Posts für Suchanfrage Bodenverformung werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage Bodenverformung werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

Montag, 12. Dezember 2011

El Hierro Vulkan - bis jetzt 11930 Erdbeben

NEWS:

Die Warnstufe "Gelb" wurde gestern Abend für alle Kanarischen Inseln ausgerufen. Nicht erschrecken - es ist nicht die Vulkan-, sondern diesmal die Unwetterampel. Für Dienstag werden in den gelb belegten Küstenabschnitten auf allen Inseln hoher Wellengang erwartet. Ein Tiefdruckausläufer aus Nordosten  streift die Kanaren. Wie auf der Eumetsat Satelliten- aufnahme zu erkennen, ist das Regengebiet aus Nordafrika schon weitgehendst südlich der Kanaren vorbei gezogen, bringt aber als Anhang Wind und starken Seegang mit. Die Warnung gilt für Dienstag von 0.00 Uhr bis 20.00 Uhr.  El Hierro ist nun doppelt mit "Gelb" belegt.
In den letzten 24 Std. wurde erstmals kein Beben mit mehr als 1,5 RSk. auf El Hierro registriert. Der erste bebenfreie Tag seit 17.7.11. Insgesamt summieren sich die Erdstöße nun auf 11930.

Bedeutet das nun auch das Ende der vulkanischen Aktivität auf El Hierro?
Das Abklingen oder völlige Ausbleiben von neuen Erdstößen zeigt in Verbindung mit der Tremorgrafik, daß der Magmafluss nun seinen Weg gefunden hat und keine großen Barrieren mehr durchbrechen muß. Der Vulkan stößt weiter Magma aus und lässt den Vulkankegel anwachsen. Dieser Vorgang kann auch ohne Beben über Monate oder gar Jahre andauern. Beispiele dafür gibt es auf der Erde genug. Erst wenn der Tremor vollständig erlischt, kann auch von einem Ende der Vulkanaktivität gesprochen werden. 
Auch am Sonntag sprudelte der Eldiscreto fleißig weiter und färbte die Meeresoberfläche grün-braun. Die Tremorimpulse erfolgten alle im 5 bis 10 min. Abstand mit einer Frequenz zwischen 1 - 14 Hz und meist für eine Dauer von 2 min.
Die Bodenverformung vor allem im Golfobereich ist gleichbleibend. Das lässt darauf schließen, daß zumindest in den oberen Magmakammern genügend Nachschub vorhanden ist.
Wir werden uns also weiter auf Eruptionen und Lavaaustritte am Eldiscreto einstellen müssen. Mit jedem neuen Tag wächst der Vulkankegel weiter in die Höhe und wird vielleicht doch noch das Licht der Welt erblicken und eine neue Insel schaffen.

Montag, 4. November 2013

Vulkan - Was war das ?


So erlebte man gestern gegen 12.37 Uhr die totale Sonnenfinsternis in Westafrika. Von den Kanarischen Inseln (Standort La Palma) war von dem Schauspiel nichts zu sehen. Pünktlich zogen am Morgen dichte Wolken auf und verwehrten jeden Blick zur Himmelsscheibe. Von den Kanaren wäre aber so und so nur eine partielle Sonnenfinsternis (ca. 35%) zu beobachten gewesen. Dafür gab es Regen - kräftigen Regen von 21,6 Liter/m².
Auch gut so - Regen haben wir noch dringender gebraucht. So bleibt der Trost das nächste Mal (totale Sonnenfinsternis statistisch alle 360 Jahre) von unseren Inseln beobachten zu können. Wenn nicht in diesem Leben, dann vielleicht in einem der Nächsten.

War das eine Eruption?

Konzentrieren wir uns wieder auf unser Naturschauspiel vor der Haustüre. Die Durchhänge- Partie ohne große Beben- Aktivität scheint beendet zu sein. Gestern um 13.01 Uhr meldete er sich mit einem ML2,5 Erdstoß aus 11 km Tiefe unter dem Inselmassiv zurück. Insgesamt gab es am Sonntag vier Beben. Wie auch auf der IGN Karte zu erkennen, wandern die Erdstöße vermehrt nun Richtung Süden in den Bereich von El Julan und damit in das Gebiet der alten Eldiscreto Eruption. In der vergangenen Nacht um 0.05 Uhr gar etwas Neues. Ein ML2,3 Beben in ca. 20 km Entfernung südlich des Westzipfel im Atlantik aus 25 km Tiefe (roter Punkt).
Interessant ist auch die Bodenverformung (oben) der letzten Tage. Alle GPS-Stationen melden einen starken Rückgang der Verformungswerte. Der Innendruck hat plötzlich nachgelassen. In Kombination mit dem Aussetzen von Beben, müsste es eigentlich auf eine Entlüftung und damit auf eine Eruption hindeuten.

Es könnte durchaus am vergangenen Donnerstag/Freitag zu einer Unterwasser Eruption gekommen sein.

Ein Ausbruch in 2- 3000 Meter Meerestiefe ist nicht unbedingt an der Meeresoberfläche zu erkennen. Die aufsteigende Gase werden durch die Meeresströmung so stark verdünnt und verwirbelt, dass von Land dieser Vorgang nicht zu beobachten ist.
Es wäre jetzt angebracht aus der Luft mit einem Flugzeug die Meeresoberfläche im südlichen Bereich nach Meeresverfärbungen abzusuchen.
Spuren wären vielleicht zu entdecken.


Einen Vulkan richtig in Szene setzen - das können Hollywood und findige Werbestrategen. Die vermeintlich rot glühende Lava (Foto) sind eine Vielzahl von Blütenblättern. Wenn dann auch noch diese Blütenlava durch die Straßen einer Stadt fließt, wird der Blick des Betrachters erst recht fixiert. Es ist ein Video vom Vulkan Irazu in Costa Rica für eine Sony Flachbild Fernseh Werbung. Doch schaut selbst - zum Video

Mittwoch, 6. August 2014

Erstmals Kontakt mit dem Kometen Tschuris

Rosetta - der Kometenjäger

Das sind die aktuellsten Aufnahmen (Fotos DLR) vom Kometen "Tschuris" (67P/T Churyumov-Gerasimenko) aus ca. 100 km Entfernung. Heute Morgen gegen 11.30 (Uhr MESZ) ist die europäische ESA Sonde "Rosetta" nach einer Flugzeit von über 10 Jahren in die Umlaufbahn um den Kometen eingetreten.
Nach ersten Einschätzungen hat der Komet eine Größe von 5 x 3 km und eine Oberflächen- Temperatur von -70°C. Auch besteht seine Oberfläche nicht wie vermutet aus Eis, sondern aus Gestein und Staub. Zahlreiche Narben und Krater zeugen von einem regen Meteoritenbeschuss oder von Vulkanaktivitäten.

Das will man alles näher untersuchen und schickt Anfang November 2014 dem mitgebrachten Lander "Philae" (Foto links ESA) auf die Kometenoberfläche. Der ungefähr 100 kg schwere ballistische Lander, ist ein High-Tech-Würfel mit einer Kantenlänge von einem Meter und bestückt mit zehn wissenschaftlichen Instrumenten. Seine Hauptaufgabe ist die Vorort Analyse des Kometenmaterials, des wohl ursprünglichsten und ältesten Materials, das es in unserem Sonnensystem gibt.

Der Komet "Tschuris" ist ein relativ kleiner Körper mit wenig Schwerkraft. Der Lander Philae wiegt so auf der Kometenoberfläche nur noch wenige Gramm. Beim Landeanflug könnte er wie ein PingPong abprallen und ins All zurück geschleudert werden. Aus diesem Grund besitzt Philae zwei Harpunen, die beim ersten Oberflächenkontakt in den Kometen- Boden geschossen werden und ihn verankern. 
Es ist das erste Mal in der Menschheitsgeschichte, dass direkt auf einem Kometen gelandet wird. Erstaunlicher ist noch, dass Alles vollautomatisch erfolgen muss. Ein Signal von der Erde zum jetzt ca. 404 Millionen Kilometer entfernten Kometen, braucht selbst bei Lichtgeschwindigkeit eine halbe Stunde.

Es bleibt also spannend, was auf  Tschuris so alles gefunden wird. Wahrscheinlich gibt es Wasser - 
Aber, aus was besteht der Kometenkern? 
Gibt es oder gab es aktive Vulkane?
Wie entsteht bei Sonnenannäherung der Kometenschweif?  
Sind Grundelemente für Leben vorhanden? 
- und noch einiges  mehr.

Viele Fragen - die technischen Geräte zur Untersuchung sind alle an Bord. Ich denke wir werden einige Überraschungen erleben. Ich bleibe am Ball.
Unter unseren Füßen ist es weiter ruhig. Es gibt wohl täglich unter El Hierro mindestens ein schwaches Beben. Auch bleibt die Bodenverformung aufgebläht stehen und ohne große Veränderung. Sonst ist aus vulkanischer Sicht weiter "Ruhepause" angesagt.

Wer sich die über 10 jährige Entwicklung des Kometenjäger Rosetta näher Anschauen möchte, hier das ESA Video:



Mittwoch, 20. März 2013

Vulkan - Beruhigung der Lage

NEWS:
16.02 Uhr - auch heute Nachmittag immer wieder einzelne Beben bis ML2,2 am Westzipfel in 18 km Tiefe.

Genauso schnell wie der Bebenschwall kam, ist er auch wieder verschwunden. Auf der IGN Aufzeichnung (oben) ist die nachlassende Bebentätigkeit seit gestern Nachmittag zu erkennen. Es waren 24 Stunden mit mehr als 240 Beben (Grafik links) - viele Kleinbeben konnten überhaupt nicht gezählt werden. Auf der Insel selbst wurden nur die wenigsten Erdstöße ( ab ML3,0) verspürt. Es darf aber nicht darüber hinweg täuschen, daß im Untergrund doch einiges in Bewegung war und ist. Neue aufsteigende Magma dürfte die Magmahauptkammer weiter aufgefüllt haben. Wie werden in den nächsten Tagen sehen wie sich die Bodenverformung vor allem  am Westzipfel weiter verändert hat. Seit der letzten großen Aktivität im Juni/Juli 2012 verzeichnen wir eine relativ konstante vertikale Verformung von ca. 12 cm. Die heute vorliegenden GPS Messdaten sind nicht aktuell. Ich denke in einer Woche wissen wir dazu mehr.

Auch heute bereits 17 Beben bis ML2,4. Die Lage der Erdstöße liegt an der nördlichen Westspitze (rot) und hat hat sich nicht wie erwartet nach Süden verändert. Die Ausgangstiefe liegt bei 15 bis 17 km. Es war nun ein weiterer Schub der die Spannung im Untergrund sicher weiter verstärkt hat. Von einer Normalität oder gar einem Abklingen der Vulkanaktivität kann im Augenblick sicher nicht gesprochen werden. Es ist nur zu menschlich, daß eine potentielle Gefahr erst dann richtig wahrgenommen wird, wenn die ersten Ziegel vom Dach fallen. Auf einer gestern in La Frontera durchgeführten Informationsveranstaltung der Involcan zur Lage und den Schutz- und Vorsorgemaßnahmen bei einer Vulkaneruption kamen nur ganze 6 Besucher.
 
Es zeigt doch das mangelnde Interesse der Bevölkerung oder die Hoffnung und das Wunschdenken, daß der Kelch bald ohne großen Schaden vorüber zieht. Die Hoffnung bleibt, aber die Naturgewalt hat seine eigenen Regeln - und die kann der Mensch nicht beeinflussen.
 
Einen wirklichen Schutz gegen Vulkane oder Erdbeben gibt es nicht. Aber das Erkennen, Anzeichen deuten und Informationen richtig einordnen und so rechtzeitig für sich die notwendigen Maßnahmen  ergreifen, können hier sicher vermittelt werden.
 
 
Auch heute und am Donnerstagabend finden um 19.00 Uhr im Ayuntamiento La Frontera um 19.00 Uhr Folgeveranstaltungen statt. Also hingehen und informieren.
 
Beobachten wir heute einfach die Entwicklung weiter, ob sich die Lage bestätigt oder doch noch ein neuer Schub erfolgt.

Freitag, 25. Januar 2013

El Hierro Vulkan - Hoffen oder Bangen ?

NEWS:
18.16 Uhr - Heute bereits zwei weitere Erdstöße um 13.56 und 14.32 Uhr mit ML1,8 in 10 km Tiefe unter dem Tanganasoga und ML1,7 an der Golfoküste.


Nun - denn doch noch ein Beben. Auch durch die trügerische Ruhe über mehrere Tage darf man sich nicht täuschen lassen. Gestern gab es wieder ein ML2,3 Beben um 12.32 Uhr in 17 km Tiefe unter dem Tanganasoga. Noch mehrere Kleinbeben wurden aufgezeichnet, die allerdings in der IGN Statistik nicht ausgewertet wurden oder eine andere Ursache hatten. Die GPS Verformungswerte gehen insgesamt leicht zurück. Mit Ausnahme der Stationen HI10 bei Sabinosa im Golfo und HI03 bei Tacaron im Süden. Hier steigt die Bodenverformung weiter an.

Was wir eigentlich schon längst wissen, wurde nun gestern in der Fachzeitschrift Scientific Reports bzw. Natur veröffentlicht. Das Ergebnis der Forschungsarbeiten der Universität von Las Palmas (ULPGC) und des Spanischen Institut für Oceanography (IEO) zum Umfeld der Eldiscreto Eruption 2011. In mehreren Forschungs- und Untersuchungsreihen mit den Schiffen Margalef, Cornide und Saavedra über einen Zeitraum von 6 Monaten wurde eine extreme Versauerung und Überdüngung des südlichen Meer um El Hierro festgestellt.
Von der Unterwasser Eruption wurden die physikalisch-chemische Eigenschaft des Wassers schwer beeinträchtigt. Durch die magmatische Emission wurde der Kalziumkarbonat-Gehalt beeinflusst. Dies hatte eine starke Abnahme der Ph-Werte zur Folge - das Meereswasser wurde "Sauer". Dadurch sank der Sauerstoffgehalt und löste das umfangreiche Fischsterben aus. Die Flora und Fauna wurde stark geschädigt.

Wie das aber in der Natur so oft ist, wurden durch die Überdüngung neue Nahrungsgrundlagen geschaffen. Dies lockt neue Lebensarten an und sorgt über kurz oder lang für eine Regeneration der Unterwasserwelt. Vorgänge die sich über die Jahrmillionen schon oft erfolgreich wiederholt haben.
Auch die in der letzten Woche plötzlich auftretende grüne Meeresverfärbung muß in diesem Zusammenhang gesehen werden.

Interessant ist eine Äußerung des El Hierro Inselpräsidenten Alpidio Armas anlässlich einer Pressekonferenz mit Binter Canarias.
Trotz der ganzen Angst und den Erschwernissen um die Eldiscreto Vulkaneruption habe die Insel heute nichts Vorzeigbares aufzuweisen. Der Vulkankegel liege unter der Meeresoberfläche und sei noch Sperrgebiet. Nicht einmal Taucher hätten so die Chance den Vulkan zu begutachten. Wäre der Ausbruch an Land erfolgt, würden heute die Touristen in Massen herbeistürmen.
Die nach seiner Meinung übertriebene Warnstufe "Rot" hätte die Gäste nur abgeschreckt und das wirtschaftliche Desaster verursacht (Quelle Diario de Avisos).

Dem ersten Teil seiner Aussage kann man zustimmen. Andere Insel haben gezeigt, daß ein vorzeigbarer Vulkan durchaus Gäste anlockt. Bestes Beispiel ist der Touristenmagnet, die Vulkane San Antonio und Teneguia, hier auf La Palma. Tausende von Touristen besuchen und erwandern jährlich diese Vulkane. Man hat etwas daraus gemacht und nicht nur gejammert.

Was die Warnstufe betrifft, war sie durchaus berechtigt - ja sogar notwendig. Ende 2011 wußte keiner, nicht einmal der klügste Wissenschaftler, ob oder wo ein Vulkanausbruch erfolgt. Alle Anzeichen  standen auf "Sturm". Die Entscheidung des Krisenstab "Pevolca" war richtig. Obwohl ich nicht immer alle Entscheidungen logisch nach vollziehen konnte.

Es ist die Pflicht der Behörden und auch des Präsidenten die Inselbevölkerung zu schützen und nicht durch Verharmlosung noch zusätzliche Touristen anzulocken. Die Sicherheit der Menschen geht vor wirtschaftlichen Interessen.
Es hätte auch anders kommen können. Die Folgen und der wirtschaftliche Schaden wären weitaus größer.
Glück im Unglück - aber die Vulkanaktivität ist noch nicht abgeschlossen. Vielleicht gibt es noch einen "Vorzeigevulkan" - draußen im Meer. Das könnte ich mir durchaus vorstellen.

Fakt ist: El Hierro wurde über die Grenzen hinaus bekannter, als "jüngste Vulkaninsel" der Kanaren. Die bisher schlummernden und für viele unbekannten Naturschönheiten des Archipel locken das Interesse und die Bereitschaft die Insel zu besuchen. Das wird sich in Zukunft wirtschaftlich auswirken.
Auch wenn in der Vergangenheit nicht alle mein Interesse und meine Botschaft verstanden haben , so gilt es jetzt gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Wirtschaftslage

Weitaus bedrohender und für einen stolzen Spanier als große Demütigung empfunden, ist der Niedergang der spanischen Wirtschaft. Die Arbeitslosenzahlen sind auf einen neuen Rekordwert geklettert.

Wie das Nationale Statistik Institut (INE) ermittelte beträgt die Arbeitslosenquote für Spanien jetzt 26%.
Vor allem die Jugend bis 25 Jahre ist betroffen. Hier liegt die Quote gar bei 55,1 Prozent.

Auf den Kanaren sieht es noch trüber aus. Die Gesamtarbeitslosigkeit beträgt nach den jüngsten Zahlen der kanarischen Istac vom Dezember 2012 - 32,96 %.

Wo soll das hinführen?
Es ist kein Licht am Horizont erkennbar. Kein Konzept das einen Ausweg aufzeigt. Die Madrider Regierung ist auf Sparen bedacht, um nicht noch weiter unter die Knute der EU Bürokratie zu geraden.
Die Verschwendungssucht der Vergangenheit rächt sich nun bitterlich. Das Land befindet sich in einer Art Schockstarre und Lethargie und hofft auf ein Wunder. Dieses Wunder wird aber wahrscheinlich nicht kommen.

Nur die Eigeninitiative dürfte zu einer Linderung verhelfen. Etwas Optimismus und das Verändern des eigenen Umfeldes. Jetzt anpacken und versuchen etwas selbst auf die Beine zu stellen, könnte vielleicht helfen.
So möchte ich abschließend die Stimmung und Lage hier zu Lande beschreiben.

Dienstag, 22. April 2014

Osterbilanz - Flugzeugwrack gefunden

NEWS:

Auch das ist El Hierro. Der Kontrast von saftigen und dicht bewaldeten Bereichen und die karge und von alten Vulkankegel übersäte Lavawüste im Süden (Foto: Jörg Gröger danke) und im Südwesten der Insel.
Erfreulich war die Osterbilanz im Tourismus. 75 % Belegung meldet die Wirtschaftsgesellschaft Ashotel für El Hierro und La Palma. Die Auslastung für La Gomera gar bei 90 % und Teneriffa bei 95 %. Auch der Der Präsident des Bundesverbandes der Arbeitgeber in Hotellerie und Tourismus (FEHT), Fernando Fraile, ist mit der Osterbelegung mehr als zufrieden. Auch wenn über die Feiertage die Flugpreise hoch sind, haben mehr Gäste als im Vorjahr auch die kleineren Westinseln besucht.

El Hierro, La Gomera und La Palma haben doch einiges mehr an unberührter Natur und Ruhe zu bieten, als die überlaufenen größeren Ostinseln. Jeder der schon einmal seinen Urlaub hier verbracht hat, weis diese Vorzüge, die Herzlichkeit der Menschen und die einzigartige Atmosphäre zu schätzen. Der Urlauber ist nicht nur zahlender Kunde, sondern ein gern gesehener Gast und das ist nachhaltig zu spüren und bleibt in Erinnerung.
Immer wieder kehrende Stammgäste sind das Ergebnis. Bei einem Massenansturm wäre dieses besondere Flair schnell verloren. Deswegen begnügen wir uns mit weniger Gästen, die dafür um so intensiver betreut und umsorgt werden können.
Auch die Kreuzfahrt-Saison geht nun langsam zu Ende. Die AIDA`s, TUI Mein Schiff und Co. befahren über die Sommermonate das Mittelmeer und die nördlichen Meeresgebiete.

Auch wenn ich schon 18 Jahre hier lebe, freue ich mich alle Jahre wieder auf den ruhigen Monat Mai. Kaum Touristen, dafür überall frisches Grün, blühende Landschaften und meine Urlaubszeit. Nicht in die Ferne - sondern hier auf La Palma.
Wandern, Barrancos und Vulkankegel erklimmen, die Natur genießen und neues Entdecken (gibt es auch noch für mich) - oder einen Abstecher auf eine Nachbarinsel.


Auch die vulkanische Aktivität unter El Hierro ist weiter in der Ruhephase. Gestern nur zwei schwache Beben bis ML1,4 aus 11 bis 13 km Tiefe unter dem Inselmassiv (siehe IGN Karte). Eine trügerische Ruhe. Jederzeit - und dafür sprechen die GPS Daten der Bodenverformung - kann es mit der Ruhe wieder vorbei sein. Anders als die überirdische Natur, kennt die vulkanische Naturgewalt keine Jahreszeit. Hier ticken die Uhren etwas anders, ohne Rhythmus oder mit einem Schema, das wir aber noch nicht genau durchschaut haben.



Hubschrauber-Wrack im Atlantik gefunden

Die Überreste des vor einem Monat südlich von Fuerteventura abgestürzten SAR Puma Helikopter mit vier Besatzungsmitgliedern wurde gefunden. Das Wrack liegt im Atlantik in 2362 Meter Tiefe etwa 55 Kilometer südwestlich der Insel Fuerteventura.
Ein ROV (Unterwasserroboter) hat es entdeckt und Aufnahmen auch mit den vier toten Soldaten an das Suchschiff gesendet. Ob es der ROV der Ángeles Alvariño des Instituto Español de Oceanografía (IEO) oder der Roboter des Bergungsschiff der US amerikanischen Firma Phoenix International Holdings war, wurde vom Militär nicht mitgeteilt.
Nun will man versuchen, die Überreste aus dieser großen Tiefe zu bergen. Dies wird keine leichte Aufgabe sein.

In eigener Sache:

Ich schreibe Bücher - ich schreibe gerne Bücher rund um mein Leben. Nicht nur Reise- oder Vulkanliteratur, sondern auch über den Selbstbau meines Kachelofen.

Vor 6 Jahren ist dazu eine einfache Bauanleitung erschienen, die ich in viele Länder von Australien, Südafrika, Israel bis Island und natürlich auch in die deutschsprachigen Länder versandt habe. Oft wurde nach dieser Bauanleitung inzwischen mein Kachelofen erfolgreich nachgebaut.

Es wurde nun Zeit, dass ich die Bauanleitung überarbeitet in Buchform erscheinen lasse. Seit einigen Tagen kann nun das Buch "Kachelofen Selbstbau" im Handel und bei den Versandhändlern - wie Amazon - bezogen werden. Alles weitere dazu hier.


Donnerstag, 9. Februar 2012

El Hierro Vulkan - und die Party geht weiter

NEWS:
"Klar, die Party geht weiter" - das sind nicht meine Worte, sondern die Aussage des Wissenschaftlers Ramon Ortiz von der CSIC (Consejo Superior de Investigaciones) in einem Interview mit der Zeitung Lavanguardia. Er glaubt nicht an die Theorie der IGN von einer tektonischen Nachjustierung, sondern ist von einem Prozess der vulkanischen Wiedergeburt überzeugt und sieht alle Aktivitäten in einem großen globalen Zusammenhang der sich nicht nur unter den Kanaren, sondern über den gesamten Atlantik erstreckt.  Die CSIC Darstellung (links) soll das örtliche Geschehen im Süden von El Hierro verdeutlichen.
Ganz so global wollen wir nicht ausschweifen und kommen daher zu unserem Eldiscreto zurück. Lebhaft, quirlig und agil - ganz so wie wir es gewohnt sind auch heute Morgen. Der Tremor ist fast eingeschlafen, aber auch gestern 6 neue Erdstöße. Ein Beben davon um 15.35 Uhr mit 2,2 RSk. in 12 km Tiefe. Das Forschungsschiff "Ramon Margaleff" kreuzt seit zwei Tagen um die Eruptionsstelle. Im Laufe der Woche werden wir hoffentlich die neuesten Messergebnisse noch erfahren. Ich kann mir gut vorstellen, daß unser Eldiscreto in den letzten 2 bis 3 Wochen um die 30 m in die Höhe gewachsen ist und nun nur noch ca. 100 m unter der Meeresoberfläche liegt.
Mit einem Sprung hat sich die kumulierte Energie- bilanz in den letzten Tagen in die Höhe gepuscht. Die Kurve zeigt den Zeitraum vom 1.1. bis 9.2.2012. Durch die vermehrten und auch stärkeren Beben hat sich doch so einiges ange- sammelt. Die GPS Daten, also die Daten die die Bodenverformung anzeigen, sind weiter stabil oder anderst ausgedrückt auf hohem Niveau. Zur Zeit finden Neujustierungen statt. Das Ergebnis bleibt abzuwarten. Viele dieser GPS Geräte gehören einer japanischen Universität die die Messergebnisse lieber für eigene wissenschaftliche Publikationen und nicht für die Katastrophenvorhersage einsetzen möchte. Im Hindergrund gären unter der Wissenschaft daher schon seit geraumer Zeit gewisse Diskrepanzen.


Solidarität an allen Orten. So wird auch auf La Palma fleißig für den kleinen Bruder El Hierro gesammelt. Selbst die Supermarktkette "SPAR", die auf La Palma allein mit 28 Geschäften vertreten ist, gibt kleine Kärtchen (sog. Tarjetas) mit einem Gemälde des noch nicht erschienen Eldiscreto heraus. Der Verkaufspreis fließt in den El Hierro Krisenfond. Auch der Stadtrat von Mazo, einem Ort auf der Ostseite von La Palma, spendet 50 % seiner Dezember 2011 Aufwandsentschädigung nach El Hierro.
Was allerdings nicht funktioniert ist der Verkauf des Vulkan-Kalender 2012. Trotz vieler Nachfragen gibt es auf meinem La Palma weder im Handel oder bei öffentlichen Stellen diesen Kalender käuflich zu erwerben. Ich bin überzeugt, daß viele Geschäfte dieses Schmuckstück uneigennützig anbieten würden, wären nur die logistischen Möglichkeiten geschaffen worden.
  
Ganz anderst sieht es mit den "Restingolitas", den ersten ausgestoßenen Lavabröckchen mit dem weißen Kern aus. Auf  Ebay.es werden sie zwischen 10.- € und 50.- € angeboten. Ein Klick links und Sie können mitbieten.

Dienstag, 28. Januar 2014

Warum läuft das regenerative Energieprojekt nocht nicht ?

NEWS:
Mittwoch, den 29.01.14 - ein leichter ML0,9 Seufzer um 13.26 Uhr aus 11 km Tiefe unter dem Inselmassiv. Morgen wird starke Meeresbrandung erwartet - die Seismografen werden darauf mit Ausschlägen reagieren.


Mit dem alternativen Energieprojekt "Gorona" von El Hierro hatte ich mich schon mehrfach beschäftigt. Seit Herbst 2013 sind die Baumaßnahmen abgeschlossen und es könnte nun eigentlich in den Probebetrieb gehen. In der Tat steht es aber still (siehe Leserbrief von gestern). Nach den ursprünglichen Planungen sollte es bereits seit 2011 "grünen Strom" produzieren. Ich hatte in den vergangenen Jahren mehrmals die Gelegenheit vor Ort, mich etwas tiefer mit der Technik zu beschäftigen und auch Einblick in den Baufortschritt zu werfen ( siehe Natur und regenerative Energie und die Folgebeiträge).

Auch ein längeres Gespräch mit dem Kopf und "Vater" dieses Projektes, dem damaligen Vizepräsidenten von El Hierro - Javier Morales - der als Visionär und Initiator diese Idee auf El Hierro erst möglich machte, überzeugte auch mich von der einmaligen Chance, zu 100% die Insel mit sauberer Energie zu versorgen (...der Visionär).
Die Technik selbst ist nicht neu - aber die Koppelung von Wind- und Wasserkraft soll und das ist bisher einmalig, eine ganze Insel mit Strom versorgen.

.. und warum läuft nun die Anlage noch nicht ?

Es sind die Wirren und nur schwer zu durchschauenden Interessenlagen des politischen Alltags.

Der frühere Sozialist und Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero ermöglichte private Investitionen in die Strom- und Energieversorgung. Großzügige Subventionen sollten langfristig planbar einen Anreiz schaffen in Wind-, Wasser- oder Sonnenenergie zu investieren. Das wurde auch vieler Orts - auch auf El Hierro - gemacht. Beim Gerona-Projekt waren es wohl kaum private Anleger, sondern meist Finanzmittel von öffentlichen Töpfen aus Brüssel und Madrid. Hohe Subventionen für jedes eingespeiste KW/h waren der Köder.

Mit dem Regierungswechsel zu einer konservativen Regierung (PP) im Dezember 2011 änderten sich aber diese Prioritäten.

Erst wurde die Förderung auf 25 Jahre begrenzt, dann wurden die subventionierten Kilowattstunden beschränkt und zusätzlich im letzten Jahr noch eine Ökosteuer auf den eingespeisten Strom erhoben.
Sicher war die gutgemeinte Subvention für alternative Energie zu hoch und auf Dauer auch zu kostspielig.

Ein fast bankrottes Land wie Spanien konnte das nicht weiter verkraften. Bezahlt hat diese Kosten im Endeffekt sowieso der Endverbraucher über seine Stromrechnung. Der Strompreis stieg auf den Kanaren in den letzten 5 Jahren um über 60% an.

Durch das Gorona Projekt auf El Hierro und den selbsterzeugten Strom hätte sich für die Insel selbst nichts am Strompreis von heute rund 0,14 € pro KW/h geändert. Der Strompreis wird zentral aus Madrid, unabhängig wie viel Ökostrom vor Ort selbst eingespeist wird, festgelegt.
Es bleibt aber das schöne Gefühl, selbsterzeugten sauberen Strom zu verbrauchen.

Anders sieht es aber für den Eigner der Anlage, das Cabildo von El Hierro aus. Die Insel ist für die Wartung und Instandhaltung ihrer Anlage selbst verantwortlich. Über die Einspeisevergütung soll der Unterhalt finanziert werden. Bleibt davon noch etwas übrig, könnte das über eine Senkung des Wasserpreises zum Beispiel auch an die Anwohner weiter gegeben werden. So könnten dann Alle von dem Projekt doch noch profitieren.
So auch der Gedanke und Wunsch von Alpidio Armas, dem Inselpräsidenten.

Wäre da nicht schon wieder Minister Soria aus Madrid (Konservative Partei). Er entscheidet wie das alternative Energieprojekt von El Hierro in das nationale Tarifsystem für Energieerzeuger eingestuft wird. Hier gibt es gute und schlechte Varianten und letztendlich entscheidend wie der Gewinn oder auch Verlust ausfällt. Auch hegt der Minister Gedanken die komplette alternative Stromerzeugung in eine Hand unter Madrider Kontrolle zu stellen. Das käme dann fast einer Enteignung gleich.

... und dieser Prozess läuft. Javier Morales der Initiator wurde Senator im Gesamtkanarischen Parlament (er hatte nicht das richtige Parteibuch) und die jetzige Inselregierung von El Hierro unter dem Sozialisten Alpidio Armas nicht den richtigen Draht ins konservative Madrid.

So möchte ich kurz und hoffentlich verständlich die derzeitige Situation darstellen.
Bleibt also abzuwarten - vielleicht den Kopf zu schütteln und sich zu ärgern - über das Unvermögen und dieses politische Geplänkel.
Schade für die Umwelt und Schade für El Hierro.

Fast schon berechenbarer geht es mit den vulkanischen Aktivitäten unter El Hierro zu. Auch wenn die Natur unsere mathematischen Regeln nicht einhält oder besser wir die natürlichen Abläufe noch nicht ganz kapiert haben, bleibt die Bodenverformung im Südteil der Insel bestehen. Links die GPS- Referenzpunkte HI 08/09/10) von El Pinar und La Restinga. Auch wenn es tägliche Schwankungen gibt, haben wir im Durschnitt seit Mitte Dezember 2013 eine vertikale Verwerfung von 60 mm (von -20 auf +40). Der Innendruck bleibt also vorhanden und kann sich nicht abbauen. Seit 27.12.13 bis heute sind weitere Beben fast ganz ausgeblieben.
Nur Stillstand - aber keine Entwarnung.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Vulkan Eldiscreto macht Schlagzeilen

Neue Erdölquelle am Eldiscreto gefunden ?


Erdöllache am Eldiscreto vor der Südspitze von EL Hierro. Mehrere tausend Liter Erdöl sprudeln aus der Eruptionsstelle des 2011 ausgebrochenen Unterwasservulkan. Große Meldung in der Universario Canario. Geschmückt mit dem Foto des Kanarenpräsident Paulino Rivero und seiner Aussage: "Jetzt könnte der Spritpreis für die Kanaren bald auf 35 Cent pro Liter fallen".

Spätestens jetzt klingt die Geschichte unglaubwürdig. Es war ein Scherz zum 28. Dezember. Was in Deutschland der 1. April ist, gibt es hier zum 28. Dezember. "Santos Inocentes" - die Heilige Unschuldige - erlaubt jedem einen Streich zu spielen. Der Tag der unschuldigen Kinder geht zurück auf König Herodes, der die Tötung aller unter 2-jährigen Kinder befahl.
Dieser 28. Dezember wird nicht nur in Spanien, sondern auch in Lateinamerika für einen "Aprilscherz" genutzt. Tag der unschuldigen Leben in der spanischsprachigen Welt könnte auch auf die oft brutale Inquisitation durch die Spanier zurück gehen. Vielleicht als Racheakt oder als Persiflage entstanden. Genau lässt sich dieser Brauch und das Datum jedoch nicht erklären.

Vulkan Eldiscreto ruht sich aus.


Tatsächlich bleibt es unter El Hierro weiter ruhig. Kein Erdöl und auch nur schwache Erdbeben. Den stärksten Erdstoß am 23. Dezember 2014 mit ML2,4 aus 13 km Tiefe südlich des Tanganasoga. Die leichten nicht spürbaren Beben halten aber weiter an. Die IGN Grafik links zeigt die vergangenen 15 Tage. Anders als bei der Teneguia Eruption 1971 auf La Palma, wo nach 2 Monaten totale Ruhe herrschte, brodelt es unter El Hierro weiter. Fast regelmässig, mit mehreren Tagen Abstand, meldet sich der Vulkan.

Auch bei der Bodenverformung gibt es keine Entspannung. Seit März 2014 bleibt nach den GPS-Messungen auch die vertikale Aufwölbung -der Innendruck- fast konstant auf hohem Niveau. Von einer Entspannung oder gar dem Ende der Vulkanaktivität darf also noch nicht ausgegangen werden. Es ist im Moment eine lange Ruhepause. Seit März 2014 bis heute kam es zu keinen nennenswerten Aktivitäten. Wie lange diese Pause andauert, wissen nur die Götter. Aus der vergangenen nun über 3-jährigen Eldiscreto Entwicklung wissen wir aber, dass recht schnell dieses "Nickerchen" beendet sein kann.

Die Vulkanologen melden sich zu Wort


Es ist für mich immer wieder erstaunlich wie berufsmäßige Vulkanologen von einer zweiten Eruption im Juni 2012 auf der Westseite von El Hierro in Fachpublikationen berichten. Von der eigentlich zuständigen IGN völlig unbemerkt will Involcan überraschend, wie jetzt im November 2014 in der Springer Bulletin of Volcanology veröffentlicht, mehrere weitere Eruptionspunkte nach umfangreichen Auswertungen zweifelsfrei erkannt haben.

Am 28. Juni 2012 hat das Forschungsschiff  "Hesperides" auf akustischen Unterwasser-  Aufzeichnungen Unregelmäßigkeiten im Westteil der Insel festgestellt. Es waren unentdeckte Eruptionen in Küstennähe, die Auswürfe bis 48 m unter die Meeresoberfläche anhäuften. Das Ganze ereignete sich vor dem alten Vulkan Negro.
Bereits am 25. Juli 2012 beobachtet und berichtete ich mit Fotos unter " ... neuer Gasaustritt" hier zum Nachlesen, von einer weiteren Eruption. Die Konzentration und die flache Tiefe der Beben ließen auch für einen Hobby-Vulkanologen nur den Schluss zu, dass es zu einer weiteren Eruption gekommen sein muss. Erst 8 Monate später bestätigte Involcan pressewirksam dieses Ereignis und jetzt im November 2014 in einem Fachjournal mit eindeutigen Beweisen. Das Instituto Geografico National (IGN) verliert dazu keine Worte. Zunächst wurde die weitere Eruption sogar bestritten.

Es mag in der Fachwelt alles etwas länger dauern bis gewissenhaft "Recherchiert" worden ist. Lohn und Anerkennung gibt es aber erst mit der Veröffentlichung in einem Fachjournal. Solange - und das mag ich nicht akzeptieren - bleiben Auskünfte und Beweise unter Verschluss.
Verlage entscheiden, wann die Öffentlichkeit über wissenschaftliche Neuigkeiten informiert wird. Wissenschaftler in öffentlicher Funktion und aus Steuergeldern finanziert, dürften ihre Entdeckungen nicht so lange verbergen.
Zudem verlangt der Verlag für ein vollständiges Manuskript ein hohes Honorar. Das passt nicht mehr in die heutige Zeit. Es wird Zeit dieses Machtmonopol zu brechen und eine andere Art der "Würdigung" zu finden.

Durch diese in allen wissenschaftlichen Fachbereichen übliche Praxis, wurde sicher auch Involcan gehindert, gleich nach "ihrer Entdeckung" Details preiszugeben.

Donnerstag, 9. August 2012

El Hierro Vulkan - Bodenverformung auf hohem Niveau

News:
12.14 Uhr - Beben um 7.11 Uhr von ML1,8 in 14 km Tiefe genau unter der alten Eldiscreto Eruptionsstelle.
Seit den gestrigen Beben erfolgten keine neuen Erdstöße. Auffällig war ja gestern das ML2,4 Beben in nur 3 km Tiefe. Nachdem keine weiteren Aktivitäten in dieser geringen Tiefe erfolgten, kann man davon ausgehen, daß eine Verwerfung oder ein Riss in der obersten Erdkruste das aufgezeichnete Beben auslöste. Durch die Aufwölbung der Inseloberfläche entstehen auf der äußersten Erdhaut extreme Spannungen, die dann irgendwann reissen. Die Verformung der Insel verharrt auf hohem Niveau. Hier links die jüngsten Messergebnisse einiger Stationen. Zu Beachten ist der rechts liegende blaue Punkt. Nach einem leichten auf und ab sind alle Werte wieder etwas angestiegen. Als anschauliches Beispiel dient vielleicht eine dünne Holzleiste die man an den äußeren Enden nach unten biegt. Durch ein Knirschen in der Mitte der Leiste  kündigt sich ein Brechen an. Das war unser Beben von gestern. Ein Magmaaufstieg hätte sich durch Erdstöße in tieferen Regionen angekündigt. Auch wäre ein Tremor (konstante Zitterbewegung) vom Seismographen registriert worden.

Auch auf El Hierro steigen die Preise von landwirtschaftlichen Produkten. Die Inflation macht auch nicht vor Gemüse halt. Als Beispiel dient der Porree oder Lauch. Der Landwirt erhält 0,18 Euro/Kilo, während der Verbraucher im Supermarkt dafür 3,21 Euro/Kilo zahlt (Zahlen von Diario El Hierro). Das ist zwar ein extremes Beispiel, aber der Zwischenhandel und Supermarkt verdient hier kräftig mit. Die Selbstvermarktung wäre eine Alternative. Wie der immer am Sonntag in La Frontera stattfindende Bauermarkt (9.00 - ca. 13.00 Uhr). Nur lässt sich für den Bauer nicht sein erntereifes gesamtes Porreefeld an einem oder zwei Sonntagen hier verkaufen. Er ist auf eine großflächige Vermarktung und damit auf den Zwischenhandel angewiesen.
Auf dem Mercadillo La Frontera werden nicht nur Gemüse sondern auch Honig, Marmelade, Wein oder Käse angeboten. Auch der Tierschutz El Juaclo - Amigos de los Animales hat hier seinen Secondhand Bücherstand. Susie (stehend) sammelt mit anderen freiwilligen Helfern so einige Euro für die Tiere. Susie war es übrigens die viele Leser mit dem Eldiscreto Vulkan Kalender versorgt hatte. Ein Besuch des Mercadillo lohnt sich allemal, trotz neuer Betonfassade die doch etwas vom ursprünglichen Flair vermauert hat.

Neues gibt es auch auf dieser Seite. Wie Sie gesehen haben, bin ich im Moment etwas am umbauen. Nach jetzt fast einem Jahr (25. August 2011) soll der nur für einige Wochen provisorisch geplante Blog etwas professioneller Aussehen und einige Daten leichter abrufbar machen. Ich stelle mich also auf weitere Monate/Jahr ein. Denn Zeitplan bestimmt allein der Eldiscreto. Wenn Sie dazu Ideen oder Vorschläge haben, schicken Sie mir eine Mail. Ich versuche dann das irgendwie einzubauen.
Etwas Werbung muß auch sein, um die Fixkosten überhaupt im Rahmen zu halten.

Montag, 26. Dezember 2011

El Hierro Vulkan - streiken die Messgeräte oder erlischt der Eldiscreto?

NEWS:
Der Weihnachtssonntag war ein guter Tag für El Hierro. Kein neues Erdbeben und der Tremor kam nach dem Seismographen der IGN gegen 22.08 Uhr völlig zum Erlöschen. Steigt etwa kein weiteres Magma mehr auf zur Eruptionsstelle im Süden?
Auch heute Morgen keine Anzeichen eines Tremors auf dem Messgerät. Eigentlich ein untrügliches Zeichen für das Ende der Vulkanaktivität unseres Eldiscreto.

Schön - wären da nicht so einige Anzeichen die darauf hin weisen, daß uns das Messgerät in die Irre führt. Unter allen Kanarischen Inseln gibt es ständig magmatische Bewegungen die ein leichtes Linienband auf dem Seismographen wieder spiegeln.
Auch ein Blick durch die Webcam zeigt weiter aufsteigendes magmatisches Material an der Küste vor La Restinga. Bleibt also nur zu vermuten, daß das Messgerät seinen Dienst quittiert hat oder es schlicht nur versäumt wurde rechtzeitig die Akkus auszuwechseln. Das Rätsel wird sich sicher aber heute noch auflösen. Nach Angaben des Krisenstabes bleibt die Bodenverformung im Golfo weiter über Normalniveau, aber stabil und ohne große positive oder negative Veränderungen.


Hier noch einige Stilblüten der letzten Tage aus der deutschen Pressewelt, die mir aufgefallen sind :

Das Unterwassermonster macht schlapp - Beinahe wöchentlich nahm seine Aktivität zu. Doch nun wird es stiller um das hitzige Monster. Beruhigt sich der Vulkan? "Das Monster steigt aus dem Wasser", titelte die spanische Zeitung "La Provincia". So wurde das in der Nähe liegende Küstendorf La Restinga Anfang Oktober bereits evakuiert. Zu groß schien die Gefahr, dass bald Lavaflüsse entstünden und Steine vom Himmel hagelten. - aus Spiegel Online

El Hierro: Zwei Erdbeben, 1.700 Liter Olivenöl und zwei Tonnen Leckereien - aus SAZ aktuell

Donnerstag, 20. September 2012

El Hierro Vulkan - weitere Bodenverformung

NEWS:

Die Beben ebben ab, sind aber immer noch vorhanden. Gestern 9 Erdstöße (Avcan Karte), davon ein ML1,8 Beben um 21.29 Uhr in 21 km Tiefe an der Golfo Westspitze. Heute Morgen bereits wieder 4 Beben bis ML1,6.
Auch gibt es Berichte über Verformungen von Türen und Fenstern die sich nicht mehr schließen lassen und der Geruch nach faulen Eiern im Golfotal. Keine Vermutung, sondern Augenzeugenberichte aktuell Nachzulesen bei Avcan.



 
Trotz der rückläufigen Beben verformt sich die Insel weiter in die Höhe. Nach den neuesten GPS Messwerten der Universität Nagoya in Zusammenarbeit mit Involcan (Instituto Volcanologico de Canarias) hat die Verformung seit 13. September 2012 in La Restinga um 4,81 cm in der Höhe zugenommen. Dabei hat sich die Insel auch horizontal nach Südosten um weitere 1,34 cm bewegt. Insgesamt liegt jetzt die vertikale Beule bei rund 10 cm über dem Normalwert. Für El Hierro ein einmaliger Wert - weltweit wurden jedoch schon Verformungen von bis zu mehreren Metern gemessen. Auch das sind Fakten und Nachzulesen bei Involcan. Über die Gründe und vermuteten Ursachen hatte ich mich bereits in den vergangenen Tagen ausgelassen.
Hierro - Insel der Angst. Kein "unterschwelliger" Kommentar sondern der Titel des gestern Abend bei 3sat ausgestrahlten Spielfilm. Kein Werbefilm über diese schöne Insel. Ein Psychothriller der teilweise im Golfotal und Verodal gedreht wurde. Gruselige Nacht- und schönere Nacktaufnahmen, in Banenplantagen und auf einem in El Hierro so nicht vorhandenen Campingplatz gedreht. Er hätte auch sonst irgendwo anders auf der Welt entstehen können. Leider trägt er aber den Namen "Hierro" und wurde zudem noch finanziell unterstützt. Diesen Film muß man nicht gesehen haben.
 
Daß die Nerven auf der Insel "blank" liegen, kann man verstehen. Das weiß ich und akzeptiere auch so manche Überempfindlichkeit. Aber auch hier gibt es Grenzen. Jeder Leser und Besucher kann selbst entscheiden wie er die Daten und Fakten und auch meine "unterschwelligen" - so wurde es bezeichnet, Schlussfolgerungen einzustufen hat. Wenn er entscheidet seinen Besuch jetzt zu verschieben oder abzusagen hat er sicher seine Gründe.
Ich trage nur die Infos zusammen, ordne sie und stufe sie nach meinem logischen Sachverstand ein.
 
Wenn ich vor "Steinschlaggefahr" bei einem starken Beben im Golfotal warne, habe ich meine Gründe. Ich kenne bestens die Steilwände und die Lage vor Ort und die davon ausgehenden Gefahren. Alles andere ist Schönfärberei und Verharmlosung der Situation.
 
Nicht mehr und nicht weniger - das sehe ich als meine Aufgabe - und dies wird geschätzt. Nicht umsonst besuchen im Moment 6 - 7.000 Besucher täglich diesen Blog - und die Gesamt - Seitenaufrufe der letzten 13 Monaten sind rechts oben abzulesen.
Auch sehr viele Mails die mich täglich erreichen, bestärken mich darin.
 
Ich lasse auch nicht zu, daß pauschal die Leser als Voyeure, Panikmacher, Sensationgierige oder Verschwörungstheoretiker abgestempelt werden. Es ist ein menschliches Grundbedürfnis etwas "Neugierig" zu sein und auch über den Tellerrand hinaus die Geschehnisse in der Welt zu beäugen. Die neuen Medien wie das Internet machen es möglich.
Auch bitte ich nicht zu vergessen, daß neben dem Vulkan schon viele andere Themen wie das "Alternative Energieprojekt Gorona" ausführlich vorgestellt wurden - um das nur am Rande anzumerken
Es besteht kein Zwang diesen Blog zu besuchen. Es gibt noch andere  - auch staatliche Informationsquellen mit weniger "unterschwelligen" Infos. Jeder kann als mündiger Bürger selbst entscheiden was er liest und wie er Infos für sich selbst wertet.
Damit ist dieses Thema für mich erledigt.
 
Zum Schluss noch etwas zum "Aufregen" und "Schmunzeln".
Ein Artikel aus der Frankfurter Zeitung: "Todeszone vor der Kanareninsel El Hierro" und ein Beitrag in El Hierro Urlaub: "Ein Unterwasservulkan hält El Hierro auf Trapp"

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Beben und menschliche Ignoranz

NEWS:

Links sehen wir die IGN-Bebenbilanz der vergangenen Tage. Nach dem Höhepunkt am 30.September mit 32 Beben, flacht nun die Kurve - gestern 20, heute bisher 4 Beben - wieder ab. Es sind die schon oft beobachteten Intervalle mit einer Vielzahl von meist schwachen Erdstößen.
Beginn dieser Bebenserien ist meist ein etwas stärkeres Beben - hier der ML2,7 Erdstoß am 30.9. - der in Folge einen Bebenschwarm auslöst. Die Beben kommen dabei fast alle von nur einem Punkt. Der Ausgangspunkt bleibt also stabil. Wie hier jetzt unter dem Bergmassiv Tanganasoga/Malpaso. Dies wurde schon häufig beobachtet. Ob um Sabinosa im Golfo, im Süden bei La Restinga, am El Julan oder wie im vergangenen März 15 Kilometer vor dem Westzipfel.

Es scheint sich um isolierte Magmaherde zu handeln, die unabhängig von einander nach oben streben. Vergleichbar vielleicht mit einer in die Höhe gehaltenen Hand, bei der jeder Finger ein eigenes kleines Zentrum darstellt.
Gespeist werden diese Finger über den Arm, der wie eine Wurzel für Magmanachschub aus den tieferen Erdschichten sorgt. Jeder Finger versucht nun eigenständig Boden gut zumachen, Gestein aufzuschmelzen und seinen Vortrieb Richtung Erdoberfläche voran zu treiben.

Der Innendruck bleibt dabei stabil, da die Hand mit ihren Fingern insgesamt ein geschlossenes System darstellt. Erst wenn  an einem Finger eine Entlüftung (Eruption) stattfindet, bricht der Überdruck zusammen.

Die GPS Messgrafik vom Standort Frontera im Golfotal zeigt eine fast gleichbleibende Bodenverformung um den 0-Punkt (tatsächlich aber ca. 19 cm über Normal). Der Ausrutscher auf 40 mm (blauer Punkt rechts) war wohl ein Messfehler. Die Kurve wurde inzwischen von der IGN nachgetragen (Blau = vorläufiger Wert und Rot = bestätigter und überprüfter Wert).

Lebhaft ging es gestern auch in Festlandspanien, im Golf von Valencia zu. Nach mehreren hundert Erdbeben bereits in den vergangenen Wochen, erfolgte gestern ein ML4,2 Erdstoß aus 5 km Tiefe. Das Epizentrum lag 22 km vor der Mittelmeer- Küste bei Vinaros in der Provinz Castellon (siehe IGN Karte).

Genau dort, wo zur Zeit ein aufgelassenes Erdölfeld mit Erdgas als unterirdisches Reservelager befüllt wird. In 1750 m Tiefe soll rund 35 % des spanischen Erdgasbedarf für 50 Tage, gespeichert werden. Die Situation sei noch nicht unter Kontrolle. Das weitere Einpumpen von Erdgas wurde von der Regierung vorerst gestoppt.

Eine totsichere Sache -  Gutachten hätten bei dem Vorhaben jegliche Erdbebenrisiken ausgeschlossen, so das mit dem Projekt beauftragte Bauunternehmen Escal UGS.

Gefälligkeitsgutachten, Vetternwirtschaft und entsprechende Schmiermittel bringen jedes gewünschte "wissenschaftliche" Ergebnis auf den Tisch. Nachher ist man immer völlig überrascht und entschuldigt sich mit "Das war nach der neuesten wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden nicht vorhersehbar".

Es zeigt wieder einmal, dass jegliche menschliche Eingriffe in die Natur fatale Folgen haben können.

Ich hoffe nur, dass die bei Fuerteventura geplanten und bereits genehmigten Erdölbohrungen noch einmal überdacht werden.
Es ist noch risikoreicher in den Bereich eines aktiven Hotspot zu bohren, als in der vulkanlosen Zone um Valencia.
Hier noch ein Link zur IGN-Bebenauflistung.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Unwetter zieht ab - Vulkan bleibt

NEWS:

Das Sturm- und Regentief ist weiter nach Osten gezogen und regnet sich in abgeschwächter Form auf Fuerteventura/Lanzarote und Gran Canaria aus. Es entstanden zum Glück nur geringe Schäden - normal möchte man fasst sagen, da wir alle Jahre wieder im Dezember/Januar diese Unwetter erleben.

Mit der abziehenden Schlechtwetterfront meldet sich auch schon wieder unser Vulkan zurück. Heute Morgen bereits 5 Beben. Um 5.16 Uhr fast zeitgleich ein ML2,3 und ML2,1 Beben aus 11 bzw. 9 km Tiefe. Die gelb markierte Lage auf der Avcan-Karte - etwas südlich des Pico Malpaso. Auch hier keine großen Veränderungen. Die Bodenverformung und die Wasserwerte bleiben ebenfalls im Normalmaß.

Manche Menschen stürzen sich ins Risiko und ignorieren Natur- und Unwetterwarnungen anscheinend grundsätzlich. Ob es sportliche Gründe oder der eigene Ego ist, vermag ich nicht zu sagen - aber es ist mehr als Leichtsinn.
Ein Seenotrettungshubschrauber aus Teneriffa musste 45 Seemeilen südlich von El Hierro fünf britische Besatzungsmitglieder eines Ruderbootes retten. Sie waren trotz der Unwetterwarnung auf La Gomera zur Regatta Talisker Atlantic Challenge gestartet. Eine der härtesten Ruder-Wettbewerbe - von La Gomera in die Karibik zur Insel Antiqua.

16 Schiffe mit 42 Ruderer wollen in 40 bis 90 Tagen den Atlantik mit Muskelkraft bezwingen.
Diese Engländer kamen jedoch nicht allzu weit. Ihre Atlantiküberquerung endete auf dem Südflughafen Reina Sofia auf Teneriffa.
Bei der Rettungsaktion war auch der uns bekannte Rettungskreuzer Salvamar "Adhara" aus La Restinga (El Hierro) mit im Einsatz.

Warum diese Talisker Atlantic Challenge gerade in den Wintermonaten mit tropischen Stürmen, hohen Wellen und extremen Temperaturen gestartet werden muss - soll ein Rätsel bleiben.
Mir geht es in erster Linie nicht um die "Extremsportler", sondern um die eingesetzten Rettungskräfte - die oft ihre Gesundheit oder gar ihr Leben für einige Verrückte opfern müssen.

Sonntag, 29. Juli 2012

El Hierro Vulkan - was könnte kommen ?

NEWS:
15.06 Uhr - Erdstoß in 32 km Tiefe von ML1,8 unter Berg Tanganasoga
Am Samstag gab es nur 6 schwache Beben. Der vor einem Monat begonnene Bebenschwall scheint nun wieder vorüber zu sein. Zeit sich einmal die Entwicklung der Erdstöße näher anzuschauen. Die linke IGN Karte zeigt den Bebenverlauf seit dem 1. Januar 2012 bis heute.  Das Epizentrum liegt deutlich vor der südlichen Westspitze in Nähe des Leuchtturm. Kaum Beben im Golfo und an der Südspitze bei La Restinga. Das Ausgangszentrum liegt meist bei einer Tiefe um die 20 km. Genauso wie es vor einem Jahr im Golfo begonnen hat. Dort wird die Magmahauptkammer vermutet, die sich wahrscheinlich in den letzten Monaten weiter nach Südwesten erweitert hat. Neues Magma dürfte aus dem Erdinnern nachgeflossen sein.
.
Ein Blick auf die Lage und Verteilung der Beben seit Anbeginn der Krise im Juli 2011. Begonnen hat die Aktivität im nördlichen Golfo und sich dann fächerförmig nach Süden vorgearbeitet. Die dunkleren Punkte (Beben von 2011) bilden fast eine Gerade von Nord nach Süd, was dann auch im November 2011 nachdem das Magma einen Weg nach oben gefunden hatte zur Eldiscreto Eruption geführt hat. Insgesamt wurden in den nun vergangenen 12 Monaten weit über 13 000  Beben registriert.
Die Bodenverformung bleibt hoch. Die Messkurven der Station HI09 Tacaron und HI10 Restinga verharren mit kleinen Abweichungen auf ihren Höchstständen. Die Grafik zeigt den Zeitraum April - Juli 2012. Ähnlich sieht es an der Westspitze aus. Der Druck in und um die Magmakammer ist hoch und findet keine Entlastung - also kein Ventil. Selbst vor der Eruption 2011 hatten wir nicht einen derartigen Druckanstieg zu verzeichnen.

Nachdem wir seit Wochen aus offiziellem Munde keine Verlautbarungen mehr hören, wage ich als aufmerksamer Betrachter meine Einschätzung der Lage.
Nach einer kurzen oder vielleicht auch längeren Ruhepause werden sich die Aktivitäten fortsetzen. Zur Zeit reicht der Druck noch nicht aus um einen Durchbruch zur Erdoberfläche zu finden. Der Druck wird weiter ansteigen, bis eine Schwachstelle gefunden ist. Ich vermute, daß im Bereich des alten Eldiscreto Vulkankegel die Chancen für eine Druckentlastung am Größten sind. Hier gibt es bereits ab 10 bis 15 km Tiefe "alte" Magmakanäle die einen Aufstieg ermöglichen könnten.
Ein völliges Einschlafen für die nächsten "Tausend Jahre" halte ich im Moment für unwahrscheinlich. Dazu dauert die Aktivität schon zu lange. Die letzten kanarischen Vulkane San Juan (1949) und Teneguia (1971) hatten bereits nach drei Monaten ihr Pulver verschossen und ihren Druck abgebaut.

Diese Meinung wird übrigens auch von den "Fachleuten" vor Ort" für möglich gehalten. Ob es auch so kommen wird und hier muß ich mich wiederholen "bestimmt aber allein die Natur". 

Daß es auch noch viel extremere Verformungen geben kann, die im "Dutzende Meter" Bereich liegen - hier ein Bericht in der Zeit-Online:  Tiefseevulkan pulsiert rekordverdächtig

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Vulkan - peu à peu im geologischen Zeitraffer

NEWS:

Ära, Periode, Epoche, Alter - Zeitbegriffe die nur ein Ereignis, aber nicht die Minuten, Stunden, Tage oder Jahre in ihrer genauen zeitlichen Begrenzung beschreiben.
Im Erstehungsprozess des Universum umspannt die Erdgeschichte davon etwas weniger als ein Drittel dieser Zeit. Gigantische Zeiträume die das menschliche Vorstellungsvermögen überfordern.
Beschränken wir uns daher auf einen Vorgang den wir jetzt erleben dürfen.



In den letzten drei Tagen hat die Intensität der Beben etwas zugenommen. Es kommen nun vermehrt Erdstöße über ML2,0 (siehe oben IGN Auflistung). Bis zu ML2,5 am Montag und heute in der vergangenen Nacht um 00.47 Uhr ein ML2,3 Beben aus 12 km Tiefe. Die Ausgangstiefe verharrt dabei bei 11 bis 13 km. Es scheint kein Durchkommen in der Vertikalen möglich zu sein. Nur die horizontale Lage hat sich leicht gen Süden bewegt. Das Zentrum liegt stabil zwischen dem Tanganasoga (links rosa Punkt) und dem etwas östlich liegenden Berg Malpaso. Die gelegentlichen Randbeben dürften in der Spannung/Entspannung ihre Ursache haben.


Bei der Bodenverformung sind allerdings Änderungen festzustellen. Nach den jüngsten GPS Messungen (links HI02 oben + HI03 unten) bläht sich der Boden in den letzten Tagen um bis zu 20 mm in die Höhe. Die IGN Grafik umfasst den Zeitraum von August 2013 bis heute.




Festzustellen ist: Die Magma liegt fest an einem Punkt. Es erfolgte auch kein Magmanachschub aus tieferen Schichten. Dies wäre an tieferen Erdstößen messbar gewesen. Bleibt eigentlich nur eine Ausdehnung durch das Aufschmelzen umliegender Gesteinsschichten mit erhöhter Gasentwicklung. Diese Volumenvergrößerung durch den Verflüssigungsprozess könnte den Druckaufbau erklären.
Es bleibt jetzt einfach nur zu beobachten, ob diese Entwicklung andauert oder wieder abflacht.

"Steter Tropfen höhlt den Stein" - auch wenn in der Geologie alles langsam ... sehr langsam abläuft, hat sich trotzdem in den vergangenen zwei Jahren (geologisch: Bruchteil einer Sekunde) hier auf El Hierro viel getan.
Wie lange dauert schon die Vulkanentwicklung am Ätna oder Vesuv in Italien an. Seit weit mehr als 2.000 Jahren wird von größeren und kleineren Eruptionen berichtet ... und ein Ende ist nicht abzusehen.

Ähnlich verhält es sich mit unserem Kanaren- Hotspot. Nur durch die Plattenverschiebung wandert er optisch immer weiter Richtung Südwesten. Neue Eruptionen haben neue Vulkane und neue Inseln erschaffen. Aktiv ist er seit über 22 Millionen Jahren mit dem Aufbau der Ostinseln Lanzarote und Fuerteventura.
Wie eine fortlaufende Kette sind die restlichen Inseln Richtung Westen erstanden. Heute liegt das Zentrum des Hotspot bei La Palma/El Hierro ... und hier werden in Zukunft noch weitere Inseln entstehen.

Ob unsere Generation dies noch erleben darf ?

Unwahrscheinlich - dafür dürfte unser Leben zu kurz sein.
Wir erleben aber zur Zeit den berühmten "Geologischen Wimpernschlag", an dem wir nicht achtlos vorbei sehen sollten.