Mittwoch, 2. November 2011

El Hierro Vulkan - Zuspitzung der Lage

Gestern Abend hat nun auch das Gobierno de Canarias (Kanarische Regierung) und der Krisenstab (Pevolca) eingeräumt, daß ein Vulkanausbruch im Golfo nicht mehr auszuschließen sei. Der Tremor (aufsteigende Magma) hat wie auf der Grafik zu sehen, stark zugenommen. Wir alle kennen noch die Tremorkurven vor dem Südausbruch vor zwei Wochen. Damals war der Tremorverlauf noch stärker, was dann im Ausbruch endete. Eine Vielzahl von Beben, aber nicht stärker als 2,7 Richterskala, ereigneten sich in der Nacht. Die ersten Beben kamen bereits bis an 15 km Tiefe herauf.
Nachtrag: Soeben Beben der Stärke 4,0 RSk. um 7.54 Uhr im Golfo

In den vergangenen Tagen lag das Bebenzentrum noch in ca. 20 km Tiefe. Das Gebiet der Erdstöße ist unverändert der Golfo. Auf der IGN Grafik sind alle Beben der letzten drei Tage markiert.
Das Vulkanische Institut (INVOLCAN) bestätigte heute Morgen auch die Zunahme der diffusen Emission von Kohlendioxid (CO²) in die Atmosphäre.
Beobachtet wurden inzwischen wieder im Süden Meeresstrudel und vermehrt auf der Meeresoberfläche treibende und qualmende Lavastücke. Dies deutet wohl auf eine verstärkte Aktivität des Eldescreto hin.

Gestern wurde auch die La Unidad Militär de Emergencias beauftagt, eine Sondereinheit des Militär für Notfälle, mit der Einrichtung von Notquartieren für 2000 Menschen zu beginnen. Diese Einheit ist in Teneriffa stationiert. Bereits gestern Mittag wurden im Hafen von Los Christianos (Teneriffa) 17 LKW mit Zelten und dem notwendigen Zubehör verladen, die am Abend in El Hierro eintrafen. Der zweite Schiffstransport soll heute folgen.
Diese 2000 zusätzlichen Notunterkünfte sollen zu den bereits vom Roten Kreuz vorgehaltenen und eingerichteten Unterkünften installiert werden. Die Gesamtkapazität würde dann für 4000 Menschen ausreichen. Als zentralen Ort hat man den Raum Valverde ausgewählt. 

Die Live Webcam im Golfotal funktioniert seit gestern wieder. Standort ist der Küstenbereich bei Punta Grande. Die Blickrichtung über La Frontera in die Bergkette um das Golfotal.

Kommentare:

  1. Zitat: "Eine Vielzahl von Beben, aber nicht stärker als 2,7 Richterskala, ereigneten sich in der Nacht"

    Hallo Manfred, das ist überholt, kurz vor acht Stärke 4

    Gruß Claus

    AntwortenLöschen
  2. Manfred Betzwieser2. November 2011 um 08:46

    Danke Claus - schon nachgetragen.
    Gruß
    Manfred

    AntwortenLöschen
  3. Nun, gut, vielleicht ist’s jetzt endlich mal an der Zeit einen Bericht von vor Ort hinzuzufügen. Gleich vorweg nichts für Sensationsgierige. Ich bin seit Freitag auf der Insel und ich fühle mich den Umständen entsprechend sicher und sehr wohl. Keine apokalyptischen Prophezeiungen hätten mich von dieser Reise abhalten können, sehr wohl aber eine Empfehlung der Inselregierung. Die für Ihre Einwohner und Touristen vorausschauend für Sicherheit sorgt. 2 Evakuierungen hat es vorsichtshalber gegeben, die beide hervorragend funktioniert haben.
    Gestern war ich in La Restinga und Tacoron und von dort auch keine Horrorberichte. Im Gegenteil. Das Meer war ruhig, von rauchenden Lavabrocken weit und breit nichts zu sehen. Der ph-Wert des Meeres im Normbereich und auch die Krabben, Fische und Meeresvögel sind zurückgekehrt. Muss ich noch mehr dazu sagen? Allen, die vorhaben hierher zu kommen, kann ich nur nochmals sagen, den Umständen entsprechend sicher. Und vielleicht, dass Information den Respekt erhöht und die Angst minimiert.

    In diesem Sinne wünsche ich allen, die hierher kommen wollen oder hier sind einen schönen Urlaub und allen Schreibern, die auf Meinungsfreiheit pochen, sich doch mal zu überlegen was Spekulationen für eine sensible Region bedeuten können.

    Liebe Grüße
    Martina

    AntwortenLöschen
  4. Beben nun in 1 und 3km Tiefe - War das 4.0 Beben wohl der Durchbruch zumindest bis kurz unter die Erdoberfläche?

    AntwortenLöschen
  5. Martina:

    besten Dank für Deine Nachricht, da ich eben wie bereits erwähnt in Kürze auch hinfliegen werde, bin ich schon etwas beruhigt...natürlich trotzdem mit den nötigen Vorsicht/Infos ausgestattet.
    Ich muss sagen, dass ich äussert erfreut bin über den Eintrag, den Puls fühlt man halt doch nur so richtig vor Ort, was eben aber nicht die Lage verharmlosen soll.
    DANKE von einem Hierrofan

    AntwortenLöschen
  6. @Martina
    Vielen Dank! Mal ein vernünftiger Bericht aus erster Hand.
    Ich wünsche einen erholsamen Urlaub auf El Hierro.

    AntwortenLöschen
  7. das 4 er wurde auf 4,3 hochgestuft
    roxy

    AntwortenLöschen
  8. @Martina

    ...dann ist also alles andere hier absoluter Quatsch? Manfred Betzwieser, das IGN und andere saugen sich das nur aus den Fingern?
    ...und das Militär macht nur einen Betriebsausflug nach El Hierro mit 2000 Zelten und 17 LKW?
    Warum sind treibende und rauchende Lavaknollen Horrorberichte?

    Zur Info:
    Das 4,0-Beben wurde bei IGN auf 4,3 korrigiert; 1,7 Mag. dann um 8.37 in nur 9km Tiefe; die 1 und 3 km Tiefe sind in der Liste nicht mehr zu finden.

    Nachbarschaftliche Grüße
    Claus

    AntwortenLöschen
  9. @ Martina
    Zitat:"den Umständen entsprechend sicher"..
    Umstände, oder auch Gegebenheiten in solchen Situationen sind nie sicher, die können sich jederzeit ändern. Ich für meinen Teil verstehe unter "sicher" etwas ganz anderes.
    Alles ist immer relativ.

    Meine Grossmutter sagte immer, Vorsicht ist besser als Nachsicht.
    Ich finde das ein guter Rat fürs Leben.

    Zitat:"allen Schreibern, die auf Meinungsfreiheit pochen, sich doch mal zu überlegen was Spekulationen für eine sensible Region bedeuten können."
    Wer in einer solchen sensiblen Region siedelt, sollte sich schon zu Anfang an im klaren sein, was passieren könnte und sich die Frage stellen, was wäre wenn..
    Wer mögliche Gefahren verharmlost, nur um die Wirtschaftlichkeit einer Region retten zu wollen, begeht ein gefährliches Spiel!
    Jeder der gerne dort bleiben will, soll das auch tun, aber immer mit der gebührenden Vorsicht, Aufmerksamkeit und Vorbereitung.
    Scheuklappen und rosarote Brillen helfen dabei ebensowenig wie die Vogel Strauss Methode, auch politische Interessen sind hier fehl am Platz.

    Wenn der Fluss hier Hochwasser bringt, gehe ich auch nicht schwimmen, sondern binde mein Boot fester an und verfolge die Situation, denn wie gesagt: Vorsicht ist besser als Nachsicht...
    In dem Sinne...
    Gruss
    Jeannette

    PS: dies ist meine bescheidene Meinung zum vorherrschendem Thema "Panikmache", falls dies jemandem nicht gefällt, kann ich auch nix dafür.

    AntwortenLöschen
  10. Dem kann ich mich nur anschliessen.Die Wissenschaft lebt von Spekulationen und Visionen sonst wären wir nicht da wo wir heute sind und auf El Hierro würden immer noch die Guanchen leben.

    AntwortenLöschen
  11. Sorry Martina, kann mich Claus nur anschliessen. Wort für Wort.

    AntwortenLöschen
  12. Ich habe erzählt was ich hier vor Ort sehe oder eben nicht sehe und was ich erlebt habe. Richtigstellung in Sinne von Realität. Nicht mehr und nicht weniger.
    Und ihr verzeiht, dass ich nicht detaillierter antworte, aber wofür? Ich habe gesagt, was zu sagen ist und jetzt geh ich schwimmen.
    Liebe Grüße Martina

    AntwortenLöschen
  13. PS:
    @ Jürg: Danke für die Urlaubswünsche, ich genieße meinen Urlaub sehr, ich sitze ja auch auf einem perfekten Platz ;-)
    @ Hierrofan: Wenn wir uns nicht mehr lesen, schönen und erholsamen Urlaub!

    Nochmal liebe Grüße Martina

    AntwortenLöschen
  14. Die Sonne scheint, das Bad im Meer ist erfrischend und der Vino purzelt bei den Beben auch nicht vom Tisch - was soll da passieren? Wer guckt schon auf die trockenen Grafiken und Tabellen, das wäre im Urlaub doch recht lästig.

    Noch lästiger ein Artikel im Diario El Hierro. Offenbar ist das untersuchte vulkanische Material besorgniserregender als bislang vermutet. Hier die Webadresse:

    http://www.diarioelhierro.es/t26496/pag02.asp?BD=ESPECIAL%20CRISIS%20S%CDSMICA&id_registro=140639&Id=
    26496&BDi=INICIO&nt=p&Md=&rf3=1&rf3=1

    Gruß moni

    AntwortenLöschen
  15. Ist das Absicht das in den Grafiken El Hierro fehlt?

    http://lance-modis.eosdis.nasa.gov/imagery/subsets/?project=&subset=Canary_Islands&date=11%2F02%2F2011

    AntwortenLöschen
  16. Gerade eben kommen beunruhigende Nachrichten von www.diarioelhierro.com. Analysiertes pyroklastisches Material würde auch das Potential für explosive Ausbrüche haben. Dazu wird kritisiert, das solche Analysen nicht schon viel früher erfolgt bzw. veröffentlicht wurden. (Kann auch in Spanien innerhalb von 24 Stunden erfolgen)
    Ich bin mal gespannt, was da dran ist.
    Gruss HPS

    AntwortenLöschen
  17. @ JO
    Das ist mir gestern schon aufgefallen. Kann mir aber nicht vorstellen, dass da Absicht dahinter steckt. Was sollte das bringen? Wahrscheinlich nur ein blöder Zufall.

    Gruß moni

    AntwortenLöschen
  18. Gerade sehe ich in der seismologischen Grafik wieder einen kräftigen Ausschlag, kurz nach halb drei Uhr Ortszeit. Mir fällt auf, dass es sich dabei nicht nur um den gewohnten schmalen Zacken nach oben und unten handelt, sondern es wird ein breiter "Fleck" angezeigt. Wenige Minuten später das gleiche in abgeschwächter Form. Mit meinem Laienverständnis vermute ich, dass das Beben nicht nur ein kurzer Ruck war, es hat wohl länger gewackelt. Deute ich das richtig und was sagt das den erfahrenen Vulkanverstehern? ;-)

    Gruß moni

    AntwortenLöschen
  19. Hi Moni
    Wie komme ich an diese Grafik
    Danke im Vorraus

    AntwortenLöschen
  20. Hier die seite für den tremor.
    http://www.ign.es/ign/head/volcaSenalesAnterioresDia.do?nombreFichero=CHIE_2011-11-02&ver=s&estacion=CHIE&Anio=2011&Mes=11&Dia=02&tipo=1

    AntwortenLöschen
  21. @Martina, gestern schriebst Du: "Allen, die vorhaben hierher zu kommen, kann ich nur nochmals sagen, den Umständen entsprechend sicher."
    Und so zieht es heute aus in der Nähe von La Restinga: http://www.canarias7.com/multimedia/galeria.cfm?id=6829&n=3

    AntwortenLöschen
  22. @ Sissel - du kannst die Distanz erahnen? Und natürlich ist hier ein Vulkan, das streitet niemand ab. Und es ist Hierro. Und ich kann nur jedem raten, Seiten mit mehr fachlicher Information und weniger Spekulation zu lesen, wenn sie/er sich auf eine Reise hierher vorbereitet, auch wenn diese Seiten auf Englisch oder mühsam aus dem Spanischen übersetzt sind.

    Liebe Grüße
    Martina

    AntwortenLöschen

Bitte Kommentare immer mit Ihrem Namen versehen. Danke!