1. Als Laie bin ich geneigt, den offiziellen Angaben zu glauben. Aber ich bin auch aufgeschlossen für andere Theorien. Wenn Du über weitere Erkenntnisse verfügst und die Zusammenhänge "endlich verstanden" hast, mach uns hier doch mal schlau. Ich meine das nicht ironisch, ich bin einfach neugierig auf Deine Menung.

      Monika aus Hessen

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    2. Danke für Dein Interesse, aber wir lassen lieber die einigen Herren weiter rätseln. Mir ist schon mal passiert, dass ich im Internet bis dahin ungeklärte, meistens geologische, Zusammenhänge sehr plausibel erklärt habe, und Tage später las ich von einem Wissenschaftler, er soll gerade das Meine festgestellt habe. So schmücken sich Leute mit meinen - indianischen - Federn, und ich bleibe als Einer der Verschwörungstheoretiker, oder als eine unglaubwürdige Esoterikerin auf der -wissenschaftlichen - Strecke. Ich bin müde davon und habe Nichts davon. Das ist nur Zeitaufwand. Ich möchte lieber ein Buch mit all meinen - geologischen - Hypothesen schreiben.

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    3. Genau, schreib ein Buch.
      Bin gespannt, in welcher Rubrik es zu finden sein wird.

      Obwohl - etwas neugierig hast du mich jetzt schon gemacht - also so wie alles so mit allem und so zusammenhängt.
      Und willst du nun geologische Zusammenhänge plausibel erklären oder möchtest du lieber geologische Hypothesen aufstellen - da besteht nämlich ein gewisser Unterschied.

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  2. Hallo zusammen
    Melde mich aus der Versenkung seit Januar zurück.
    Wegen Beinbruch musste ich eine Eldiscret-Zwangspause einnehmen.Habe zwar den Blog immer verfolgt aber war einfach generfft von den Schmerzen.
    Der Eldiscreto entwickelt sich echt zu einem Dauerbrenner,im wahrsten sinne des Wortes.Hätte mir im oktober nicht gedacht das er so lange durchhält.

    @ Danke Manfred für die immer super Klasse Berichterstattung.In den deutschen Medien finden sich nur Fußzeilen oder das was eh hier schon steht.
    LG Iris

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    1. Hallo Iris

      Weiterhin gute Besserung, übrigens das der Diskrete so lang durchhält hätte ich auch nicht gedacht. Ich glaub Manfred beim eröffnen des Blogs auch nicht.

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  3. Wenn die Karte oben stimmt, ist der Nebenschlot längerfristig gesehen kein Nachteil für das Höhenwachstum. Um deutlich zu wachsen braucht der Vulkan eine größere Basis. Er kann ja nicht die Form eines steilen, aufrechten Turms annehmen. Und der Neue nebendran bildet da bereits den Grundstock. Die Eruption muss halt noch eine Weile fortdauern, damit der Eldisceto sich der Wasseroberfäche nähert. Aber angesichts der Beben ist ein nahes Ende auch nicht absehbar.

    Man sollte übrigens bei dem Hauptkrater nicht mehr von dem "Kleinen" reden. Wir wohnen, wenn wir auf Lanzarote sind, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Montaña Roja im Südwesten der Insel. Der ist knapp 200 m hoch und durchaus als Berg erkennbar. Wenn man dann den Umstand einbezieht, dass vor El Hierro ein Großteil der Lavamasse in die Tiefe abgerutscht ist, handelt es sich um eine richtig große Eruption.

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    1. Na ja,zum Vergleich mit dem Ätna,3000m über dem Meeresspiegel ,ist er doch eher klein der "El Discreto mit 200m > 120m unter dem Meeresspiegel.

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    2. Der Ätna ist der höchste und aktivste Vulkan Europas. Neben dem sind alle anderen klein. Außerdem hat er ca. 600.000 Jahre gebraucht, um sein heutiges Maß zu erreichen. Wissen wir, wie der Eldiscreto in einer halben Million Jahre aussieht? Egal. Aber irgendwie finde ich dieses ständige Gerede vom "Kleinen", dem dann noch angeblich dauernd "die Puste ausgeht" diskriminierend. Da haben meine geliebten Kanaren schon mal einen neuen Vulkan, und dann wird er kleingeredet! Empörend sowas ;-)

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    3. Liebe Moni,
      das weiß ich doch alles mit dem Ätna.

      Ich meine es ja nicht so mit dem "Kleinen".
      Er ist aber erst 8 Monate alt ...also doch ein kleiner...junger Spunt.Der ÄTNA ist im Gegenzug ein UR UR UR Ur Ur alter Vulkan ...immerhin 600000 Jahre alt.
      Keep cool.
      LG Iris

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  4. Eins darf man ncht vergessen: Ein doppelt so hoher Kegel hat die 8-fache Masse d.h. bei konstantem Magmafluss wächst der Vulkan immer langsamer in die Höhe!
    Roman

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  5. Ich glaube nicht ,das eine neue Insel ensteht. Wenn ich das Forschungsschiff rumfahren sehe muß ich echt lachen. Ich denke immer noch wenn die wollten könnten sie das alles genauer rüberbringen. Ich vermute eher das auf dem Festland etwas passiert. Ich hoffe es für die Einwohner nicht.
    VLG
    josch

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    1. Hallo Josch

      An das entstehen einer Insel glaub ich ebenfalls nicht, dafür hätte sich der 2. Schlot hangabwärts befinden müssen. Dank der Tiefenlinien siht man ja wo das Material verschwindet.

      Eruption auf der Insel seh ich auch nicht direkt. Ich übertrag das ganze mal auf die Küche:

      Die Magmakammer ist ein Druckkessel auch Schnellkopftoch genannt. Die Insel ist dieser Pin zur Druckkontrolle im Deckel der nach oben steigt. Die GPS-Messungen der Insel geben nur minimale Inflation nach oben. Der Diskrete und sein Zwillingsvulkan sind ein Überdruckventiel wo der Druck entweichen kann. Der Tremor ist das Geräusch beim öffnen des Ventiels woran man erkennen kann das der Weg frei ist. Bei einem Schnellkochtopf hört sich das anfangs auch agressiev an. So lang nun keiner an der "Druckanzeige" El Hierro schraubt (verschiebt) oder den "Deckel" Erdkruste öffnet (Verschiebt) zischt das Überdruck ruhig weiter. Die "Gulaschsuppe" (Magma) bleibt ruhig im Topf bis der Erdmantel die Kochplatte runter dreht. Da dies letztere nicht passiert klebt die Gulaschsuppe nicht an der Küchendecke.

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    2. Hi Juergen
      Wieder mal ne super Ausführung oder Erklärung
      Sehe ich fast genauso, habe bloß ein bisschen Angst das das Ventil versagt und der Druck zu Groß wird und sich einen anderen Weg sucht nach oben.
      VLG
      josch

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    3. Moin Josch

      Solang der Tremor halbwegs konstant ist bleibt das Ventil offen.

      Die Bebentiefe würde ich auch nicht überbewerten. Was sind denn bitte 6km zu 300-400m bei der Auswurfstelle. Der Tremor ist ruhig somit wird nix im Erdmantel an Gestein gescholzen und das Ventil ist frei.

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    4. Hi juergen
      Aber wehe es verstopft richtig

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    5. Hallo Jürgen
      wie immer gut erklärt.Kompliment!
      Obwohl Gulaschsuppe in der Menge könnte eine Menge hungernder menschen ernähren...wenn sie die denn mögen.

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  6. Moin ich hab da mal eine Frage zum Thema "hydromagmatischen Dampfexplosion", das geistert ja schon länger hier im Blog.

    Welche Idee steckt dahinter, immerhin steckt "Der Kleine" (weil geologisch extrem jung) mitten in einem Ozean. Gut an der Oberfläche wird das spannende Bilder geben und näher als 200m würde ich mich auch nicht daran trauen wegen der Wellen. Das Sperrgebiet ist auch weiträumig genug, welche These steckt dahinter. An Land in der Luft hätte ich da mehr Respekt, aber Wasser hat eine höhere Dichte wie Luft und lässt sich nicht komprimieren. Ein Liter Wasser aus 1000m Tiefe ist genauso viel Wasser wie an der Oberfläche vom Volumen.

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    1. Das sehe ich auch so Jürgen.
      Außerdem hatten wir die ganzen Theorien am Anfang des Ausbruchs schon mal hier im Blog.Zum Nachlesen siehe>>(Nov-Dez 2011).
      Es gibt eine gute Seite die das und auch andere Zusammenhänge ach gut erklärt.

      http://www.vulkane.net/.

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  7. Ich verstehe noch nicht, wie man die Entstehung einer neuen Insel anzweifeln kann - niemand dreht die Kochplatte runter, die Kochplatte ist ein seit 20 Millionen Jahren aktiver Hotspot. Irgendwann wird einer der Krater über die Wasseroberfläche wachsen, egal ob es jetzt der so genannt Eldiscreto morgen oder der zwölfte Folgekrater in 100 Jahren ist. Geologische Zeiträume sind einfach größer - eine achte kanarische Insel wird es definitiv geben, und die Aktivitäten vor Restinga zeigen, dass der Hot Spot gerade unter El Hierro etwas Magma nachschieben will - aber NOCH (und wer weiß wie lang noch) von der Inselmasse blockiert wird und sich den nächsteinfacheren Weg an die Oberfläche sucht. Entweder sucht sich der Hot Spot nun einen neuen Schlot durch die Inselmitte (hoffentlich nicht!), oder er breitet sich vor La Restinga aus und baut eine neue Insel, die über kurz oder lang mit El Hierro auch verschmelzen wird.

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    1. Ach ja, noch zum Thema Dampfexplosion: das flüssige Magma, das der derzeitige Schlot konstant an die Oberfläche fördert, kühlt beim Kontakt mit dem Meerwasser schlagartig ab. Das Meerwasser wird dabei über den Siedepunkt erhitzt und verdampft - unter Wasser! Der Explosionseffekt entsteht aus dem höheren Volumen des Wasserdampfs, der derzeit noch von einer 100 m hohen Wassersäule von oben her "eingequetscht" wird und daher nur ein Brodeln verursacht. Je nach Temperatur des austretenden Magmas ist es eine Frage des Wasserdrucks und damit des Abstands zur Oberfläche, bis aus dem Brodeln handfeste Wasserexplosionen ("Geysire") werden, die auch gleich etwas Auswurfmaterial durch die Luft schleudern. Spätestens dann wird es Zeit, Restinga zu evakuieren.
      - Benjamin

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    2. Hi Benjamin
      Wir Reden von jetzt und nicht in hundert Jahren. Du kannst ja Recht haben mit der neuen Insel aber nicht heute und in den nächsten Monaten oder Jahren. Wie gesagt eher auf der Insel ( was ich nicht hoffe)
      VLG
      josch

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    3. Hallo Benjamin

      Quetsch mal Wasser, das geht nicht kannste aber gerne versuchen. Und ab +400°C bleibt Dampf flüssig, Magma oder meine "Gulaschsuppe" hat über 1000°. Also woher diese These?

      Vulkankegel steigen bis auf runde 30m unter Wasser auf wo ich dann nicht direkt über der Herdplatte sein möchte, aber aus 200-300m ist das sicherlich interessant. Wasser lässt sich nunmal nicht quetschen in der Luft sieht das anders aus. In meinen Tauchpullen quetsch ich die Luft auf~ das 2 hundertfache des Volumen in der Atemluft. Der TÜV nutz das Wasser und macht das selbe mit den Pullen, sind sie zu schwach macht es nicht Bumm sondern Plop.

      Woher also diese These mit dem Bumms unter Wasser, rein von der Physik find ich da keine Erklärung und andere UW-Vulkane haben das auch noch nicht geliefert.

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    4. @ Anonymus
      Der sogenannte Hotspot bleibt an gleicher Stelle nur die Inseln verschiebt es in nord-westlicher Richtung.

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  8. @ die, die sich die Köpfe heißschreiben betr. "hydromagmatischen Dampfexplosion".

    Bemühen wir doch einfach Wikipedia, da wird's schon stehen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Phreatische_Explosion

    Der este Abschnitt erklärt schon (fast) alles. Die Frage ist doch nur, wann der Druck von unten - auf Grund der abnehmenden Wassersäule (= abnehmender Druck), die von oben dagegenhält - mächtiger wird und Jürgens Gulaschsuppe halt überkocht.
    Oder hab' ich da was falsch verstanden

    Halt so, wie damals, als Surtsey entstand:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Surtsey

    Grüße vom Nachbarinselchen Teneriffa
    Claus

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  9. Na dann hat Wikipedia ja mal wieder alles erklärt, wofür man jahrelang Geologie studiert hat... - Gruß Benjamin

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