Donnerstag, 19. April 2012

El Hierro Vulkan - und die "Crisis"

NEWS: Mal was ganz Neues!
8.33 Uhr - Beben mit ML2.2 östlich von Valverde in 32 km Tiefe. Gestern bereits ein eigentlich nicht erwähnenswertes Bebchen von ML0,5 etwas südlich davon in nur 900 m Tiefe.

Bis heute Morgen gab es keine neuen Beben und auch keine Anzeichen von Tremor. Es bleibt ruhig auf El Hierro.

Die Wirtschaftskrise(n)
El Hierro ist als kleinste Kanarische Insel zur Zeit vom wirtschaftlichen Niedergang doppelt gebeutelt. Durch die Vulkankrise bleiben Touristen aus und der Fischfang im Süden ist praktisch zum Erliegen gekommen.
Zum Zweiten machen sich jetzt die Folgen der gesamtspanischen Schuldenkrise bemerkbar. Spanien als einstiges Musterland der EU rangiert inzwischen als Schlusslicht aller EU Staaten.  Der Fiskalpakt ist gerade unterzeichnet, in Spanien wird aber erstmal trotzdem nicht gespart: Der neue Regierungschef Rajoy setzt sein Defizit-Ziel für das laufende Jahr eigenmächtig herauf - und verfehlt damit die Vorgaben durch die EU deutlich. Schuld sein soll natürlich sein Vorgänger.

Die Euro-Zone verordnet sich einen harten Sparkurs, aber nicht alle ziehen mit. Spanien, von der Wirtschaftskrise geplagt, wird 2012 das Defizit-Ziel erneut deutlich verfehlen. Wie der neue Ministerpräsident Mariano Rajoy mitteilte, geht seine Regierung im Haushalt für 2012 von einer Neuverschuldung von 5,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Mit der Europäischen Union hatte sie ein Defizit von höchstens 4,4 Prozent vereinbart.
Gerechnet hatte die konservative Regierung mit einem Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent. Ein schön gerechneter und utopischer Wert, um in den Genuss der der EU Zuwendungen zu kommen.
Die Folgen sind wachsende Arbeitslosigkeit - nirgendwo in Europa ist die Quote höher als in Spanien: Jeder fünfte Spanier hat keinen Job, bei den Jugendlichen sogar fast die Hälfte. Prognosen für das kommende Jahr machen nur wenig Hoffnung. Die Regierung erwartet einen Anstieg der Quote auf mehr als 24 Prozent.
Auf den Kanaren liegt heute die Arbeitslosenquote bei 27 Prozent und auf El Hierro wurde die 30 Prozent Schwelle bereits überschritten.
Madrid muß weiter und mehr sparen. Die Geldtransfers auf die Kanaren werden gekürzt. Besonders bemerkbar im Gesundheits- und Bildungswesen. Aber auch für Subventionen der Verkehrsmittel ist kein Geld mehr vorhanden. Die Folge ist die Einstellung von Fähr- und das Ausdünnen von Flugverbindungen.
Ein Teufelskreislauf der noch weniger Gäste auf die Insel bringt.
Auch die EU Subventionen werden drastisch gekürzt, da die Kanaren inzwischen den EU Standart erreicht haben. Bemerkbar besonders im Straßenbau und in der Landwirtschaft. Der Anbau von Bananen ist schon lange nicht mehr lohnend. Ohne Subventionen ist die gelbe Frucht nicht zu exportieren.
Eine verfehlte Politik, nicht nur in Madrid sondern auch auf den Kanaren bis in die Gemeindeparlamente. Es wurde gebaut auf Teufel komm raus und Geld ausgegeben, meist für sinnlose und viel zu große Projekte.
Wir können uns das leisten, wir haben Wohlstand erreicht - das war die suggerierte Meinung vieler Menschen. Dadurch angespornt verschuldeten sich viele Familien, bauten ein neues Haus, kauften sich einen neuen Pkw, eine neuen Fernseher - alles auf Pump.  Die Verschuldung der spanischen Privathaushalte hat Spitzenwerte in Europa erreicht.

Nun kommt die Ernüchterung mit all seinen Auswirkungen. Und das Ende dieses Dilemmas ist noch lange nicht erreicht. Es wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis die Folgen dieser vorgespielten Euphorie ausgestanden und bezahlt sind.
Aber hier hofft man ja wieder auf die Unterstützung durch Europa.

Unter diesem Gesichtspunkt ist die "Vulkankrise" nur eine kleine und zeitlich begrenzte "Crisis". Eine Randerscheinung, wohl wichtig für die direkt Betroffenen, aber nur ein Artefakt und Puzzlesteinchen was noch alles so an Entbehrungen und Problemen kommen wird.

Kommentare:

  1. Hammerhart.
    http://www.querschuesse.de/spanien-neues-hoch-bei-den-arbeitslosenzahlen/

    ´´Es wurde gebaut auf Teufel komm raus und Geld ausgegeben, meist für sinnlose und viel zu große Projekte.
    Wir können uns das leisten, wir haben Wohlstand erreicht - das war die suggerierte Meinung vieler Menschen. Dadurch angespornt verschuldeten sich viele Familien, bauten ein neues Haus, kauften sich einen neuen Pkw, eine neuen Fernseher - alles auf Pump. Die Verschuldung der spanischen Privathaushalte hat Spitzenwerte in Europa erreicht.´´

    Thats Kapitalismus. ;-)


    Mfg

    AntwortenLöschen
  2. ´´Der Anbau von Bananen ist schon lange nicht mehr lohnend. Ohne Subventionen ist die gelbe Frucht nicht zu exportieren.´´

    Die Spanier orientieren sich um.
    http://www.hanfjournal.de/hajo-website/artikel/2012/142_maerz/s28_0312_cannabis_gegen_die_krise.php

    Da könnte El Hierro ja richtig grün werden.^^

    Mfg

    AntwortenLöschen
  3. Schon solange der Mensch Geld (anfangs Edelmetallgeld) benutzt und es ein privates Bodeneigentumsrecht gibt, haben alle Staaten ihr jeweiliges “Defititziel” verfehlt:

    http://www.deweles.de/files/untergang.pdf

    Die tiefere Ursache dieses Phänomens ist der allgemeine Aberglaube (von dem “Spitzenpolitiker” und studierte “Wirtschaftsexperten” insbesondere betroffen sind), dass leistungslose Kapitaleinkommen (Zinsen, Renditen und private Bodenrenten) anscheinend auf “Apfelbäumchen” wachsen und nicht durch die Mehrarbeit anderer:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

    AntwortenLöschen
  4. Nabend Leute

    Die Warnstufen wurden um eine Stufe von der Pevolca auf Grün runtergestuft, auch die Sperrzone wurde von Rot auf Gelb herabgesetzt. Der Kegel ist allerdings um 2m in die Höhe gestiegen. Die Spitze des Diskreten liegt nimmer 88m unterm Wasser sondern 86m. Die Warnstufe Grün gillt übrigens für die ganze Insel, nur die Sperrzohne gilt als beobachtungswürdig.

    AntwortenLöschen

Bitte Kommentare immer mit Ihrem Namen versehen. Danke!