Samstag, 8. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - es rumort weiter

NEWS: Um 9.50 Uhr ein weiteres Beben von ML1,4 in 10 km Tiefe im Golfo

 
Auch in der vergangenen Nacht wieder um 2.51 Uhr ein ML2,4 Beben beim Leuchtturm in 22 km Tiefe. Gefolgt von einem schwächeren Erdstoß um 6.28 Uhr von ML0.9 in 12 km Tiefe im Golfo bei Sabinosa. Er kommt einfach nicht zur Ruhe. Links der Blick auf die IGN Beben-Karte der letzten 5 Tage (die jüngsten Beben fehlen noch) zeigt kein klares Zentrum. Es sind die Umrisse der vermuteten Magmahauptkammer in ca. 20 km Tiefe, mit Seitenarmen nach Süden und in den Golfo die bis in 10 km Tiefe an die Erdoberfläche herauf reichen.



Hier die Seismo Aufzeichnung von heute Nacht zwischen 2.00 und 3.00 Uhr mit dem ML2,4 Beben. Wenn Sie nun die wilden Seismo Aufzeichnung Teneriffa von gestern vergleichen mit Erschütterungen von vielleicht ML0,1 bis 0,5, sieht man die Unterschiede. Beide Seismografen sind völlig unterschiedlich justiert. Dieses ML2,4 Beben hätte auf der Teneriffa Grafik wahrscheinlich die ganze Seite gefüllt.
 
 

Freitag, 7. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - kleine Beben

NEWS:

Gestern 2 schwache Beben um 13.58 Uhr mit ML1,1 und ML1,0 um den Tanganasoga (Grafik). Ein Beben davon in nur 1 km Tiefe. Es dürfte sich um ein Verformungs- bzw. Spannungsbeben gehandelt haben. Um 19.42 Uhr ein weiterer Erdstoß von ML0,9 im gleichen Bereich und dieses Mal in der bekannten Tiefe von 10 km.
Der Geologe und Vulkanologe Francisco José Pérez Torrado von der Universität Las Palmas de Gran Canaria untersucht im Moment im Auftrag der Geovol die geologischen Zusammenhänge die zur Eruption vor El Hierro geführt haben. Er betont, daß die Erdbeben auf den Kanaren auch in der Vergangenheit nie stärker als um ML5,0 ausgefallen seien, da es keine tektonische Plattengrenze unter den Inseln gebe. Die Kanaren stehen fest auf der afrikanischen Platte. Beben entstehen hier nur durch den Magmavortrieb und deren Stärke halte sich daher in Grenzen.
Kritisiert hat er in diesem Zusammenhang die schlechte und mangelhafte Informationspolitik der Behörden im letzten Jahr. Widersprüchliche Angaben und das Verschweigen von Tatsachen  schürten nur die Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung. Dies müsse sich in Zukunft ändern.

Angst und Bange kann einem im ersten Augenblick schon werden, wenn man sich die Seismografen Aufzeichnung von CCAN Teneriffa (oben)  zwischen 6.00 und 7.00 Uhr gestern Morgen anschaut. Wilde Ausschläge und Beben von bis zu einer Minute Dauer. Alles aber nur halb so wild. Die starken senkrechten Linien sind technische Störungen, die wahrscheinlich auf dem Wege der Satellitenübertragung nach Madrid entstanden sind. Da dieser Seismograf eine andere - eine empfindlichere Einstellung als CHIE El Hierro im Vergleich dazu zur gleichen Zeit (Bild) hat, werden auch die kleinsten Erschütterungen aufgezeichnet. Sie tauchen dann später in der IGN Statistik erst gar nicht auf. Der CHIE Seismograf von El Hierro ist dagegen so eingestellt, dass Beben bis ML1,5 kaum zu erkennen sind. Das mag bei dem öffentlich zugänglichen Seismografen technisch notwendig oder so gewollt sein. Es gibt ja noch sechs weitere Geräte auf El Hierro die wahrscheinlich eine andere und empfindlichere Einstellung aufweisen.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - Erdölbohrungen ein Risiko?

NEWS:
13.58 Uhr - Zwei Beben von ML1,1 und ML1,0 in 1 km Tiefe am Tanganasoga.


Unter El Hierro blieb es die letzten 24 Stunden ruhig. Keine Beben - nicht einmal kleine Bebchen.
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"Als sich ihr Bohrer in der Tiefe festfraß, waren die Experten des Iceland Deep Drilling Project (IDDP) zunächst ratlos. Mehr als zwei Kilometer waren sie bereits vorangekommen auf ihrem Weg zu einem Erdwärme-Reservoir unter Islands Vulkan Krafla. Dann stießen sie im April auf ein unbekanntes Hindernis. Erst am 24. Juni flutschte der Meißel wieder - allerdings enorm schnell. Ab 2104 Meter Tiefe sei der Bohrer nach unten "geschossen" und habe sich auf einmal "viel schneller gedreht" als üblich, heißt es im Bericht der Forscher.
Eine dunkle Masse quoll ins Bohrloch - Magma. Anschließend gab es eine Explosion. Mit lautem Knall hatte das Vulkangemisch größere Mengen Bohrflüssigkeit auf einen Schlag verdampft.
 
Bohrungen zur Gasförderung oder Erdwärme-Nutzung haben schon mehrfach Erdbeben ausgelöst - warum also sollten Vulkanbohrungen sicher sein?" - aus Spiegel Online weiterlesen.
 

Foto: Wikipedia Arifhidayat at

Am 29. Mai 2006 kam es in Ostjava, im Distrikt der Stadt Sidoarjo, zu einem vulkanischen Schlamm-Blow-out in der Nähe eines Erdölbohrloches. Der Schlamm, welcher bis zu 50 Meter in die Höhe schoss, erreichte Temperaturen von durchschnittlich 100 °C. Zudem wurden verschiedene Gase – unter anderen Methan und Schwefelwasserstoff – frei.
Die Eruption, die bislang andauert, hat mittlerweile einen Krater von 60 Metern Durchmesser und einen Auswurfhügel von fünfzehn Metern Höhe gebildet. Aufgrund von Messungen gehen Forscher davon aus, dass der Vulkan noch bis ins Jahr 2037 viel Schlamm spucken werde und sich nichts dagegen machen ließe. (Quelle: Wikipedia Link weiter unten)
 
Damit die Kommentare von gestern zu diesem Thema nicht untergehen - hier auszugsweise:
 
Weltweit gibt es schon viele Projekte, bei denen Bohrungen in den vulkanischen Untergrund nieder gebracht wurden. Von einer Anregung vulkanischer Aktivität ließt man jedoch nichts. Sicherlich ist eine Magmakammer, wie unter El Hierro mit der bestehenden Technologie nicht erreichbar. Wahrscheinlich würde eine solche Bohrung auf die Magmakammer vergleichbar mit einer Mücke sein, die einen Elefanten sticht.
Unter Neapel befindet sich z.B. einer der größten Supervulkane unseres Planeten. In diesem Bereich sollen zu Forschungszwecken Tiefbohrungen durchgeführt werden. Auch hier soll es bis zu 3000m tief gehen.
Aufgrund der Bohrung werden wir sicher nicht mit Problemen zu rechnen haben.
Spannender wird es wahrscheinlich dann, wenn bei Öl- oder Heißwasserförderungen das Gleichgewicht in der Tiefe gestört wird, so wie wir es aus dem Bergbau kennen. Was dadurch ausgelöst wird, ist sicher völlig unkalkulierbar
. - von Thomas ++++++

Also die Probebohrungen betrachte ich auch nicht als gefährlich.
Was mich in dem Zusammenhang eher nachdenklich macht wäre die Förderung aus diesen Feldern.
Solche Ölfelder liegen in Gestein welches porös ist, ähnlich einem Schwamm. Am Anfang sifft das Öl durch den Druck ganz locker daraus aber nach einer gewissen Zeit lässt der Druck nach und es wird Gas oder Wasser in die Hohlräume gepresst. Ölförderung lohnt sich laut Wiki bis zu einem Wasseranteil von 90%. Presst man nun Wasser in den Schwamm, immerhin kennt man man die Reaktionen überirdisch bei Kontakt mit heißen Gestein/Magma.
Eine Förderung halte ich für physikalisch riskant, aber das ändert nix an der Tatsache das es gemacht wird.
 - von Juergen +++++

 
Auf Java gab es auf der Suche nach Öl auch eine Bohrung die meiner Meinung nach gründlich in die Hose gegangen ist und (möglicherweise) einen Schlammvulkan erzeugt hat.http://de.wikipedia.org/wiki/Schlammvulkan_Sidoarjo

Ich persönlich finde das Risiko in einer vulkanisch aktiven Zone
Bohrungen nach Erdöl durchzuführen als unkalkulierbar.
- von Chris +++++
 
Die kompletten Texte sind unter "Kommentare" von gestern nachzulesen.
 
Ganz so ungefährlich scheinen also auch Probebohrungen in einem vulkanaktiven Gebiet nicht zu sein. Wie das die Wissenschaftler sehen, möchte ich Morgen einmal darstellen.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - Erdölbohrung und Vulkanismus

NEWS:

So sieht die Bebenbilanz der letzten Tage aus. In der IGN Aufstellung sind für gestern keine Beben aufgeführt. Die "Minibeben" sind weder in der Zahlen-Statistik noch im Histogramm aufgeführt.

Da die IGN nicht sehr auskunftsfreudig ist, gibt es dazu natürlich auch keine Stellungnahme oder einen Kommentar. Eine Fortsetzung der Erschütterungen war in der vergangenen Nacht nicht zu beobachten. Es blieb ruhig.

Erdölbohrung auf den Kanaren

 
 
Nachdem ich bereits in den vergangenen Wochen über das Pro und Kontra und die Situation zu der von der Spanischen Regierung in Madrid genehmigten Probebohrung berichtet habe, möchte ich mich nun mit den evtl. geologischen Risiken auseinander setzen.
 
 
Die Bohrungen sollen vom Ölmulti Repsol im Meeresgebiet zwischen den östlichen Inseln Lanzarote/Fuerteventura und Südmarokko stattfinden. Ungefähr 65 km von Fuerteventura entfernt. Es geht um mehrere Probebohrungen bis in 3000 Meter Tiefe. Ob von der Meeresoberfläche oder vom Meeresgrund gemessen, wurde nicht mitgeteilt. In einem Gebiet in dem es auch in jüngster Zeit vermehrt Erdbeben gab und eine rege vulkanische Aktivität im Untergrund zu vermuten ist.

Eine nicht ganz neue These von Wissenschaftlern des Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) ist in diesem Zusammenhang interessant. Sie vermuten einen Lava- bzw. richtiger einen Magmakanal der sich unter den Kanaren bis zum afrikanischen Atlasgebirge und noch darüber hinaus erstreckt.
Dass es die Kanarischen Inseln überhaupt gibt, geht auf einen so genannten Hotspot zurück. Dabei strömt aus bis zu 2900 Kilometern Tiefe heißes Gestein nach oben, das wegen des ungeheuren Drucks anfangs noch fest ist. Ab etwa 200 Kilometern Tiefe fängt es an zu schmelzen und tritt schließlich als Magma an die Oberfläche.
Doch offensichtlich sorgt der Mantel Plume nicht nur auf den Kanaren regelmäßig für Magma-Nachschub. Wissenschaftler vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) haben jetzt entdeckt, dass ein Teil des heißen Gesteins im Erdinneren bis in den Nordwesten Afrikas geleitet wird und dort als Magma an die Oberfläche tritt. Die Geomar-Forscher hatten Material vulkanischen Ursprungs aus dem Atlasgebirge untersucht. Dessen chemischer Fingerabdruck ähnle dem von Vulkangestein der Kanaren, schreiben Kai Hoernle und seine Kollegen im Fachblatt "Geology" ( 37, 3, S. 283-286).

Ausführlich hatte ich bereits am 22. April 2012 diese These beschrieben. Wer die Einzelheiten noch einmal mit den Links nachlesen möchte hier Lavatunnel bis nach Afrika?

Und genau in diesem Gebiet sollen nun die Bohrungen ausgebracht werden. Erfahrungswerte über Erdölbohrungen in einer vulkanisch sehr aktiven Zone die zudem über einem Hotspot liegt, gibt es nicht bzw. sind mir zumindest nicht bekannt. Auch gab es bisher noch keine großen Untersuchungen wie sich eine Druckentlastung durch eine Erdölförderung auf ein darunter liegendes Magmafeld auswirkt.
Wie tief liegen überhaupt die Magmaschichten im betroffenen Gebiet?
Wird dadurch der Magmaaufstieg begünstigt oder sogar eine Lawine los getreten, die wir dann nicht mehr stoppen können?
Könnte es auch Auswirkungen auf die Vulkanaktivität jetzt unter El Hierro haben?

Einige Fragezeichen die zum Nachdenken anregen.

Ich möchte das Thema als Frage stehen lassen und würde mich über Ihre Meinung freuen.
Vielleicht hat unter den Lesern jemand andere Beispiele oder Quellen die er in die Diskussion einwerfen möchte 

Dienstag, 4. Dezember 2012

El Hierro Vulkan - Magmaverschiebungen ?

NEWS:
Wenn man seit über einem Jahr täglich die Aufzeichnungen des CHIE- Seismografen beobachtet, fallen natürlich auch kleinste Veränderungen sofort auf. Seit der vergangener Nacht wird die sonst nur von gelegentlichen Beben veränderte Linie von feinen aber regelmäßigen Erschütterungen unterbrochen. Wie die Aufzeichnung oben von heute Morgen zwischen 6.00 und 7.00 Uhr zeigt gibt es Unregelmäßigkeiten im Untergrund.
Das könnten wetterbedingte Ursachen, wie starke Brandung oder Starkregen oder Bauarbeiten in der Nähe der Station sein. Allerdings ist zur Zeit die Wetterlage um El Hierro ruhig und Bauarbeiten in der Nacht dürften auch nicht die Ursache sein.

Es könnte auf ein Vordringen der Magma deuten oder einfach eine Magmaverschiebungen sein. Leichte Erschütterungen die durch die Bewegung entstehen und aufgezeichnet werden. Wir kennen das vom letzten Jahr als Magma aufstieg und in der Folge stärkere Erschütterungen - der Tremor mit seinem markanten Zackenbild, einsetzte.
Bobachtbar waren diese schwachen Erschütterungen von 4.00 Uhr in der Nacht bis ca. 8.00 Uhr am Morgen.
Der restliche Tag bis jetzt verlief wieder in geordneten Bahnen. Auch hat die IGN diese Ausschläge nicht als Beben eingestuft.
Es bleibt jetzt zu beobachten ob diese Entwicklung wieder auftritt und sich evtl. sogar verstärkt.