17.58 Uhr - Beben von ML1,8 in 19 km Tiefe unter dem Tanganasoga
11.49 Uhr - Auch am Dienstag und in der vergangenen Nacht gab es keine weiteren Erdstöße. Es bleibt ruhig unter El Hierro.
Auch wenn heute die Aufzeichnung des Seismografen einen recht wilden Eindruck vermittelt - es gab es kein Beben. Es sind technische Störungen bei der Aufzeichnung oder der Übertragung der Signale. Den letzten registrierten Erdstoß hatten wir am vergangenen Sonntag um 23.50 Uhr. Es bleibt jetzt abzuwarten ob und wann sich die Beben zurück melden. Bereits in den letzten Wochen ist die Bebenhäufigkeit und Intensität merklich zurückgegangen. Verschnaufpause? - oder vielleicht doch das Abklingen der Vulkanaktivität.
Es ist Technologisch ein Zusammenspiel von Physik, Geologie, Geochemie und Geodäsie die die Verformungsmessung revolutioniert. Mit Satelliten werden Radarsignale gesendet, am Boden reflektiert und am Satelliten wieder gemessen. Dieses wellenförmige elektromagnetische Signal wird bei mehrmaligen Überflügen wiederholt aufgezeichnet und verglichen. Selbst kleinste Veränderungen bis in den Millimeter-Bereich können so erfasst werden. Das ganze nennt sich Satelliten-Interferometrie. Diese Daten werden dann am Computer verarbeitet und ergeben eine simulierte Grafik (Darstellung: Thomas Walter, GFZ).
Schon seit etwas längerer Zeit gibt es das Synthetic Aperture Radar (kurz: SAR). Es sind Radaraufnahmen die zur Fernerkundung von Flugzeugen oder wie hier aus dem Space Shuttle Endeavour gemacht werden. Diese NASA Aufnahme zeigt Teneriffa in einer 2-dimensionalen Darstellung (zum Vergrößern Bild anklicken). Deutlich sind die Barrancos und Lavaströme die vom Ausbruch im Jahre 1909 stammen, zu erkennen.
Zum aktuellen Geschehen unter El Hierro gibt es heute nicht viel zu berichten. Zwei kleine Erdstöße an der Westspitze und im südlichen Teil der Insel (siehe IGN Grafik).
In der vergangenen Nacht um 2.16 Uhr ein schwaches Beben von ML1,0 (siehe IGN Karte) an der Westspitze in 20 km Tiefe. Die Situation ist zur Zeit ruhig. Auf der Inseloberfläche ist von den geologischen Vorgängen im Untergrund absolut nichts zu spüren.
Die geplante Ölbohrungen zwischen den Kanarischen Inseln und Marokko schlagen weiter hohe Wellen. Es sind zunächst genehmigte Probebohrungen die von einem Konsortium um den spanischen Ölmulti Repsol ca. 61 km vor der Küste von Fuerteventura und Lanzarote durchgeführt werden sollen. Nach Meinung von Experten ist man dort auf die größte Erdölblase in der Geschichte Spaniens gestoßen. 150.000 Barrel Öl könnten so täglich aus dem Meer gepumpt werden. Die Förderkapazität Spaniens würde sich um das 50 fache erhöhen. Bisher müssen 99 % des Erdölbedarfs eingeführt werden. Mit dem neuen Ölfeld ließe sich auf einen Schlag 10 % des Eigenbedarfs decken und das für mindestens 20 Jahre.
In den letzten 24 Stunden erfolgten keine weiteren Beben. Es scheint doch eine Eintagsfliege gewesen zu sein.
Diese Deformation wurde auch am Mount St. Helens (USA) beobachtet. Anfang August 1982 hatten Geologen im Kraterboden des Mount St. Helens viele schmale Bodenrisse entdeckt und sie mit Farblinien markiert. Zwei Tage später bereits waren die Linien deutlich gekrümmt, was eine Veränderung der Risse durch aufsteigendes Magma anzeigte. Auch wurde eine Aufbeulung einer Vulkanflanke von mehr als 100 m beobachtet, die auch mit bloßem Auge sichtbar war (Foto Markierung).