Mittwoch, 28. März 2012

El Hierro Vulkan - die einmalige Chance nutzen

NEWS:
Die IGN Grafik zeigt den Bebenverlauf der letzten 10 Tage. Am Dienstag kein weiteres Beben und eine ruhige Meeresoberfläche im Süden. Auch der Tremor verläuft als ruhiges Bändchen. Interessant dürften die neuen Gas- emissions Messungen werden. Nach den letzten Messungen lag der CO² Ausstoß bei 934 Tonnen am Tag. Immer noch fast bei dem 3 fachen Normalwert von 345 t/Tag.
  
Inzwischen hat das Cabildo El Hierro alle Webcam`s abgeschaltet.
Mit 1,3 Millionen Besuchern aus 5 Kontinenten seit dem 10. November 2011 feiert sich das Cabildo de El Hierro und Movistar. Eine stolze Besucherzahl, es gab ja auch einiges zu sehen.
 
Warum man allerdings jetzt wieder in die alte Insel-Lethargie zurück fallen möchte und den Rest der Welt ausschließt, verstehen wahrscheinlich nur die Herrenos. Mit zu hohen Kosten wurde die Abschaltung in einem Kommuniqué begründet.
Lieber investiert man in neue Hochglanzbroschüren die nur einen begrenzten Interessentenbereich erreichen, beauftragt für viel Geld eine Werbeagentur oder startet wie heute geschehen durch den Inselpräsidenten Alpidio Armas eine Promotiontour auf Gran Canaria. Das hätte man viel billiger haben können. Mit etwas Idee und Witz wäre die Webcam der ideale Werbeträger geworden. Aber so weit denkt man hier wahrscheinlich nicht.
 
"Wir wollen keine Touristen" war gestern Abend ein Kommentar, den ich gelöscht habe, weil er anonym erfolgte. Dieser Eindruck könnte sich allerdings fast aufdrängen. Natürlich gibt es auch auf El Hierro Tourismus Befürworter und Gegner. Will man weiter von Subventionen leben oder eigenständig etwas Gewinnbringendes aufbauen ? Von Bananen, Ananas und Ziegen kann auch El Hierro auf Dauer nicht mehr leben. Die Subventionen werden auch im Agrarsektor weiter herunter gefahren.
 
Bleibt der "sanfte Tourismus" - Hier ist man allerdings im Moment dabei mit Unbedacht die aufgebauten Kontakte und die Sympathien zu verspielen. Der Vulkan als einzigartiges Naturereignis, gibt vielleicht erst wieder in tausend Jahren ein neues Schauspiel ab. El Hierro ist jetzt bekannt geworden und in vielen Köpfen präsent - diese einmalige Chance gilt es zu nutzen.
Vielleicht überlegt sich Alpidio Armas nochmals seine Entscheidung im Interesse seiner Insel.
 
Es ist doch viel mehr Leben um die Eruptionstelle erhalten geblieben, als alle dachten. Ein neues Unterwasser Videos der Tauchschule Fandiving aus La Restinga zeigt wie die Meeresbewohner nach und nach aus ihren Höhlen und Verstecken hervor kriechen.

Dienstag, 27. März 2012

El Hierro - Vulkan aus, Webcam aus

NEWS:
... so zumindest die behördliche Version. Aber weder der Vulkan, noch die Webcam sind ganz erloschen.
Interessant zu lesen die auf der Telefonica-Seite in Neudeutsch eingeblendete Botschaft:
"Wir danken für ihr bisheriges Interesse, wenn Sie mehr sehen wollen, erwarten wir ihren Besuch." Auch eine verblüffende Art von Werbung.

Gestern gab es ein schwaches Beben von ML1,6 in 15 km Tiefe im Süden und auch die Webcam ist weiter über die Cabildo Seite (rechts verlinkt) zu empfangen.
Es liegt also nicht an den zusätzlichen Kosten oder an mangelndem Besucher Interesse, sondern alleine am Willen den nicht geliebten Vulkan einfach tot zu schweigen.
Warum man ohne Vorwarnung den Webbesucher ausklinkt und verärgert und nicht werbewirksam dieses seltene Naturereignis einsetzt - so wie das beim Ätna, Vesuv oder Stromboli gemacht wird, können nur die verantwortlichen Köpfe beantworten.
Daß das auch ganz anders geht, werde ich in den nächsten Tagen am Beispiel des Teneguia von La Palma einmal zeigen.
Der kalifornische Seehase (Wikipedia)
Zu dem um die Eruptionstelle massenhaft auftauchenden und inzwischen identifizierten Meeresbewohner, gab es viele Kommentare und noch mehr Mails. Dafür meinen Dank.
Conejo del mar, Seehase, Nacktschnecke kann 2 Lappen aufklappen und sieht dann ein bisschen wie ein Spaceshuttle aus.
Nur schöner. Weidet wahrscheinlich in zunehmender Anzahl die reichlich auftretenden Algen ab, die die Papageifische wegen vorübergehender
Abwesenheit nicht schaffen - so Diego Ahrens.

Während der Eruptionsphase beobachtete Günter Baumgartel immer wieder das Leben im Wasser. Anfangs waren tonnenweise tote Fische ans Ufer gespült worden und es gab die Befürchtung, dass der komplette Meeresnationalpark zerstört sein könnte. Die meisten pflanzenfressenden Fische waren verschwunden und so konnten sich Algen ungehindert ausbreiten. Jetzt schlug die Stunde einer besonderen Unterwasserspezies: Ganze Hundertschaften von "Seehasen" - bis 30 Zentimeter lange Nacktschnecken - weideten mit ihren Raspelzungen die Algenteppiche ab. Mit jedem Tauchgang entdeckte Baumgartel mehr Fische. Einige Tintenfische hatten die Eruption offenbar überlebt. Zwischen den riesigen Betonblöcken der Hafenmauer suchten zahllose Jungfische Schutz. Und mit den Jungfischen kamen Jäger wie der Zackenbarsch zurück. Offenbar erholt sich das Meer schneller als manche Pessimisten befürchtet hatten. - aus dem WDR Filmbeitrag.

Und was sagt uns Prof. Wikipedia:
Aplysia (deu.: Seehasen, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Fischfamilie Cyclopteridae) ist eine Gattung von Meeresschnecken der Ordnung Hinterkiemerschnecken (Opisthobranchia). Bekannt sind sie vor allem deshalb, weil sie mit die größten bekannten Schnecken hervorbringen: Exemplare der Aplysia vaccaria erreichen eine Länge von bis zu 75 cm und wiegen um die 2 kg (4,4 lb). Dennoch gibt es Arten, die nur etwa 2–6 cm Zentimeter groß sind. Innerhalb der Breitfußschnecken ist bei ihnen die evolutionäre Rückbildung der Schale auf der mittleren Stufe, d.h. sie haben noch eine Schale, die jedoch nicht mehr extern, sondern intern ist. Sie befindet sich im Hinterleib über dem Eingeweidesack und ist vollständig in Gewebe eingebettet.
Die besonders großen Neuronen und das nicht übermäßig komplizierte, handhabbare Nervensystem machen sie, insbesondere den Aplysia californica, zu einem hervorragenden Forschungsobjekt in der Neurologie. So erforschte der Nobelpreisträger Eric R. Kandel an ihren Synapsen u.a. das Lernen auf zellulärer Ebene.
Der deutsche Name Seehase (engl. Sea hare, franz. lièvres de mer) stammt vmtl. von seiner Kopfform, denn im Wasser ähneln der vordere Teil mit den flächigen Schlundtentakeln und die Rhinpheren mit den darunter liegenden Augen mit etwas Phantasie einem Hasenkopf, insbesondere wenn das Tier mit dem massig wirkenden Hinterteil den Kopf nach vorn-oben reckt.

Montag, 26. März 2012

El Hierro Vulkan - WDR Fernseh - Reportage

NEWS:
Am Sonntag gab es keine weiteren Beben. Alles blieb ruhig.
Auch die Direktorin María José Blanco des Geographischen Institut (IGN) erklärte in einem Gespräch mit der Diario de Avisos "Eine Wiederbelebung des Vulkan ist nicht zu erwarten".
Alle Zeichen deuten im Moment auf ein Einschlafen des Eldiscreto hin. Allerdings denkt ein Vulkan nicht in Tagen oder Wochen. Solange noch Gase und Lavasegmente an die Wasseroberfläche dringen, sind Aktivitäten im Untergrund vorhanden. Zu oft wurde bereits das Ende verkündet.

El Hierro - ein Vulkan wird geboren
unter diesem Titel hat Ulf Marquard für den WDR eine Zusammenfassung der Vulkan Ereignisse auf El Hierro gedreht. Der Beitrag wurde am Sonntag bereits ausgestrahlt und ist hier als  WDR-Video zu sehen.

Sonntag, 25. März 2012

El Hierro Vulkan - ruhiges Wochenende

NEWS:
Am Samstag gab es 4 leichte Beben. Den stärksten Erdstoß mit ML1,8 um 16.56 Uhr in 10 km Tiefe im Süden unter dem Eldiscreto (IGN Grafik). Zeitweise sprudelte auch gestern wieder das Meer über der Eruptionstelle.
Der Besucher-Award läuft noch bis kommenden Freitag, den 30.März 2012 - 16.00 Uhr. Es geht um keine Preise und es gibt auch nichts zu gewinnen. Es ist höchstens ein Image Wettbewerb. Zur Zeit liegen wir an 2. Stelle und jede Stimme zählt.

Wir sind nominiert im Bereich Freizeit unter "El Hierro Vulkan". Alle 3 Stunden kann erneut die Stimme abgegeben werden. Würde mich freuen, wenn wir noch einige Stimmen sammeln könnten. Hier geht es direkt zum  Besucher-Award.

Samstag, 24. März 2012

El Hierro Vulkan - und er sprudelt wieder

NEWS: 16.56 Uhr Beben mit ML1,8 in 10 km Tiefe im Süden
Gestern um die Mittagszeit hatte Eldiscreto wieder eine aktivere Phase. Für ca. eine Stunde sprudelte die Meeresoberfläche und Gase kamen an die Atmosphäre. Hier ein Video Mitschnitt vom Freitag. Damit dürfte die offizielle Mär vom Erlöschen des Vulkan widerlegt sein. Auch die beteiligten Wissenschaftler der Uni Las Palmas bestätigten den Eruptionsvorgang. Herauf geholte Wasserproben hatten immer noch eine Temperatur von 60°. Eldiscreto befindet sich im Moment in einer ruhigeren Phase. Keine Beben und kein Tremor, aber er ist weiter aktiv und kann jederzeit seine Aktivitäten wieder verstärken.
Wunschdenken, ein Kleinreden oder ein Verleugnen ist menschlich, entspricht aber nicht der Realität. Auch ist er keine vor sich hin blubbernde Klärgrube, sondern ein einmaliges Naturerlebnis - ein Vulkan eben und daher unberechenbar. Die Geschichte hat es ja oft gezeigt und der Mensch sollte das in seinem eigenen Interesse respektieren.
Auch heute Morgen sind deutlich die Entgasungsvorgänge über die Webcam (rechts anklicken) zu beobachten.
Was könnten das für Fische sein? Aufgenommen vor wenigen Tagen nahe der Eruptionstelle bei der Badestelle Tacoron. Später wurde die Fischsorte auch im Hafen von Restinga gesichtet. Der Fisch hat eine Länge von ca. 20 cm, die Kleineren waren um die 10 cm lang und schwimmen an der Meeresoberfläche. Junge Rochen scheiden wahrscheinlich aus, da sie in tieferen Gewässern und meist nur am Meeresboden zu finden sind. Vielleicht hat unter unseren Fisch- und Meereskundlern jemand eine Idee oder kann den Fisch gar identifizieren. Vor Ort war keine Erklärung zu erhalten. Aufgenommen von Britta Peters.