Freitag, 7. Februar 2014

Vulkanische Vergangenheit in Deutschland

Laacher-See und die Vulkaneifel


Während es unter El Hierro ruhig bleibt (gestern keine Beben), machen wir heute einen Ausflug in die Vulkan Eifel. Ein riesiger Vulkan-Dom (Foto: Vulkanpark) oder die Caldera des Laacher-See (Foto: Donar Reiskoffer) zeugen direkt vor ihrer Haustür von der vulkanischen Vergangenheit in Deutschland. Nicht mehr ganz jung - die letzte Eruption wird auf 10.930 Jahre v. Chr. datiert - dafür aber damals mächtig.


Riesige Mengen Asche und Bims wurden ausgeschleudert und bedeckten die Gegend mit einer bis zu 7 Meter dicken Lavaschicht. Geologen beziffern die Auswurfmenge auf etwa 6 km³ Stammmagmavolumen. Damit war der Ausbruch anderthalbmal so stark wie der des Pinatubo 1991, oder 6-mal so stark wie der Ausbruch des Mount St. Helens 1980.

Erloschen ist dieser Vulkan jedoch noch nicht. Er befindet sich im Moment nur im Ruhe- oder Schlafzustand. CO2 Entgasungen vulkanischen Ursprungs steigen hier zum Beispiel in Form der so genannten Mofetten (Gasblasen) am Ostufer des Laacher Sees empor und lassen auf anhaltende vulkanische Aktivität schließen.

Könnte dieser Vulkan wieder ausbrechen ?

Laut Prof. Dr. Schmincke (Vulkanologe) ist ein Ausbruch möglich:
„Die Aussage, der Eifelvulkanismus sei definitiv für immer und ewig erloschen, ist falsch. Die Aussage, weitere Vulkaneruptionen stünden in der Eifel unmittelbar bevor, ist allerdings genauso falsch und wissenschaftlich unhaltbar.
Wissenschaftlich seriös ist folgende Aussage: Sehr wahrscheinlich werden auch in Zukunft weitere Vulkane in der Eifel ausbrechen.“

Für jeden Heimat und Vulkanbegeisterten ist der Besuch der Vulkan-Eifel um den Laacher-See eine einfache Möglichkeit, auch in Deutschland Spuren und Zeitzeugnisse aus der vulkanischen Vergangenheit zu finden.
Der Vulkanpark Eifel - ein Zusammenschluss mehrerer Gemeinden aus diesem Gebiet - ermöglicht auf einfache, unterhaltsame und doch spannende Art, Einblicke in die jüngste Erdgeschichte zu finden.
Das Video Lava-Dome Mendig und die Webseite Vulkanpark Eifel geben darüber Auskunft.

Auch für Wanderer oder Radler gibt es Ausflugtipps zu den zehn geologischen Highlights der Osteifel: "Auf den Spuren der Eifel Vulkane" gefunden im Kölner Stadt-Anzeiger.

Für einen Tages- oder Wochenendausflug in den kommenden Frühlingstagen vielleicht nicht die schlechteste Idee. Zum Einlesen: Reiseführer Vulkaneifel: Vom Laacher See bis zu den Dauner Maaren

6 Kommentare:

  1. Wir haben vor zwei Jahren in der Vulkanregion der Eifel Urlaub gemacht. Das lohnt sich wirklich, besonders für Vulkaninteressierte. Erstaunlich, was man dort so finden kann. Unbedingt empfehlenswert sind neben den Austellungen die vielen Ablagerungen. Da das vulkanische Material auch abgebaut wird, kann man vielerorts die Schichtungen sehr gut sehen.
    Fazit: Auch wenn ich schon häufig auf den Kanaren, auf Island und auf Sizilien war - man muss nicht immer weit reisen, um etwas über Vulkanismus zu erfahren.
    M.F.

    AntwortenLöschen
  2. Nach dem Schweren Erdbeben in Japan am 11.3.11 wurde Dr. Harald Ehses, leiter des Landesamtes für Geologie und Bergbaur Rheinland-Pfalz zu RPR1 eingeladen. Er beantwortete Fragen zu Geologie von RLP. Auf die Frage wann es den letzten Ausbruch gab antwortete er "Der letzte Ausbruch in der Eifel liegt etwa 13.000 Jahre zurück, das klingt nach viel, aber für einen Geologen ist dieser Zeitabschnittnur ein Augenzwinkern" Auf die Frage wann es zum nächsten Ausbruch kommt antwortete er "Morgen nicht, in 10.000 Jahren ist es schon passiert, alles dazwischen ist nur Spekulation"

    Mir stellt sich noch die Frage inwieweit der Geysir Andernach mit der Vulkanität zusammenhängt, und warum hier darüber nichts zu lesen ist.

    mfg Lukas

    AntwortenLöschen
  3. noch ein kleiner Nachtrag zu Manfreds Artikel:

    Aktuell wird der Laacher See in der Liste der Vulkane sogar als "Supervulkan" geführt. Eingeordnet in den VEI - Index besitzt er mit VEI 7 die zweitstärkste Einstufung, Das bedeutet, dass bei einem potentiellen Ausbruch des Vulkans die Möglichkeit besteht, dass mehr als 100 KubikKilometer MAterial ausgeworfen werden. Spuren des letzten Ausbruchs des Laacher Vulkans konnten Wissenschaftler bis ins nördliche England nachweisen ---> ganz zu schweigen von den möglichen Folgen für Deutschland, die eine solch starke Eruption heutzutage hätte.

    VG, Las Manchas

    AntwortenLöschen
  4. Es handelt sich um einen Kaltwasser-Geysir
    siehe hier : http://de.wikipedia.org/wiki/Geysir_Andernach
    "Kohlendioxidgas treibt den Geysir an, vergleichbar mit einer geschüttelten Mineralwasserflasche". Gerolstein(er) liegt übrigens auch in der Eifel :)
    Also Gas nicht Hitze ist die Ursache, genauso wie für das Blubbern im Laacher See.
    Die Bootsfahrt dahin ist übrigens auch sehr schön.
    M.F.

    AntwortenLöschen
  5. Ich wäre da dieser Sommer (Dauner maarse, & Lava dome) !
    Es gibt auch ein kleines Geyser in der Nähe von Daun in Wallender.

    AntwortenLöschen
  6. Ich möchte auch noch auf die Hegauvulkane hinweisen (Nähe Bodensee)

    http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/urzeit/deutschland_urzeit/video_hegauvulkane.jsp

    AntwortenLöschen

Bitte Kommentare immer mit Ihrem Namen versehen. Danke!