NEWS:
Auch gestern wieder ein Erdstoß in 20 km Tiefe. Das Beben erfolgte um 14.58 Uhr mit ML2,5 an der Westspitze beim Leuchtturm Orchilla. Am Abend um 21.18 Uhr noch ein weiterer Seismo-Ausschlag ähnlicher Stärke, der vom IGN jedoch nicht bestätigt wurde. Er hatte wahrscheinlich eine andere Ursache. Die Verformungswerte variieren leicht nach unten, bleiben aber in der Bandbreite des seit Monaten bestehenden hohen Niveau. Über die derzeitige Gasemission liegen keine Angaben vor. Die mobile Messstation in La Restinga sendet bereits seit Wochen keine neuen Werte.
Samstag, 1. Dezember 2012
Freitag, 30. November 2012
El Hierro Vulkan - ML2,2 Beben in 9 km Tiefe
NEWS:
14.58 Uhr - Beben von ML2,5 an der Westspitze in 20 km Tiefe.
Es war eigentlich zu erwarten, daß Beben auch wieder in flacheren Tiefen auftreten. Gestern um 22.23 Uhr ein ML2,2 Erdstoß in nur 9,2 km Tiefe vor der Küste von Sabinosa im Golfo (auf IGN Karte rosa). Hier liegen die obersten Magmaschichten oder auch Kanäle in 9 bis 11 km Tiefe. In diesem Bereich hatten wir im vergangenen Sommer eine ganze Bebenserie.
Auf der ULPGC Grafik ist das Schema bildlich dargestellt. Aus dem Erdinnern steigt Magma (gelb) auf. Am Boden der roten Magmakammer entstehen durch das Einströmen und die Erweiterung des Durchgang Beben. Das dürften die Beben in 20 bis 25 km der vergangenen Tage gewesen sein. Die heißere Magma zirkuliert nach oben und entwickelt Gase die zusätzlich Raum benötigen. Anders als auf der Grafik ist der Deckel in ca. 9 km Tiefe geschlossen. Hier dehnt das Magma und der Druck horizontal und vertikal den Raum und verursachte den gestrigen Erdstoß. Je mehr Magma nun nachströmt und eine Druckerhöhung in der Kammer verursacht, desto mehr Beben. Sind die äußeren Deck-Gesteinsschichten derart stabil, daß sie nicht aufgebrochen werden können, dann wölbt sich unser "Deckel". Das ist dann die seit Monaten beobachtbare Oberflächenverformung.
Wie es nun weitergehen könnte?
Im Extremfall fliegt unser "Deckel" davon oder der Druck findet einen Seitenausstieg wie bei der Eldiscreto Eruption 2011 im Meer. Im günstigsten Fall beruhigt sich das System und findet in tieferen Erdschichten noch freie Räume.
Die Deformation geht dann langsam wieder zurück.
Welche Möglichkeit sich der Vulkan nun auch sucht - wir können nur beobachten, messen und kommentieren.
14.58 Uhr - Beben von ML2,5 an der Westspitze in 20 km Tiefe.
Es war eigentlich zu erwarten, daß Beben auch wieder in flacheren Tiefen auftreten. Gestern um 22.23 Uhr ein ML2,2 Erdstoß in nur 9,2 km Tiefe vor der Küste von Sabinosa im Golfo (auf IGN Karte rosa). Hier liegen die obersten Magmaschichten oder auch Kanäle in 9 bis 11 km Tiefe. In diesem Bereich hatten wir im vergangenen Sommer eine ganze Bebenserie.
Auf der ULPGC Grafik ist das Schema bildlich dargestellt. Aus dem Erdinnern steigt Magma (gelb) auf. Am Boden der roten Magmakammer entstehen durch das Einströmen und die Erweiterung des Durchgang Beben. Das dürften die Beben in 20 bis 25 km der vergangenen Tage gewesen sein. Die heißere Magma zirkuliert nach oben und entwickelt Gase die zusätzlich Raum benötigen. Anders als auf der Grafik ist der Deckel in ca. 9 km Tiefe geschlossen. Hier dehnt das Magma und der Druck horizontal und vertikal den Raum und verursachte den gestrigen Erdstoß. Je mehr Magma nun nachströmt und eine Druckerhöhung in der Kammer verursacht, desto mehr Beben. Sind die äußeren Deck-Gesteinsschichten derart stabil, daß sie nicht aufgebrochen werden können, dann wölbt sich unser "Deckel". Das ist dann die seit Monaten beobachtbare Oberflächenverformung.
Wie es nun weitergehen könnte?
Im Extremfall fliegt unser "Deckel" davon oder der Druck findet einen Seitenausstieg wie bei der Eldiscreto Eruption 2011 im Meer. Im günstigsten Fall beruhigt sich das System und findet in tieferen Erdschichten noch freie Räume.
Die Deformation geht dann langsam wieder zurück.
Welche Möglichkeit sich der Vulkan nun auch sucht - wir können nur beobachten, messen und kommentieren.
Donnerstag, 29. November 2012
El Hierro Vulkan - ein täglicher Stoßseufzer
NEWS:
Noch lebe ich. So fühlt es sich im Moment an, wenn der Vulkan in fast täglichen Abständen ein Lebenszeichen von sich gibt. Vorgestern bei Sabinosa aus 32 km Tiefe und gestern um 9.00 Uhr ein ML2,2 Beben aus 22 km Tiefe im Süden bei Tacoron (siehe Grafik). Die Erdstöße liegen zur Zeit tief und kommen alle aus dem Magmabereich der Hauptkammer. Ob die Kammer dort expandiert oder neuer Magmanachschub aus noch größeren Tiefen nachdrückt, wissen wir nicht. Wir beschränken uns im Augenblick auf das Beobachten.
Inseln des ewigen Frühlings, so werden wir auch genannt. Davon ist die letzten Tage nicht viel hier zu spüren. Wolkenverhangener Himmel, ab und zu ein Aufblitzen der Sonne und Regen. Landregen - oder hier besser Inselregen. Irgendwie bekomme ich das Gefühl nicht los, als wenn Petrus die Versäumnisse des letzten trockenen Winter nun nachholen möchte. Dazu kalte Nächte - heute Morgen gerade einmal 14,4°C.
Schön dann, wenn man Besitzer eines Ofen - oder wie ich eines Kachelofen ist.
Ich weiß, in Deutschland und den Nachbarländern wird viel Schnee mit Minustemperaturen erwartet, aber Sie haben alle eine Zentralheizung. Auf den Kanaren gibt es so etwas nicht.
Erst zum Wochenende (AEmet Wetter vom Golfo oben) soll es wieder besser werden. Mit Beginn der Adventszeit, die hier auch unbekannt ist, kommt wieder etwas mehr Wärme auf die Inseln.
Noch lebe ich. So fühlt es sich im Moment an, wenn der Vulkan in fast täglichen Abständen ein Lebenszeichen von sich gibt. Vorgestern bei Sabinosa aus 32 km Tiefe und gestern um 9.00 Uhr ein ML2,2 Beben aus 22 km Tiefe im Süden bei Tacoron (siehe Grafik). Die Erdstöße liegen zur Zeit tief und kommen alle aus dem Magmabereich der Hauptkammer. Ob die Kammer dort expandiert oder neuer Magmanachschub aus noch größeren Tiefen nachdrückt, wissen wir nicht. Wir beschränken uns im Augenblick auf das Beobachten.
Inseln des ewigen Frühlings, so werden wir auch genannt. Davon ist die letzten Tage nicht viel hier zu spüren. Wolkenverhangener Himmel, ab und zu ein Aufblitzen der Sonne und Regen. Landregen - oder hier besser Inselregen. Irgendwie bekomme ich das Gefühl nicht los, als wenn Petrus die Versäumnisse des letzten trockenen Winter nun nachholen möchte. Dazu kalte Nächte - heute Morgen gerade einmal 14,4°C.
Schön dann, wenn man Besitzer eines Ofen - oder wie ich eines Kachelofen ist.
Ich weiß, in Deutschland und den Nachbarländern wird viel Schnee mit Minustemperaturen erwartet, aber Sie haben alle eine Zentralheizung. Auf den Kanaren gibt es so etwas nicht.
Erst zum Wochenende (AEmet Wetter vom Golfo oben) soll es wieder besser werden. Mit Beginn der Adventszeit, die hier auch unbekannt ist, kommt wieder etwas mehr Wärme auf die Inseln.
Mittwoch, 28. November 2012
El Hierro Vulkan - der Tanganasoga
NEWS:
14.01 Uhr - Beben von ML2,2 um 9.00 Uhr in 22 km Tiefe im Küstenbereich von Tacoron im Süden.
Blick vom alten Vulkanberg Tanganasoga (Foto: Bernhard Rossi - danke) im Golfo zur Westspitze. Das Dorf Sabinosa liegt am Fuße des Berges und ist auf der Aufnahme verdeckt. Viele Vulkanologen halten den 1371 Meter hohen Tanganasoga für das Zentrum und den Mittelpunkt aller vulkanischen Aktivitäten auf El Hierro. Tief unter ihm wird das eigentliche Zentrum der Magmahauptkammer vermutet. Es dürfte sich dort auch der letzte Ausbruch im Golfo ereignet haben. Auf der IGN Grafik habe ich den Tanganasoga mit Pfeilen markiert. Auch hier sieht man, daß er der einzige fast freistehende Gipfel im gesamten Golfo ist. Die letzte Eruption mag sich vor einigen hundert oder gar tausend Jahren dort ereignet haben. Genaue Daten gibt es nicht, da beim großen Rathausbrand in Valverde im 18. Jahrhundert auch das Archiv mit allen alten Dokumenten verbrannte.
14.01 Uhr - Beben von ML2,2 um 9.00 Uhr in 22 km Tiefe im Küstenbereich von Tacoron im Süden.
Blick vom alten Vulkanberg Tanganasoga (Foto: Bernhard Rossi - danke) im Golfo zur Westspitze. Das Dorf Sabinosa liegt am Fuße des Berges und ist auf der Aufnahme verdeckt. Viele Vulkanologen halten den 1371 Meter hohen Tanganasoga für das Zentrum und den Mittelpunkt aller vulkanischen Aktivitäten auf El Hierro. Tief unter ihm wird das eigentliche Zentrum der Magmahauptkammer vermutet. Es dürfte sich dort auch der letzte Ausbruch im Golfo ereignet haben. Auf der IGN Grafik habe ich den Tanganasoga mit Pfeilen markiert. Auch hier sieht man, daß er der einzige fast freistehende Gipfel im gesamten Golfo ist. Die letzte Eruption mag sich vor einigen hundert oder gar tausend Jahren dort ereignet haben. Genaue Daten gibt es nicht, da beim großen Rathausbrand in Valverde im 18. Jahrhundert auch das Archiv mit allen alten Dokumenten verbrannte.
Die jüngeren Eruptionen wie 1796 auf der Westspitze oder der Eldiscreto im Süden haben alle ihren Ausgangspunkt unter dem Tanganasoga.
Gestern Abend um 21.23 Uhr ein schwacher Erdstoß von ML1.1 in Nähe von Sabinosa (rosa Punkt) in 32 km Tiefe.
Labels:El Hierro,Kanarische Inseln,Kanaren,Spanien
Erdbeben,
Tanganasoga,
Vulkan
Dienstag, 27. November 2012
El Hierro Vulkan - El Tiempo oder der Zeitfaktor
NEWS:
Heute etwas später - ich musste erst meine AIDA Gäste versorgen. ---- Keine weiteren Beben, es bleibt ruhig. Wenn wir uns das Histogram seit Anbeginn der Vulkanaktvität im Sommer 2011 etwas näher betrachten, können wir gut die Bebenintervalle erkennen. Im Juli/August 2011 der große Bebenschwall bis zur Eruption im November 2011. Dann Ruhe bis zum Februar 2012 mit einem leichten Aufbäumen. Im Juli 2012 ging es dann mit vielen und kräftigen Beben an der Südwestspitze weiter bis wieder eine Schwächephase erfolgte. Den letzten Schwall erlebten wir dann im vergangenen September 2012 direkt unter der Insel beim Berg Tanganasoga und südwestlich beim Ort El Pinar (zum Vergrößern Grafik anklicken).
Heute etwas später - ich musste erst meine AIDA Gäste versorgen. ---- Keine weiteren Beben, es bleibt ruhig. Wenn wir uns das Histogram seit Anbeginn der Vulkanaktvität im Sommer 2011 etwas näher betrachten, können wir gut die Bebenintervalle erkennen. Im Juli/August 2011 der große Bebenschwall bis zur Eruption im November 2011. Dann Ruhe bis zum Februar 2012 mit einem leichten Aufbäumen. Im Juli 2012 ging es dann mit vielen und kräftigen Beben an der Südwestspitze weiter bis wieder eine Schwächephase erfolgte. Den letzten Schwall erlebten wir dann im vergangenen September 2012 direkt unter der Insel beim Berg Tanganasoga und südwestlich beim Ort El Pinar (zum Vergrößern Grafik anklicken).
Ich denke in diesem Rhythmus könnte es noch eine Weile so weiter gehen. Der relativ stabile Druck unter El Hierro spricht nicht für ein Abklingen der Vulkanaktivität. Wie und wann dann letztendlich diese Episode sein Ende findet, kann heute niemand beantworten.
Es ist ein Prozess, der Zeit - viel Zeit benötigt. Es ist die Natur die alle Kanarischen Inseln erschaffen hat. Ohne unseren Hotspot mit vielen Vulkanausbrüchen gäbe es keine Inseln und wir würden nicht hier leben. Der Zahn der Zeit nagt an unseren Küsten. Die Erosion ob Wind, Regen oder das Meer trägt alle Inseln ab. Irgendwann würden die Kanaren dann von der Landkarte verschwinden. Nur durch neuen Magmanachschub und durch viele zukünftige Vulkanausbrüche ist der Fortbestand gesichert.
Das macht die Natur auch ohne unser Zutun. Wir können nur betrachten, staunen oder uns fürchten. So wie es bereits unseren Vorahnen ergangen ist und es auch unsere Kinder und Kindeskinder hoffentlich noch erleben werden.
Nur ist heute die Deutung und das Verständnis in diese Vorgänge besser erklärbar und keine Götter und Feuerteufel müssen dafür mehr herhalten. Aber es ist noch viel zu tun und viel zu erforschen. Die Geologie und besonders die Vulkanologie hat gegenüber anderen Wissenschaftszweigen großen Nachholbedarf. Viele Abläufe und Zusammenhänge und letztendliche Folgen können noch nicht logisch erklärt werden und sind oft Vermutungen. Jeder Vulkanausbruch und jedes neue Beben bringt ein neues Puzzlesteinchen und Erfahrungswerte in das komplexe Gebilde ein. Irgendwann wird es dann vielleicht in der Zukunft auch möglich sein, einen Vulkanausbruch oder ein Erdbeben im voraus genau zu datieren.
Noch ein Wunschdenken, aber durchaus möglich.
Labels:El Hierro,Kanarische Inseln,Kanaren,Spanien
Erdbeben,
Vulkan,
Vulkanologie
Abonnieren
Posts (Atom)






