Mittwoch, 19. Juni 2013

Vulkan - Tourismus und Verkehrsanbindung

NEWS:
Heute Morgen um 1.54 Uhr ein ML2,2 Beben aus 18 km Tiefe am Leuchtturm in Südwesten und um 11.17 Uhr ein ML1,9 Beben aus 14 km Tiefe vor der Westspitze.

Ein Thema das mich schon mehrfach beschäftigt hat, ist die Verkehrsanbindung und schlechte Erreichbarkeit der Insel. Wer ernsthaft an einem Besuch auf El Hierro interessiert ist, schafft auch die etwas anstrengende An- und Abreise. Es sind dann aber mehr die Individualisten die sich nicht scheuen und die längere Reisezeit und die zusätzlichen Flug- oder Fährkosten in Kauf nehmen. Die Insel El Hierro ist aus Nordeuropa nicht direkt mit dem Ferienflieger zu erreichen. Dafür ist die Lande- und Startbahn etwas zu kurz geraden. Es geht nur mit einem Zwischenabstecher auf Teneriffa oder Gran Canaria und mit dem Binter-Inselhüpfer (Foto) - mehrmals täglich -  oder der Olsen und Armas Fähre (eine Verbindung/Tag) anschließend weiter. Von Gran Canaria aus gibt es keine direkte Fährverbindung und auch nur wenige Flüge. Bleibt also faktisch nur die Insel Teneriffa übrig.

Teneriffa verfügt aber über zwei Flugplätze. Den Internationalen Airport Reina Sofia im Süden, auf dem die Ferienflieger ankommen und den alten Nordflugplatz Los Rodeos von dem Binter startet. Dazwischen liegt eine Strecke von ca. 1,5 Stunden Fahrzeit mit dem Bus oder Mietwagen.
Kommt mein Flugzeug aus Deutschland erst am Spätnachmittag in Teneriffa an, ist eine Zwischenübernachtung fällig. Ähnliches kann auf der Rückreise passieren.

"Der Weg ist mein Ziel" - sagt der Individualist, alles kein Problem. "Viel zu umständlich" - der Andere. Zudem gehen allein ein oder zwei wertvolle Urlaubstage verloren.

Wie man es auch sieht, es ist schon etwas anstrengend das Juwel El Hierro zu erreichen. Selbst von meinem La Palma aus (70 km Luftlinie), habe ich schon mit der Olsen Fähre mehr als 6 Stunden Zeit benötigt (LP-La Gomera-Teneriffa-La Gomera-El Hierro).

Kaum ein Reiseveranstalter sieht sich in der Lage El Hierro in sein Programm aufzunehmen und es als Pauschalreise anzubieten. Die Organisation ist wahrscheinlich zu kompliziert, mit zu viel Risiken behaftet (Flugverspätung/ Wetterrisiko) und dadurch der Reisepreis zu hoch oder die Gewinnmarge zu gering.
Dies habe ich im Frühjahr erlebt, als ich die Mai-Tour für 25 Gäste auf El Hierro zu planen hatte.

So bleibt ein Urlaub auf El Hierro nur den "Wenigen" vorbehalten. Zur Freude der Insulaner die ihre "Insel der Ruhe" erhalten wollen und zum Missfallen jener die vom Tourismus leben.
Bei dieser unterschiedlichen Interessenlage ist es fast unmöglich, es allen Recht zu machen. Sanfter Tourismus zum Wohle aller - hört sich gut an, ist aber in der Praxis nur schwer umzusetzen.

Viele Touristen bringen in der Regel auch mehr Einnahmen.
In der Vergangenheit waren es doch die eigenen Landsleute von den Nachbarinseln und aus Festlandspanien die das Hauptkontigent der Sommergäste brachte. Die Wirtschaftskrise in Gesamtspanien zwingt aber diesen Kreis jetzt auf einen Urlaub zu verzichten. Davon ist nicht nur El Hierro, sondern auch La Palma und die anderen Kanarischen Inseln betroffen.
Es sind die ausländischen Gäste aus Nordeuropa die den bescheidenen Tourismus noch am Laufen halten. Die schlechten Verkehrsanbindungen bremsen allerdings viele Interessierte aus.

Welche Vorschläge und Ideen zur Verbesserung diskutiert werden - dazu in den nächsten Tagen mehr.

Kommentare:

  1. Ich kann jeden wirklich ernsthaft Interessierten es nur Raten El Hierro
    zu besuchen und mindestens 7 Tage zu bleiben,um diese zu erkunden.Wir haben im Oktober 2012 diese herrlichen Tage in einem
    Casa Rural im I Golfo Tal verbracht.
    Die Anreisezeit: morgens Früh in Düsseldorf mit LH los / in Madrid weiter mit IB und zum Schluss einen tollen Flug von TFN mit BT nach
    El Hierro.Da ist man schon den ganzen Tag unterwegs,aber im Angesicht des wunderschönen Zieles : ABSOLUT EMPFEHLENSWERT

    Gruß Frank Wesner

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  2. ... und ich träume immer noch von der Zeit, als die ARMAS Fähre jeden Abend um 19:00 Uhr von Los Christianos und um Mitternacht von Puerto Estaca fuhr.
    Die war zwar nicht sehr komfortabel aber preiswert und man kam immer in einem Rutsch nach El Hierro ohne Übernachtung auf Tenerife.
    Was nützt jetzt eine Fähre, die um 10:00 von Los Christianos fährt, um die Zeit ist noch kein Ferienflieger von D auf Tenerife angekommen.
    Also BINTER, sauteuer da Linienflug + Transferkosten zum Nordflughafen.
    Aber wie Alles hat auch diese schlechte Anbindung große Vorteile:
    El Hierro wird von TIU und Nockermännern verschont, es kommen eh schon zuviele Koffertouristen.
    Beste Grüße
    Rolf

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