Freitag, 4. Januar 2013

El Hierro Vulkan - der Spuk ist beendet

NEWS:
Ein kurzes kräftiges Aufpuschen - das war es dann schon wieder. Der Bebenreigen ist genauso schnell wieder verschwunden, wie er am Silvestertag auf der Bildfläche erschienen war. Gestern nur noch zwei kleine Nachbeben (IGN Auflistung). Heute ist bisher Ruhe.

Aber dieses Schwarmbeben hat seine messbaren Spuren hinterlassen.Wie gestern bereits angesprochen, hat das Nachströmen von Magma die Magmablase weiter aufgebläht und den Innendruck erhöht. Nach den heute Morgen von der IGN eingestellten GPS Messdaten hat sich die Oberfläche des Golfotal in die Höhe gewölbt. Auf der Skala sehen wir die GPS Stationen HI02 und HI03 beide im Golfo installiert. Die Skala gibt die Verformungswerte der letzten 6 Monate wieder. Die feine senkrechte Linie (rechts) stellt den Jahreswechsel 2012/13 dar. Deutlich ist der kleine Sprung auf jetzt ca. 30 mm Verformung zu erkennen. Keine dramatischen Werte, aber der Magma Kammerdruck wächst weiter und findet keine "Entlüftung".
Auch die anderen GPS Stationen auf der Insel melden unveränderte Verformungswerte.

Es wäre einmal interessant diesen Kammerdruck in Zahlen zu fassen um überhaupt eine Vorstellung von der Kraft dieser Naturgewalt zu erhalten. Sie muß schon riesig sein, um Millionen von Tonnen Gestein - die ganze Insel - in die Höhe zu liften. Wahrscheinlich ist selbst ein Geophysiker dazu nicht in der Lage, da ihm die für eine Berechnung notwendigen Einzeldaten nicht zur Verfügung stehen.

Wenden wir uns einem anderen Thema zu.

Meine kleine Umfrageaktion zu Ihrem Urlaubsinteresse 2013 auf El Hierro rechts in der Seitenleiste, sieht jetzt schon ermutigend aus. Noch läuft sie für einige Tage bis zum 10. Januar.

Wer die Idee und Absicht noch einmal nachlesen möchte geht über diesen Link Urlaub auf der Insel zum Beitrag vor einigen Tagen zurück.

Kommentare:

  1. Ich wollte mich für die gute, interessante Berichterstattung der letzten Monate bedanken.
    Ich denke wir werden nichts mehr Vergleichbares die nächsten Jahre erleben. Einige 1000 Klicks gehen wohl auf meine Kappe.
    Falls es mal wieder war "Größeres" gibt, schau ich wieder rein, ansonsten Servus und good bye.

    Markus

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  2. Hallo Herr Betzwieser,
    natürlich kann man den Druck in der Magmakammer nicht ganz genau bestimmen, aber doch so ungefähr. Bei 16 Kilometer Basaltgestein über der Magmakammer beträgt der Druck etwa 4.700 bar. Dieser Druck ist statisch, solange sich die Insel nicht bewegt. Zum Heben der Insel sind nur relativ geringe Drücke nötig. Um 16 Kilometer Basalt in einem Tag um 2 cm heben zu können, werden nur ca. 27 bar benötigt, natürlich zusätzlich zu den 4.700. Allerdings sind die Magmamengen enorm. Bei einer Magmakammer von ca. 200km² Größe (ca 10 x 20 Kilometer) würden für die 2 cm Hebung schon 4 Millionen m³ Magma nötig sein (Mit 27 bar Überdruck gegen die Magmakammer) Das waren jetzt keine verbindlichen Zahlen, sondern nur eine Nennung der Größenordnung, in der wir dort sind.
    Übrigens: Der gefährliche Druckanstieg kommt nicht durch die Magmamenge, sondern erst durch das Ausgasen der in der Magma vorhandenen Gase, vor allem des CO2.

    Gruß

    Marion

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  3. Hallo Manfred
    Ein frohes neues Jahr wünsch ich dir
    Meiner Meinung nach hält auf die dauer kein Stein der Welt diesen Druck aus.
    VLG
    josch

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  4. Hallo Zusammen,

    entweder können wir das Beben vor der Küste ALASKAs jetzt zeitversetzt auf EL HIERRO sehen, oder das ALASKA-Beben war die Initialzündung einer Eruption. Seht Euch mal das hier an:
    http://www.ign.es/ign/head/volcaSenalesAnterioresDia.do?nombreFichero=CHIE_2013-01-05&ver=s&estacion=CHIE&Anio=2013&Mes=01&Dia=05&tipo=1

    Grüße von Albert aus Dormagen
    2013-01-05 10:53 Uhr MEZ

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