Mittwoch, 19. September 2012

El Hierro Vulkan - die Natur unser Lehrmeister

NEWS:
14.47 Uhr - die Verformung der Insel nimmt im Süden laut Involcan weiter zu. Die neuesten GPS-Messwerte zeigen eine Zunahme auf 4,81 cm vertikal und 1,34 cm horizontal Richtung Südosten seit dem 13.9.2012.

So schnell wie der jüngste Bebenschwall am Freitag kam ist er auch schon wieder am Abklingen.
Ja es war nur ein Bebenschwall - auch für mich überraschend. Hatten doch all die Anzeichen mehr Befürchten lassen. Es war nun seit Juni 2012 die 3. Attacke (IGN Grafik oben). Gestern nur noch 23 Beben bis ML2,4 mit weiter abnehmender Tendenz. Erdstöße bei El Pinar in 20 km Tiefe und auch einige Beben im Golfo bei Sabinosa in 10 - 11 km Tiefe.
Es ist sicher nicht das Ende der Vulkanaktivität unter El Hierro, obwohl ich es mir und vor allem den Anwohnern gewünscht hätte. Wieder nur eine kleine Etappe in der nun schon seit 14 Monate andauernden El Hierro Vulkangeschichte.

Durch das Nachströmen von frischer Magma aus dem Erdinnern hat sich die Magmakammer am Wochenende erweitert und den Innendruck noch mehr erhöht.
Die Insel ist in den letzten Tagen um 3 cm weiter angewachsen und schwimmt jetzt förmlich auf dieser Druckblase. Vielleicht bedarf es noch einem oder zwei Impulse bis die Blase platzt und der Druck - egal in welcher Form - sich abbauen kann.

Es bleibt also weiter eine spannende Geschichte, der Natur als Regisseur über die Schulter zu schauen und den nächsten Schritt abzuwarten. Auch wenn wir als Mensch mit unseren beschränkten Kentnissen vielleicht einiges falsch Interpretieren, zeigt uns die Natur peu à peu wie sie das macht. Wir sind nur Zaungäste und können neben dem Informationswert auch einiges für die Zukunft dazu lernen.

Kommentare:

  1. UNTERHALTUNGSWERT?? Manfred, sorry, aber hier musst Du Dir massive Kritik gefallen lassen. Das mag "Unterhaltungswert" für Deine Leser ausserhalb von El Hierro haben. Für uns, die wir hier leben, ist das alles andere als lustig. Durch diese anhaltende Krise und die ständige Berichterstattung darüber geht die Insel langsam aber sicher wirtschaftlich DEN BACH RUNTER!Durch die Vorgänge in den letzten Tagen gab es bereits wieder viele Stornierungen. Auch wenn niemand mehr richtig Angst hat, an den Nerven zerrt es uns hier schon etwas. Also mit dem Wort "Unterhaltungswert" liegst Du etwas sehr daneben. Und ich denke, ich drücke aus, was viele von uns hier denken. Nochmal sorry, aber das musste raus.

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    1. Liebe Susie
      so war es natürlich nicht gemeint - habe es jetzt durch "Informationswert" ersetzt.
      Gruß
      Manfred

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  2. Hallo eine Frage habe ich einmal an alle hier, ist das zur Zeit Tremor der in den Diagrammen von Fuerte, Lanzarote, La Gomera und Gran Canaria auftaucht, seit heute früh ansteigend?

    Danke für eine Antwort,

    Bernd

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  3. Wanninger meint: Der wirtschaftliche Niedergang der Insel ist ja wirklich sehr traurig, besonders für die betroffenen Vermieter ! Es ist nur leider nicht der Blog von Herrn Betzwieser dafür verantwortlich, sondern einerseits die Furcht von Touristen vor einem Vulkanausbruch o.ä. (verständlich) und andererseits die Pleite von Spanien. Wenn die Fahrt von D nach El Hierro 3 Tage dauert (mangels Fährverbindung) weil Spanien nicht mehr das geld für Subventionen hat, dann kann man das niemand verdenken. Wenn Spanien fast insolvent ist, kann es ja wohl kaum auf El Hierro besser stehen um die Finanzen. Geld für ein neues Strassenstück (mit chinesischem Kopfsteinpflaster) vor dem Mentidero in Pinar war dank EU-Subventionen noch da, leider aber keines für Subvention von Fähren und Fluggesellschaften. Und je teurer die Passage von/nach Teneriffa, desto teurer und rarer auch die Lebensmittel auf El Hierro. Klaro ?
    Da hilft nur noch die fette Geldspritze von der EZB. Es ist nur fraglich, ob davon was sinnvolles auf El Hierro gemacht wird...
    Jedenfalls kann Herr Betzwieser nix dafür. Oder möchten Sie lieber eine Nachrichtensperre ? Vielleicht so nach dem Motto : Was ich nicht weiss, existiert auch nicht ?

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    1. Bin erstaunt, wie viele El Hierro "Experten" es gibt, die einfach immer alles "Klaro" haben, neben gewagten Vorhersagen bezgl. des zirkulierenden Magmas im Erdinnern auch ganz nebenbei noch die politischen Probleme abhandeln. Toll!!
      Ich gehoere zu den betroffenen Vermietern und habe Ende letzten Jahres alle Gaeste die bei mir gebucht hatten, auf Manfreds Seite verwiesen. Das Ergebnis: 70 % der Reservierungen wurden storniert, was fuer mich o.k. war, da ich gern auf der sicheren Seite bin und lieber finanzielle Verluste wegstecke, als mir Vorwuerfe machen zu muessen.
      Nachdem ich jetzt viel zum Thema Vulkane gelesen habe und gleich auch noch die praktische Seite vor Ort mitlebe, sehe ich die Sache ein wenig anders. Der Ausrutscher mit Unterhaltungswert beinhaltet trotz Manfreds Korrektur (danke) auch einen ordentlichen Funken Wahrheit. Fuer viele Nordeuropaer scheint es aeusserst spannend zu sein was auf El Hierro passiert und es wird nach Herzenslust Vulkan gespielt und oft unreflektiert die eigene Meinung oder Vorhersage in die Welt posaunt, da die "Gefahr" ja tausende von Kilometern vom eigenen PC entfernt liegt. Wissenschaftlich ist es sicher interessant, aber nur manchmal spuere ich echte Anteilnahme fuer die Menschen vor Ort. Hier will niemand eine Nachrichtensperre und auch die seismischen Aktivitaeten nicht verdraengen, aber nachdem wir beobachten konnten, dass die wenigsten Vorhersagen eintrafen, weder die der Wissenschaftler, noch die von Manfred oder die anderer Medien, bitten ich um etwas mehr Sachlichkeit und darum, mit der subtilen und evtl. unbeabsichtigten Angstmache ein wenig zurueckhaltender zu sein und von Verschwoerungstheorien Abstand zu nehmen. Bei mir stornierten nach der Berichterstattung der letzten Tage 3 Gaestepaare ihre Reservierungen mit Hinweis auf Manfreds Seite. Ich habe ihn nie fuer die Krise auf El Hierro oder in Spanien verantwortlich gemacht, ihm aber mehrfach gesagt, dass sein Blogg ohne den drohenden Unterton viel besser waere.
      Vielleicht werden wir bis an unser Lebensende in der augenblicklichen Situation bleiben, mal mehr mal weniger Beben.
      Eine weitere Bitte - etwas mehr Respekt vor den Herreños und weniger Vergleiche mit den "perfekten" Deutschen. Die Menschen versuchen hier ihr Leben so gut zu meistern wie sie koennen, sie sind nicht die einzigen, die z.T. unfaehigen Politikern ausgeliefert sind und ihre Geschichte ist eine andere als unsere. Ueberheblichkeit verbessert nichts.
      Karin Kamm

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    2. Hallo Wanninger

      "Da hilft nur noch die fette Geldspritze von der EZB."

      Meinst Du so wie klein Draghi das hier macht:

      http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=szwclmmKwLg

      Ich hatte dieser Tage schon geschrieben das die Gefahr für El Hierro nicht der Vulkan ist. Im ersten Blick schaut das für die gebeutelten Bewohner so aus, dem ist aber nicht so. Wie Du schon richtig beschrieben hast, von Festlandeuropa ist die Insel nur mit erheblichen Zeitaufwand zu erreichen. Und dank der Gelder die da klein Draghi aus dem Fenster wirft wird das immer schwerer da das Geld nicht bei den Projekten landet wo es den Bürgern hilft, sondern bei den Banken.

      Das z.B. Susie die Nerven blank liegen kann ich voll nachvollziehen. Auf Festlandspanien liegen ja auch die Nerven blank und das ohne Vulkan.

      @ Bernd

      Geh mal ein paar Tage in den Diagrammen zurück und Du stellst das gleiche fest. Alle Kanareninseln sitzen auf diesen Hotspot und sind irgendwie Geschwister unterschiedlichen Alters.

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    3. Karin. Danke für Deinen Kommentar

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    4. Wanninger meint:
      Verehrte Frau Kamm, Ihre Auslassungen über angeblich Vergleiche zwischen den Bewohnern von El Hierro und den angeblich so "perfekten" Deutschen sind für mich absolut nicht nachvollziehbar. Ich verfolge den Blog seit Bestehen der "Vulkan-Krise" und kann mich nicht erinnern, dass irgendjemand Deutschland als Maßstab für vorbildhaftes Verhalten dargestellt hat.
      In Deutschland gibt es zwar keine Vulkan-Krise aber die sozialen und politischen Verhältnisse sind ähnlich marode und desolat wie in Spanien und speziell auf Hierro.
      Die Vermischung der Themen Vulkankrise und Politik ist durchaus statthaft, denn das Umgehen mit der Vulkansache durch Pevolca ist eine politisch/wirtschafliche Angelegenheit. Und nicht erst seit Tschernobyl oder Fukushima ist ja wohl hinlänglich bei kritischen Menschen bekannt, dass die Politik und die Krisenstäbe aller Art sehr gezielt Lügen und Desinformationen verbreiten. Warum das so ist, kann sich jeder selbst fragen. Es gibt eben ein grosses Interessensgemenge und ein Klientel, welches die Politik zufriedenstellen möchte. Und dazu zählt sicher nicht vorrangig der "kleine Mann von der Strasse". Früher (schon lange her" gab es den Spruch "Ruhe ist die erste Bürgerpflicht".
      Vielleicht sollte Herr Betzwieser dann keine Kommentare mehr zulassen, die sich mit dieser unschönen Vermischung von Vulkan und Politik auseinandersetzen.

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  4. SO2-Werte grade wieder mal sehr hoch. Wahrscheinlich wieder mal ein oller Traktor am Messgerät vorbei gefahren.

    Monika, zur Zeit auf Lanzarote

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  5. aus dem kanarischen Wochenblatt:
    "18.09.2012 - El Hierro - „Wir Herreños sind es leid, dass unsere Insel als gefährlich abgestempelt wird,“ kommentierte María del Carmen Morales vom Cabildo das Naturereignis, und warnte vor einem erneuten Aufbauschen durch die Medien.

    Tatsächlich hat das Nationale Geographische Institut (IGN) zwischen dem 14. und dem 17. September wieder über 500 Erdstöße registriert, deren Epizentren hauptsächlich im Inselzentrum bzw. -süden, sprich in der Gemeinde El Pinar, in einer Tiefe zwischen 19 und 26 km liegen. Das mit 3,2 auf der Richterskala bisher stärkste und von der Bevölkerung gespürte Beben wurde am 15. September um 13.15 Uhr gemessen. Darüber hinaus verzeichneten die Wissenschaftler des Vulkanologischen Instituts der Kanaren (Involcan) erneut eine Geländeverformung. Die
    Messstation von La Frontera registrierte eine vertikale Verformung um fast 3 cm, die Messgeräte in El Pinar zeigten eine vertikale Verformung von 2,8 cm an.

    María José Blanco, Direktorin des IGN auf den Kanaren, erklärte, es handele sich um eine Reaktivierung der seismischen Aktivität, wie sie schon im Juni/Juli stattgefunden habe. Die Erdstöße seien stärker als diejenigen, die dem unterseeischen Vulkanausbruch des vergangenen Jahres vorausgingen, jedoch schwächer als die Beben, die vor fast drei Monaten gemessen wurden. Die Wissenschaftler des Involcan fügten hinzu, die Geländeverformung bestätige, dass der Magmafluss wieder in Gang gekommen sei. Carmen Morales jedenfalls erklärte, die Experten des IGN hätten ihr versichert, es handele sich um Nachwehen der unterseeischen Eruption, die sich über Jahre hinweg wiederholen könnten.
    "

    Wenns noch Jahre dauert und es normal ist, sollten wir wirklich langsam zur Ruhe kommen - sonst fährt keiner mehr nach El Hierro. Ich war vor einer Woche auf Teneriffa, in 5 Wochen gehts nach Gran Canaria und ein Mitreisender will wirklich zu Hause bleiben, wegen den Berichten. Aber ich beschwatze ihn gerade.

    Gruß Markus

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  6. Wenn jemand zu den Kanaren will dann färt er ob mit oder ohne Vulkan. Man kann auch zu Hause vom Blitz erschlagen werden. Ich finde diesen Blog super. Es war nie eine Panikmache dabei. Hoffe das dieser Blog bestehen bleibt. Vielen Dank nochmals an Manfred für die viele Arbeit die er sich macht.
    VLG
    josch

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