Sonntag, 24. Februar 2013

El Hierro - und der Größenwahn

NEWS:
Gestern und in der Nacht keine weiteren Beben. Zu den unterschiedlichen seismografischen Aufzeichnungen der umliegenden Inseln - wie in den Kommentaren angesprochen - will ich Morgen näher eingehen.

Ein Prachtboulevard - fast wie Berlins Flaniermeile "Unter den Linden". Nur befindet sich dieses Prachtstück im Golfotal auf El Hierro.
Verwundert bleibt jeder Gast der das zum ersten Mal sieht stehen und reibt sich verwundert die Augen. Nicht daß Sie glauben diese Lampenschlange befindet sich in einer größeren Stadt - Nein, mitten in der Pampa zwischen Tigaday und Los Llanillos. Nur wenige einsame Häuser und keine Geschäfte säumen den Straßenrand. Interessant auch die Anordnung der Bänkchen. Einmal mit Blick zum Meer (links) oder je nach Stimmung auch in die Berge. Aber es fehlen die Menschen die diese Meile auch nutzen können.

Was müssen sich die Planer dabei nur gedacht haben? 
Inspiriert von einer Millionen-Metropole dieser Erde wurde wohl hier versucht die aufgedrängten Millionensubventionen aus Brüssel irgendwie unter zu bringen.
Wir sind wer - wir können uns das leisten. An die Folgekosten und die Energieverschwendung hat dabei wohl niemand gedacht. Die Haare würden zu Berge stehen, wenn man nur noch welche hätte!
Wieder ein Paradebeispiel für eine sinnlose und schwachsinnige Geldvernichtung.

Oder wie wäre es damit. Ein großes Gebäude in bester Lage mit Meeresblick, auch im Golfotal. Keine Festung und auch kein Hotel,. sondern ein Kloster.
Ja, Sie lesen richtig - ein Erholungsheim für Nonnen und geistliche Würdenträger. Erbaut von oder für die katholische Kirche. Natürlich mit üppigen Subventionen.
Nur gibt es auf El Hierro keine Nonnen mehr. Wer hier einziehen oder Kururlauben und sich von den kirchlichen Strapazen erholen soll, bleibt eines der großen Rätsel.
Seit vielen Jahren gammelt das Gebäude vor sich hin und wird, wenn sich kein anderer Nutzer finden läßt, irgendwann wie viele andere Objekte als Ruine enden.

Das sind nur zwei Beispiele, stellvertretend hier auf El Hierro. Auf allen anderen Inseln sieht es ähnlich aus. Auch mein La Palma ist da keine Ausnahme.
Fehlinvestitionen aller Orten. Keine nachhaltigen Objekte (außer Gorona Energie Projekt).
Es wurde in der Vergangenheit geglotzt und zu betoniert ohne sich Gedanken an die Zukunft zu machen.
Heute haben wir die Zukunft und stecken in der tiefsten Krise. Aus ist es mit den finanziellen Geschenken und den automatisch heran fliegenden gebratenen Hähnchen. Wir sind wieder da angelangt, wo die Kanaren bereits vor 20 Jahren waren. Nur noch etwas tiefer, wenn man der mentalen Stimmung folgt.

Großes Gejammer, Geklage und alles war nicht vorhersehbar... und natürlich sind die Anderen wieder Schuld.
Was soll das Wehleiden - Schuld sind wir selbst. Jetzt gilt es die Sache selbst anzupacken und nicht auf Unterstützung von Außen zu hoffen. Die Herrenos konnten sich früher autark helfen und versorgen. Warum soll das jetzt auch nicht wieder möglich sein.

Noch ein Schnappschuss am Rande - auch im Golfotal und irgendwie passend zum heutigen Thema. Man ist auch auf El Hierro stolzer Canario. Selbst der Briefkasten spiegelt die Farben der Kanarischen Flagge wieder.

Kommentare:

  1. Hallo Herr Betzwieser,
    ich kann Ihnen nur zustimmen. Als El Hierro Fan bin ich jedes Jahr auf der Insel und wohne in La Restinga.
    Wenn man die "Verschönerungsmaßnahme" der Hafenmauer und die ekelhaft grellhellen Straßenlaternen auf der Avenida Maritim sieht, kann man nur mit dem Kopf schütteln.
    Vielen Dank auch für Ihren sehr informativen Blog. Machen Sie bitte weiter so.

    Herzliche Grüße aus Berlin

    Helmut Boy

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  2. Hallo Herr Betzwieser,

    das Kloster ist ja irre, ist mir bei meinem letzten Besuch gar nicht aufgefallen. Wie lange steht das denn schon so in der Landschaft? Und wo genau? Lässt sich daraus nicht ein super Pflegeheim für ältere Deutsche machen? Einen Interessenten habe ich schon: Mich, denn ich hab's auf in DE ...

    Liebe Grüße
    Volker Winter, Gütersloh

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  3. Hallo Herr Winter,
    das sind bestimmt schon 10 Jahre. Es ist das Monasterio Nuestra Sra. de Los Reyes im Golfotal und liegt vielleicht 150 Meter vom Meeresschwimmbad La Maceta entfernt.

    Herzliche Grüße
    Manfred

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  4. danke für die Hilfe, hab's auf google-maps gut lokalisieren können. Bei meinem nächsten Besuch werde ich mir das Gebäude genauer ansehen. Es wundert mich wirklich dass so groß in abgelegner, aber guter Lage am Meer gebaut wird, nur um die Substanz dann vor sich hin gammeln zu lassen. Welch eine Verschwendung! Es reizt mich irgendwie, da noch was draus zu machen... ist mir allerdings 'ne Nummer zu groß.

    Herzliche Grüße
    Volker

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  5. Das Kloster ist Privatbesitz und ist (nachdem die letzten Nonnen nach Teneriffa gegangen sind) per Vertrag wieder an den Besitzer zurueck gefallen, der nicht so richtig weiss, was er damit anstellen soll. Verkaufen wird er es nicht, da er genug Geld hat. Es ist gut in Schuss, die Klosterzellen sind recht komfortabel und man koennte eigentlich (Meditations)-Urlaub im Kloster dort anbieten. Von Vergammeln kann hier keine Rede sein, denn es wird regelmaessig geputzt und auch Ausbesserungsarbeiten habe ich schon beobachtet.
    Die Kirche hat Objekte, um die sie sich schlechter kuemmert. Subventionen hat es hierfuer nicht gegeben.

    Informieren Sie sich bitte besser, Herr Betzwieser, wenn Sie sich schon ueber El Hierro auslassen muessen!


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    1. Danke für diesen Hinweis.
      Das ist mir Neu. Über diese Besitzrechte wissen anscheinend nicht viele Bescheid. Alle Auskünfte die ich dazu erhalten hatte, ergaben das Geschriebene.
      Für Hinweise, Tipps und auch Richtigstellungen bin ich immer dankbar.

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