Sonntag, 29. Januar 2012

El Hierro Vulkan - vier Beben am Abend

NEWS: 18.00 Uhr - heute absolute Sonntagsruhe - kein neues Beben - kaum Tremor und eine ruhige Eruptionsstelle.
Innerhalb von 8 Stunden erfolgten am gestrigen Nachmittag bzw. in der Nacht vier neue Beben. Um 16.44 Uhr mit 1,6 RSk., 17.40 Uhr mit 1,7 RSk., 21.29 Uhr mit 1,6 RSk. und den vorläufigen Schlusspunkt um 0.24 Uhr der stärkste Erdstoß mit 2,4 RSk. Alle Zentren lagen im südlichen Inselteil in einer Tiefe zwischen 11 und 14 km. Bereits am Samstag hatte ich darauf hingewiesen, daß die Bebenhäufigkeit weiter zunimmt und auf eine rege Aktivität im Untergrund hinweist. Auch die Eruptionsstelle selbst war Schauplatz heftiger Auswürfe von rauchenden Lavasegmenten. Inmitten dieser glühend heißen Lavaklaster versuchten die Wissenschaftler der Involcan an Bord der Adhara Messungen vorzunehmen und Lavabrocken zu bergen.
Mit einfachen aber wirkungsvollen Fischkeschern muß möglichst nahe an die Eruptionsstelle heran gefahren werden, um die dampfenden Brocken aufnehmen zu können. Diese Lavasegmente haben beim Auftauchen im Innern noch Temperaturen von über 400°. Es muß sich für die Besatzung wie eine Fahrt über der Hölle anfühlen, inmitten des aufquellenden und strudelnden Wassers nach den plötzlich empor schnellenden dampfenden Lavastücken Ausschau zu halten und sie an Bord zu hieven, - aber was tut man nicht alles im Namen der Wissenschaft.
Aufgefischt wurden auch eine Reihe von Qallen (Bild). Dies könnte das vermehrte Auftreten der Möwen und vielleicht auch der Seeschwalben erklären. Einen interessanten Hinweis dazu gab auch Pedro Gerstberger (Danke): " Viele Kleinmeerestiere von 1-3 cm Länge (Flügelschnecken, Schwimmgarnelen, kleine Quallen), die im offenen Ozean leben, haben nur geringe Möglichkeiten, aktiv selber Strecken zu schwimmen. Sie treiben passiv mit den Meeresströmungen. Wenn sie mit der Strömung über den warmen bis heißen Jacuzzi gelangen, werden sie nicht lange überleben. Sie werden durch die Gasblasen emporgerissen und, da sich an ihren Oberflächen Gasblasen anheften, längere Zeit an der Oberfläche treiben. Dort sind sie dann eine leicht aufzusammelnde Beute für die Meeresvögel."
Es scheint also genügend Nahrung für die Vögel vorhanden zu sein.

Des einen Freud des anderen Leid.
Um die erste Not der Herrenos etwas zu mildern, habe ich im November 2011 einen Spendenaufruf von Herrn Dr. Spriegel aus El Hierro veröffentlicht. Dazu ging mir nun die Bilanz zu.





Bericht zum Spendenaufruf vom November 2011
  Liebe Freunde El Hierros,
im November 2011 habe ich an dieser Stelle um Spenden für in Not geratene Familien El Hierros gebeten. Nach dem Aufruf wurden im Blog vereinzelt Stimmen laut, die Einwohner El Hierros hätten derartige Spenden nicht nötig bzw. man sollte lieber dorthin spenden, wo es noch dringender gebraucht würde. Abgesehen davon, dass man mit einer solchen Argumentation zu keiner Spende käme (es gibt immer jemanden, der eine Spende noch nötiger hat, als derjenige, an den man spenden will) haben sich einige wenige Leser des Blogs Gott sei Dank nicht durch diese abwegigen Beiträge von ihrer Spende abhalten lassen.


Seit November bis heute sind etwas über 9.000 € eingegangen. Der überwiegende Teil der Spenden kam von Gästen und Mandanten, die von Karin Kamm und von mir nochmals persönlich angeschrieben wurden. Ich kann in jedem Fall allen Spendern bestätigen, dass die Spenden von den drei Gemeinden mit großer Freude entgegengenommen wurden. Ich habe dabei Bestätigungen vom Bürgermeister bzw. der zuständigen Stelle der jeweiligen Gemeinde, über den Geldempfang erhalten. Weiterhin wurde bestätigt, dass die Spenden ausschließlich an zahlreiche durch den Vulkan in Not geratene Familien weitergeleitet wurden (zum größten Teil in Form von Lebensmitteln und Medikamenten).

Ich möchte mich daher an dieser Stelle nochmals für Ihre Hilfsbereitschaft bedanken. Ich kann Ihnen versichern, dass selbstverständlich jeder Euro der Spenden zweckgerichtet verwendet wird, etwaige mir entstandenen Kosten wurden von mir persönlich getragen.

Mit freundlichem Gruß
Dr. Helmut Spriegel


Dem kann ich mich nur anschließen. Durch unsinnige Kommentare einiger Wenige wurde versucht, nur weil die Aktion nicht in deren Weltbild passt, eine uneigennützig "Gute Sache" totzureden und damit zu verhindern bzw. zu schmälern.
Allen die sich trotzdem an der Spendenaktion beteiligt haben, auch meinen persönlichen Dank.

Kommentare:

  1. Schönen Nachmittag!

    Bis dato heute 9 Beben (AVCAN), alle im Bereich der Magmakammer und des Magmakanals.

    Geblubbere habe ich heute nicht wirklich gesehen...

    AntwortenLöschen
  2. Ich glaube das wars unserem kleinen geht die Puste aus
    LG
    josch

    AntwortenLöschen
  3. Josch

    Das hab ich auch schon öfter gedacht, aber irgendwie hat der einen langen Atem. Lassen wir uns überraschen.

    AntwortenLöschen
  4. Die Aussagekraft der IGN-Tremoranzeige ist wegen der fehlenden Angabe des Skalierungsfaktor aus wissenschaftlicher Sichtweise nicht seriös.Im verhältnis zur Anzeige der anderen Inseln ist der Skalierungsfaktor der Anzeige CHIE mindestens um den Faktor 1:10 oder mehr runtergesetzt worden.Man kann das sehr schön an dem Ausschlag um 5:23 erkennen welcher sehr wahrscheinlich das Beben in Peru darstellt. http://www.01.ign.es/ign/layoutIn/volcaSenalesAyerHoy.do#

    AntwortenLöschen

Bitte Kommentare immer mit Ihrem Namen versehen. Danke!